SixStix – Spielkritik

Da gab es doch einmal die Zeiten, da wurden die Rätselspalten in den Zeitschriften mit Streichholz-Knobelaufgaben gefüllt: Figuren legen mit möglichst wenig Zügen. Daran hat sich wohl auch der Schweizer Verlag Helvetiq erinnert und gleich drei Spiele im Streichholzschachtelformat auf den Markt gebracht. SixStix heisst das Spiel in der roten Schachtel. Es darf geknobelt werden.

SixStix 1Mit sechs roten Streichhölzern dürfen alle Spieler rätseln. Die Regeln sind dabei ganz einfach. Man darf die Streichhölzer jederzeit drehen, wenn sie den Kontakt zu einem anderen nicht verlieren. So eine Drehung kostet nichts. Das Hinzufügen, Wegnehmen oder Versetzen gilt jedoch als ein Spielzug. Exakt zwei Spielzüge darf ein Spieler machen, danach knobelt der nächste Spieler weiter.

Gestartet wird mit fünf Streichhölzern, die eine Linie bilden. Ein sechstes Streichholz liegt als Ersatz bereit und kann bei Bedarf eingefügt werden. Jeder Spieler erhält vier Aufgabenkarten. Auf ihnen sind verschiedene Streichholzfiguren abgebildet. Diese Figuren soll man in einem Durchgang nachbilden. Die Vorgaben sind bekannt. Erfüllte Aufgabenkarten gewinnt man sofort. Restliche Karten bleiben liegen und werden wieder ergänzt. Vielleicht liegen die Karten in der nächsten Runde günstiger.
Für das Erfüllen aller vier Aufgabenkarten erhält man eine Bonuskarte zusätzlich.

SixStix 2

Sind alle Karten aufgebraucht, gewinnt der Spieler mit den meisten Karten.

SixStix ist auch ein schönes Solitärspiel. Die Streichholzaufgaben eignen sich gut für eine persönliche Knobelrunde.

Fazit:
SixStix passt tatsächlich in eine Streichholzschachtel. Die ist zwar ein wenig grösser als gewohnt, sieht aber toll aus. Die Knobelaufgaben in altbekannter Streichholzmanier funktionieren nach einfachen Regeln, können aber manchmal ganz schön kompliziert ausliegen. So ist das Knobeln nur die eine Seite der Lösung, auch das Glück beim Ziehen der Karten spielt mit. Trotzdem muss man den bestmöglichen Weg mit nur zwei Spielzügen erst einmal sehen. Dieses kleine Spiel ist für Rätselfreunde bestens geeignet und durch die vielen möglichen Kartenkombinationen immer wieder anders.

SixStix | Autor: Martin Nedergaard Andersen | Verlag: Helvetiq
Knobelspiel für 1-4 Personen | Spieldauer: ca. 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Den hölzernen Blick für unterschiedliche Aufgaben | Wiederspielreiz: gross

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Neuheiten von Ravensburger im Herbst 2014

Der Herbst bringt wieder einige neue Spiele auf den Tisch. Hier sind Auszüge aus den Neuheiten von Ravensburger.

Orongo | Autor: Reiner Knizia
Die Osterinseln sind wieder einmal Thema eines Spiels. Ein Legespiel, bei dem um die besten Bauplätze geboten werden muss. Wer errichtet zuerst seine 5 Moai. Ein Spiel für 2-4 Personen.

Quizduell – Das Spiel
Die beliebte Quiz-App ist nun auch als Brettspiel erhältlich. Bei über 1500 Fragen kann man sein Wissen testen. Die bekannten Rategesichter fehlen ebenso wenig, wie die Auswahlraster und Themengebiete. Für 2-6 Spieler.

Lauf rauf! | Autor: Rüdiger Koltze
Wieder einmal ein richtiges Familienspiel. Es wird gewürfelt und die Figuren müssen auf den Berg laufen. Die Mitspieler und der Berggeist haben da aber etwas dagegen. Ein Laufspiel, das mit Glück und Taktik gewonnen wird. Für 2-4 Spieler.

Sau-Bande!
Und für die Kinder noch eine richtige Schweinerei. Endlich darf man den Matschball durch die Gegend schleudern in diesem Reaktionsspiel. Eine Schlammschlacht unter Ferkeln mit einfachen Regeln. Für 2-4 Personen.

Orongo Quizduell Lauf rauf Sau-Bande

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Suisse Toy 2014

Bald öffnet sie wieder ihre Tore – die Suisse Toy 2014 in Bern. In den Messehallen der Bernexpo finden die Besucher wieder ein vielfältiges Programm in verschiedenen Bereichen vor. Mit den Ausstellern der E-Games, der CREAKTIV und der FamExpo Baby ist man auch 2014 thematisch wieder flexibel unterwegs.

Suisse Toy 2014Vom 1. – 5. Oktober 2014 lautet das Motto: Hier spielt die Schweiz. Die Spielwarenhersteller präsentieren ihre neuesten Kollektionen und überall darf nach Lust und Laune getestet werden.
Aus Brettspiel-Sicht darf man natürlich immer gespannt sein, welche Neuheiten so kurz vor der SPIEL in Essen bereits in der Schweiz präsentiert werden können. Wie in den Vorjahren werden wohl einige Neuheiten auch zum Test ausliegen. An Spieltischen wird es nicht mangeln. Kosmos, Ravensburger, Carletto oder der Verein Spiel des Jahres sind vor Ort und animieren zum Spiel. Einige Spielgeschäfte und die Ludotheken füllen das Angebot weiter auf. Mit ein wenig Zeit kann man also aus einer grossen Auswahl an Brett- und Kartenspielen auswählen und gleich eine erste Probepartie starten.

Nach den Grossfamilien können in diesem Jahr Mehrlinge von einem Gratis-Eintritt zur Suisse Toy profitieren. Zwillinge, Drillinge, Vierlinge und mehr, die sich bis am 21. September 2014 melden, geniessen einen freien Eintritt in die grosse Spielewelt. Hier geht’s zum Anmeldeformular.

» Alle Infos zur Suisse Toy 2014

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Start frei – Spielkritik

Bei diesem Spiel wähnt man sich tatsächlich wie mitten in der Carrera Autorennbahn. Ein gutes Zeichen, schliesslich ist es ein Rennspiel und der Wiedererkennungswert soll möglichst gross sein. Start frei ist das grosse Familienspiel der neuen Marke Carrera Tabletop Games. Stürzen wir uns also ins Renngeschehen.

Start frei 1Bei jedem Spieler liegt das eigene Lenkrad aus, darin befinden sich auch seine Gänge. “In die Gänge” kommt man mittels Spielkarten. 6 Karten befinden sich in der Hand eines Spielers. Mit ihnen steuert man seinen Boliden. Verdeckt legt man Runde für Runde eine seiner Karten aus und befolgt die Anweisungen. Die Ordnungszahl der Karten legt die Reihenfolge der Spielzüge fest. Je tiefer die Zahl, desto eher fährt der Rennwagen weiter.
Die Rennwagen und überhaupt das Spielmaterial sind ein Highlight des Spiels. Toll, was da gezaubert wurde. Der Würfelbecher ist als Handregler getarnt, die Piste im originalen Carrera-Look, inklusive Spurwechsel und Verengungen.

Die Handkarten ermöglichen den Spielern die Gangschaltung oder eine Vorwärtsbewegung durch einen Würfel. Für jeden Gang liegt ein farbiger Würfel bereit, der grössere oder kleinere Sprünge ermöglicht. Trotzdem muss vorsichtig gefahren werden. Schikanen sollten möglichst punktgenau angefahren, Überholmanöver vorher angekündigt werden. Einen Spurwechsel bezahlt man mit Carrera Coins. Das sind Erfahrungspunkte, die man zur Belohnung für ein geglücktes Überholmanöver oder eine perfekt angegangene Schikane erhält.
Zu schnelles Fahren wird bestraft. Wer auffährt muss sofort einen Gang tiefer schalten, bei gefährlichen Schikanen sogar zwei. Das schränkt den Bewegungsradius im nächsten Spielzug etwas ein.
Zum Überholen darf man zusätzlich einen Boost-Würfel verwenden. Der Boost kann bei einem Wurf aber auch seinen Dienst versagen. Dann scheitert zwar das Überholmanöver, man erhält jedoch als Trostpflaster einen Marker, mit dem man zu einem späteren Zeitpunkt einen Spielvorteil erhält (Gang schalten, Wurfergebnis verändern, würfeln…).

Start frei 2

Nach einem Kartendurchgang folgt der Boxenstopp. Dort kann man sich mit den Coins neue Karten von der Auslage kaufen und seine Rennkarten für die nächste Runde verbessern. Mit allen Karten geht es dann zum nächsten Durchgang.
Die Rennstrecke wird während des Fahrens ausgebaut. Nach zwei gefahrenen Runden steht der Sieger fest.

Der Streckenbau ist bei Start frei flexibel. Es sind viele Strecken planbar. Sie unterscheiden sich von der Spieldauer, als auch vom Schwierigkeitsgrad.

Fazit:
Start frei ist auf dem Cover als Familienspiel deklariert. Der Ablauf eines Rennens ist zwar relativ einfach, trotzdem sind viele Kleinigkeiten zu beachten. Zu Beginn muss häufig in den Regeln nachgeschlagen werden, um sicher zu sein, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Daher würde ich Start frei klar als gehobenes Familienspiel bezeichnen. Thematisch ist man von der ersten Sekunde an voll dabei. Das Spiel hat Atmosphäre – Autorennen pur. Das tolle Spielmaterial trägt viel dazu bei.
Das Glück spielt beim Auswürfeln des Tempos natürlich mit. Wer aber nicht vorausschauend fährt und seine Karten oder Marker geschickt einsetzt, wird nicht um den Sieg fahren. Auch Taktik ist gefragt.
Ohne grobe Fahrfehler bleibt ein Rennen lange offen. Hinten liegende Autos erhalten Spielvorteile, damit ein Aufholen jederzeit möglich ist. Ganz vorne zu fahren benötigt zusätzliche Ressourcen.
Mit Start frei erhält man ein unterhaltsames Autorennen mit einigen Möglichkeiten, in das man sich ein wenig einarbeiten muss.

Start frei | Autoren: Klemens Franz, Hanno Girke und Dale Yu | Verlag: Carrera Tabletop Games
Autorennen für 2-4 Personen | Spieldauer: 30-120 Minuten (je nach Rennstrecke und Personen) | Ab 10 Jahren | Benötigt: Angepasstes Fahren bei Höchstgeschwindigkeit | Wiederspielreiz: gross

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Finger weg! – Spielkritik

Was soll man bloss bei einem Spiel mit dem Titel Finger weg! machen. Das Risiko scheint gross, die Fragen sind schwierig. Wissen allein bringt auch nicht immer Punkte. Hier braucht es geschickt eingesetztes Halbwissen, um am Ende als Fragen-Champion dazustehen. Wer einmal im Spiel ist, lässt seine Finger drin.

Finger weg 1Sieben Themengebiete stehen zur Auswahl. Die üblichen Verdächtigen finden darunter Platz: Geographie, Sport, Kultur, Politik etc. Der Startspieler wählt eine Fragekarte aus und schiebt sie verdeckt in den Sicherungskasten. Schliesslich herrscht hier Hochspannung. Laut wird die Aufgabe allen Spielern vorgelesen. Dazu gibt es bereits acht Antworten, auch diese liest man vor. Nur EINE Antwort ist richtig. Finger weg vor dieser Antwort. Wer sie aufdeckt, beendet die Spielrunde und erhält keine Punkte gutgeschrieben.
Also arbeitet man sich im Ausschlussverfahren langsam vor. Reihum schliesst jeder Spieler eine “sichere” Antwort aus. Mit Finger weg-Scheiben muss jeder Spieler verdeckt einen Tipp abgeben. Mit der leeren Seite gibt man dem ratenden Spieler recht. Mit einem Blitz steigt man aus der Spielrunde aus, weil einem die Antwort zu gewagt erscheint (oder man kennt die Lösung). Je länger man im Spiel bleibt, desto mehr Punkte bekommt man.

Finger weg 2

Im besten Fall kann man sich in einer Fragerunde 10 Punkte sichern: Man tippt bis zum Schluss richtig, man verbleibt als letzter Spieler in der Runde oder man tippt mit einem Blitz auf die richtige Lösung.
Mit dem Sicherungskasten kann man jede Aussage sofort überprüfen. Ein Schieber bei jeder Antwort zeigt sofort, ob sie sicher ist oder die Sicherung durchbrennt.
Wer am Ende am meisten Punkte auf seinem Konto hat, gewinnt.

Fazit:
Finger weg! macht aus mehreren Gründen richtig viel Spass. Da wären einmal die Fragen. Sie sind vielseitig und mit den Antworten perfekt abgestimmt. Kaum eine Frage ist auf Anhieb zu beantworten. Man kann zwar Tendenzen ablesen, doch gegen Ende bleibt immer die Ungewissheit. Zudem sind immer alle Spieler aktiv und taktieren kräftig mit. Soll man schon aussteigen und den Mitspielern das Feld überlassen? Weiss man noch eine sichere Antwort, um eine nächste Runde anzupacken?
Mit dem Sicherungskasten sollte man vorsichtig umgehen. Die Karten verrutschen leicht und lüften dann ihr Geheimnis. Weit über 250 Fragekarten bringen aber langen Spielspass und man spielt nur zu gerne noch eine Runde, und noch ein, und noch eine… natürlich nur aus Neugier auf die nächste Frage. Und damit kämpft Finger weg! mit dem gleichen Problem wie alle anderen Fragespiele: Irgendwann sind alle Karten gespielt. Gerne mehr davon!

Finger weg! | Autor: Peter Wichmann | Verlag: Zoch
Fragespiel für 3-8 Personen | Spieldauer: ab 30 Minuten | Ab 12 Jahren | Benötigt: Perfekt genutztes Halbwissen | Wiederspielreiz: sehr gross 

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