Mr. Jack Pocket – Spielkritik

Mr. Jack muss gefasst werden. Er hat sich in den Vierteln von London versteckt und Holmes, Watson und ihr Hund Toby versuchen, die Identität von Mr. Jack herauszufinden.

Mr. Jack Pocket ist ein Spiel für 2 Personen und die Rollen sind klar verteilt: Detektive gegen Räuber. Das Spielfeld besteht aus 9 Quadraten in der Tischmitte. Auf den Quadraten sind Strassen und Gassen in den Vierteln Londons eingezeichnet. Zudem befindet sich in der Mitte jedes Quadrates eine Spielfigur. Mr. Jack nimmt nämlich die Identität einer dieser Figuren an. Mittels Ausschlussverfahren ermitteln die Detektive so lange, bis nur noch eine Figur übrig bleibt.

Mr. Jack Pocket verläuft in 2 Phasen. Im ersten Teil werden vier Aktionsplättchen in die Luft geworfen. Die sichtbare Seite zeigt die Möglichkeiten von Phase 1 an. Die Reihenfolge ist vorgegeben: Aktion 1 und 4 gehören dem einen Spieler, Aktion 2 und 3 dem anderen. Mr. Jack oder die Detektive können nun Kärtchen verschieben oder drehen, sie können einen der drei Detektive um die Spielquadrate fahren oder eine Alibikarte ziehen und so eine Person vom Verdacht entlasten.

In Phase 2 kommt es zur Zeugenaussage. Mr. Jack muss zugeben, ob er für die Detektive sichtbar oder unsichtbar ist. Sichtbar ist er nur, wenn die Detektive freie Sicht auf seine Spielfigur in den Gassen von London haben. Sehen die Detektive Mr. Jack nicht, so geht die Spielrunde an den Räuber. Er bekommt den Rundenmarker, auf dem auch eine Sanduhr zu finden ist. Mr. Jack ist Gewinner des Spieles, wenn er insgesamt 6 Sanduhren gesammelt hat. Die kann er auch mit dem Ziehen einer Alibikarte in Phase 1 gewinnen. Bei manchen Spielfiguren finden sich nämlich auch Sanduhren mit auf der Karte. Die Detektive drehen auf jeden Fall nach der Zeugenaussage alle Spielfeldquadrate mit Figuren, die sie als Täter ausschliessen können, auf die Rückseite. So wird auch für Mr. Jack die Luft immer dünner.
Die Räuberjagd läuft über insgesamt 8 Runden. Am Schluss gewinnt Gut oder Böse.

Fazit:
Mr. Jack Pocket ist wirklich ein spannendes Spiel für Zwei. Das Spielmaterial ist handlich, gut verpackt und verbreitet Atmosphäre. Mr. Jack Pocket ist auch ein Spiel für Taktiker. Es bietet viele Möglichkeiten und verzeiht nicht den kleinsten Fehler. Ob als Jäger oder Gejagter sollte man immer wachsam sein und einen Schritt voraus denken. Durch das zufällige Legen der Quadrate und die wechselnde Identität von Mr. Jack verläuft auch jede Partie anders. Die Spielzeit ist angenehm kurz. Eine klare Empfehlung.

Mr. Jack Pocket | Autoren: Bruno Cathala und Ludovic Maublanc | Verlag: Hurrican
Brettspiel für 2 Personen | Spieldauer: 20-30 Minuten | Benötigt: Kombinationsgabe und taktische Weitsicht | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Hurrican und Swissgames für ein Rezensionsexemplar von Mr. Jack Pocket !

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Pergamon

Bei eggertspiele erscheint 2011 das Brettspiel Pergamon. Stefan Dorra und Ralph zur Linde haben ein Spiel für Archäologen erfunden, bei dem man möglichst wertvolle Fundstücke bergen muss.

Pergamon verläuft über 12 Runden mit einer Spielzeit von etwa 60 Minuten. Mit Forschungsgeldern muss man seine Ausgrabungen finanzieren. Die so geborgenen Fundstücke lassen sich zu Sammlungen zusammenstellen, die im Museum ausgestellt werden. Je besser die Sammlung, desto mehr Besucher werden angelockt. Denn die Anzahl der Besucher entscheidet, wer das Spiel gewinnt.

Pergamon soll an der Messe Nürnberg vorgestellt werden.

> Zur Spielkritik von Pergamon
> Homepage Stefan Dorra

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Voll in Fahrt – Spielkritik

Was ist ein Kinderspiel und wo beginnt das Erwachsenenspiel? Bei Voll in Fahrt ist das eine schwierig zu beantwortende Frage. Wohl auch darum hat sich AMIGO zum Begriff Familienspiel durchgerungen. Und liegt damit nicht einmal schlecht. Voll in Fahrt ist ein Rennspiel mit Lokomotiven, das sowohl Kinder wie auch Erwachsene anspricht.

Beim Wettrennen können bis zu 4 Spieler um den Titel des Weltmeister kämpfen. Jeder Spieler muss dabei 3 seiner 4 Dieselloks ins Ziel bringen. Wer das als Erster schafft, gewinnt.

Voll in Fahrt spielt auf einem Schienenrundkurs mit 3 Gleisen. Das Schienennetz hat jedoch vier grosse Lücken. In diesen Lücken liegen 3 Rangierbrücken, die durch einen Farbenwürfel bei jedem Spielzug verschoben werden. So ist man nie sicher, ob der gerade noch vorhandene Weg nicht plötzlich das Gleis wechselt oder in einem Prellbock endet. Jede Fahrt neben die Schienen oder in den Prellbock wird sofort bestraft – die Lok muss zurück an den Start.

3 Würfel bestimmen das Spielglück beim Wettrennen. Der Farbenwürfel wählt die zu verschiebende Rangierbrücke, die beiden Zahlenwürfel zeigen die Punkte an, die man vorwärts fahren darf. Prallt man beim Fahren in eine andere Lok, so nimmt diese Fahrt auf und fährt die Würfelzahl zu Ende. Auf diese Weise kann man seine eigenen Loks vorwärts treiben oder aber auch die Loks seiner Gegner ins Aus stossen, so dass sie wieder von vorne beginnen müssen. Bei einem Würfelpasch darf man mit der gleichen Lok sogar noch einmal fahren – und hoffen, dass der Weg frei ist.
Wer mit der eigenen Lok ins Ziel fährt, darf sie in den Lokschuppen stellen. Bei 3 gleichfarbigen Loks im Schuppen endet das Spiel sofort. Achtung: Eine ins Ziel geschubste Lok muss wieder zurück an den Start.

In der Schachtel inbegriffen sind zudem Reparaturkärtchen, die eine Spielvariante ermöglichen, mit der eine Lokomotive gezielt auf die Rennstrecke geschickt wird.

Fazit:
Voll in Fahrt ist ein lustiges Rennspiel – wer am besten würfelt, gewinnt. Es läuft einiges und wenig ist weit voraus planbar. Das Spiel ist schnell erlernt. Je mehr Spieler mitmachen, desto grösser wird die Schubserei auf den Schienen. Und die ist ein wichtiges taktisches Mittel in diesem Spiel. Kinder spielen Voll in Fahrt gerne. Die Lokomotiven sind schön anzusehen, das Spiel wirkt. Und selbst Erwachsene haben Spass an diesem einfachen Spiel mit Ärgerfaktor.

Voll in Fahrt | Autor: Bob Lindner | Verlag: AMIGO
Familienspiel für 2 – 4 Personen | Spieldauer: 30-45 Minuten | Benötigt: Würfelglück beim Schienengeplänkel | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an AMIGO und Carletto für ein Rezensionsexemplar von Voll in Fahrt !

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Cargo Noir

Ab März 2011 soll das neue Spiel von Days of Wonder erhältlich sein. Cargo Noir heisst es, ist von Serge Laget und spielt in den 50er Jahren. Die Spieler handeln mit Schmugglerware in verschiedenen Häfen und müssen Frachtschiffe aussenden um verschiedene Waren zu erhalten.

Cargo Noir soll schnell erlernt sein und viele Wege zum Sieg bieten. Spannend auch das Versprechen: Cargo Noir ist eines der seltenen Handelsspiele, das mit 2 Spielern genau gleich gut funktioniert wie mit mehreren.

Schon sehr gelungen finde ich aber den Comic-Stil, mit dem Cargo Noir gestaltet wurde. Die Figuren wirken lebhaft und machen neugierig auf mehr. Auf der Homepage von Days of Wonder findet man in einem kleinen Film schon einmal einen Vorgeschmack zu Cargo Noir. Zudem gibt es dort jede Menge Bilder und Infos zur Entstehung des Spieles.

> Spielkritik Cargo Noir
> Link zu Cargo Noir

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Geschenkt ist noch zu teuer – Spielkritik

Wie einfach kann ein Kartenspiel eigentlich sein? Oder wie einfach darf es sein? Geschenkt… ist noch zu teuer versucht den Rekord der Einfachheit zu erstellen. Das Spiel besteht aus Zahlenkarten und Chips. Los geht’s!

Die Zahlenkarten mit den Zahlen zwischen 3 und 35 werden gemischt. 9 Karten werden aus dem Spiel genommen, die restlichen Karten bilden einen Stapel in der Mitte. Zudem bekommt jeder Spieler 11 Chips.

Der Startspieler deckt die oberste Zahlenkarte auf und entscheidet, ob er sie zu sich nehmen will oder doch lieber dem nächsten Spieler überlassen soll. Behält er sie nicht, legt er einen seiner Chips als Abfindung drauf. Dann soll der nächste Spieler entscheiden. Der Wert der gesammelten Karten zählt als Minuspunkte, die beigelegten Chips sind Pluspunkte. Wenn keine Karten mehr übrig sind wird mit Minus und Plus der Sieger ermittelt.

Eine Chance hat jeder Spieler aber noch: Kann er mit seinen gesammelten Karten eine Reihe bilden (egal wie lange), so zählt nur noch die tiefste Karte für die Minuspunkte. Reihen bilden ist also super, aber Vorsicht – es sind ja nie alle Karten im Spiel. So kann es also vorkommen, dass man auf eine Karte wartet, die nie kommt.

So einfach ist Geschenkt… ist noch zu teuer. Ich hoffe, es wurde nicht noch extra ein Grafiker für die Spielkarten engagiert. Denn selbst die Karten könnten nicht einfacher sein. Das Spiel hat also wirklich System.

Fazit:
Geschenkt… ist noch zu teuer ist schlicht, einfach, sehr schnell erklärt, dauert nicht lange und macht trotzdem Spass. Einfache Spiele können eben auch gut sein. Ein gewisser Glücksfaktor ist sicher dabei, bei der Kürze des Spieles stört er aber nicht – man spielt einfach. Und so beginnt schnell noch eine Partie und noch eine… Ein einfaches Spiel, um den Abend ausklingen zu lassen.

Geschenkt… ist noch zu teuer | Autor: Thorsten Gimmler | Verlag: AMIGO
Kartenspiel für 3 – 5 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Benötigt: Eine einfache Taktik mit ein wenig Chips | Wiederspielreiz: gross

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