Mondo – Spielkritik

Mondo – Erschaffe eine neue Welt. Oder noch besser, puzzle sie dir, solange du kannst. Spätestens wenn der schrille Timer ruft, kehrst du wieder auf den Boden der Realität zurück. Doch bis dahin gibt es einiges zu tun.

Das Spiel von Michael Schacht besteht vor allem aus beidseitig bedruckten Landschaftsplättchen: Mit Tier oder ohne, mit Vulkan oder ohne, mit Wald, Steppe, Wüste oder Wasser – aber niemals ohne. Die Plättchen liegen kreuz und quer in der Tischmitte verteilt. Auf der eigenen Weltentafel muss man nun innert weniger Minuten kreativ sein. So eine Welt ist ja schnell gebaut. Doch da gibt es einige Vorgaben. Die Plättchen werden nur mit einer Hand gesichtet, auf keinen Fall gewühlt und es darf immer nur ein Plättchen in der Hand sein. Ist ein Plättchen erst gelegt, wird es gar nicht mehr bewegt! Und auf jeden Fall hilfreich ist es, wenn die Landschaften ineinander passen. Wer mit der eigenen Welt zufrieden ist, kann sich noch einen Bonuschip nehmen. So kann man das Spiel mit Zusatzpunkten selber beenden, bevor es der Timer tut.

Für eine schöne Welt gibt es auch viele Punkte. Auf einigen Plättchen sind Tiere zu finden. Jedes Tier bringt einen Punkt. Passende und komplette Landschaften bringen sogar 2 Punkte. Ein allfälliger Bonuschip erhöht das Puntekonto auch noch.
Nun werden aber die Vulkane gezählt. Wer am meisten aktive Vulkane in seiner Welt hat, bekommt dementsprechend Minuspunkte. Freie Felder auf der Weltenkarte und falsch angesetzte Landschaftsplättchen bringen ebenfalls Minuspunkte. So werden die Punkte für eine Runde errechnet. Der Gewinner erhält für die nächste Runde ein Handicap. Bei ihm zählen nun nicht nur die aktiven, sondern auch die inaktiven Vulkane auf der Insel. Ja, so ungerecht kann die neue Welt auch sein.
Nach drei Runden ist Schluss und der Sieger nach Punkten steht fest.

Nun lässt sich der Schwierigkeitsgrad aber steigern. Denn es gibt noch ein Fortgeschrittenenspiel und ein Expertenspiel. In beiden Spielen bleibt weniger Zeit für die Schöpfung. Im Fortgeschrittenenspiel gibt es eine zufällige Sondermission, die 4 Plus- oder Minuspunkte bringt. Da zählen zum Beispiel die meisten Seen, die meisten Wassertieren, der grösste Wald etc.
Im Expertenspiel liegen Zusatzaufgaben auf. 2 von ihnen kann man sich während des Spiels holen. Sie geben unterschiedlich Punkte, wenn sie bei Spielende erfüllt sind, sonst eben Punktabzug.
Mit einer Solovariante kann Mondo sogar alleine gespielt werden – Training eben.

Fazit:
Mondo hat in allen Spielrunden überzeugt. Das Spiel ist sehr flexibel und kann je nach Art der Mitspieler angepasst werden. Die Spielzeit kann nach Absprache beliebig angesetzt werden, so wird es auch für Kinder interessant. Vielspieler suchen in diesem rasanten Legespiel vielmehr nach der Perfektion ihrer Kreation. Defizite werden mit dem Erfüllen geeigneter Missionen wettgemacht. Jedes Spiel verläuft anders. Und oft wandert das gerade gesuchte Plättchen vor den Augen in die Welt eines Mitspielers, der eben schneller war. Mondo ist toll. Mondo macht Spass. Eine neue Welt hat sich aufgetan…

Mondo | Autor: Michael Schacht | Verlag: Pegasus Spiele
Legespiel für 1-4 Personen | Spieldauer: 20-30 Minuten | Benötigt: Auge und Hand beim Erschaffen von Land | Wiederspielreiz: hoch

Besten Dank an Pegasus Spiele für ein Rezensionsexemplar von Mondo!

> Spielkritik zu den Mondo Erweiterungen Set A + B

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Hornet – Spielkritik

Hornet (Hornissen) ist ein Brettspiel aus Finnland. Das Cover verspricht kein freundliches Spiel, denn auf der Schachtel droht eine Hornisse bereits mit ihrem Stachel. Ob das im Spiel so weiter geht?

Bei Hornet muss man in möglichst vielen Nestern viel Honig produzieren. Hat man drei Nester eingenommen, ist man siegreich. Das Strategiespiel kommt aus Finnland. Ich mag Finnland sehr. Was treiben wohl die Finnen in ihren langen, dunklen Winternächten? Klar, sie spielen!
Das Rundenbrett führt die Spieler über die Wiese. Es zeigt entweder eine Aktions- oder eine Wertungsrunde an. In den Aktionsrunden zieht man zwei verdeckte Handkarten. Mit ihnen bewegt man seine 2 Hornissen auf dem Spielfeld. Das Spielfeld besteht aus Sechsecken, auf denen Nester, Wiesen und Büsche eingezeichnet sind. Nektar liegt auf den Wiesen und Honig in den Nestern. Mit den Aktionskarten kann man mit seinen Hornissen Nektar sammeln, Honig produzieren oder fliegen. Das macht man entweder auf die sichere Art oder man wählt die Risikovariante. Logisch, dass man bei der Risikovariante mehr gewinnen kann. Zieht ein anderer Spieler aber auch eine ähnliche Karte, so kriegt man eine Strafe aufgebrummt. Man sollte sich also auch imer gut überlegen, was die Mitspieler wohl planen. Mit gewonnenem Nektar kann man dann Honig produzieren, oder auch welchen der Gegenspieler vernichten.

Zeigt das Rundenbrett eine Wertung an, wird im jeweiligen Nest der Honig gezählt. Wer am meisten Honig drin hat, übernimmt das Nest und gewinnt den ersten Punkt. Bei drei Nest-Punkten endet das Spiel.
Hornet ist ein taktisches Spiel, das viele Varianten offen lässt. Es lässt bei der Honigproduktion sogar die Wahl, ob man seinen Honig mit Nektar redlich bezahlen möchte, oder ob man seinen Ertrag (ein wenig günstiger) durch Münzenwerfen bestimmen will.

Fazit:
Hornet ist ein gutes Strategiespiel. Ein Spiel, bei dem man die eigenen Bedürfnisse immer auch an die Spielzüge der Mitspieler anpassen sollte. Das Material ist hervorragend und das Spiel schnell erlernt, obwohl es viele spielerische Möglichkeiten bietet. Thematisch hat das Spiel nicht so recht überzeugt. Hornissen sind in erster Linie Jäger und weniger Sammler und Honigproduzenten. Die etwas aggressiven Illustrationen passen irgendwie auch nicht zum Spiel. Das trübt den Gesamteindruck ein wenig – und lenkt vom guten Mechanismus und Kern des Spiels ab. Finnland mag ich aber deswegen immer noch sehr.

Hornet | Autoren: Jani & Tero Moliis | Verlag: lautapelit/Asmodee
Strategiespiel für 2-5 Personen | Spieldauer: ca. 45-60 Minuten | Benötigt: Den richtigen Riecher im Umgang mit Hornissen | Wiederspielreiz: ok

Besten Dank an Swissgames und Asmodee für ein Rezensionsexemplar von Hornet!

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Strasbourg

Stefan Feld arbeitet zurzeit recht aktiv an Brettspielen. Zumindest haben gerade einige seiner Spiele den Markt bereichert. Nun erscheint schon bald Strasbourg bei Pegasus Spiele.

Das Strategiespiel spielt im 15. Jahrhundert in Strassbourg. Die Stadt wird stark beherrscht von den Handwerkszünften. In der Rolle aufstrebender Familien versuchen die Spieler aber nun auch Einfluss zu nehmen und Macht zu gewinnen. Die Familienmitglieder sollen als Lehrlinge, Gesellen, oder Meister in den Zünften untergebracht werden. Wer am meisten Prestigepunkte erringt, geht als Sieger aus Strasbourg.

Strasbourg wird als leicht erlernbares Strategiespiel angekündigt und erscheint im April im Handel. Auf der Homepage von Pegasus kann man bereits einen Blick in die Spielregeln werfen.

Update 6.April 2011: Ab sofort ist Strasbourg im Handel erhältlich.

> Spielkritik zu Strassbourg
> Spielregeln zu Strasbourg

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Spiel des Monats – Pergamon

Jeden Monat findet auf www.brettspielblog.ch ein Preisvergleich eines ausgewählten Spieles statt. Wo bekomme ich das Spiel am günstigsten? Aufgeführt werden ausschliesslich Schweizer Anbieter. Zum kleinen internationalen Vergleich ziehe ich jeweils Amazon.de bei.

Im März 2011 vergleiche ich die Preise von Pergamon (Verlag: eggertspiele). Autoren des Spieles sind Stefan Dorra und Ralf zur Linde.

Über das Spiel:

Bei Pergamon geht es um Ausgrabungen wertvoller Fundstücke, die im Museum, zu interessanten Sammlungen kombiniert, ausgestellt werden sollen. Ein interessantes Spiel mit einem spannenden Versteigerungsmechanismus um die Gunst der Museumsbesucher.

Preisvergleich Pergamon - 27. März 2011

AnbieterLadenpreisPreis inkl. Versandkosten
Book.ch38.90 Fr.38.90 Fr.
Bol.ch24.10 Fr.24.10 Fr.
Ex Libris / exlibris.ch37.90 Fr.37.90 Fr.
Spielbude.ch38.50 Fr.43.00 Fr.
Storyworld.ch23.75 Fr.23.75 Fr.
Weltbild.ch30.90 Fr.38.85 Fr.
Amazon.de---------------41.10 Fr.
Preisvergleich des Brettspiels Pergamon. Grün markiert: Der günstigste Preis mit und ohne Versandkosten.

Bei Pergamon ist die Preisspanne nicht so hoch, wie sie bei anderen Spielen auch schon war. Storyworld.ch und Bol.ch haben einen Abstand zur Konkurrenz. Nicht konkurrenzfähig ist diesmal Amazon.de. Das Problem tritt beim deutschen Internetriesen immer dann auf, wenn andere Händler für ihn die Waren anbieten. Dann sind derart hohe Versandkosten fällig, dass selbst ein tiefer Euro die Preisdifferenz nicht mehr wettmachen kann. (Umrechnungskurs 27.03.2011)
Und trotzdem gilt auch dieses Mal wieder: Ein Preisvergleich lohnt sich!

> Spiel des Monats Februar 2011: Safranito

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Neue Welten – Spielkritik

Neue Welten besteht in erster Linie aus ganz vielen Karten. Sie helfen, das eigene Weltbild ein wenig einzugrenzen. Denn in diesem Spiel ist es entscheidend, wie ich die Welt sehe. Und zudem auch ein wenig, wie sie von meinen Mitspielern gesehen wird.

Auf 275 ES-Kärtchen sind Wörter notiert. Jeder Spieler erhält 12 Kärtchen davon als Vorrat. Ein Spieler in der Runde wird zum Individuum, das erläutert, wie es die Welt sieht – das Idewedwes. Das Idewedwes zieht eine MeineWelt-Karte. Davon gibt es 55. Sie sind beidseitig mit unvollendeten Sätzen bedruckt. Das Idewedwes liest den Satz vor, die Mitspieler ziehen verdeckt ein passendes ihrer Es-Kärtchen dazu. Ergänzt mit einem ES-Kärtchen des Nachziehstapels werden sie gemischt und danach offen ausgelegt.

Nun wählt das Idewedwes das Kärtchen aus, das seiner Meinung am besten zum vorliegenden Satz passt. Die Wahl ist frei und unbeeinflussbar. Zieht es ein Kärtchen eines Mitspielers, so gewinnt der einen Punkt in Form der MeineWelt-Karte. Der Punktegewinner wird in der nächsten Runde zugleich zum neuen Idewedwes. Wird aber das ES-Kärtchen des Stapels gewählt, so muss es selber einen Gewinnpunkt abgeben – wenn es denn schon einen hat. Zudem bleibt es auch in der nächsten Runde das Idewedwes. Die verwendeten ES-Kärtchen werden nach jeder Runde ersetzt, ausser beim Punktegewinner. Er hat ab sofort ein Kärtchen weniger zur Auswahl.

Das Spiel endet, wenn ein Spieler eine bestimmte Anzahl Gewinnpunkte eingefahren hat. Je nach Anzahl der Mitspieler ist das unterschiedlich oder kann sogar selber vorgängig bestimmt werden.

Neue Welten bietet auch Sätze mit zwei oder drei Leerstellen. Dann muss man eben auch zwei oder drei ES-Kärtchen auswählen. Einige ES-Kärtchen sind auch international ausgerichtet. Sie haben eine Variante für Deutschland, Österreich und die Schweiz aufgeführt. Das gibt manchmal sehr witzige Kombinationen, wenn man sie quer liest. Horst Schlämmer aus Deutschland, Kaiser Robert Heinrich I. aus Österreich und Mike Shiva aus der Schweiz werden im gleichen Atemzug genannt. Wer alle drei Figuren kennt, kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Fazit:
Neue Welten ist ein einfaches, tolles Spiel für eine lustige Spielrunde. Da werden Sätze gebildet, über die man sich manchmal sehr wundern muss. Das Idewedwes wählt so aus, wie es niemand erwartet hätte. Und mit der eingefügten Karte des Nachziehstapels erhält das Spiel eine zusätzliche Unberechenbarkeit. Kurz: Neue Welten macht Spass! Auf leeren Kärtchen ist der eigenen Kreativität noch freien Lauf gelassen – also nur zu!
Neue Welten ist ein eigenständiges Spiel, kann aber auch mit Wie ich die Welt sehe kombiniert werden und ist so in einer noch grösseren Spielrunde einsetzbar.

Neue Welten | Autor: Urs Hostettler | Verlag: Fata Morgana / Abacusspiele
Kartenspiel für 3-5 Spieler | Spieldauer: ca. 30 Minuten | Benötigt: Weltkenntnis, Menschenkenntnis, Kärtchenkenntnis, Grammatikkenntnisse | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Fata Morgana für ein Rezensionsexemplar von Neue Welten!

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