Banana Jump – Spielkritik

Der Affe Baboon hat in Banana Jump sein Maul wieder einmal zu weit aufgerissen. Er will schneller von Baum zu Baum um die Lichtung des Urwalds springen als seine Freunde, wenn sie den direkten Weg nehmen. Das lustige Wettrennen kann nur gemeinsam gegen Baboon gewonnen werden. Am Schluss macht aber trotzdem ein einzelner Spieler das Rennen.

Jeder Spieler wählt sich zu Beginn eine Tierart aus. Die Spielfiguren sind aus Holz und in 5 verschiedenen Farben. Der Affe Baboon kommt auf seinen Startbaum an den Rand des Spielbretts. Der Weg von Krokodil, Schlange, Löwe, Nashorn und Elefant sind auf dem Spielbrett vorgezeichnet, aber noch dürfen sie nicht aufs Brett. Sämtliche Spielfelder sind mit einer Farbe gekennzeichnet.
2 Farbwürfel bestimmen das Spielgeschehen. Es werden immer beide Würfel benutzt. Zeigen die Würfel eine Farbe an, so darf man ein beliebiges Tier (auch das seiner Mitspieler) auf ein passendes Farbfeld stellen. Der Weg vom Start bis zum Ziel muss dabei aber eingehalten werden. Kann ein Spieler keinen Farbwunsch erfüllen, rückt Baboon vor. Eine gewürfelte Banane ist ein Joker. Mit ihr darf man ein beliebiges Tier setzen oder den Affen Baboon auf seinem Weg ein Feld zurückziehen. Würfelt man ein Äffchen, so bringt das Baboon seinem Ziel sofort einen Schritt näher.

Nur ein gemeinsames Vorgehen gegen Baboon kann den Affen bremsen. Oft genug ist er im Spiel eine Nasenlänge voraus. Nun fordert Banana Jump aber eine Entscheidung. Die Münzen belohnen taktisches Spiel. Münzen werden ausgeteilt, wenn ein Spieler sein eigenes Tier in den Urwald setzen kann, oder wenn eine waagrechte oder senkrechte Reihe vollendet wird.

 
Banana Jump endet, wenn alle Tiere aufs Brett gesetzt worden. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Münzen. Hat Baboon allerdings vorher seine Runde beendet, so verlieren alle Spieler. Die Affen rasen eben manchmal durch den Wald…

Fazit:
Banana Jump ist ein einfacher und anpassungsfähiger Würfel-Wettlauf. Mit kleinen Kindern können die Münzen weggelassen werden, so spielen alle gegen den Affen. Und das macht grossen Spass. Doch die Münzen sind das Salz in der Suppe. Spielt man nun egoistisch, riskiert man den Sieg von Baboon. Will man gewinnen, muss man an die Münzen kommen. Durch das Setzen der gegnerischen Tiere verhindert man geschickt deren Punkte. So hat Banana Jump mehr spielerischen Tiefgang, wie man auf den ersten Blick vermutet. Und trotzdem bleibt es in erster Linie ein kurzes, einfaches Wettrennen mit tollem Spielmaterial, das nicht nur den ganz Kleinen Spass macht.

Banana Jump | Autor: Max Gerchambeau | Verlag: Winning Moves
Brettspiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Benötigt: Den farbigen Durchblick im grünen Urwald | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carletto und Winning Moves für ein Rezensionsexemplar von Banana Jump!

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Felinia – Spielkritik

Felinia ist ein Handelsspiel mit tierischem Hintergrund, denn es spielt in Katzburg. Im Austausch gegen kostbare Waren dürfen auf dem neuen Kontinent Felinia Handelsposten errichtet werden. Felinia ist ein Brettspiel mit einem etwas abstrakten Thema.

Vor jedem Mitspieler liegt eine Spielertafel, auf der man sein Guthaben markiert und Warenplättchen lagert. Zudem besitzt jeder noch eine Menge Händler und 3 Bietsteine. Auf dem grossen Spielfeld in der Spielmitte liegen der Markt von Katzburg und die Provinzen von Felinia. Getrennt werden sie durch das Meer. 4 grosse Handelsschiffe verbinden die beiden Welten miteinander und sorgen für den Austausch.

Felinia startet mit der Setzphase. Die ist ähnlich wie bei der Speicherstadt und funktioniert ebenso gut. Die Anzahl der Setzsteine vor Ort bestimmt den Preis der Waren. Statt auf Waren zu setzen, kann man sich aber auch für Geld entscheiden, das auf der Spielertafel gutgeschrieben wird. Oder man tauscht bei der Händlergilde Waren um – gegen passende Ware und Gewürze. Gewürze und Warenplättchen darf man jederzeit im Verlaufe des Spiels in Geld umwandeln.
Haben alle Spieler gesetzt, so wird gehandelt. Der oberste Bietstein darf zuerst eine Ware kaufen. An jedem Marktstand liegen drei Waren zur Auswahl. Bei einem erfolgreichen Handel kann man, je nach Möglichkeit, ein Handelsschiff mit einem seiner Händler beladen. Dafür muss man allerdings die passende Ladung abgeben. Jedes Schiff ist mit der gewünschten Ladung und der Anzahl Plätze angeschrieben. Zudem steht noch die Abreiszeit auf jedem Schiff. Nach abgeschlossenem Handel laufen entweder alle voll besetzten Schiffe oder nur das mit der frühesten Abreisezeit aus. So verlässt sicher in jeder Runde ein Schiff den Hafen und wird erneuert – manchmal eben ohne Passagiere.

Auf Felinia angekommen, machen sich die Händler auf, um die neue Provinz zu besetzen. Dazu darf man 2 Handelsplättchen umdrehen. Auf den Plättchen sind Katzen abgebildet, sie bringen am Spielende Punkte ein. Auf eines der beiden Provinzfelder zieht nun der Händler mit höchstens drei Schritten, nimmt sich das Handelsplättchen und bleibt dort stehen bis Spielende.

Sind alle Händler angekommen, beginnt wieder eine neue Setzphase mit gefüllten Märkten. Felinia endet, wenn ein Spieler seinen letzten Händler auf die Reise schickt oder wenn keine neuen Schiffstafeln mehr ins Spiel kommen. Dann wird abgerechnet. Entscheidend ist die Anzahl der errungenen Handelsplättchen – je mehr Katzen der gleichen Sorte man besitzt, desto mehr Punkte bringen sie ein. Aber auch die Händler auf dem neuen Kontinent zählen. Grosse Händlergruppen in aneinander liegenden Provinzen bedeuten auch mehr Siegpunkte.

 
Im Profispiel spielt man auf einer neuen Karte, die auf der Rückseite des Spielbretts gezeichnet ist. Felinia und die Provinzen liegen dort anders. Zudem kommen Proviantkarten, geheimnisvolle Orte und Sonderplättchen ins Spiel. Mit Proviant vergrössert sich der Bewegungsradius auf Felinia, geheimnisvolle Orte und die Sonderplättchen bringen extra Punkte bei Spielende.

Fazit:
Felinia hat eigentlich alles, was ein gutes Handelsspiel braucht. Und davon hat es beinahe zu viel. Die Mechanismen funktionieren, doch das Spiel wirkt unübersichtlich. Es wird geboten, gehandelt, gezogen und gesetzt. Und bei jeder dieser Aktionen muss man auf andere Begebenheiten achten. Und dabei habe ich noch nicht einmal das sonderbare Thema erwähnt. Es wirkt aufgesetzt, gewöhnungsbedürftig. Dennoch: Felinia ist kein schlechtes Spiel. Es spielt sich flott, der Spielablauf passt, die Handelsschiffe sind ein Hit. Doch zum Dauerbrenner fehlt ihm das gewisse Etwas.

Felinia | Autor: Michael Schacht | Verlag: Matagot
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 60-90 Minuten | Benötigt: Den totalen Durchblick auf Samtpfoten in jeder Aktion | Wiederspielreiz: geht so

Besten Dank an Swissgames und Matagot für ein Rezensionsexemplar von Felinia!

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Suisse Toy 2011

Vom 28. September – 2. Oktober 2011 öffnet in Bern die Suisse Toy ihre Tore. Die grösste Spielzeug-Ausstellung der Schweiz präsentiert auch Brett- und Kartenspiele. Was die Schweiz rund einen Monat vor der Spiel 11 in Essen zu bieten hat, verrät Bruno Zaugg –Bereichsleiter Messen Spiel & Hobby und Gastveranstaltungen von BERNEXPO. Denn Brettspielblog.ch hat nachgefragt:

Welchen Stellenwert hat die Suisse Toy im Messekalender von Bern?
Bruno Zaugg (B.Z.): Die Suisse Toy läutet das Weihnachtsgeschäft in Bern ein. Und viele Kinder, Jugendliche und Familien freuen sich die Herbstferien mit der Suisse Toy einzustimmen. Aber auch national gesehen, ist die Suisse Toy der grösste Spielevent der Schweiz.

Was erwartet die Besucher an der Suisse Toy dieses Jahr an Neuheiten?
B.Z.: Die Suisse Toy ist bekannt, dass sie Spiele, welche in den nächsten Wochen oder gerade eben im Handel erschienen sind, präsentiert. Im Schweinwerferlicht stehen in der neuen Halle für Gesellschaftsspiele aktuelle Spiele des Jahrgangs 2011, wie die Preisträgerspiele «Qwirkle» (Spiel des Jahres), «Da ist der Wurm drin» (Kinderspiel des Jahres) oder «7 Wonders» (Kennerspiel des Jahres). Zudem widmet sich die Suisse Toy dank dem neuen Bereich CREAKTIV erstmals Liebhabern des kreativen Gestaltens und Werken Raum für das Arbeiten mit diversen Werkstoffen.

Spielautoren lassen sich dieses Jahr bei ihrer Arbeit über die Schulter blicken. Können sich die Besucher auch aktiv daran beteiligen?
B.Z.: Ja! Die Besucher können mit den Spielautoren ins Gespräch kommen und mit deren neuesten Prototypen spielen. Vielleicht schnappen die Spielautoren die eine oder andere Idee der Besucher auf.

Welche Angebote im Bereich der Brettspiele sind bei Besuchern besonders beliebt?
B.Z.: Besonders neugierig ist das Publikum jeweils auf das Spiel des Jahres und das Kinderspiel des Jahres. Grossen Anklang finden ebenfalls die Spiele im Grossformat oder die Demopulte an denen Kenner und Könner sämtliche Spiele direkt erklären.

Und zum Schluss noch eine persönliche Frage: Welchen Bereich der Brett- und Kartenspiele lassen Sie Sich dieses Jahr nicht entgehen?
B.Z.: Gespannt bin ich auf die Spielautorenzunft! Für einmal sehe ich den Entwickler eines Spieles und nicht einfach die Produktionsfirma. Bei meinem Rundgang durch die Halle der Gesellschaftsspiele werde ich bestimmt bei einigen Spieltischen «hängenbleiben» – ich lasse mich überraschen.

Bruno Zaugg, besten Dank für das Interview! Bald geht es los, ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Messe!

Suisse Toy, Gelände BERNEXPO, Bern
28. Sept. – 2. Okt. 2011 | Täglich 10 – 18 Uhr | www.suissetoy.ch

> Zum Messebericht

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Die Burgen von Burgund – Spielkritik

Das Burgund ist heute vor allem für seine Landwirtschaft bekannt. Speziell die Weinliebhaber werden dort an vielen Ecken fündig. Es gibt allerdings auch diverse Kulturdenkmäler. Als Fürst seines eigenen Fürstentums soll man nun bei Die Burgen von Burgund die Ländereien möglichst vielversprechend ausbauen. Bei diesem Brettspiel muss gebaut werden, denn das bringt Punkte und mit denen gewinnt man. Aber so einfach ist die Sache dann doch nicht…

In der Tischmitte liegt der Spielplan, wo sich alle Spieler bedienen können und die Punkte zählen. Jeder Spieler hat vor sich den Plan eines eigenen Fürstentums liegen und startet mit einer Burg. Das Spielfeld besteht aus vielen sechseckigen, farbigen Feldern mit Würfelzahlen drauf. Diese Fläche gilt es im Laufe des Spiels zu bebauen. Natürlich mit System und möglichst sinnvoll. So unterscheiden sich die Bauplättchen farblich nach verschiedenen Themen: Schiffe, Gebäude, Weiden, Burgen, Minen und Wissensplättchen. Sie liegen, der Mitspielerzahl angepasst, auf dem Spielplan. Gespielt werden 5 Durchgänge mit 5 Spielrunden. Danach wird abgerechnet.
Zusätzlich befinden sich Warenkärtchen im Spiel. Sie werden als Rundenzähler eingesetzt, bringen aber dem Spieler bei einem Verkauf Silberlinge ein, die wieder für den Plättchenkauf verwendet werden können.

Jeder Spieler besitzt 2 Würfel. Gleich zu Rundenbeginn würfeln alle ihre Zahlen, der Startspieler sogar noch einen zusätzlichen Würfel für die Warenkärtchen. Die beiden Würfelzahlen bestimmen die Aktionen der Spieler. Für jeden Würfel darf man eine Aktion durchführen. So kann man Plättchen nehmen, Plättchen in sein Fürstentum bauen, Waren verkaufen oder Arbeiterchips nehmen. A propos Arbeiterchips: Sie reduzieren das Würfelglück und können zur Auf- oder Abwertung einer Würfelzahl verwendet werden. Denn jedes Plättchen darf nur genommen, gebaut oder verkauft werden, wenn es mit der Würfelzahl übereinstimmt.

Jeder Anbau in seinem Fürstentum hat Folgen: Zusatzaktionen, Siegpunkte sofort oder bei Spielende, Silberlinge nach Rundenende, Warenkärtchen etc. Diese grosse Vielfalt belebt Die Burgen von Burgund. Es stehen so viele Möglichkeiten offen, man braucht nur noch die passende zu wählen. Besonders attraktiv sind die Wissensplättchen. Sie bringen regelmässige Vorteile ein. Mit den Silberlingen darf man in einem speziellen Plättchendepot einkaufen gehen.

Für jedes fertige Gebiet in seinem Fürstentum erhält man Punkte. Je eher man es beendet, desto mehr Punkte werden es. Hat man als Erster eine Farbe komplett gelegt, so liegen gar noch Bonuspunkte drin.

Wer seine eigenen Ländereien am optimalsten nutzt, gewinnt Die Burgen von Burgund nach Siegpunkten.

Fazit:
Die Burgen von Burgund ist ein faszinierendes Spiel. Obwohl man die meiste Zeit alleine vor sich hin werkelt, ist der Spielreiz sehr gross. Man hat eigentlich immer das Gefühl, es noch besser zu können. Der Drang zur Optimierung ist der Antrieb für die nächste Partie. Denn Die Burgen von Burgund ist auf keinen Fall perfekt. Die Spielzeit, gerade zu viert und mit grübelnden Spielern, zieht sich arg in die Länge. Farbwahl und Material des Spiels sind auch nicht optimal gewählt. Doch darüber sieht man locker hinweg. Der Spielablauf ist rund, die Möglichkeiten sind riesig und die Illustrationen sind so exakt, dass sich einem das Spiel irgendwie sofort erschliesst. Gerade auch zu zweit ist Die Burgen von Burgund sehr zu empfehlen. Die Spielzeit reduziert sich und das Brettspiel verliert nichts von seiner Attraktivität. Verschiedene Landschaften bringen ein immer wieder neues Spielerlebnis. Und so lässt die nächste Partie nicht lange auf sich warten…

Die Burgen von Burgund | Autor: Stefan Feld | Verlag: alea
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 60-120 Minuten | Benötigt: Die optimalen Plättchen im optimalen Fürstentum zum optimalen Punktgewinn | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Fata Morgana für den zuvorkommenden Service beim Erwerb von Die Burgen von Burgund!

> Interview mit Illustrator Harald Lieske

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Neues von Gameworks 2011

Ein kleiner Spieleverlag hat in den letzten Jahren immer wieder auf sich aufmerksam gemacht. Mit Jaipur ist ein kurzweiliges Kartenspiel für zwei veröffentlicht worden. Oder Sobek: Ein kleines Handelsspiel im Comic-Stil.
Daher schaue ich gespannt auf die Neuheiten dieses Verlages. Und das dürfte eine süsse Versuchung werden, denn die neuen Titel heissen Bonbons und Tschak!

Bonbons | Autor: Marc André
Wer kann dieser süssen, kleinen Bonbonschachtel schon widerstehen? Das Spiel um Bonbons benötigt ein gutes Gedächtnis, aber auch ein wenig Strategie, um an die Süssigkeiten zu kommen. Ein wunderschön illustriertes Spiel für 2-6 Personen, das höchstens 20 Minuten dauert.

> Spielkritik Bonbons

Tschak! | Autor: Dominique Ehrhard
In diesem abenteuerlichen Kartenspiel sollen möglichst viele Schätze geborgen werden. Gefährliche Kreaturen wollen dieses Vorhaben jedoch verhindern. Jeder Spieler spielt dabei mit den gleichen Karten und setzt daraus seine Abenteurer zusammen. Tschak! spielt sich in etwa 40 Minuten und ist für 2-4 Abenteurer.

Beide Spiele erscheinen Ende Oktober im Handel.

 

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