Meine kleine Märchen Memo Box – Spielkritik

Meine kleine Märchen Memo Box beinhaltet gleich zwei Komponenten: Ein Märchenbuch mit den Klassikern Hänsel und Gretel, Schneewittchen und Rotkäppchen, sowie ein passendes Memo-Spiel zu jeder Geschichte. Genug Material, um die Kleinsten lange zu unterhalten.

Meine kleine Märchen Memo BoxBei Kinderspielen beachtet man natürlich zuerst die Illustrationen und das Material. Die Memo Box lässt sich öffnen wie eine kleine Schatzkiste. Die Illustrationen sind witzig und herzlich, selbst wenn der Wolf die Zähne fletscht und die Hexe grün vor Ärger wird. Um überhaupt mit dem Spiel starten zu können, sollte man die drei Märchen kennen. Mit dem kleinen Märchenbuch lassen sie sich problemlos vorlesen oder selber erkunden. Die Illustrationen im Buch findet man später auf den Memo-Karten wieder.

Zu jedem Märchen steckt ein Memo mit zwölf Teilen in der Box. Es ist allerdings kein Memory im klassischen Sinn. Hier müssen nicht zwei gleiche Plättchen gesucht und aufgedeckt werden. Bei diesem Memo erlebt man spielerisch die Geschichte nach. Gesucht wird die richtige Reihenfolge. Dazu legt man die Plättchen in einem kleinen Raster aus und nähert sich langsam dem grossen Ganzen. Zu Beginn sucht man das Startplättchen der Geschichte. Und wie beim „normalen“ Memory gilt auch hier: Wer das richtige Bild gefunden hat, spielt weiter. Bleibt man stecken, dreht man alle Bilder wieder auf die Rückseite und der nächste Spieler versucht sein Glück. Das kleine Spiel nimmt langsam Fahrt auf und endet, wenn man sämtliche 12 Teile in der richtigen Reihenfolge nacheinander aufdeckt.

Meine kleine Märchen Memo Box

Meine kleine Märchen Memo Box ist ein Kinderspiel für Spieleinsteiger. Da sollte man die Regeln auch mal ein wenig dehnen. Das ist beim Memo ganz gut möglich. Die Plättchen lassen sich offen beispielsweise ganz simpel in der richtigen Reihenfolge ordnen. Oder beim Erzählen der Geschichte aus der Auslage suchen. Oder mit der Variante „Schlafenszeit“ gibt das Kind beim Vorlesen ein Plättchen ab, wenn es in der Geschichte vorkommt. Nach dem 12. Plättchen wird geschlafen. Wenn das nur immer klappen würde…

Fazit

Meine kleine Märchen Memo Box vereint Märchen und Spiel in einer schönen Box. Die Illustrationen gefallen mir sehr gut, auch die Kinder finden sie wunderschön. Mit Märchenbuch und Memo erhält man unterschiedliches Material, das man auch unabhängig voneinander verwenden kann. Rotkäppchen, Schneewittchen und Hänsel und Gretel sprechen die Kinder nach wie vor an. Mit gleich drei Memos in der Box erhält man eine schöne, kleine Märchengrundlage. Meine kleine Märchen Memo Box richtet sich an die Kleinsten, vermittelt die Geschichten und ermöglicht einen spielerischen Einstieg nach bekannten, einfachsten Mustern. Wenn das Ganze auch noch so umgesetzt wird, wie in diesem  Fall, ist das eine sehr gelungene Sache.

Meine kleine Märchen Memo Box | Autor: Jürgen Heel | Verlag: moses.
Memo-Variante für 1-4 Spieler | Spieldauer: 10 Minuten pro Memo | Ab 4 Jahren | Benötigt: Märchenhafte Ordnung | Wiederspielreiz: gross

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Leinen los! – Spielkritik

Wenn Königin Lönne von Övelgönne zum Wettrennen einlädt, dann müssen alle einfach kommen. Der Name der Königin wäre auch schon ein Spiel wert, doch erst trainiert man Geschicklichkeit bei Leinen los!

Leinen losDas Spiel von Alex Randolph wurde 1997 zum Kinderspiel des Jahres gewählt und erscheint nun in einer Neuauflage beim Zoch-Verlag. Der Spielplan ist bunt, das Material aus Holz – Leinen los! animiert wirklich auf den ersten Blick. Eine kleine Wettfahrt auf dem Meer soll es werden, die Bojen markieren die Rennstrecke und die Zeit ist begrenzt.
Hier spielt man nicht mit einer Sanduhr oder einem Timer. Ein Doppelpoller sagt die Zeit an. Ein Poller ist ein dicker Mast, an dem man die grossen Schiffe anbindet. Um den Doppelpoller soll ein Spieler mit der Leine eine schöne, regelmässige Acht wickeln. Genau so lange bleibt dem Boot, um auf der Rennstrecke entscheidend vorwärts zu kommen.

Leinen los

Da wären wir auch schon beim zweiten Star des Spiels angelangt: Die Boote. Mit dem Finger drückt man auf den Motor (ein Holzknopf am Heck) und bewegt das Boot über den Parcours. Das gelingt nicht immer ganz einfach. Der Vorderteil des Schiffes schlingert über die vorgegebene Piste, denn man schiebt es vor sich her.
Der Spielablauf ist schnell erzählt. Der Bootfahrer hat so lange Zeit, sein Gefährt über das Wasser zu bewegen, bis die Leine komplett auf den Doppelpoller gewickelt ist. Sollte er eine Boje berühren oder von der Ideallinie abkommen, endet die Fahrt sofort und der nächste Spieler folgt. Haifischgewässer sollte man meiden, fremde Boote darf man aus dem Weg räumen und vom Kurs abbringen.

Leinen los

So bewegt man abwechselnd die Boote und wickelt Poller um Poller, bis man den Rundkurs absolviert hat. Wer als Erster wieder den heimischen Hafen erreicht, gewinnt das Wettrennen.

Fazit

So einfach die Spielidee auch ist, das Material animiert die Kinder sofort zum Ausprobieren. Mit Poller, Bojen und Booten lassen sich auch neben dem Spielplan eigene Wettrennen inszenieren. Das Steuern der Boote ist ein wenig gewöhnungsbedürftig – besonders für Erwachsene. Es ist gar nicht so einfach, die Kontrolle über das eigene Gefährt zu behalten. Aber es macht grossen Spass. Auch das Leinen wickeln benötigt seine Zeit und für die Kleinsten Konzentration. Es ist in jeder Rolle Geschicklichkeit gefragt. Leinen los! bringt ein einfaches Spielprinzip wieder auf den Tisch. Wer das Spielmaterial sieht, packt sofort an und das Wettrennen beginnt.

Leinen los! | Autor: Alex Randolph | Verlag: Zoch
Kinderspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Geschicklichkeit auf hoher See | Wiederspielreiz: gross

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Die Baumeister des Colosseum – Spielkritik

Wie sah es eigentlich damals aus, das Colosseum, in seiner ganzen Pracht? Selber bauen, lautet die Devise. Und schon bald entfaltet sich das Bauwerk aus der Spielschachtel. Die Baumeister des Colosseum sind am Werk und kämpfen um Ruhm.

Die Baumeister des ColosseumBei diesem Bauspiel fungiert das Colosseum höchstpersönlich als Timer. Sobald es fertig erstellt in der Spielschachtel steht, endet die Partie. Ganz zu Beginn findet man dort nur eine leere Baufläche vor, die von den Baumeistern gefüllt werden soll. Die Spieler begleiten den Konsul höchstpersönlich auf ihrem Rundkurs durch Rom. Auf dem Weg nutzen sie die Möglichkeiten, um an Baustoffe zu gelangen, ihr Lager zu vergrössern oder ein nächstes Stück des Colosseum zu errichten. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit.

Zu Beginn erhält jeder Spieler ein Startplättchen mit vier Landschaften, eine selbst gewählte Baustoffkarte und einen Bewegungsmarker. Der aktive Spieler bewegt in seinem Spielzug den Konsul um eine Position vorwärts. Will er weiter reisen, zahlt er für jeden zusätzlichen Schritt einen Bewegungspunkt von seinem Hofplättchen. An der Endstation seiner Reise, kann er eine Aktion durchführen.
– An zwei Orten auf dem Spielplan kann man sein Lager erweitern, d.h. man erhöht sein Handkartenlimit. Zu Beginn liegt es bei vier Karten, jede Erweiterung bringt zwei zusätzliche Karten.
– An vier Stellen des Parcours wählt man: Entweder man nimmt sich ein neues Landschaftsplättchen oder man baut eine weitere Wand des Colosseum.
– An einer Stelle löst man eine beliebige Baustoffproduktion aus.

Die Baumeister des Colosseum

Nimmt man ein Landschaftsplättchen, führt das in jedem Fall zu einer Baustoffproduktion. Produziert wird, was auf der nachfolgenden Landschaft zu sehen ist. Sämtliche Spieler nehmen sich eine Baustoffkarte pro Landschaft im eigenen Besitz. Auf das Handkartenlimit achten! Auch den Hof kann man erweitern und erhält so mehr Bewegungspunkte. Findet auf dem Hof eine Produktion statt, verfallen die bisher benutzten Bewegungspunkte und man startet wieder voll durch.
Statt ein Landschaftsplättchen kann man auch am Colosseum bauen. Auf den Bauteilen sind die benötigten Ressourcen abgebildet. Wer sie bezahlt, stellt die produzierte Wand auf die Baufläche. Jedes Bauteil bringt zudem Ruhmespunkte ein, die man sich vom Vorrat nimmt.

Die Baumeister des Colosseum

So vergrössert sich Runde für Runde der Betrieb jedes Spielers. Zusätzliche Landschaften bringen mehr Baustoffe, die wiederum mehr Lagerraum benötigen, um die steigenden Baukosten des Colosseums zu bezahlen. Es ist alles eine Frage des Betriebsmanagements. Für die letzten drei Bauteile gibt es zusätzliche Ruhmespunkte zu verdienen. Ist das Colosseum erstellt, endet das Spiel.
Es folgt noch eine Mehrheitenwertung der einzelnen Landschaften. Satte vier Ruhmespunkte erhält man, wenn man beispielsweise am meisten Waldfläche besitzt. Auch hier lohnt sich eine frühzeitige Planung.

Wer am meisten Ruhmespunkte besitzt, wird zum grössten Baumeister des Colosseum.

Eine Stelle des Rundkurses ist flexibel verwendbar. Mit kleinen Plättchen kann man dort unterschiedliche Bonis einrichten. Zwar nur eine kleine Möglichkeit, aber sie sorgt ein wenig für Abwechslung im Spiel.

Fazit

Die Baumeister des Colosseum ist ein Familienspiel, das ein wenig planerische Fähigkeiten einfordert. In der Grundstruktur zwar einfach, doch man sollte frühzeitig die Weichen stellen, um an Lagerplatz, geeignete Ressourcen und am Ende in die Mehrheitenwertung zu gelangen. Es ist bei jeder Aktion ein Abwägen, was man als Nächstes erledigen will. Alles hängt irgendwie voneinander ab, doch was ist wirklich dringend? Wer eine Position vernachlässigt, wird bald einen Engpass erleiden. Der Wettlauf spielt sich flüssig, die Entscheidungen liegen in einem übersichtlichen, kleinen Rahmen. Der eigentliche Spielplan mit dem Weg des Konsuls wirkt ein wenig unübersichtlich, dafür ist die Ordnung in der Spieleschachtel eine der besten, die ich in letzter Zeit angetroffen habe. Die Baumeister des Colosseum – ein sehr kurzweiliger Bau-Wettlauf im alten Rom.

Die Baumeister des Colosseum | Autor: Klaus-Jürgen Wrede | Verlag: Schmidt
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30-45 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Ressourcenmanagement im alten Rom | Wiederspielreiz: gross

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Brändi Buurejahr – Spielkritik

Das Brändi Buurejahr ist ein richtig schweizerisches Spiel. Es simuliert die Bewirtschaftung eines Bauernhofes und ist an ein Kultspiel aus den 80er Jahren angelehnt. Den Hauch Nostalgie spürt man spielerisch, doch die Spielschachtel ist proppenvoll.

Brändi BuurejahrEs gibt viel Spielmaterial bei Brändi Buurejahr: Spieltableaus in Form von Bauernhof, Dorfladen und dem Laufbrett. Dazu kommen die Genossenschaft, die sämtliche Waren in Schachteln verpackt bereit hält, Holzteile und viel Spielgeld. Ja, die 80er-Jahre sind spürbar. Denn das Buurejahr ist eine Mischung aus Spiel des Lebens (von der Laufstrecke und den Aktionen her) und Monopoly (vom Geldfluss und der Wirtschaft her), verpackt in eine dezent unauffällig gemachte Illustration.

Das Spielprinzip ist grundsätzlich nicht schwierig, doch es gibt zahlreiche Entscheidungen zu treffen, die sich je nach Jahres- und Erntezeit unterscheiden. Die Übersicht zu bewahren und sich gewisse Abläufe einzuprägen, das ist die eigentliche Hausforderung im Buurejahr. Jeder Spieler besitzt ein Tableau des eigenen Bauernbetriebes. Dort legt er seine Obst-, Gemüse- und Viehplättchen ab. Für den Verkauf stehen allen Spielern der Dorfladen und die Genossenschaft (die Spielschachtel) zur Verfügung. Mit satten 100000 Fr. starten die Spieler in ihr Bauernabenteuer. Gleich zu Beginn entscheidet man, ob man sich versichern lassen möchte gegen bestimmte Witterungsschäden. Milchkühe und Obstbäume kauft man auch sofort ein – und schwupp, ist ein beträchtlicher Teil des Geldes bereits weg.

Brändi Buurejahr

Gesteuert wird das Spiel über die Sonne. Sie geht unaufhaltsam ihren Weg über den Spielplan. Aus zwei Würfeln wählt man die Zahl, um die man die Sonne bewegen möchte. Je nach Feld, wo sie landet, spielt man die Aktionen durch. Und da gibt es einiges zu tun. Auf Produktfeldern kauft man ein (wenn man noch Geld besitzt). Der Bauernhof ist limitiert, es können nur 15 Plätze belegt werden. Persönliche Nachrichten oder die Buureziitig lösen Ereignisse aus, die befolgt werden müssen. Dann sind noch einmalige Aktionsfelder auf dem Plan und es gibt Felder, an denen man zwingend stoppen muss. Alles in allem eine bunte Mischung aus guten und weniger erfreulichen Ereignissen. Wie das Leben so spielt.

Brändi Buurejahr

Auf den Streckenabschnitten ist meist der Verkauf eines Produktes möglich. Das darf jeder Spieler erledigen. Sollte er sein Gemüse auf dem Feld vergessen, verfault es Ende Jahr. Für jedes an den Dorfladen verkaufte Produkt erhält man einen Kompostwürfel. Sammelt man genügend Würfel, zahlt sich das am Jahresende aus. Auch die Milchkühe bringen regelmässig Milch und bringen Jungtiere zur Welt. Es ist an alles gedacht. Am Ende des ersten Jahres folgt eine kleine Zwischenwertung, danach startet man in die zweite Runde.

Wer in zwei Bauernjahren am besten wirtschaftet, gewinnt das Buurejahr. Geld, die Kompostwürfel und Holz bringen Siegpunkte.

Fazit

Brändi Buurejahr ist eine spannende Mischung aus 80er-Jahre, Spiel des Lebens und Monopoly. Aber das Spiel ist thematisch geschickt eingebettet. Man fühlt mit in einem Jahr des Bauern, steht vor zahlreichen Entscheidungen, vor Käufen und Verkäufen. Dabei ist man trotzdem nie sicher, was die Welt sonst noch mit sich bringt. So plant man oft am Limit vor sich hin, richtet seinen Blick in die Zukunft und ist gezwungen, die Gewinne ganz plötzlich für einen Sturm zu opfern. Brändi Buurejahr ist in der Grundstruktur gradlinig, hat aber einige Überraschungen und kleine Details in sich. Gerade die Ernte sollte man nie aus den Augen verlieren, Kühe und Obstbäume verhalten sich wieder anders. Insgesamt dreht sich alles um die Wirtschaftlichkeit des eigenen Bauernbetriebes. Ein nostalgisches Spielgefühl, bei dem ständig etwas läuft – und sich die Sonne immer vorwärts bewegt.

Brändi Buurejahr | Autor: Bernhard Kläui | Verlag. Stiftung Brändi
Spiel für 2-5 Personen | Spieldauer: ca. 60 Minuten | Ab 9 Jahren | Benötigt: Handelssinn mit stillen Reserven | Wiederspielreiz gross

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Spieleabend im Treibhaus Luzern

Das Treibhaus in Luzern ist ein wunderschöner Ort, um sich zu treffen. Noch schöner wird er, wenn dort auch gespielt wird. Das ist ein Mal im Monat der Fall. Auch am nächsten Donnerstag, dem 11. Januar 2018 heisst es wieder: Spieleabend.

Das Organisationsteam ist noch frisch, der Anlass noch jung. Unter dem Motto „Friends fit here“ hat man in Luzern nun einmal im Monat eine Anlaufstelle, um Brett- und Kartenspiele zu spielen. Ob zu zweit, als Gruppe oder alleine – jeder ist willkommen. Ein Spielauswahl steht zur Verfügung, man darf natürlich auch seine eigenen Spielperlen mitnehmen.

Treibhaus Luzern

Die Spieleabend-Anlässe sind gut gestartet, doch was zur fixen Institution werden will, braucht weiterhin Publikum. Ein Besuch lohnt sich, schon allein wegen dem tollen Ambiente im Treibhaus in Luzern.

Die Daten
Ort: Treibhaus Luzern » Webseite
Datum: Donnerstag, 11. Januar 2018 ab 19.00 Uhr
Organisatoren: Friends fit here

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