Swiss Gamers Award 2014

Swiss Gamers Award 2014Und da ist er schon, der erste grosse Landespreis für Brettspiele. Der Swiss Gamers Award 2014 wurde vergeben und hat würdige Preisträger auf den ersten 5 Plätzen. Zur Erinnerung: 22 Schweizer Spielclubs geben ihre Stimme ab. Eine derart breit abgestützte Spielkompetenz findet sich Schweiz weit kein zweites Mal. Hier sind die Gewinner:

1. Istanbul | Autor: Rüdiger Dorn
2. Five Tribes | Autor: Bruno Cathala
3. Splendor | Autor: Marc André
4. Aquasphere | Autor: Stefan Feld
5. Concordia | Autor: Mac Gerdts

Alle Spiele dieser Rangliste sind immer wieder eine Partie wert. Doch immer geht’s erst nach Istanbul!

Istanbul 1

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Madame Ching – Spielkritik

Als aufstrebender Pirat kämpft man um die Gunst von Madame Ching. Sie will schliesslich nur dem besten Seeräuber das Kommando der China Pearl übertragen. Nur wer seine Dschunke durch die gefährlichsten Missionen führt und seine Fertigkeiten verbessert, wird gewinnen.

Madame Ching 1Auf dem grossen Spielbrett steuert man seine Dschunke mittels Navigationskarten durch das Chinesische Meer. Die Karten unterscheiden sich durch Zahlenwerte und Farben. Die Zahlen bestimmen die Zugreihenfolge, die Farben steuern das eigene Schiff. Das ist ganz geschickt gelöst. Mit gleichfarbigen Karten fährt man geradeaus, mit einer neuen Farbe zieht man diagonal. Die Zugfelder auf dem Meer sind ebenfalls mit Zahlen gekennzeichnet. Je weiter man sein Schiff in einer Expedition führt, desto grösser wird der Ertrag, wenn eine Mission erfüllt wird. Es locken Edelsteine oder Goldstücke, die bei Spielende Punkte einbringen. Ein Expedition endet, wenn man keine höhere Navigationskarten anlegen kann. Dann wird das Schiff auf die Startposition zurück versetzt und es sticht erneut in See.

Das Salz im Wasser des Chinesischen Meers sind die Begegnungs- und Fertigkeitskarten. Mit ihnen kann man in jedem Spielzug besondere Aktionen unternehmen – nicht immer zu Freude der Mitspieler. Doch der Reihe nach:
Begegnungskarten erhält man, wenn man die Inselgruppen im Meer kreuzt, durch erfüllte Missionen oder wenn eine Expedition man total im Sand verläuft. Jeweils eine Karte darf man nach einer erfolgten Schiffsnavigation einsetzen. Die Aktionen sind vielfältig: Sonderpunkte, Juwelen klauen, Madame Ching beeindrucken, eine Begegnungskarte stehlen, usw. Begegnungskarten sind grundsätzlich immer nützlich. Wenn man sie zum richtigen Zeitpunkt besitzt, können sie sehr mächtig sein.
Fertigkeitskarten dürfen immer eingesetzt werden und bringen neue Fähigkeiten für den Piraten: Eine zusätzliche Handkarte, günstige Winde, eine fremde Navigationskarte tauschen oder auch mal eine zweite Navigationskarte ausspielen. Es gibt nur 5 Fertigkeitskarten im Spiel, eine davon ein Joker. Man erhält sie nur über passende Symbole auf den Navigationskarten der Expeditionen.

Madame Ching 2

Der Spielablauf ist sehr einfach gehalten: Navigationskarte spielen, allenfalls eine Begegnungskarte einsetzen, Navigationskarte nachziehen. Interaktion und Aktivität bringen die Karten ins Spiel. Sie sind das zentrale Element bei Madame Ching.
Erreicht man mit seiner Dschunke “das Ende der Welt” und plündert Hongkong, bringt das zusätzliche Siegpunkte. der Weg ist allerdings ganz schön weit.
Madame Ching 3Das Spiel endet, wenn ein Spieler vier verschiedene Fertigkeiten erworben hat oder sämtliche Missionen erfüllt sind. Mit allen Fertigkeiten bekommt man als Bonus die China Pearl, das beste Schiff im Hafen der Madame Ching. Sämtliche Siegpunkte werden zusammengezählt, der erfolgreichste Pirat gewinnt.

Madame Ching lässt sich auch zu zweit gut spielen, allerdings verändert sich die Strategie dann ein wenig. Die Spieler steuern gleich zwei Dschunken durch das Meer, spielen immer zwei Navigationskarten – das erweitert den Spielraum. Begegnungskarten erhalten in dieser Variante noch grössere Macht und können manchmal ganz schön ärgern.
In einer speziellen Vierervariante spielt man Madame Ching in Teams, der Ablauf ähnelt DOG.

Fazit:
Bei Madame Ching segelt man über das Meer, das Spielbrett sieht imposant aus. Der Spielablauf ist sehr einfach gehalten, ein wenig schwieriger wird es mit den Begegnungs- und Fertigkeitskarten. Im Laufe einer ersten Partie kann man sich die unterschiedlichen Aktionen aber schnell merken. Beim Ziehen der Karten ist ein gewisser Glücksanteil enthalten, trotzdem bleibt genug Entscheidungsfreiheit. Es bleibt der Spagat, möglichst schnell an ertragreiche Missionen zu kommen und gleichzeitig seine Fertigkeiten zu verbessern. Wer es schafft, alles unter einen Hut zu bringen und geschickt über das Chinesische Meer navigiert, hat gute Chancen auf Erfolg. Madame Ching beginnt in den ersten Runden ganz harmlos, steigert sich mit zunehmenden Karten im Laufe einer Partie zusehends.
Die Zweiervariante verändert das Spiel nochmal ein wenig, gefiel aber in den Testrunden gut. Man sollte allerdings ein wenig Ärger ertragen können.
Insgesamt ein schönes Spiel mit einfachem Ablauf und würzigen Karten.

Madame Ching | Autoren: Bruno Cathala, Ludovic Maublanc | Verlag: Hurrican Games
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: ca. 45 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Karten, Missionen, Fertigkeiten | Wiederspielreiz: gross

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Neuheiten von Queen Games im Frühjahr 2015

Zwei Kinderspiele und zwei Spiele für “grössere Kinder” stellt Queen Games in diesem Frühjahr vor. Sämtliche Spiele sehen wirklich interessant aus und sind thematisch eindeutig positioniert. Hier der Überblick über die Queen-Neuheiten:

Parfum | Autoren: Marco Ruskowski, Marcel Süsselbeck
Um die Düfte der grossen, weiten Welt geht es in diesem Spiel. Thematisch darf man das durchaus dufte finden, die erfolgreichsten Parfümeure werden gesucht. Alle Kunden sollen schliesslich zufrieden das Geschäft verlassen. Und spätestens seit dem gleichnamigen Roman weckt das Thema Interesse. Für 2-4 Spieler, ab 8 Jahren.

Queen’s Architect | Autor: Volker Schächtele
Der Titel sagt es bereits: Eindeutig ein Queen-Spiel. Als Architekt reist man durchs Land und erstellt Neubauten oder erledigt Reparaturen. Nur so steigt man in der Gunst der Königin und darf sich vielleicht schon bald an ihren Palast wagen. Für 2-4 Spieler, ab 10 Jahren.

Chef Alfredo | Autor: Michael Schacht
Bei diesem Kinderspiel können die vielen Fernsehköche einpacken. Wer wirft die Zutaten in die richtigen Töpfe und kann sich merken, wo sich was befindet? Für 2-4 Nachwuchsköche ab 5 Jahren.

Push a Monster | Autor: Wolfgang Dirscherl, Manfred Reindl
Sämtliche Monster werden auf eine Plattform geschoben. Dabei dürfen keine Monster runterfallen. Ein Geschicklichkeitsspiel für 2-4 Monsterjäger, ab 5 Jahren.

Parfum Queens Architect Chef Alfredo Push a Monster

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MissSwiss – Spielkritik

Turbulent geht es beim Alpabzug zu und her. Die Kühe tanzen ausgelassen durch die Strassen, das saftige Gras von den Bergen hat seine Spuren hinterlassen. Nun treibt man seine Kühe in den Stall, möglichst schnell, damit der Winter endlich kommen kann. Hinter MissSwiss verbirgt sich ein temporeiches Kartenspiel für die ganze Familie.

MissSwissJeder Spieler startet mit einem Stapel lustiger Kuh-Karten mit Zahlenwerten von 1 bis 15. Die bewahrt man verdeckt vor sich auf, nur sechs Karten davon hält man in seiner Hand. In der Tischmitte liegen zwei Karten offen aus. Daneben liegen ein paar verdeckte Reservekarten. Und damit neigen sich die ruhigen Minuten in diesem Spiel bereits dem Ende zu. Ab sofort wird auf Tempo gespielt. Alle Kuhtreiber versuchen gleichzeitig ihre Handkarten auf den beiden Stapeln in der Mitte abzulegen. Die Regeln dabei sind simpel: Der nächste Kartenwert muss ganz einfach um eins grösser oder kleiner sein. So können die Kartenwerte auf den Abwurfstapeln mal steigen, mal sinken. Ist eine Karte abgeworfen, zieht man eine neue vom eigenen Stapel nach.

MissSwiss 2Mit im Spiel ist auch der Stier. Als Joker kann er jederzeit auf einen Stapel gelegt werden. Danach ist jeder beliebige Wert erlaubt, allerdings ist der Stapel für den Joker-Leger vorerst gesperrt. So bringt der Joker zwar erst einen Vorteil, danach aber eine kleine Wartezeit. Das führt vor allem dazu, dass man seine Joker schnell spielt, sonst blockieren sie in der entscheidenden Phase einen der Kartenstapel.

Wenn einmal gar nichts mehr geht, zieht man vom Reservestapel eine neue Karte. Schon sind die Zahlen neu gemischt und das Tempospiel geht weiter.
Natürlich gewinnt, wer seine Kühe zuerst im Stall hat, also alle Karten ablegen konnte.

Fazit:
MissSwiss ist ein Tempokartenspiel nach dem Muster von Ligretto. Die Spielregeln sind sehr einfach und absolut familientauglich. Und es geht hektisch zu und her. Jeder versucht seine Karten so schnell wie möglich loszuwerden. Das bringt manchmal ganz knappe Entscheidungen mit sich, hin und wieder muss man es ertragen können, dass andere schneller sind. Besonders gelungen ist der Einsatz der Joker-Karten, die nur auf den ersten Blick Vorteile bringen. Hält man zu lange an ihnen fest, werden sie schnell zur Belastung und sperren womöglich noch in der Schlussphase. MissSwiss bringt spieltechnisch nichts, was nicht schon einmal da gewesen wäre. Doch das schnelle Spiel mit den witzig illustrierten Karten fordert Runde für Runde zum neuen Wettstreit auf. Und gerade mit Kindern kommt man kaum mehr von den Kühen los.

MissSwiss | Autor: Funtasy Factory | Verlag: carta.media
Tempospiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 7 Jahren | Benötigt: Kuh, Hand und Auge | Wiederspielreiz: gross

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Kuhlorado – Spielkritik

Kuhlorado ist ein weiteres leichtes Spiel aus der Kuh-Reihe des Nürnberger-Spielkarten-Verlags. In der kleinen Schachtel versteckt sich ein würflerisches Mehrheitenspiel für zwei Personen. Wer breitet sich zuerst auf der Weide aus und nimmt die besten Plätze in Besitz?

Kuhlorado 1Die Kuhweide ist ein wildes Gebiet. Zwar schön eingezäunt, doch innerhalb wird so manche Kuh zum Platzhirsch. Bei den Randweiden wächst das saftigste Gras, sie sind daher sehr beliebt. Die Tränken löschen den schnellen Durst und sind auch nicht zu verachten. Und für die Siesta nach der ganzen Mahlzeit zählt natürlich die Landfläche. Auf diese drei Dinge sollte man achten, wenn man sich auf der Weide ausbreitet.

Bei Kuhlorado wird gewürfelt. Zwei Würfel bestimmen die Auswahl der Felder auf der Weide, die man markieren darf. Seinen Wurf darf man ein Mal nachbessern. Würfeln kann man Kühe oder Zahlen. Auf einem Spielblock sind die Weiden aufgedruckt, aufgeteilt in kleine quadratische Felder mit den gleichen Zahlen- oder Kuhsymbolen. Die Spieler nehmen nun nach jedem Wurf einen Teil der Weide in ihren Besitz und markieren ihn. Im besten Fall natürlich in einem der oben erwähnten Punkte-Gebiete.
Bei einem reinen Zahlenwurf wählt man genau eine Zahl auf der Weide aus. Bei einem gemischten Wurf (Kuh und Zahl) darf man beide Symbole ankreuzen, wenn sich auf der Weide exakt ein Feld zwischen ihnen befindet. Bei einer Doppelkuh streicht man zwei Kühe durch.

Kuhlorado 2

Beide Spieler versuchen möglichst punktereiche Gebiete für sich zu gewinnen. Doch nicht nur das. Ein Auge sollte immer zum Mitspieler schielen. Durch geschickte Blockaden kann man oft Schlimmes verhindern.

Wenn alle Kühe auf der Weide durchgestrichen sind oder sich nur noch 5 Zahlen auf der Weide befinden, endet Kuhlorado. Nach der Auswertung steht der Sieger nach Punkten fest.

Fazit:
Kuhlorado ist ein schnell erlerntes Zweierspiel in der kleinen Schachtel. Im Mittelpunkt steht die Kuhweide, für die es unterschiedliche Vorlagen gibt. Dort sichert man sich die besten Plätze. Glück hat, wer gleich zwei Quadrate in seinem Wurf sichern kann. Doch Erfolg hat nur, wer eine gute Mischung aus Angriff und Verteidigung findet. Da grosse Flächen viele Punkte bringen, lohnt es sich, den Gegner rechtzeitig zu blockieren. Um jeden Weidenplatz kann man nicht kämpfen, es müssen Prioritäten gesetzt werden. Kuhlorado ist leichte Familienkost, ein glückslastiges Würfelspiel um Mehrheiten auf der Kuhweide.

Kuhlorado | Autor: Reinhard Staupe | Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
Würfelspiel für 2 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Würfelglück und Weidenblick | Wiederspielreiz: gross

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