Wonderword – Spielkritik

Bei WonderWord, einem Kartenspiel in einer überdimensionierten Streichholzschachtel, bildet man geheime Wörter. Leider bleiben sie selten lange geheim. Die Mitspieler versuchen sie möglichst schnell zu erraten, um viele Punkte zu erhalten. WonderWord ist ein weiteres Spiel aus der originellen Helvetiq-Streichholzschachtel-Reihe.

Wonderword 1Mit 8 Karten starten alle Spieler in eine Partie. Farblich sind nur Konsonanten und Vokale zu unterscheiden. Jeder Spieler bildet geheim ein Wort und legt es verdeckt vor sich aus. Restliche Karten werden abgelegt. Zudem besitzt jeder Spieler 5 Streichhölzer, gleichzusetzen mit der Anzahl der Rateversuche.
Die verdeckten Wörter werden von hinten aufgelöst. Ein Spieler dreht den letzten Buchstaben seines Wortes um. Die Mitspieler haben nun die Möglichkeit, das Wort zu erraten. Dabei gilt das Prinzip: Je eher ein Wort herausgefunden wird, desto mehr Punkte bringt es ein. Aufgedeckte Buchstaben bringen allerdings dem Besitzer des Wortes selber Punkte. Findet man die richtige Lösung nicht, erhält der Worterfinder alle Punkte.
Sind die Wörter aller Spieler durchgeraten, beginnt eine neue Spielrunde mit neuen Wörtern.
Wer zuerst 24 Punkte erreicht, gewinnt das Spiel.

Wonderword 2

WonderWord ist ein anpassungsfähiges Spiel. Um es einfacher zu gestalten, können die Buchstaben auch von vorne aufgedeckt werden. Geübte Wortfinder spielen mit 10 oder 12 Karten. Je nach Zusammensetzung der Spielrunde wählt man seine bevorzugte Variante.

Fazit:
WonderWord ist ein kurzweiliges Ratespiel mit Buchstaben und richtet sich ein wenig an die Kreuzworträtsel- und Scrabble-Fans. Die Regeln sind einfach und schnell erklärt. Mit seinen Streichhölzern sollte man sparsam umgehen. 5 Rateversuche sind schnell aufgebraucht. Und trotzdem will man dem jeweiligen Erfinder des Wortes nicht gleich alle Punkte überlassen. Ein grosse Hilfe sind die an der Farbe erkennbaren Vokale. Mit ihnen lässt sich manches Wort erahnen. Am spannendsten spielt sich WonderWord unter möglichst gleichstarken Gegnern mit ein wenig Wortschatz. Mit mehreren Mitspielern gewinnt es zudem an Intensität. Das Spiel in der originellen, gelben Verpackung ist vor allem für Wortkünstler einen Blick wert.

WonderWord | Autor: Game InVentorS | Verlag: Helvetiq
Ratespiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 12 Jahren | Benötigt: Wortschatz beim Buchstabensalat | Wiederspielreiz: gross

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Splendor – Spielkritik

Bei Splendor wird getauscht, viel getauscht. Da geben sich Chips und Karten die Hand, wandern hin und her. Als Händler will man möglichst viele Prestigepunkte erringen, um das Spiel zu gewinnen. Mit seinem einfachen Spielprinzip ist Splendor schnell erlernbar.

Splendor 1Sie fallen sofort auf, die tollen Poker-Spiel-Chips. Hier wurde nicht beim Material gespart. Und es macht absolut Sinn, mit stabilen Chips zu handeln. Bei einem flotten Spiel wirbeln die Edelsteine nur so über den Spieltisch. Splendor ist eigentlich ganz schnell erklärt. Auf dem Spieltisch liegen Entwicklungskarten aus. Es gibt sie in drei Kategorien. Während Kategorie 1 noch mit wenigen Ressourcen zu bekommen ist, muss man bei Kategorie 3 schon ein wenig sparen für den Erwerb. Dafür bringen sie deutlich mehr Prestigepunkte für den Sieg.

In einem Spielzug entscheidet man sich für eine der folgenden Möglichkeiten: Man nimmt sich Edelstein-Chips aus dem Vorrat (drei unterschiedliche oder zwei gleiche). Oder man reserviert sich eine Entwicklungskarte, im besten Fall kauft man sie gleich. Beim Reservieren nimmt man sich die Karte auf die Hand und erhält sogar noch einen Gold-Joker-Chip zusätzlich. Dafür hält man ab sofort eine Karte, die auch mal gekauft werden will. Die Handkarten sind nämlich auf drei begrenzt.
Ein Kauf lohnt sich auf jeden Fall. Gekaufte Karten bringen neue Edelsteine, die ab sofort bei weiteren Käufen angerechnet werden können.

Splendor 2

Bei Splendor tauscht man sich Runde für Runde in eine bessere Position, kauft sich neue Entwicklungskarten und verbessert die eigene Auslage. Nach jedem Spielzug wird überprüft, ob man die Bedingungen für ein Adligen-Kärtchen erfüllt. Ein Besuch von Adligen bringt zusätzliche Prestigepunkte, die nicht selten das Spiel entscheiden können.

Hat ein Spieler 15 Punkte erreicht, endet Splendor.

Fazit:
Splendor ist ein schnelles Tauschspiel um Edelsteine. Vom Thema ist das Spiel nicht so sehr abhängig, aber die Regeln sind einfach und das Material sehr gut. Alle Händler versuchen sich fortwährend in eine bessere Tauschposition zu bringen und sich die besten Entwicklungskarten zu sichern. Jeder Kauf treibt das Spiel weiter voran. Mit einer geschickten Planung erhält man auch Besuch von den Adligen. Sie bringen entscheidende Punkte im Rennen um den Sieg. Ein wenig Glück ist immer im Spiel, wenn Entwicklungskarten nachgezogen werden. Ungern bietet man dem nächsten Spieler eine tolle Auslage. Die Spielzeit von Splendor ist angenehm kurz. Wer sich auf dem kürzesten Weg Edelsteine und Prestigepunkte tauscht, gewinnt. Splendor bringt kurzweiligen Spielspass, ganz einfach!

Splendor |  Autor: Marc André | Verlag: Space Cowboys
Tauschspiel für 2-4 Spieler | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Entwicklungspotenzial im Tauschgeschäft | Wiederspielreiz: gross

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Vorschau St.Galler SpieleNacht 2014

Wer hätte das gedacht? Bereits zum 4. Mal findet die SpieleNacht im wundervollen Ambiente des St.Galler Pfalzkellers statt. Am 8. November kann man in der Ostschweiz wieder viele Brett- und Kartenspiele testen, darunter auch einige Neuheiten. Und das erwartet die Spielfreudigen an der SpieleNacht:

SpieleNachtIm Rubik-Corner entsteht ein Mosaikbild, natürlich nur aus den gleichnamigen Würfeln. Die müssen allerdings erst noch in die richtige Position gedreht werden. Der Klassiker mal ganz anders.
Selbstverständlich sind auch die Spiele des Jahres zum Test vor Ort: Geister, Geister, Schatzsuchmeister!, das Wettrennen Camel Up und auch der Markt von Istanbul. Über 250 weitere Spiele können am Spiel-Buffet ausgeliehen werden. Dort kommt wohl jeder Spieler auf seine Kosten.
Regel-Muffel können sich an 20 Spieltischen über 30 Spiele erklären lassen. Ganz einfach den Spielberaterinnen zuhören und los geht es. Noch nie war ein Spieleinstieg leichter.

carta.media präsentiert seine Neuheiten Rüebli-Monster und FIGUGEGL. Beim Kleinverlag arte ludens darf das brandneue qubri ausprobiert werden. Warum nicht mal eine Partie gegen den Erfinder spielen?
Wer sich gerne ganz den Traditionen hingeben will – der Schachclub lädt zum Spiel der Könige ein.

Das Angebot ist wieder einmal sehr gross. Genug Zeit zum Spielen ist vorhanden. Also: Den 8. November fix im Kalender eintragen und hier gibt es ein Gratisticket für die Veranstaltung.

» Informationen und Gratisticket für die St.Galler SpieleNacht

4. St.Galler SpieleNacht
Am 8. November 2014 im Pfalzkeller in St.Gallen
15 – 24 Uhr

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6 nimmt! – App – Spielkritik

Was soll man zu 6 nimmt! noch gross sagen? Das Kartenspiel von Wolfgang Kramer hat sich bereits zu einem Klassiker entwickelt. Spielspass garantiert, vor allem auch in grösseren Runden. Und nun ist auch die passende Spiele-App dazu erschienen. 6 nimmt! für unterwegs, denn noch nie passten so viele Karten in die Hosentasche wie mit der App-Version.

6 nimmt App 2Zu den Spielregeln gibt es nicht viel zu sagen. Das Kartenspiel hat sich nicht verändert. In der Spielkritik zum Kartenspiel kann man nachlesen, was 6 nimmt! besonders attraktiv macht. Doch kann die App den alten Spielschwung mitnehmen?
Frisch kommt die Version für iOS daher (Eine Version für Android gibt es ebenfalls). Beschwingte Country-Musik lockt den Spieler ins Land der Hornochsen. Dort hat man die Auswahl: Spielt man gegen Computergegner oder doch lieber mit lebendigen Partnern am selben Gerät. Beide Varianten funktionieren reibungslos und haben sich bewährt. Als Spiel mit der ganzen Familie startet man ganz schnell eine Spielrunde und reicht das iPad für die Kartenauswahl herum. Aber auch solo spielt man in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gegen bis zu vier Computergegner.

6 nimmt App 3D 2 6 nimmt App

Spielanfänger können sich 6 nimmt! zuerst mit einem Tutorial erklären lassen. Doch auch an die Spielkenner wurde gedacht. In der Profivariante wählt man sich seine 10 Spielkarten selber aus. Alle Karten in der Runde sind also bekannt. Hier spielt man ohne doppelten Boden. Und am Ende kann niemand behaupten, dass die Karten Schuld an der Niederlage waren.
Als schöner Zusatz-Effekt kann man in eine 3D-Ansicht wechseln. Damit heben sich die Hornochsen ein wenig vom fiktiven Spieltisch ab.

Eine Partie endet nach einer gewissen Anzahl Strafpunkte (je nach Spielversion).

Fazit:
Die 6 nimmt!-App lässt absolut keine Wünsche offen. Der Wiedererkennungswert ist sehr gross. Dass das Spiel mit der Profi-Variante bereichert wurde, ist toll. Ob nun als Solo-Spiel oder im Mehrspieler-Modus, das Kartenspiel um die Hornochsen funktioniert einwandfrei und macht auch auf dem iPad grossen Spass. Gerade für unterwegs ist die 6 nimmt!-App eine ausgezeichnete Option. Nur für wirklich grosse Spielrunden muss man auf das Kartenspiel zurück greifen.

6 nimmt! – App | Autor: Wolfgang Kramer | Entwickler: Application Systems Heidelberg Software GmbH, Alexander Henn
Kartenspiel-App für die ganze Familie | Android und iOS | Spieldauer: ab 15 Minuten | Benötigt: Geschickten Umgang mit Hornochsen | Wiederspielreiz: sehr gross   

» Hier kann man die 6 nimmt!-App kaufen.

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Istanbul – Spielkritik

Mit dem Handkarren durch den Markt von Istanbul. Ob das so einfach zu bewerkstelligen ist, wäre einen Versuch wert. Im gleichnamigen Kennerspiel des Jahres 2014 packt man auf jeden Fall seine Sachen auf den Karren und pilgert damit von Ort zu Ort. Im geschickten Tausch geht es schlussendlich um Rubine. Daher nimmt man gerne ein paar Umwege in Kauf.

Istanbul 1Genau 16 Orte stehen auf dem Markt von Istanbul für den Handel zur Verfügung. Im Raster 4×4 sind die Plätze fein säuberlich ausgelegt. Ein äusserst auffälliger, aber simpler Mechanismus steuert den eigenen Kaufmann durch den Markt. Ohne Gehilfe ist der Kaufmann nichts wert, er kann keine Aktionen ausführen. Daher stapeln sich zu Beginn 4 Gehilfen für den Kaufmann zu einem Turm. Geht der Kaufmann an einen der Orte, lässt er einen Gehilfen liegen. Wartet bereits ein Gehilfe dort, darf er ihn wieder aufnehmen. So können nur so lange Aktionen durchgeführt werden, wie auch Gehilfen dabei sind.
Trifft man auf seiner Reise durch den Markt andere Kaufleute, muss man ihnen 2 Lira bezahlen. Auch ein Gouverneur und ein Schmuggler sind unterwegs. Mit ihnen kann man Handel betreiben. Damit ist der Zugmechanismus des Spiels vollständig erklärt: Der Kaufmann macht einen oder zwei Schritte auf dem Markt und handelt. Bezahlt wird mit Geld oder mit Waren.

Istanbul 2

Was macht also Istanbul zum Kennerspiel? Es ist der Markt mit seinen 16 Optionen. Die sollte man nämlich auswendig können, um im Spiel die richtigen Ziele anzupeilen. Am Markt kann man Waren holen, sie gegen Vorteilsplättchen eintauschen, seinen Handkarren erweitern, auf dem Postamt Waren und Geld abholen oder beim Händler Rubine einkaufen. Die Möglichkeiten sind noch zahlreicher, immer mit dem Ziel, am Ende 5 Rubine (bei 2 Spielern 6 Rubine) zu besitzen.
Speziell erwähnenswert sind die Teestube und der Schwarzmarkt, an denen man in bester Siedler-Manier seinen Ertrag auswürfeln muss. Jeder Spieler besitzt auch eine dunkle Vergangenheit: Ein Familienmitglied befindet sich nämlich auf der Polizeiwache. Es kann befreit und für eine beliebige Aktion eingesetzt werden. Bonuskarten ermöglichen zusätzliche Aktionen, sie sind ebenfalls auf dem Markt zu erwerben.

Die hohe Spielkunst bei Istanbul besteht nun darin, den idealen Weg durch den Markt zu finden, seine Gehilfen auszusenden und wieder einzusammeln. Und trotz all der vielen Möglichkeiten und unterschiedlichen Wege, endet das Spiel doch meist ziemlich knapp.

Fazit:
Istanbul ist ein strategisches Spiel mit einfachen Spielzügen. Der Zugmechanismus der Kaufleute ist speziell, die Vielfalt des Marktes bringt die Spieltiefe. Häufig optimiert man vor sich hin, um an die Rubine zu kommen. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, um die Mitspieler in ihrem Handel zu behindern. Der Weg ist das Ziel – wer den besten Handelsweg findet, kann auch erfolgreich sein. Kennt man erst einmal alle Spielmöglichkeiten, verläuft eine Partie ziemlich flott. Der Spielplan ist variabel, daher gibt es immer wieder neue Marktkonstellationen. Istanbul wird Strategiespielern viel Freude machen.

Istanbul | Autor: Rüdiger Dorn | Verlag: Pegasus Spiele
Strategiespiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 40-60 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Überblick in der türkischen Shopping-Meile | Wiederspielreiz: gross

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