Scotland Yard Swiss Edition – Spielkritik

Scotland Yard wurde 1983 zum Spiel des Jahres gewählt. Ist das lange her. Nun ist Mr. X aber wieder unterwegs – und zwar in der Scotland Yard Swiss Edition. Nach London wird er nun kreuz und quer durch die Schweiz gejagt. Damit wird das Spiel mit einigen Änderungen wieder neu belebt.

Gespielt wird natürlich auf der Schweizer Karte und auch die Transportmittel wurden dementsprechend angepasst. Flugzeug, Bahn und Postauto (Bus) können nun benutzt werden. Die Aufgabe bleibt immer noch dieselbe. Detektive sollen Mr. X bis Spielende fassen. Das können sie, indem sie auf dem gleichen Spielfeld stehen wie der Räuber. Anhaltspunkte erhalten die Detektive nur durch die Fahrtickets, die Mr. X auf seiner Flucht löst. Die muss er nämlich nach wie vor fein säuberlich auflisten, damit die Detektive ihre Schlüsse daraus ziehen können.

Zuerst werden also die Rollen verteilt und alle Spieler erhalten ihre Starttickets. Die Startpositionen werden ausgelost. Beginnend bei Mr. X ziehen alle Spieler mit den Verkehrsmitteln auf dem Spielplan vorwärts.

Nach 3,8,13,18 und 24 Spielzügen zeigt sich Mr. X kurz. Nach diesen Runden wird es meistens eng. Doch Mr. X verfügt über Extra-Tickets. So kann er mit dem Black Ticket ein beliebiges Verkehrsmittel benutzen ohne Spuren zu hinterlassen. Zudem hat er noch Doppelzugtickets und zieht gleich zwei Mal nacheinander.
Die Detektive haben nur einen begrenzten Satz Tickets zur Verfügung. Alle eingesetzten Tickets erhält Mr. X, der sie ab sofort wieder einsetzen darf.

Das ist alles bekannt. Was ist neu an der Swiss Edition? Bei 2 oder 3 Detektiven stehen den Spielern als zusätzliche Figuren Polizisten zur Seite. Polizisten können ohne Tickets das ganze Spiel hindurch sämtliche Verkehrsmittel nutzen. Die Detektive ziehen die Polizisten nach Absprache, sie dürfen sich also beraten.
Nach 8,13 und 18 Spielzügen werden Durchgangssperren errichtet. Mr. X darf diese Orte dann nicht mehr passieren, die Verfolger schon.
Auf der Karte sind Skigebiete eingezeichnet. Landet Mr. X dort, so darf er sich ein neues Doppelzugticket aus dem Vorrat nehmen.

Mit diesen Neuerungen gewinnt das Spiel an Spannung. Die Detektive gewinnen, wenn sie Mr. X fangen oder er sich nicht mehr bewegen kann, weil ihm die nötigen Tickets fehlen.
Mr. X gewinnt das Spiel, wenn er bis zum 22. Zug untertauchen kann oder den Detektiven die nötigen Tickets ausgehen.

Fazit:
Scotland Yard Swiss Edition kann die Originalversion nicht ganz vergessen machen. Zu gut und spannend war das Spiel zur damaligen Zeit, legendär der Londoner Stadtplan. Mit den erwähnten Neuerungen wurde Scotland Yard Swiss Edition aber erfolgreich wiederbelebt – im Grundsatz gleich, aber trotzdem anders. SBB, Swiss und PostAuto Schweiz tragen ihren Teil dazu bei und bringen echte Swissness ins Spiel. So bleibt das Spiel spannend bis zum Schluss und braucht von allen Spielern die volle Aufmerksamkeit, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Mit Scotland Yard Swiss Edition erhält man ein tolles Spiel für die ganze Familie.

Scotland Yard Swiss Edition | Autor: Projekt Team III | Verlag: Ravensburger
Brettspiel für 2-6 Personen | Spieldauer: ca. 60 Minuten | Benötigt: Verkehrstaktischen Spürsinn in der Schweiz | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carlit + Ravensburger AG Schweiz für ein Rezensionsexemplar von Scotland Yard Swiss Edition!

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8 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe das Spiel gerade bekommen und finde es sehr gut, nicht so gut wie das original aber doch spannend und lustig

    • @ Dario: An das Original ist natürlich schwer ranzukommen, aber die kleinen Veränderungen mit dem Schweizer Spielplan, lassen Scotland Yard doch wieder aufleben.

  2. Dieses Spiel ist der absolute Reinfall! In meinen Augen ist es nicht zu Ende gedacht. Ich behaupte, dass es schlicht nicht möglich ist, Mr. X jemals zu fangen, aus folgenden Gründen:

    – Mister X hat nahezu uneingeschränkte Bewegungsfreiheit, da er alle Tickets von den Detektiven erhält. Je mehr Detektive mitspielen, desto unwahrscheinlicher die Einschränkung der Bewegungsfreiheit
    – Strassensperren sind reine Alibi-Übungen. Neuralgische Punkte bleiben frei, die gesperrten Punkte sind für die Bewegungsfreiheit irrelevant
    – Da Mister X sich nur genau 5 Mal zeigen muss, bleiben schlicht zu viele Möglichkeiten, wo er denn nun stecken könnte. Es wäre reiner Zufall, sollte ein Polizist oder Detektiv mal an auch nur in die Nähe von Mister X kommen
    – Wir haben das Spiel versucht in zwei abgewandelten Varianten zu spielen und in keinen war es möglich Mister X zu fangen:
    – Variante 1: Mister X muss sich bei jedem Zug zeigen….
    – Variante 2: Es werden 4 Detektive und 2 Polizisten eingesetzt und die Spielfigur von Mister X durch etwas anderes ersetzt

    Fazit: Das Spiel ist sehr schlecht konzipiert. Das Original kenne ich nicht. Und die Anleitung ist zum Teil unlogisch. Zum Beispiel endet das Spiel gemäss Anleitung nach dem 22. Spielzug, obwohl es 24 Kästchen hat, um die Spielzüge von Mister X abzubilden.

    Schade um’s Geld. Aber die Grundidee wäre sicher sehr interessant, wenn man es richtig umsetzen würde.

    • @ Christian: Das ist schade, dass dir das Spiel nicht gefällt! Scotland Yard war 1983 Spiel des Jahres. Bei der Schweizer Version hat sich nicht viel verändert. Die wenigen Neuerungen bringen eigentlich nur den Detektiven Vorteile, die mit der Polizei auch Sperren errichten können.
      Das Spiel lebt aber natürlich von Mutmassungen. Wo ist Mr X? Welchen Weg hat er genommen? Dazu gehört auch ein wenig Glück. Und da kann ich nachvollziehen, dass das nicht jedermanns Sache ist.

      Mit dem System “Einer gegen Alle” hat das Spiel damals gepunktet und bis heute seine Fangemeinde. So lange halten sich nur wenige Spiele im Geschäft.

      Die 24 Kästchen sind für die Doppelzüge gedacht, die Mr. X ja während des Spiels machen kann.

  3. Wir haben das Spiel vor ein paar Wochen gekauft und sind sehr begeistert davon.

    Im Gegensatz zur Originalversion kann die neue Version auch zu zweit gespielt werden (zu zweit spielt eine Person Mr. X, die zweite Person spielt zwei Detektive und zwei Polizisten). bisher ist es uns immer gelungen Mr. X zu fangen, auch wenn es manchmal ganz schön knapp wird. natürlich geht es nicht ohne strategisches Denken und ein bisschen Glück, wenn man sich zwischen zwei Wegen entscheiden muss. das gilt sowohl für Mr. X wie auch für die Verfolger. wer nicht gerne strategische Spiele spielt, für den ist es wohl nicht das Richtige.

    Wer das Original schon gerne gespielt hat mit einer größeren Gruppe, dem bietet die Swiss Edition nun auch die Möglichkeit im kleineren Kreis zu spielen, mit einer reellen Chance Mr. X trotzdem zu fangen!

  4. Mein Freudin hat dieses Spiel gekauft und alle Stücke weggenommen. Wann wir spielen wollten, haben wir bemerkt dass sie die Durchgangssperren A vergass. Nur die 172 war noch in der Kiste. Können Sie bitte die andere Nummer für diese Durchgangssperren A geben.
    Danke

    • Hallo Adrien
      Da ich zwar Spiele rezensiere, aber keine Spiele sammle, hat Scotland Yard Swiss Edition bereits den Weg in eine regionale Ludothek genommen. Ich habe das Spiel nicht mehr bei mir. Der Verlag (Ravensburger) kann dir aber sicher weiterhelfen und dir die fehlenden Zahlen liefern. Wende dich doch an Ravensburger, der Service dort ist toll.

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