Keine Suisse Toy Classic im Jahr 2018 – das HeroFest übernimmt

Eine wohl etwas grösse Veränderung steht der Suisse Toy 2018 bevor, der grössten Spielmesse der Schweiz. Wie aus einer Pressemitteilung zu erfahren ist, findet aktuell ein grösserer Umbau in der Ausrichtung der Messe statt.

So heisst es in der Mitteilung:

Die BERNEXPO GROUPE stärkt ihre Live-Plattformen im Bereich Freizeit & Unterhaltung. In der Folge wird die Suisse Toy Digital vom 12. bis 14. Oktober 2018 ausgebaut und soll unter dem neuen Namen «HeroFest» zum wichtigsten Festival der Gaming- und Geek-Szene avancieren. Auch die Suisse Toy Classic erfährt eine Neukonzeption und wird im Jahr 2019 neu lanciert… Das «HeroFest» wird die Bereiche SwitzerLAN, Gaming-Expo, Comic-, Anime- und Cosplay-Convention, E-Sports-Turniere, Stars, Mittelaltermarkt, Drohnenrennen sowie Brett-, Tabletop- und Kartenspiele beinhalten.

 

Wie der Bereich der Brett- und Kartenspiele 2018 aussieht, ist derzeit noch nicht ganz klar. Ende Mai sieht man wohl in diesem Bereich klarer. Bleibt die Frage nach dem klassischen Teil der Messe, der Suisse Toy Classic:

Wie «HeroFest» erfährt auch die Suisse Toy Classic eine umfassende Neukonzeption. Als Folge davon sowie basierend auf dem diesjährigen Fernbleiben einiger grosser, multinationaler Aussteller und dem damit verbundenen Rückzug des Spielwaren Verband Schweiz SVS wird die Suisse Toy Classic im Herbst 2018 pausieren. «Im Jahr 2019 wird die grösste nationale Spielwarenmesse mit einem innovativen Eventkonzept und noch mehr Unterhaltung und Freizeitattraktionen für Familien und Kinder zurückkehren», erklärt Messeleiterin Anne Schneider weiter. Am «HeroFest» wird es den Bereich «Family Area» geben, an dem auch Fans von analogen Spielen und Spielwaren sowie Sport- und Fun-Spielzeug auf ihre Kosten kommen.

 

Damit erhält man auch eine Begründung, weshalb es 2018 nicht zu einer weiteren Ausgabe der Suisse Toy Classic reicht. Grössere Aussteller (z.B. Ravensburger oder Lego) haben in den letzten Jahren immer mal wieder eine Pause eingelegt. In diesem Jahr haben sich noch weitere Verlage zurückgezogen, dass auch der Spielwaren Verband Schweiz nicht mehr an der grössten Spielmesse der Schweiz teilnimmt, erstaunt ein wenig.

Der Verein Spiel des Jahres hat an der Suisse Toy immer eine wichtige Position eingenommen, mit vielen Spielen im Angebot, die sonst nicht vor Ort hätten ausprobiert werden können. Geschäftsführer Guido Heinecke hat in seinem Spielraum, einer Art Kolumne auf der Spiel des Jahres-Webseite, bereits Probleme angesprochen (Zum Artikel – Kein Wunder von Bern). So erstaunt denn nicht: Auch der Verein Spiel des Jahres ist 2018 NICHT in Bern dabei. Guido Heinecke erklärt aber gegenüber brettspielblog.ch, dass für 2019 noch alles offen sei. Sie wären gerne wieder auf einer grossen Spieleveranstaltung in der Schweiz vertreten.

Suisse Toy ClassicDie Suisse Toy hat in den letzten Jahren einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Sicher hat das Fehlen einiger Anbieter dazu beigetragen, zwischenzeitlich war die Aufteilung aller Veranstaltungen in den Messehallen von Bern sehr unglücklich gewählt. Sie hat sich trotzdem entwickelt. Die Ausgabe 2017 empfand ich viel harmonischer als vorher. Viel mehr Spieltische, ein kompakter Brett- und Kartenspielbereich und eine ansprechende Besucherzahl. Nur das Manko der fehlenden Verlage konnte nicht behoben werden. Die Vielfalt muss nicht derart gross sein wie in Essen, doch die Chance, das Schweizer Publikum an die Brettspiele heranzuführen, ist nie grösser als in Bern. Das sollten sich die Verlage nicht entgehen lassen. Ich denke auch, dass in der Schweiz ganz gut eine grosse Spielveranstaltung existieren kann. Gerade in einer Zeit, in der das Spielen wieder boomt.

Daher bin ich gespannt, wie die Messeleitung ihre Neukonzeptionierung ausrichtet. Die Ausgangslage hat sich ganz plötzlich stark verändert. Ob sich das mit einer Pause wieder einrenken lässt? Ob sich die vielen, gewichtigen Absenzen wieder so schnell an die Messe locken lassen? Die Spannung steigt, und verbindet sich mit Skepsis, wenn man sich die Entwicklung der letzten Jahre betrachtet. Doch das Ziel bleibt: Die Schweiz braucht eine grosse Spielveranstaltung im Bereich der Brett- und Kartenspiele.

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