Die Legenden von Andor – Neue Bonus-Legende

ANDOR_CavernDie Legenden von Andor werden nach wie vor häufig gespielt. Nach einigen kleinen Erweiterungen folgt nun im Herbst 2014 eine grössere: Die Reise in den Norden. Die Helden folgen einem Hilferuf und begeben sich auf eine gefahrvolle Schiffsreise in den Norden.

Bis dahin will die Zeit natürlich gut überbrückt sein. Kein Problem, denn vor der grossen Reise müssen die Helden noch ein letztes Abenteuer in Andor überstehen. Der Kampf um Cavern heisst die Bonus-Legende. Sie kann ab sofort kostenlos von der Andor-Webseite heruntergeladen werden. Die Geschichte beginnt mit einem 4-seitigen Comic. Danach sind die Helden auf sich allein gestellt.
Ab September gibt es die Bonus-Legende auch in Spielmaterial-Qualität im Kosmos-Shop zu erwerben oder alternativ auch an der SPIEL in Essen.

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Prosperity – Spielkritik

Eine Nation über mehrere Jahrzehnte in den Wohlstand zu führen, die Infrastruktur im Lot zu halten, die Ökologie ins Positive zu wenden – um nichts Geringeres geht es bei Prosperity. Womit sich viele Politiker äusserst schwer tun, hier kann man sich als Spieler profilieren und glänzen. Wenn Wohlstand nur so einfach zu schaffen wäre…

Prosperity 1Das Regelwerk von Prosperity hat genau auf 2 Seiten Platz. Der Rest beschreibt die einzelnen Spielteile oder den Spielaufbau. Damit ist schon geklärt, dass es sich trotz des durchaus ernsteren Themas um kein spielerisches Schwergewicht handelt. Jeder Spieler führt seine Nation auf dem eigenen Spielertableau. Zusätzlich befindet sich das Forschungstableau in der Tischmitte. Dort liest man den aktuellen Forschungsstand ab und kann sich für die eigene Nation Entwicklungen im Energie- oder Ökologiebereich sichern. Die Technologie verändert sich natürlich ständig. Über 7 Jahrzehnte ziehen die Spieler neue Plättchen und bieten sie für alle zum Verkauf an.

Ein Spieler kann verschiedene Bereiche auf seinem Tableau füllen, allenfalls auch wieder überbauen. Jedes Gebäude hat Auswirkungen auf Energie oder Umwelt, bringt aber auch positive Effekte mit sich: Erfolge in der Forschung, Geld oder Wohlstand. Der Spielablauf ist einfach und immer gleich. Ein Spieler zieht das oberste Technologieplättchen, eine Wertung wird durchgeführt. Jeder Bereich wird in einem Jahrzehnt genau ein Mal gewertet: Energie, Ökologie, Kapital, Forschung oder Wohlstand. Die Wertung hat sofortige Folgen – positive wie negative. Geld wird eingenommen, der Umweltschmutz verringert oder vergrössert sich, die Forschung vorangetrieben.

Prosperity 2Nach dem Ziehen eines neuen Plättchens kann ein Spieler genau 2 Aktionen durchführen. Sie sind beliebig kombinierbar. Man nimmt sich ein Einkommen, saniert seine Umwelt, steigt in der Forschung oder kauft sich ein Plättchen für sein Land. Der Plättchenkauf ist genau geregelt. Je nach eigenem Forschungsstand hat man Zugriff auf bessere Technologien. Alternativ kann man sie auch zu einem höheren Preis einkaufen.
Geübte Spieler merken an dieser Stelle schon: Bei Prosperity wird optimiert – ständig und an jeder Stelle. Braucht man zu viel Energie, muss man sie irgendwo wieder einsparen. Sonst geht das bei einer Wertung ziemlich ins Geld und zu viel Umweltschmutz verhindert den Wohlstand. Prosperity ist sehr gut verzahnt. Dreht man an einer Schraube, wirkt sich das in andere Bereiche aus. Nun muss man nur noch entscheiden, wo man investieren will. Die Wertungen beeinflussen diese Entscheide wesentlich. Schliesslich kann man abschätzen, wann ein einzelner Bereich wieder gewertet wird – im nächsten Jahrzehnt.

Prosperity 3Wenn das letzte Technologieplättchen vom Stapel ist, endet das Spiel. Jeder Bereich bringt noch einmal Wohlstandspunkte. Wer in seinem Land die wohligste Wärme erzeugt, gewinnt.

Für geübte Städtebauer befinden sich auf der Rückseite individuelle Spieltableaus mit unterschiedlichen Startvoraussetzungen. Wer die Technologien einigermassen kennt, findet so eine neue Herausforderung.

Fazit:
Prosperity ist ein thematisch sehr schönes Umweltspiel. Die Regeln sind einfach gehalten, Übersicht benötigt man bei den vielen Technologieplättchen und in den unterschiedlichen Bereichen, in denen gebaut werden kann. Optimieren ist wichtig, oft muss man auch Kompromisse eingehen und Probleme einschränken. Das ist dann auch die grösste Schwierigkeit des Spiels: Die Zusammenhänge zu erkennen und auszuloten. Prosperity funktioniert mit bis zu 4 Spielern. Der Zugang ist mit jeder Spielerzahl anders. 2 Spieler haben eine grössere Auswahl bei den Plättchen, kommen öfter an die Reihe. Mit 4 Spielern muss man sich auf das Wesentliche beschränken. Der eigene Fortschritt wird von den Wertungen mitbestimmt. Damit lässt sich planen. Ein wenig Glück wird beim Ziehen der Plättchen benötigt. Insgesamt ein wirklich ansprechendes Spiel, das in einfachen Grundzügen die extrem verzahnte Thematik verarbeitet. Prosperity spielt sich flott. Es macht Spass, die eigene Nation wachsen zu sehen. Wohlstand ist schnell zu haben, aber gar nicht so einfach zu halten.

Prosperity | Autoren: Reiner Knizia & Sebastian Bleasdale | Verlag: Ystari
Optimierungsspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: ca. 60 Minuten | Ab 13 Jahren | Benötigt: Wohlstand, städteplanerische Weitsicht und Wohlstand | Wiederspielreiz: gross 

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Norderwind – Spielkritik

Norderwind heisst das neue Spiel von Klaus Teuber. Der Name lässt aufhorchen, hat er doch mit Die Siedler von Catan ein grosses Meisterstück geliefert, das ganz viele Spieler ans Spielbrett lockte. Doch Norderwind richtet sich an die ganze Familie. Also stechen wir in See!

Norderwind 1Die Hafenstädte Norderkap, Trutzhavn und Olesand müssen mit Waren und Gold versorgt werden. Sie wurden durch Piraten arg gebeutelt und bitten nun um Hilfe. Jeder Spieler eilt mit einem imposanten Schiff herbei und versucht möglichst viele Aufträge zu erfüllen, um die nötigen Punkte für den Sieg zu ergattern. Die Schiffe sind toll. Auf sein eigenes 3-D-Schiff füllt jeder Spieler während des Spiels Waren, gefangene Piratenkapitäne, Kanonen oder die eigene Crew. SO ist man gerne Kapitän!
Schnell sticht man in See. Unter den 3 Städten liegen Stapel mit Karten. Zu Beginn darf jeder Spieler in seinem Zug bis zu 4 Karten einer Stadt wenden und die jeweiligen Aktionen ausführen. Dort kann man Waren kaufen oder verkaufen, Crewmitglieder anheuern, mehr Segel setzen oder Aufträge erfüllen. 2 Aktionen dürfen durchgeführt werden. Glück hat, wer die richtigen Plättchen erwischt.

Norderwind 2Im Laufe des Spiels kann man durch die Meereskarten Verbesserungen erwirtschaften. Mit mehr Segel lassen sich pro Spielzug weitere Meereskarten wenden. Crewmitglieder bringen Vorteile beim Handel oder im Umgang mit Piraten. Und wer keine 2 Aktionen nutzt, erhält einen Handelsbrief. Mit ihm darf man gewisse Aktionen der Mitspieler mitnutzen. Das erleichtert die Suche nach dem richtigen Plättchen.
Norderwind ist also in gewissem Sinne eine Memoryaufgabe. Man durchforstet die Stapel der 3 Städte und merkt sich, wo man gute Kaufs- und Verkaufsmöglichkeiten findet. Leider werden die Stapel nach jeder Fahrt neu gemischt. Die Reihenfolge ändert sich also laufend.

Norderwind 3Gestört wird der Handelseifer allenfalls durch Ereignisse. Häufig sind es Piraten, selten ein Schatzfund. Gegen Piraten kann man kämpfen, würfelt die fremde und die eigene Stärke aus, und nimmt bei einem Sieg den Piratenkapitän gefangen. Verliert man, endet der eigene Spielzug sofort.
Damit ist das ganze Spielprinzip umschrieben. Wie sichert man sich Siegpunkte? Durch das Erfüllen von Aufträgen, Mehrheiten in den einzelnen Städten, den Einsatz der kompletten Crew oder Aufträgen in allen drei Städten. Nach 8 oder 10 Punkten (je nach Spielerzahl) steht der Gewinner fest.

Fazit:
Norderwind vermag zu Beginn echt zu begeistern. Die tollen Schiffe sind einmalig. Das Spielprinzip mit dem Erforschen der Kartenstapel macht Lust auf mehr… doch irgendwann kommt nicht mehr. Kennt man die Karten in den drei Stapeln – und die sollte man sich merken, um erfolgreich zu sein – kann man gewinnbringend Handel betreiben, um aufzurüsten. Nutzt man anfangs noch die Handelsbriefe, um an den Aktionen der Mitspieler teilzunehmen, verliert das zusehends an Reiz. Irgendwann besitzt man eben alles, erreicht alles selber. Dann zählt nur noch die Geschwindigkeit und das Glück. Bin ich vor den anderen Spielern in der Stadt, damit ich den Auftrag erfüllen kann? Wende ich zufällig die richtigen Karten? Das kann sich gegen Ende des Spiels ganz schön ziehen. Die Siegpunkte muss man sich schwer erarbeiten.
Norderwind funktioniert einwandfrei, flacht aber mit der Zeit deutlich ab. Manchmal segelt man in eine Flaute und sucht verzweifelt den Wind. Das Familienspiel holt seine Punkte mit dem Material und einem guten Ansatz.

Norderwind | Autor: Klaus Teuber | Verlag: Kosmos
Familienspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: ca. 60 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Gutes Gedächtnis in allen Meeren | Wiederspielreiz: ok 

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Indoor Curling – Spielkritik

Ab sofort ist nicht nur im Winter Zeit für Curling. Denn nun gibt es Indoor Curling. Damit trainiert man das ganze Jahr hindurch, auch bei schlechtem Wetter und ohne Eis. Das Spiel in der länglichen Schachtel hat von Anfang bis Ende System – wie Curling eben.

Indoor CurlingIndoor Curling ist ein Geschicklichkeitsspiel. Es ist dem Spiel auf Eis ziemlich genau nachempfunden – nur dass alles einfach eine Nummer kleiner gestaltet ist. Die Spielfläche wird ausgerollt und mit magnetischen Halteleisten befestigt. Auf stolzen 1.20 m kann nun gespielt werden. Die Regeln entsprechen dem Original Curling. Jede Mannschaft hat allerdings nur 4 Spielsteine.
Diese Steine müssen auf dem Spielplan gerollt werden. Eine Kugel im Plastikgehäuse ermöglicht ein reibungsloses Spiel. Ziel ist das Haus, die farbigen Kreise am anderen Ende der Bahn. Wer seine Steine näher ans Zentrum des Hauses bringt, bekommt Punkte gutgeschrieben. Nun beginnt ein taktisches Rollen um die besten Plätze. Abwechselnd werden die Steine gespielt. Mal mit einem gezielten Wurf, mal mit einem Abschuss eines anderen Steines. Spielt man auf Risiko oder lieber auf Sicherheit und setzt einen Stein ins Haus, um am Ende dem Gegner nicht zu viele Punkte zu ermöglichen?

Indoor Curling 2Alle Steine einer Farbe, die näher am Haus liegen, bringen Punkte. So können pro Runde bis zu 4 Punkte gewonnen werden – theoretisch. In der Praxis ist das gar nicht so einfach. Indoor Curling lässt sich wunderbar anpassen, ist flexibel in Bezug auf die Siegpunkte oder die Regeln. Im Expertenspiel zum Beispiel wird, wie auch auf dem Eis üblich, zuerst ein Wächterstein gesetzt. Familien werden wohl mit der einfacheren Variante spielen.

Nach 8 Durchgängen endet eine Partie auf dem Indoor-Eis. Die mitgelieferten Schwämme helfen zwischendurch für eine “Eisreinigung”.

Fazit:
Indoor Curling ist ein lustiges Geschicklichkeitsspiel und simuliert das richtige Curling wirklich gut. Die Steine rollen auf dem Spielfeld und sind stabil gebaut. Sie überstehen auch mal einen Sturz vom Tisch. Mit ein wenig Spielpraxis gelingen sofort spannende Duelle um die besten Steine. Die Curling-Regeln lernt man so nebenbei gleich auch noch mit. Die Umsetzung der Wintersportart auf den Spieltisch ist toll gelungen. Zusammengerollt in der Spielschachtel hat mein Indoor Curling immer dabei. Einfache Regeln, schneller Spielspass – eine klare Empfehlung.

Indoor Curling | Verlag: Kosmos
Geschicklichkeitsspiel für 2-8 Personen | Spieldauer: ca. 20 Minuten | Ab 7 Jahren | Benötigt: Zielgenauigkeit mit Gefühl | Wiederspielreiz: sehr gross

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Polterfass – Spielkritik

Polterfass ist ein originelles Würfelspiel mit einer äusserst thematischen Ausstattung. Die Würfel sind Fässer, gespielt wird auf Bierdeckeln und es wirtet der Wirt. Aber in diesem Gasthaus wird um jedes Bierfass gezockt. Nur wer die Lage am Zapfhahn am besten einschätzt, gewinnt Punkte, ähm Fässer.

PolterfassJeder Gast wird mit Zahlenkarten ausgestattet, mit denen er anzeigt, wie viele Biere er gerne trinken mag. Abwechselnd übernimmt jeder Spieler während einer Runde die Rolles des Wirtes. Das muss kein Nachteil sein. Denn der Wirt ist Herr über alle Fässer. Mit denen würfelt er zuerst eine Runde und setzt eine Vorgabe. Die Würfelfässer sind an den Enden mit Zahlen bestückt. Alle stehenden Fässer muss der Wirt zur Seite legen. Fässer, die liegen, kommen zurück in den Würfelbecher.
Nach der ersten Würfelrunde des Wirtes geben die Gäste ihre Bestellungen auf. Geheim! Sie dürfen bis zu zwei ihrer Zahlenkarten auslegen und fordern so ihre Getränke ein. Nun beginnt die grosse Zockerei. Was macht wohl der Wirt? Wird er weiter würfeln? Für beide Seiten kann ein guter Tipp in jeder Spielrunde einige Punkte bringen.

Die Sicht des Wirtes: Er würfelt eine hohe Punktzahl und überbietet damit die Wünsche der Gäste deutlich. Damit erhält der Wirt die Differenz in (Bier-)Punkten. Oder die Gäste sind zu gierig, wollen zu viel. In diesem Fall bekommt der Wirt die gesamte, gewürfelte Punktzahl.

Die Sicht der Gäste: Reicht die Würfelzahl für alle Gäste, so bekommen alle die gewünschte Punktzahl gutgeschrieben. Wollen die Gäste zu viel bestellen, erhält der gierigste Gast seine Bestellung als Minuspunkte. Dafür erhält der am wenigsten gierige Gast dessen Punkte als Pluspunkte. So wird das Bier blitzschnell über den Tresen geschoben.

Polterfass 2

Wenn kein Fass des Wirtes bei seinem Wurf stehen bleibt, erhalten die Gäste die gewünschte Bestellung. Der Wirt geht leer aus.

Die Rollen werden nach jeder Runde gewechselt. Alle versuchen das Beste aus der gewürfelten Bierfass-Situation herauszuholen und die Mitspieler einzuschätzen. Hat ein Spieler 75 Punkte erreicht, endet die fröhliche Fässer-Tour.

Fazit:
Es ist schon einmal neu, Fässer zu würfeln. Das Material mit den Polterfässern, den Bierdeckeln und dem Würfelbecher verbreitet gleich von Anfang an Stimmung. Polterfass ist viel Zocken und ein wenig Würfeln. Klar kann man mit einem guten Wurf kräftig punkten. Wichtige Punkte kriegt man aber auch, wenn man seine Mitspieler richtig einschätzt. Dabei kommt es nicht nur auf den jeweiligen Wirt an, sondern auch auf die “gierigen” Mitspieler. Nach dem Prinzip “Ich weiss, was du denkst” kann man in jeder Rolle auftrumpfen. Das sorgt immer wieder für Unterhaltung in der Spielrunde. Eine Partie dauert nicht sehr lange, alle Spieler sind am Geschehen beteiligt. Bis zu 6 Spielern können um die Fässer streiten, ab 4 Spielern entfaltet sich Polterfass so richtig gut. Ein kurzweiliger Würfelspass, der mit Bluff, Glück und Menschenkenntnissen gewonnen werden kann. Lasst die Fässer poltern!

Polterfass | Autor: Andreas Schmidt | Verlag: Zoch
Würfelspiel für 3-6 Personen | Spieldauer: ca. 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Fässerglück und Zockerblut | Wiederspielreiz: sehr gross

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