Brettspiele im Kaufhaus: Beispiel MIGROS

Wer in Deutschland durch die grossen Kaufhäuser wie Karstadt oder Galeria streift, der findet ein beachtliches Angebot an Brett- und Kartenspielen vor. In der Schweiz sind die Auslagen eindeutig geringer bestückt. Zwar findet sich ein Sortiment an klassischen Brett- und Kartenspielen, zu gegebener Zeit auch die Spiele des Jahres, für ein weiteres Angebot benötigt man schnell den Fachhandel oder das Internet.
Ein guter Grund für brettspielblog.ch, um beim Schweizer Grosshändler MIGROS nachzufragen, wie das Geschäft mit den Brettspielen läuft. Monika Weibel, Mediensprecherin bei der MIGROS, gab Auskunft.

In den Migros-Spielzeugabteilungen findet man ein grosses Angebot von klassischen Brett- und Kartenspielen. Nach welchen Kriterien wird das Angebot ausgewählt?
Logo MigrosMonika Weibel (M.W.): Der Sortimentsfokus liegt klar bei klassischen Spielen und bekannten Marken, welche einem breiten Kreis von Konsumenten bereits bekannt ist. Migros ist ein Supermarkt-Kanal. Eine Beratung, die gerade bei neuen Spielen sehr wichtig ist, ist nur bedingt vorhanden.

Wie gut läuft das Geschäft mit Brett- und Kartenspielen bei einem Grosshändler wie der Migros? Welchen Stellenwert hat dieser Bereich im breiten Sortiment der Migros?
M.W.: Der Bereich Spiele ist nach wie vor ein wichtiger Sortimentsbestandteil. Die Umsätze sind aber wie in der gesamten Branche in den letzten Jahren stark unter Druck gekommen. Die Konkurrenz wie z.B. der Trend zu Online-Spielen, I-Phone I-Pad wächst stetig.

Haben kleinere Spiel-Verlage eine Chance, den Weg ins Migros-Regal zu finden? Angenommen, ein tolles Spiel soll auch bei der Migros verkauft werden, welchen Weg müsste man gehen?
M.W.: Eine Listung ist eher schwierig, da kleine Lieferanten oftmals die Minimal-Kriterien einer Listung nicht erfüllen, z.B. Qualitätsanforderungen oder Verhaltenskodexe etc.

Grosshändler in Deutschland, beispielsweise Karstadt oder Galeria Kaufhof führen ein reichhaltiges und aktuelles Angebot an Brett- und Kartenspielen mit über 1000 Spielen. Könnte das auch eine Marschrichtung für die Migros sein?
M.W.: Nein, es ist nicht vorgesehen, das Spiele-Sortiment auszuweiten.

Wo sieht die Migros die Zukunft im gesamten Spielwaren-Bereich? Wie wird sich das Angebot des Grosshändlers entwickeln?
M.W.: Spielwaren bleiben als Sortimentsteil erhalten. Das Angebot an Artikeln wird sich aber klar ändern. (Mehr Elektronik, Vernetzung der Artikel mit Internet etc.)

Besten Dank, Monika Weibel, für den Einblick in die Arbeit mit dem Spiele-Sortiment des Schweizer Grossverteilers MIGROS.

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4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Schöner Einblick in das EK-Verhalten einer großen schweizer Kette. Schade nur, dass Migros Elektronikspielzeug als zukunftsweisender sieht als Brettspiele, die ja auch nicht mehr auf dem Stand von 1985 sind.
    Ich glaube, aus stillem Protest kaufe ich zwei Wochen lang keinen Generoso-Kuchen. So!

    • Also, wenn ich sehe, was in den deutschen Kaufhäusern möglich ist, denke ich auch, dass in der Schweiz noch Potenzial vorhanden wäre.

      Aber ich will dir ja nicht zu nahe treten: Das mit dem Kuchen hältst du ja niiiiiiiiiiiie so lange durch :-)

  2. Irgendwie beruhigen mich die Aussagen von Monika Weibel!
    Unser Spielwarenfachgeschäft liegt wenige Meter neben „unserer“ Migros. Da wir uns klar abgrenzen (müssen) vom Migros-Sortiment, werden wir mit unserem Fokus auf guten Karten- und Brettspielen für Kinder sowie für Erwachsene weiterhin kaum Konkurrenz haben vom orangenem Riesen.

    • Ja, da scheinen die einheimischen Grosshändler eine andere Strategie zu fahren als die nördlichen Nachbarn. So musst du dich wenigstens nicht Guido’s Kuchenprotest anschliessen ;-)

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