Monster Meister – Spielkritik

Die Monster sind los. Sie unterscheiden sich in Anzahl, Farbe und Augenpracht. Monster Meister ist ein meisterhaftes Merkspiel von Zoch. Wo haben sich die kuscheligen Monster doch gleich versteckt?

Monster MeisterBei Monster Meister spielen alle Spieler gleichzeitig. Jeder besitzt ein Monster-Kartendeck mit 16 Monstern in den Farben blau, gelb und rot. Sie besitzen eins, zwei, drei oder vier Augen und treten gerne mal im Doppelpack auf. Zu Beginn liegen die Monsterkarten verdeckt vor den Spielern in einem Raster aus. Keiner weiss, was sich darunter verbirgt. Von Runde zu Runde wird sich der Schleier aber gleich lüften. Wer sich auch merken kann, was er gerade gesehen hat, besitzt deutliche Spielvorteile.
10 Aufgabenkarten gibt es pro Partie zu bewältigen. Die Aufgaben sind bunt gemischt. Hier einige Beispiele: Ziehe 6 Karten, darunter möglichst viele einäugige Monster. Decke so viele Monster auf, bis eines mit 4 Augen erscheint. Decke 4 Karten auf, für die aufgedeckten Monster erhältst du Punkte.

Monster Meister

Die Punkte sind aber nicht das Mass aller Dinge. In jeder Runde wird der beste und der schlechteste Spieler gekürt. Der beste Spieler darf eine seiner Karten abgeben und zu den Streunerkarten legen. Die Streunerkarten sind ein Reststapel an Monstern mit einer andersfarbigen Rückseite. Der Verlierer der Runde zieht von dort eine weitere Karten und legt sie in seine Auslage.

Monster Meister

In jeder Runde lernen die Spieler dazu, sehen mehr Karten ihrer Auslage und merken sich das Angebot für zukünftige Aufgaben. Am Ende des Spiels zählt man die übriggebliebenen Karten mit der eigenen Rückseite. Wer am wenigsten solcher Karten besitzt, gewinnt das Spiel und wird Monster Meister.

Fazit

Monster Meister ist ein knallhartes Merkspiel, eine Art Memory in mehreren Dimensionen. Die Schwierigkeit steckt in den ständig wechselnden Zielen. Zwar kann man sich Runde für Runde mehr Wissen aneignen, aber man weiss nie, was in der nächsten Aufgabe verlangt wird. Die Art der Aufgaben ist unterschiedlich, auch eine kleine Challenge ist eingebaut, bei der sich die Spieler gegenseitig Vorgaben machen. Monster Meister ist ein unterhaltsames, kleines Spiel, nicht nur für Kinder. Aber die sind bei dieser Art von Merkspielen, wie so oft, klar im Vorteil.

Monster Meister | Autorin: Maja Dorn | Verlag: Zoch
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 7 Jahren | Benötigt: Ein monstermässiges Gedächtnis | Wiederspielreiz: gross

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Festung – Spielkritik

Die Fast Forward-Kartenspielreihe ermöglicht es, schnell ins Spiel zu starten. Kein lästiges „Regeln lesen“ davor, alles wird den Spielern nach und nach beigebracht. Furcht habe ich bereits angeschaut, diesmal geht es angriffiger zu und her: Festung.

FestungEin Kartenstapel mit 90 Karten wartet auf die Spieler. Auspacken, starten! Mit nur 2 Grundregeln auf Karte 1 geht es los. Ein Spielzug besteht aus „Karte vom Nachziehstapel nehmen“ oder „sie in die Tischmitte legen“, wenn man dazu aufgefordert wird. Nach wenigen Karten erscheint die erste Festung. Diese Burgen werden das permanente Angriffsziel aller Spieler. Wer am meisten oder die beste Festung besitzt, gewinnt eine Spielrunde. Und Spielrunden kann es viele geben, bis der Stapel ganz durchgespielt ist. Drei Sanduhrkarten bestimmen das Ende einer Runde. Erscheint die dritte Karte im Spiel, wird abgerechnet. Danach startet man schnell eine weitere Runde, wenn man möchte.

Im Kartenstapel befinden sich Angriffskarten mit unterschiedlichen Werten, immer mal wieder eine neue Festung, aber auch Sonderkarten, die spezielle Aktionen bieten. Die Festungen liegen zu Beginn einer Partie in der Tischmitte. Die Spieler ziehen Karten und entscheiden, wann sie eine Festung einnehmen möchten. Eine Festung aus der Mitte holt man sich mit einer oder mehreren Karten mit demselben Wert. Man legt die Verteidiger verdeckt unter die eroberte Festung und spielt weiter. Die Mitspieler dürfen nun auch fremde Festungen angreifen. Sie machen einen verdeckten Angriff, schicken ebenfalls Karten ins Rennen. Der Verteidiger kontrolliert, welcher Wert höher ist. Bei einem erfolgreichen Angriff wechselt die Festung den Besitzer, eine Verteidigungskarte zur Belohnung erhält man auch noch. Wird der Angriff abgewehrt, nimmt man die Angreifer zurück auf die Hand, gibt aber eine beliebige andere Karte ab.

Festung

Das Spiel steigert sich noch ein wenig, indem Festungen zerstört werden und aus dem Spiel kommen bei einem Angriffs-Gleichstand. Oder man verstärkt seine Verteidigung nach jedem Spielzug, wenn man die passenden Karten besitzt. Sonst gibt es noch einige Sonderkarten, die sofortige Aktionen haben beim Ausspielen der Karte.

Festung

Wie kommen weitere Karten ins Spiel? Bei jeder neuen Spielrunde mischt man 5 neue Karten in den Stapel. Das bringt eine dezente Auffrischung. Ist der gesamte Stapel einmal durchgespielt, lässt sich das Spiel problemlos weiterspielen. Der Überraschungseffekt ist dann aber dahin, man kennt ja alles.

Fazit

Furcht hat mir gut gefallen. Dort gab es einige Dreher im Spiel, die Ziele waren flexibel ausgerichtet. Bei Festung verläuft alles ziemlich linear. Es geht immer darum, Festungen einzunehmen. Es wechseln die Angreifer und die Sonderkarten, sonst sind es eher ablauftechnische Dinge, die dazu kommen. Erwähnenswert ist die Unberechenbarkeit der Zeit. Es gab Spielrunden, bei denen die dritte Sanduhr bereits aufgetaucht ist, bevor man richtig im Spiel war, die Partie dauerte nur wenige Minuten. Das Prinzip von Fast Forward mit dem schnellen Spieleinstieg funktioniert, benötigt dafür ein wenig Zeit während des Spiels. Nicht jeder liest in der Spielhektik noch gerne Regeln, schnell ist etwas überlesen oder wird ungenau interpretiert. Das muss man mögen. Während wir bei Furcht den Stapel an einem Abend durchgespielt haben, plätschert Festung weitestgehend vor sich hin, es wird repetitiv. Es funktioniert zwar alles einwandfrei, doch in dieser Spieleschachtel bietet mir das neuartige „Fabel-Konzept“ zu wenig Fabel und zu viel Konzept.

Festung | Autor: Friedemann Friese | Verlag: 2F-Spiele
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 5-15 Minuten pro Partie | Ab 10 Jahren | Benötigt: Angreifer, Verteidiger und am Ende eine Festung | Wiederspielreiz: ok

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Tricky Wave – Spielkritik

Die Schildkröten möchten ins weite Meer hinaus und starten ihr Wettrennen. Doch erst mal durch die Brandung kommen. Tricky Wave, die grosse Welle spült die Tiere regelmässig Richtung Strand.

Tricky WaveTricky Wave ist ein richtiges Familienspiel, wie man es sich vorstellt. Schönes Spielmaterial, Würfel, Wettrennen und mit der Welle ein schönes Gimmick, das sich auf dem Spielplan bewegt. Drei Schildkröten erhält jeder Spieler am Strand: Klein, mittel, gross! Die Tiere sind stapelbar und kleinere Tiere lassen sich unter dem Bauch verstecken. In einem normalen Spielzug wählt man eine Schildkröte und zieht sie um die gewürfelte Zahl vorwärts. Im Wasser sind die Tiere aber ziemlich flink. Deshalb steigen sie auch mal auf den Rücken einer anderen Schildkröte oder verbergen sie. Schaffen sie das am Ende ihres Spielzuges, würfelt man weiter.
Die Chance ist gross, exakt ein Drittel, dass man eine Welle würfelt. Nun setzt man Tricky Wave in Bewegung Richtung Strand. Der Nachteil: Alle Schildkröten vor ihr schiebt sie mit. Auch mit einer Welle erhält man einen weiteren Wurf. In einer Kettenreaktion kann das bedeuten, dass sich die Schildkröten schneller am Strand wiederfinden, als ihnen lieb ist.

Tricky Wave

Spielen die Schildkröten Wellenreiter, sind sie so lange sicher, bis die Welle Land sieht. So mogeln sich die flinksten Schildkröten durch das Meer, mal auf dem Rücken, auf der Welle oder ohne fremde Hilfe. Wenn alles passt, erreichen sie das offene Meer und sind in Sicherheit. Wer zuerst alle drei Schildkröten ins Meer bringt, gewinnt.

Tricky Wave

Fazit

Tricky Wave ist ein astreines Familienspiel. Spielt man es mal mit Kindern, merkt man schnell, auf welche Feinheiten es ankommt. Schildkröten per Anhalter mitnehmen, andere blockieren, zusätzliche Wurfmöglichkeiten suchen. Das machen Kinder noch zu wenig. Sie sehen eher das Ziel vor Augen und versuchen es gradlinig zu erreichen. Tricky Wave ist aber auch ein Glücksspiel. Der Würfel ist nicht immer gnädig. Fällt die Welle einige Male nacheinander, spült es alle Schildkröten wieder an Land. Das ist, gerade für Kinder, nicht immer einfach zu verdauen. Trotzdem, Tricky Wave bietet mehr Möglichkeiten, als auf den ersten Blick vermutet. Und die muss man nutzen, um das Meer auf dem schnellsten Weg zu erreichen. Die Unberechenbarkeit gehört zum Meer und zu Tricky Wave dazu.

Tricky Wave | Autor: Elliot Rudell | Verlag: Game Factory
Spiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Den richtigen Augenblick für die beste Welle | Wiederspielreiz: gross

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Brändi Via – Spielkritik

Eine Burg ist eben noch eine Burg und muss auf dem grössten Grundstück stehen. Bei Brändi Via baut man zwar regelmässig Strassen, doch auf die Grundstücke kommt es am Ende an, oder besser gesagt: Auf die Grundstücke im eigenen Besitz. Ein taktisches Legespiel.

Brändi ViaSchöne Holzplättchen mit aufgezeichneten Strassen erwarten die Spieler bei Brändi Via. Geraden oder Kurven, mit und ohne Kreuzungen, auf jeden Fall wieder ein wunderschönes Spiel der Stiftung Brändi in hochwertiger Qualität. Auf einem Raster mit quadratischen Plätzen wird gespielt. Erst legt man gemeinsam die Startplättchen aufs Spielfeld, danach einige Wasserfelder. Zwei Start-Steine erhält jeder Spieler, die ab jetzt geheim gehalten werden. Der Reihe nach spielen alle ihre Aktionen, die Auswahl ist überschaubar: Ein Plättchen legen und eins nachziehen oder zwei Plättchen legen oder ein oder zwei Plättchen nachziehen. Es dürfen höchstens 3 Plättchen im eigenen Besitz sein, zwei Plättchen zieht man nur, wenn man gar keine mehr besitzt.

Zwar baut man in erster Linie Strassen, im Blick der Spieler sind aber immer die geschlossenen Grundstücke, die daraus entstehen. Die Legeregeln muss man natürlich beachten. Die Strassen müssen verbunden sein (ausser an Wasserplättchen oder am Spielfeldrand), Gerade an Gerade und Kurve an Kurve geht immer und in jeder Konstellation. Will man ein Kurvenplättchen an eine Gerade legen, müssen beide Plättchen gleich viele Ausgänge besitzen. Man ahnt es bereits, das bringt legetechnische Knoten mit sich. Nicht immer passt alles zusammen und einiges lässt sich nur noch mit „neutralem“ Wasser lösen. Solche Plättchen gehen immer.

Brändi Via

Entsteht ein abgeschlossenes Grundstück, kann man ein Haus darauf bauen. Für jeden Landteil, der zum bebauten Grundstück gehört, gibt es am Ende einen Punkt. Gross sollten die Ländereien also auf jeden Fall sein. Jeder Spieler besitzt genau eine Burg, mit der er seine Liegenschaften vermehren kann. Für die Burg gibt es nur eine Bedingung: Sie muss auf dem grössten Grundstück stehen! Baut man sie früh, grenzt man die eigenen Möglichkeiten für die kommenden Häuser ein. Dafür erhält man bis zu 2 neue Häuser geschenkt, je eher man die Burg einsetzt. Baut man die Burg spät oder gar nie, ist man beim Häuserbau freier, muss aber sicher viele Punkte einfahren, um den Burgen/Häuser-Bonus aufzufangen. Ein Dilemma.

Brändi Via

Brändi Via endet, wenn eine der drei Bedingungen eintritt: Es sind nur noch zwei oder weniger Baufelder frei. Der aktive Spieler besitzt drei Plättchen und muss passen, da er die Bauregeln nicht einhalten kann. Oder es sind sämtliche Häuser und Burgen verbaut. Wer die meisten Punkte aus den Landteilen besitzt, gewinnt.

Fazit

Brändi Via ist ein sehr schönes, klassisch angehauchtes Legespiel. Von den Grundregeln her eher einfacher Natur, engt man die Legemöglichkeiten mit fortlaufender Spieldauer immer mehr ein. Wie weit will man vorpreschen? Welche Vorgaben macht man den Mitspielern? Legt man mehrere Plättchen, wird man in der nächsten Runde zum passiven Sammler. Es gibt immer wieder taktische Entscheidungen zu treffen. Mit der Burg löst man weitere Häuser aus. Aber will man sich wirklich schon früh in der Grössenordnung festlegen? Der Denkprozess bei Brändi Via ist wichtig. Durch die kleine Anzahl an Geraden und Kurven weiss man bald, was möglich ist und wie man die Mitspieler blockiert. Ein gewisser Glücksfaktor ist auch im Spiel. Das Ziehen der Plättchen bringt nicht immer die gewünschten Ergebnisse. Oder manchmal läuft es wie geschmiert. 2er-Partien verlaufen für mich noch ein Stück taktischer, da man schneller wieder an die Reihe kommt. In voller Besetzung bauen zu viele Strassenbauer mit, das verwässert die taktischen Möglichkeiten ein wenig. Tolles Material, schnörkelloses Legespiel mit viel Denkarbeit.

Brändi Via | Autor: Bernhard Kläui | Verlag: Stiftung Brändi
Legespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 20-30 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Den Blick aufs Grundstück hinter der Strasse | Wiederspielreiz: gross

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Auflösung des Sommerwettbewerbs

Der Sommerwettbewerb 2018 ist vorbei und hat mir gezeigt, dass auch bei hochsommerlichen Temperaturen immer noch zahlreiche Leserinnen und Leser hier mit dabei sind. Wunderbar.

Zuerst bedanke ich mich für die vielen, durchwegs positiven Rückmeldungen. Natürlich wären die Gewinnchancen auch bei Kritik genau gleich gross gewesen, aber das schreibt sich im Nachhinein besser als vorweg…
Trotzdem habe ich einige Inputs erhalten. Zum Beispiel, dass die 2-Spieler-Tauglichkeit der Spiele wichtig ist. Da werde ich mir was überlegen, um das in der Zusammenfassung noch einzufügen. Wer oft spielerisch zu zweit unterwegs ist, sucht auch die Spiele danach ab.

Die Lieblingsspiele gehen weit auseinander. Das überrascht mich nicht oder in Spielen gesprochen: Von Clans of Caledonia bis Trivial Pursuit. Und das ist auch gut so. Jeder nach seinem Geschmack. Eine kleine Mehrheit liess sich doch finden. Aktuell sehr gefragt sind: Azul, Sagrada, Kingdomino und DOG (das neue Schweizer Nationalspiel).

Und hier sind die Gewinner der drei Spiele. Ein Mail für die Kontaktangaben ist bereits unterwegs.
Cool Runnings (Ravensburger) – Priska
Kanagawa (Iello) – Sandra
Illusion (NSV) – Walter

Herzlichen Glückwunsch!

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!