Divinare – Spielkritik

Divinare, der grosse Wettbewerb der Hellseher steht bei diesem Kartenspiel kurz bevor. Soll es die Kristallkugel sein? Ist das Lesen aus der Hand deine Spezialität? Oder wühlst du doch lieber im Kaffeesatz? Bei Divinare braucht es auf jeden Fall ein wenig Magie, ausser man beherrscht sein Handwerk wirklich gut.

Ein wenig düster sieht die Spielschachtel von Divinare aus. Aber die schummrige Atmosphäre des Hellseherwettkampfs kommt einem beim Öffnen der Schachtel förmlich entgegen. Wir befinden uns schon im Finale der Meisterschaften. Unter den Finalisten ein indischer Guru, eine Handleserin, ein englischer Lord und… ein Betrüger, der für die Zeitung arbeitet. Sie spielen alle um das grosse Preisgeld, das dem Sieger winkt.
Der Wettkampf ist dabei so einfach wie logisch. Da ja (fast) alle über genügend Talent verfügen, sollen die Finalisten die Anzahl der Karten, die sich im Spiel befinden, vorhersagen.

Es gibt 4 verschiedene Kartentypen bei Divinare. Handlese-, Kristallkugel-, Kaffeesatzlesen- und Astrologiekarten sind jedoch in unterschiedlicher Anzahl vorhanden. Und in einer Spielrunde sind nie alle Karten im Einsatz.
Die Spieler erhalten Handkarten, die sie sich kurz anschauen können. Und bevor man seinen ersten Zug machen kann, muss man bereits die Hälfte seiner Karten an einen Mitspieler weitergeben. Erst jetzt wird gespielt. Man legt eine Karte an das passende Spielbrett in der Tischmitte. Dann – Konzentration bitte – macht man seine grosse Voraussage. Wie viele Karten dieser Art liegen wohl am Spielende auf dem Tisch? Mit einem Marker legt man seine Prophezeiung mit der hoffentlich richtigen Anzahl auf das Spielbrett. So werden reihum Karten und Marker gelegt. Nach jeder abgelegten Karte trifft man seine Schätzung oder muss sie korrigieren, wenn schon ein eigener Marker auf dem jeweiligen Spielbrett liegt. Auf jedem Zahlenfeld darf zudem nur ein Marker liegen. Geschicktes Planen ist also Pflicht, sonst sind gegnerische Wahrsager vielleicht schneller.

Zwischendurch werden, je nach Anzahl der Mitspieler, noch einige Male Karten weitergegeben. Das hat verschiedene Vorteile: Mit der Zeit kennt man ziemlich viele Karten, die im Umlauf sind. Oder man kann ganz geschickt Karten verwerfen, die man nicht mehr will. Das funktioniert gut – hätten nicht die Mitspieler auch den 7. Sinn.

Wenn alle Karten auf dem Tisch liegen, werden Punkte verteilt. Bei einer exakten Vorhersage erhält man drei Punkte. Liegt man knapp daneben, bringt das noch einen Punkt. Bei einer totalen Fehlprophezeiung (unerklärlich!) gibt es Minuspunkte. Einige Felder enthalten noch einen Bonus, dort zählt jede Wertung doppelt oder gar dreifach. Nach vier gespielten Runden steht der Sieger nach Punkten fest.

Fazit:
Divinare verbreitet schon beim Öffnen der Schachtel eine übernatürliche Atmosphäre. Das Spiel selber besteht aus Bluff, Taktik und geschicktem Kartenmanagement. Mit jeder Karte nehmen die hellseherischen Kräfte zu, schliesslich kennt man immer mehr Karten im Spiel. Kann man noch reagieren und den Marker richtig setzen? In der Vollbesetzung ist der Kampf um die richtigen Plätze für die Marker am grössten. Wo lohnt es sich, noch ein wenig abzuwarten? Der eher einfache Mechanismus lässt doch ein taktisches Spiel mit einem gewissen Ärgerfaktor zu. Auf jeden Fall macht Divinare viel Spass. Und den Gewinner sollten ja alle Spieler schon vorhersehen.

Divinare | Autor: Brett J. Gilbert | Verlag: Asmodee
Spiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Benötigt: Weitsicht, Durchblick, Magie und ganz viel Kaffeesatz | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Swissgames und Asmodée für ein Rezensionsexemplar von Divinare!

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