Glen More 2

Glen More ist 2010 beim Verlag alea erschienen und hat als Strategiespiel um Macht und Einfluss der Clans in Schottland überzeugt. Nun soll eine Fortsetzung des Spiels erscheinen, bei einem neu gegründeten Verlag, aber mit demselben Autor.

Glen More 2: Chronicles

Matthias Cramer wird auch für Glen More II: Chronicles verantwortlich sein. Anfang 2019 soll die Kampagne zum Spiel auf Kickstarter lanciert werden.
Funtails heisst der neu gegründete Verlag für die Veröffentlichung von Glen More II. Auf dem Blog der Verlagsseite können Interessierte das Projekt nun ein wenig begleiten. In den kommenden Wochen veröffentlicht der Verlag Geschichten rund um die Entwicklung des Spiels.

Nach dem hervorragenden 1. Teil des Spiels darf man auf die Fortsetzung wirklich gespannt sein.

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Rock the Bock – Spielkritik

Die Tickets für das Musikfestival sind begrenzt, nur noch wenige Plätze frei. Beim Kartenspiel Rock the Bock versucht man, seine Tiere noch aufs Festival zu bringen. Dabei nutzt man alle zur Verfügung stehenden Tricks.

Rock the BockDie Tierillustrationen und die thematische Abwandlung ins Tierreich erinnern an das Zoch-Spiel Beasty-Bar. Dort standen die Tiere vor dem Club Schlange, heute möchten sie aufs Festival. Jeder Spieler versucht, seine Tiere Runde für Runde unterzubringen. Das ist nicht ganz einfach, denn die freien Ticketkapazitäten wechseln ständig und sind begrenzt.
Aus seinen Handkarten wählt jeder Spieler in der ersten Runde ein Tier, das er aufs Festival schicken möchte. In einer verdeckten Ansage stellt man Anspruch auf eine Anzahl von Tickets (zwischen 1 und 7). Auf der aktuellen Platzkarte ist ersichtlich, wie viele Tickets überhaupt noch zu haben sind. Es beginnt bereits ein kribbeliges Spekulieren: Auf welche Karten haben die anderen Spieler ein Auge geworfen? Übersteigt die Nachfrage das Angebot?
Dazu werfen wir mal kurz einen Blick auf die Auswertung am Ende. Wollen zu viele Schweine Tickets haben, fliegt das Schwein mit dem grössten Anspruch aus der Wertung und muss zurück auf die Hand. Das geschieht so oft, bis die Nachfrage erfüllt werden kann. Nach der Korrektur, gewinnt der höchste Kartenwert die volle Punktzahl, der zweitgrösste (egal, um welche Zahl es sich handelt) holt sich zwei Punkte. Alle weiteren Spieler gehen leer aus.

Rock the Bock

Mit dem Ziel vor Augen legt man in Runde 2 noch einmal zwei seiner Handkarten aus. Nun darf man, neben weiteren Tierkarten, auch Sonderkarten spielen. Mit ihnen manipuliert man am vermeintlichen Ergebnis herum. Mit der Schwarzmarktkarte erhöht man die Ticketzahl um 5. Spielt man sie in einer Kombi mit einem Tier, betrifft es die gespielte Tierart. Spielt man sie mit einem Klohäuschen, erhöht man die Ticketzahl der in Runde 1 ausgespielten Tierart. Womit wir beim Klohäuschen angelangt wären: Es ist ein Lückenfüller, allerdings ein wichtiger. Das Klohäuschen verweist immer auf Tiere in Runde 1. So kann man Entscheidungen von früher nachträglich manipulieren. Der VIP-Ausweis macht aus normalen Tieren VIP’s. Es gibt nämlich auch einen Markt für VIP-Tickets, der genutzt werden soll. Bei Rock the Bock ist nichts so, wie es ursprünglich scheint.

Rock the Bock

Es entsteht ein munteres Feilschen um die Festival-Tickets. Gespielt werden mehrere Runden, bis ein Spieler weniger als drei Tierkarten auf der Hand hat. Man notiert die Punktzahl aller Festivalteilnehmer. Nach drei Wertungen steht der Sieger fest.

Fazit

Rock the Bock ist ein trickreiches Feilschen um die Zahl der Festivaltickets. Dabei sind die Handkarten ebenso entscheidend, wie das aktuelle Angebot an Tickets, das nach jeder Runde wechselt. Haben die Pferde mal 6 Tickets zur Verfügung, können es in der nächsten Runde auch 0 sein. Jeder möchte möglichst nahe an die Ticketgrenze rücken, ohne zu überbieten. Hinzu kommen die Störfeuer der Mitspieler. Durch fieses Ausspielen zusätzlicher Tiere, kann man anderen die Suppe versalzen und das Fass zum Überlaufen bringen. Mit Schwarzmarkt oder VIP’s weicht man Manövern aus. Was machen die Mitspieler? Spielt man Risiko oder wählt man den sicheren Weg? Jeder möchte gerne in die Punkteränge kommen. Rock the Bock ist ein kleines Zockerspiel mit einfachen Regeln, bei dem man auch mal Rückschläge einstecken muss. Am meisten Spass macht es mit 5 oder 6 Spielern, wenn es so richtig rund läuft auf dem Ticketmarkt.

Rock the Bock | Autor: Christwart Conrad | Verlag: Zoch
Kartenspiel für 3-6 Personen | Spieldauer: 20-30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Bock auf ein überfülltes Festival | Wiederspielreiz: gross

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UKENIKE – Kickstarter-Kampagne aus der Schweiz

Ein 360° drehbares Spielbrett, gleitende Spielsteine und elastische Banden – wir reden hier von UKENIKE, ein Schweizer Produkt aus den Bündner Bergen. Denn dort, wo die Luft noch rein ist, findet man die besten Ideen. Das Spiel kann nun auf Kickstarter finanziert werden. Schon nach wenigen Tagen hat UKENIKE sein Ziel erreicht und wird schon bald produziert.

UKENIKE

UKENIKE ist ein Begriff, der von der vierten Schweizer Landessprache, dem Rätoromanischen, abgewandelt ist und bedeutet „Entweder oder“.
Entweder Geschicklichkeit oder Strategie. Entweder Zufall oder Können. Entweder einfach oder komplex.
Hinter den Entscheidungsfragen findet man fünf Spiele für zwei bis vier Spieler. Das Spielbrett ist flexibel, der Boden kann ausgetauscht werden – je nach Wahl der Spieler.

Das Spielkonzept ähnelt sich bei den meisten Spielen: Ein Spielstein wird via Bande ins Feld geschnippt, um andere Steine zu treffen oder Zielfelder zu erreichen. Würfel wirken in irgendeiner Form bestimmend auf den Ablauf ein.
Das Spielfeld lässt sich 360° drehen, um die beste Schussposition zu gewährleisten.

UKENIKE

Mit 5 Spielen startet UKENIKE, das Spielbrett ist aber flexibel und könnte durch weitere Spielformen problemlos erweitert werden. Nun soll erst einmal eine Kleinserie von UKENIKE produziert werden, das ist das Ziel der Crowdfounding-Kampagne auf Kickstarter. Wer weiss, wohin der Weg noch führt? Das Spiel macht einen sehr guten Eindruck, ist vielseitig einsetzbar mit Spielen für die ganze Familie. Die Bündner Bergluft hat ihren Beitrag geleistet zu einer tollen Idee und einer gelungenen und hochwertigen Umsetzung.
Die Schweizer Erfinder freuen sich auf Unterstützung aus der ganzen Welt.
Update: UKENIKE ist bereits finanziert, kann aber noch bis am 6. November 2018 erworben werden.

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FusionPlay – Heroes – Spielkritik

Das Beispiel FusionPlay – Heroes zeigt: Eine misslungene Kickstarter-Kampagne muss nicht das Ende eines Spiels bedeuten. Wie Phönix aus der Asche ist das App-gesteuerte Kartenspiel auf dem Markt erschienen und hinterlässt einen tollen Eindruck. Die Helden sind da!

FusionPlay - HeroesDie Spielidee, die hinter FusionPlay Heroes steckt, ist einfach und durchdacht. Sämtliche Spielkarten mit den Helden sind mit einem NFC-Chip ausgerüstet. Damit kommunizieren die Karten mit dem Smartphone, sobald man sie unter das Gerät schiebt. Die Reaktion liest man auf dem Bildschirm ab. Die App berechnet, was geschieht und lässt die Helden wachsen oder eingehen. Im Grunde genommen ist FusionPlay – Heroes ein Kartenduell. Die Spieler wählen einen Helden und loggen ihn ein. Aktuell stehen 4 Helden zur Verfügung. Sie besitzen eigene Stärken und Vorlieben im Kampf, die sie natürlich einsetzen möchten.
Aus 7 Heldenkarten wählen die Spieler Runde für Runde die hoffentlich passende aus und schieben sie verdeckt unter das Smartphone. So weiss der Gegner nicht, mit welchem Spielzug man punkten möchte. Das Spielprinzip ist also sehr einfach gehalten. Eine Partie kann man ohne grosse Regelkenntnisse starten. Um die Reaktionen der Karten und ihre Wirkung aufeinander zu verstehen, benötigt man trotzdem ein wenig Spielerfahrung.

FusionPlay - Heroes

Nur wenn man die Fähigkeiten seines Helden in einer guten Balance hält, bestehen Erfolgschancen. Am wichtigsten ist wohl die Gesundheit des Helden. Sinkt sie auf Null, ist die Partie verloren. Die Energie bestimmt die Aktionsmöglichkeiten. Jede Karte benötigt eine gewisse Anzahl an Energie. Kann der Held die geforderte Energie nicht mehr aufbringen, geht der Schlag ins Leere. Die Geschicklichkeit eines Helden hat Auswirkungen auf die Effizienz eines Treffers. Auch die physische und die mentale Stärke sind für einzelne Aktionen wichtig. Die App verarbeitet in jeder Runde Aktion und Reaktion der beiden Helden, was automatisch zu einer Veränderung der Kampfeigenschaften führt, bis hin zum K.O.

FusionPlay - Heroes

Die Helden verfügen auch über Abwehrmechanismen und können wieder an Energie zulegen. Welche Fähigkeiten gerade nötig sind, müssen die Spieler selber herausfinden. Spielt man gewisse Karten in einer Reihenfolge, löst man eine Combo aus. Das kann verheerende Folgen haben. Ahnt der Gegner etwas vom bevorstehenden Schlag, kann er auch eine Combo abwehren und der vermeintlich gute Angriff strahlt zurück.

Gespielt wird so lange, bis einer der Helden keiner mehr ist. Die kurze Spieldauer lockt zu einer weiteren Partie.

Fazit

FusionPlay – Heroes ist eine Mischung aus Kartenspiel und App. Die Chipsteuerung funktioniert einwandfrei. Ein schneller Spieleinstieg ist dank der App möglich. Die Auswirkungen der Karten aufeinander erlernt man nach und nach und löst so manches Staunen aus. Die einzelnen Charaktere haben ihre Stärken und Schwächen, sind insgesamt aber gut austariert. Keiner der Helden hat bisher durchgehend überzeugt. Held zu bleiben, ist gar nicht so einfach. Das eigentliche Gameplay ist zwar simpel und durch die App nicht bis ins letzte Detail berechenbar, die Denkarbeit der Spieler bleibt aber immer vorhanden. FusionPlay – Heroes baut ein wenig auf das Schema: „Ich denke, ich weiss, was du denkst, darum spiele ich diese Karte.“ Da in dieser Formel zu viele Unbekannte sind und die App noch ihren Teil zum Spiel beiträgt, ergibt sich ein offener Schlagabtausch. Wenn die Hexenfrau ihre Spinnen einsetzt, wenn „Kim Oh No“ seine Schwerter rasseln lässt, macht das ganz einfach Spass. FusionPlay – Heroes ist ein sehr kurzweiliges, schnelles Duell mit einer äusserst gelungenen Mischung aus Kartenspiel und App.

FusionPlay – Heroes | Autor: Konrad Kunze | Verlag: FusionPlay
Appgesteuertes Kartenspiel für 2 Personen | Nur für Android | Spieldauer: 10-30 Minuten | Ab 12 Jahren | Benötigt: Schlagkräftige Helden zur richtigen Zeit | Wiederspielreiz: gross

Wichtig: FusionPlay – Heroes funktioniert nur mit einem Android-Smartphone, das NFC-fähig ist. Ein Check ist ganz einfach: Kann man die App von FusionPlay installieren, läuft auch das Spiel.
FusionPlay – Heroes ist in Englisch, es gibt aber eine sehr gute deutsche Anleitung und für den Spielablauf ist die Sprache nicht mehr relevant.

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Schummel Hummel – Spielkritik

Schummel Hummel ist stark verwandt mit Mogel Motte. Das ist kein Zufall, denn Verlag und Autoren sind gleich. Und Mogeln ist ausdrücklich erlaubt. Erwischen lassen sollte man sich allerdings nicht.

Schummel HummelGleich vorweg, die beiden oben genannten Spiele sind sich ähnlich. Schummel Hummel setzt dem Mogelspiel sogar noch die Krone auf. Das turbulente Spiel sorgt für Unruhe am Tisch und den Kopf sollte man unbedingt ganz bei der Sache haben. Bei diesem Spiel ist Schummeln erlaubt, durch klare Regeln aber eingeschränkt: Es darf nur immer eine Karte weggeschummelt werden, aber nie die letzte. Die Kartenhand muss über dem Tisch sein und man sollte sich nicht erwischen lassen. Ansonsten ist beim Schummeln die Fantasie gefragt. Karte wegwerfen, aufessen, untern Tisch kleben, aus dem Fenster werfen oder unters Toupet klemmen – alles, was nicht auffällt, ist erlaubt.

So ganz nebenbei spielt man dann auch noch. Blumen und ihre Farben werden sortiert und der Reihe nach abgelegt. Mindestens eine Farbe soll zur vorherigen Blume passen, alles ganz einfach. Doch dann kommt es bunt. Zahlreiche Sonderkarten bringen besondere Situationen ins Spiel. Wespen ohne Stachel schlägt man mit der flachen Hand, Wespen mit Stachel auf keinen Fall. Fehler bringen Zusatzkarten, die man ja unbedingt vermeiden möchte. Ein Spinnennetz legt man jederzeit ab, doch danach muss eine Spinne kommen. Wer nicht bedienen kann, nimmt eine Karte. Der Schmetterling beschenkt einen anderen Spieler. Jemand muss eine Karte aus der Hand des anderen ziehen. Mit einer Bestäuber-Biene ruft der Spieler laut „Bestäubung!“ aus, schnappt sich die Blütenstaubkarte und beschmeisst damit einen Mitspieler. Ein Treffer bringt zwei zusätzliche Handkarten.

Schummel Hummel

Zwischen zwei Spielern liegt ein Grashüpfer aus. Den sollte man nie aus den Augenwinkeln verlieren. Stiehlt ihn einer der Spieler unbemerkt – Strafkarten! Und nicht zu vergessen, der Star des Spiels: Die Schummel-Hummel! Sie darf nur weggeschummelt werden. Sonst macht sie den Spielern das Leben schwer, ausser man ist der Wächter-Wurm. Der überwacht das Kartenspiel und deckt Schummler gnadenlos auf. Dafür legt er eine Schummel-Hummel ganz normal auf den Stapel und ist die Karte los. Der Wurm wechselt die Spieler nach erfolgreicher Überwachung.

Schummel Hummel

Wem das alles noch nicht zu komplex ist, der spielt nach der Profi-Variante. Dann zeigt der Wächter-Wurm mit seiner Karte an, ob man auch mal mit entgegengesetzten Regeln spielt und die Blüten unpassend legt. Ein schönes Durcheinander! In jeder Variante gilt aber: Wer seine Karten weggespielt hat, gewinnt.

Fazit

Schummel Hummel ist ein witziges Kartenspiel mit ganz vielen Möglichkeiten. Wer die Mogel Motte bereits kennt: Die Schummel Hummel erweitert das Repertoire deutlich. Daher sollte man sich durchaus überlegen, ob es beide Spiele braucht. Denn die Schummel Hummel will ganz viel, in manchen Spielrunden zu viel. Es muss auf so viele Dinge geachtet werden, dass der Spielfluss zu kurz kommt. Ist der Grashüpfer noch da? Wespe mit oder ohne Stachel? Schlagen oder werfen? Die einzelnen Elemente sind lustig und bieten einen turbulenten Spielspass, doch irgendwie wirkt das in dieser Version überladen und lenkt ganz oft vom zentralen Thema, dem Schummel-Modus, ab. So empfehle ich die Hummel nur den Motten, die noch eins draufsetzen möchten. Die meisten Spielrunden sind mit der Mogel Motte aber schon bedient und genügend herausgefordert.

Schummel Hummel | Autoren: Emely + Lukas Brand | Verlag: Drei Magier
Kartenspiel für 3-5 Personen | Spieldauer:: 25 Minuten | Ab 7 Jahren | Benötigt: Tricks und Rundblick auf der Blumenwiese | Wiederspielreiz: ok

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