Monster Trick – Spielkritik

Monster Trick ist ein Stichspiel mit Ansage. Auch hier gilt bei Ravensburger der internationale Titel in der Schweiz. In Deutschland ist das Spiel unter dem Namen Stichling erschienen – und hat trotzdem Monster auf den Karten.

Monster Trick 1Für Schweizer Jasser ist Monster Trick wohl nichts spezielles. Es spielt sich wie ein guter Jass mit Stichansage. Der höhere Wert schlägt die tieferen. Mit zwei Kniffen wird aus dem Stichspiel aber eine spannende Angelegenheit.

Kniff Nummer 1: Es wird auf vier Stiche gleichzeitig in der Tischmitte gespielt. Dabei muss man immer die passende Farbe spielen. Optional darf man auch einen neuen Stich eröffnen, solange das möglich ist. Spielt man eine Farbe, die nicht auf dem Tisch liegt, legt man sie auf einen beliebigen Stapel und wirft sie ab. Mit der vierten Karte auf dem Stapel ist ein Stick komplett und wird einkassiert. Mit Spielsteinen ist jederzeit ersichtlich, welcher Spieler in einem der Stiche vorne liegt.

Kniff Nummer 2: Mit Siegpunkte-Kärtchen macht man vor dem Spiel eine verdeckte Ansage, über die Anzahl Stiche, die man machen möchte. Drei Karten mit unterschiedlicher Punktzahl hat man zur Verfügung. Man ordnet sie in beliebiger Reihenfolge und deckt bei jedem Stich das nächste Kärtchen der Reihe auf. Erreicht man vier Stiche, beginnt die Punktereihe wieder von vorne. Nur ohne einen Stich geht man in einer Runde ganz leer aus.

Monster Trick 3

Monster Trick 2Nun entwickelt sich ein abwechslungsreiches Spiel. Will man Stiche bedienen oder lieber blockieren? Besonders spannend wird es, wenn mehrere Spieler mit derselben Strategie ins Rennen gehen. Indem man Karten abwirft, kann man die Stapel füllen. Doch will das der aktuell führende Spieler überhaupt? Gespielt werden insgesamt drei Runden mit steigenden Punktmöglichkeiten. Mit seinen 12 Handkarten versucht man, die angesagten Stiche auch zu erreichen, damit man die volle Punktzahl erhält.
Monster Trick passt sich an die Spielerzahl an. Je nachdem sind einer Partie mehr oder weniger Karten im Spiel. Je mehr Spieler dabei sind, desto unberechenbarer wird Monster Trick. Das macht aber auch den Spielspass aus.
Wer nach drei Runden am meisten Punkte eingefahren hat, gewinnt.

Fazit:
Monster Trick ist im Grundsatz ein normales Stichspiel. Mit vier gleichzeitig bedienten Stichen und den stillen Stichansagen kann das Spiel aber punkten. Durch die Kartenverteilung spielt das Glück zwar kräftig mit. Doch wichtig ist, was man aus dem eigenen Blatt macht. Wer seinen Mitspielern dabei auf die Finger schaut, kann ihnen auch Stiche aufzwingen oder blockieren. Dadurch gehen wichtige Punkte verloren. Monster Trick ist ein unterhaltsames Stichspiel mit bekanntem Hintergrund, aber gleich auf vier Schauplätzen. Zu zweit wird das Spiel taktischer, mit mehreren Spielern und erschwerter Planung erhöht sich die Schadenfreude. Ein kurzweiliges Spiel für die ganze Familie.

Monster Trick (Stichling) | Autor: Ralf zur Linde | Verlag: Ravensburger
Kartenspiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 30-40 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Stichhaltigen Blick in die Kristallkartenkugel | Wiederspielreiz: gross

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Smiley Action – Spielkritik

Smiley Action – ein Kartenspiel aus der Dose. Klein und robust ist die Verpackung, temporeich ist das Spiel, das sich darin verbirgt. Mit derart vielen Smileys auf dem Spieltisch dreht sich der Kopf schon vor der ersten Partie. Action!

Smiley Action 1Die 52 Smiley-Karten sind doppelseitig bedruckt. Während sich auf der einen Seite sehr viele Smileys tummeln, die ganz unterschiedliche Fratzen schneiden, geht es auf der Rückseite der Karten ruhiger zu und her. Im Ampelsystem sieht man nur wenige der Gesichter – entweder im roten oder grünen Bereich.
Sämtliche Karten werden auf dem Tisch verteilt, mit der wusligen Seite nach oben. Was für ein Anblick! Smileys, so weit das Auge reicht. Wer soll da den Überblick behalten? Klar doch, die Spieler. Denn eine Karte wird umgedreht und bietet die Vorgabe an. Blitzschnell sollen sich die Spieler eine Karte schnappen, auf der alle Smileys vom grünen Bereich abgebildet sind. Und weil das viel zu einfach wäre, darf auf keinen Fall ein Smiley des roten Bereichs sichtbar sein.

Smiley Action 2

Für jedes gestellte Spielproblem gibt es mehrere Lösungen. Wer sich zuerst eine passende Karte schnappt, wird kontrolliert und darf sie im Erfolgsfall behalten. Stimmen die Smileys nicht überein, muss man zur Strafe eine bereits gewonnene Karte zurücklegen.

Wer sich in diesem Tempospiel die meisten Karten erspielt, gewinnt.

Fazit:
Smiley Action ist eines der einfachen, kurzen Dosenspiele von Game Factory. Das Tempospiel eignet sich gut für zwischendurch. Zu einfach? Sind am Anfang sämtliche Smiley-Karten auf dem Tisch, wird das Dilemma schnell klar. Der Kopf dreht sich schon beim blossen Hingucken. Wer aus den unterschiedlichen Gesichtern auch noch auf Tempo die passenden suchen oder eben liegen lassen muss, schnappt sich die Karten manchmal wie im Rausch. Wer gerne schnelle Spiele mag, wird mit Smiley Action eine kurzweilige Herausforderung finden. Es kann auch mal hart zu und her gehen, beim Schnappen der Karten. Ruhige Spielgemüter sollten die Finger von Smiley Action lassen.

Smiley Action | Autor: Martin Nedergaard Andersen | Verlag: Game Factory
Tempospiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Typische Gesichtsmerkmale im Überblick | Wiederspielreiz: gross

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Scotland Yard Junior – Spielkritik

Die Jagd nach Mister X ist wohl einer der Spielklassiker, die Junior-Ausgabe tritt nun ganz sanft in die Fussstapfen des bekannten Vorgängers. Bei Scotland Yard Junior jagt man Mister X durch London – ein Kinderspiel.

Scotland Yard Junior 1Wer den Klassiker bereits kennt, wird einige bekannte Elemente wiederfinden. Der Stadtplan von London wurde kindgerecht verkleinert, einige Strassen weggelassen. Der Grundgedanke mit den unterschiedlichen Verkehrsmitteln und den Tickets bleibt bestehen. Jeder Spieler hält aber immer einen Satz Tickets in den Händen. Die Wahl der Verkehrsmittel ist uneingeschränkt. U-Bahn, Bus, Taxi oder Boot dürfen benutzt werden, wenn der jeweilige Ort auf der Karte mit der entsprechenden Linienfarbe eingezeichnet ist.
Scotland Yard Junior ist ein Ratespiel auf engstem Spielraum. Mister X, natürlich mit dem bewährten Sichtschirm, bewegt sich jederzeit sichtbar durch London. Geheim wählt er ein Verkehrsmittel aus, mit dem er sich in seinem nächsten Spielzug bewegen möchte. Auch ein Stillstand ist möglich. Das benötigte Ticket (oder eben keines) nimmt Mister X in seine Hand und behält seine Wahl vorerst für sich. Danach beraten sich die Detektive. Sie ziehen ihre Spielfiguren auf dem Plan ebenfalls mit einem passenden Verkehrsmittel weiter. Ziel ist es, Mister X in die Enge zu treiben oder gar zu erwischen. Ob das gelingt, sieht man gleich anschliessend. Dann muss Mister X Farbe bekennen und seinen Weg bekanntgeben.

Scotland Yard Junior 2

Nach jedem Spielzug werden Erfolgs-Chips verteilt. Mister X erhält einen Chip, wenn er sich auf einer Station ohne Detektiv befindet. Die Detektive erhalten einen Chip, wenn sie Mister X richtig eingeschätzt und gefangen haben. Die Erfolgs-Chips bestimmen auch das Spielende. Drei Mal muss Mister X erwischt werden, damit die Detektive gewinnen. Kann Mister X neun Mal erfolgreich flüchten, gewinnt er die Partie.

Scotland Yard Junior kann mit bis zu vier Spielern gespielt werden. Es sind immer zwei Detektive unterwegs, zu zweit spielt man gleich mit zwei von ihnen. Im Spiel zu viert spielt auch ein Komplize von Mister X mit und es genügt schon, wenn einer der Gauner geschnappt wird.

Fazit:
Scotland Yard Junior ist tatsächlich ein arg reduziertes Scotland Yard. Das Spiel ist absolut kindgerecht und schnell verständlich. Das Spielprinzip beruht auf dem Erraten, was der Gegenspieler macht. Auf dem engen Spielplan kommt jede Rolle früher oder später zu kleinen oder grösseren Erfolgen. Mit den Sichtschirmen herrscht schnell das bewährte Scotland Yard-Feeling. Kinder möchten vor allem die Mütze tragen und Mister X spielen. Der Spielspass hält bei Scotland Yard Junior einige Runden an, doch irgendwann verliert sich der Reiz der Raterei ein wenig. Den totalen Nervenkitzel erlebt man eben nur beim Klassiker selbst. Scotland Yard Junior ist für Spieleinsteiger ab 6 Jahren gut geeignet, im Wissen, dass es im späteren Spielerleben aber gerne etwas mehr sein darf.

Scotland Yard | Autor: Michael Schacht | Verlag: Ravensburger
Verfolgungsjagd für 2-4 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Rateglück in Londons Strassen | Wiederspielreiz: Bei der Zielgruppe gross

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Die Legenden von Andor: Roman erscheint im Oktober

Bisher sind zwei grosse Teile des Brettspiels Die Legenden von Andor erschienen. Die Helden haben das grosse Finale ihrer Reise noch vor sich. Was würde sich da wohl besser eignen, als die Wartezeit auf den dritten Teil der Geschichte mit einem Roman zu überbrücken. Im Oktober erscheint „Die Legenden von Andor – Das Lied des Königs“ im Handel. Die Geschichte der Helden in schriftlicher Form, natürlich unterstützt durch viele Zeichnungen von Michael Menzel.

Andor-Roman

Autorin Stefanie Schmitt erzählt im Roman, wie die Helden zu Helden wurden. Gemeinsam mit ihrem Mann, Michael Menzel, hat sie schon die Story zu den erfolgreichen Brettspielen entwickelt.
Da „Die Legenden von Andor – Das Lied des Königs“ auch gleichzeitig als Hörbuch erscheint, kann man nun bereits eine Hörprobe der Geschichte geniessen. Rund 20 Minuten des Romans sind auf der Webseite des Buches zu finden.
Dem Roman wird übrigens eine exklusive Mini-Erweiterung zum Spiel beiliegen, womit sich der Kreis wieder schliesst.

Ebenfalls im Herbst erscheint ein kooperatives 2-Personen-Kartenspiel zur Andor-Reihe: „Die Legenden von Andor – Chada und Thorn“ ist von Gerhard Hecht. Auch darauf darf man gespannt sein.

» Zur Hörprobe von „Die Legenden von Andor – Das Lied des Königs“

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Cacao – Spielkritik

Cacao ist ein richtiges Legespiel, bei dem sich die Plättchen im Schachbrett-Muster auf dem Tisch vermehren. Wer seine Arbeiter gut einsetzt und ihnen schön Arbeit zuteilt, wird am Ende der erfolgreichste Händler sein.

Cacao 1Legespiele gibt es nun doch schon einige. Cacao unterscheidet sich darin, dass die Aktions- und die Arbeiterplättchen in regelmässigem Muster auf den Tisch gelegt werden. Aus jeweils drei Arbeiterplättchen entscheidet der Spieler, welche seiner Mitarbeiter zum Einsatz kommen. Auf jedem Plättchen befinden sich zwar 4 Arbeiter, doch sie sind ganz verschieden auf die Plättchenseiten verteilt. Legt man nun ein Arbeiterplättchen an ein Aktionsfeld, aktiviert man es. Jeder angrenzende Arbeiter löst die entsprechende Aktion ein Mal aus.
Das Spielfeld in der Tischmitte wächst kontinuierlich. Neue Aktionsfelder erscheinen im Spiel, sobald zwei Seiten belegt sind. Jeweils zwei Aktionsfelder liegen in der offenen Auslage. Damit hat man auch bei diesen Plättchen ein kleine Auswahl zu treffen.

Cacao 3Ein Spielzug ist schnell erklärt: Ein Arbeiterplättchen wird eingesetzt, falls nötig mit neuen Aktionsfeldern ergänzt, danach führt man die Aktionen aus. Die Aktionen gelten übrigens für jeden Mitspieler, den sie betreffen. Oft legt man nämlich seine Arbeiter auf gut Glück ins Leere. Erst später erscheinen auf freien Arbeiterseiten die Aktionsplättchen. Dann entscheidet sich zwar ein Mitspieler für das Plättchen, die jeweilige Aktion darf trotzdem genutzt werden. Also immer schön achtsam bleiben, was man anderen zuführt.
Das Einsetzen der Arbeiter ist zwar wichtig, doch erst mit den unterschiedlichen Aktionen kommt man zu Geld. Man erntet Kakao, verkauft ihn auf dem Markt, erweitert seine Wasserfelder, baut Tempel und Sonnenkultstätten oder schürft einfach Gold. Alles treibt das Spiel voran und das Einkommen in die Höhe. Worauf man gerade setzt, hängt ein wenig vom Erscheinen der Aktionsplättchen ab.
Besonders erwähnenswert sind noch die Sonnenkultstätten. Dort gewinnt man Sonnensteine, die man gegen Ende des Spiels einsetzen kann, um bereits gelegte, eigene Arbeiterplättchen mit einem neuen zu bedecken. Das kann kurz vor Schluss entscheidend sein.

Cacao 2

Sind alle Arbeiterplättchen gelegt, entscheidet das Geld. Neben direktem Einkommen, gibt es mit den Tempeln auch noch Mehrheitenplättchen, die erst ganz am Schluss abgerechnet werden. Der reichste Händler gewinnt.

Fazit:
Cacao ist ein kurzweiliges Legespiel, bei dem man auch profitiert, wenn andere am Zug sind. Das Ziehen der Plättchen ist immer vom Glück begleitet, doch es gibt keine ausweglosen Situationen. Irgendwie macht man alles zu Geld, manchmal braucht man einfach ein wenig Geduld. Eine weitere Erkenntnis: Es ist schwierig, im Cacao-Urwald auf jeder Hochzeit zu tanzen. Man sollte seine Arbeiter klug einsetzen und gewisse Ziele anpeilen. Die sind jedoch, auf Grund des immer wechselnden Spielverlaufs, in jeder Partie anders. Cacao ist ein Spiel mit geringer Einstiegshürde, aber doch einer gewissen Spieltiefe. Eine Partie Cacao geht in jeder Spielrunde, mit jeder Spielerzahl. Nach nun schon zahlreichen Spielrunden Cacao vermisst man aber ein wenig die Abwechslung. Die ist mit einer Erweiterung bereits angekündigt. Fortsetzung folgt…

Cacao | Autor: Phil Walker-Harding | Verlag: Abacusspiele
Legespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30-45 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Am Ende einfach Geld | Wiederspielreiz: gross

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