Das Geheimnis von Monte Cristo – Spielkritik

Beim Geheimnis von Monte Cristo machen sich Abenteurer auf den Weg, um Schätze aus dem Burgverlies des Chateau d’If zu holen. Mit Ruderbooten starten sie in diesem Brettspiel von Marseille aus auf die Insel.

Zentral ist der Action Slide beim Spiel. Hinter diesem modernen Namen verbergen sich Kugeln in der jeweiligen Spielerfarbe, die auf einer Kartonrutsche die Zugreihenfolge weisen. Nach jedem Zug muss die vorderste Kugel in eine andere Reihe verschoben werden. So muss man strategisch vorausdenken, um sich eigene Vorteile zu sichern.

Gespielt wird Das Geheimnis von Monte Cristo auf einem grossen Brett in der Tischmitte. Dort steht die Burg mit 6 Verstecken für die Edelsteine. Der Spielablauf besteht in 4 Schritten, der Action Slide gibt den Rhythmus an – Startspieler ist in jeder Phase die vorderste Kugel.
In der ersten Phase verteilt der aktive Spieler je eine Versorgungskarte. Auf ihnen findet man eine Anzahl Schatzsucher, die es vom Vorrat auf die Insel schaffen und farbige Taschen. Versorgungskarten werden offen gespielt.
In Phase 2 verteilt der aktive Spieler bis zu 3 Schatzsucher in die Verliese auf dem Spielplan. Alle restlichen Spieler dürfen noch einen Schatzsucher setzen.
Der aktive Spieler in Phase 3 verteilt 3 neue Schatzplättchen in die Verliese der Burg.
In Phase 4 kann der aktive Spieler entweder den Marktpreis der Edelsteine verändern oder die Position einer seiner Glaskugeln auf dem Action Slide verbessern.


Durch geschicktes Positionieren der Glaskugeln setzt jeder Spieler Prioritäten in seinen Spielzügen. Er wählt Bereiche, wo er entscheiden will und andere, die für ihn aktuell nicht so wichtig sind. Oben auf dem Spielbrett befinden sich zudem noch 4 Bonusbereiche. Dort kann man mit dem Setzen eines Schatzsuchers eine Jokertasche, neue Schatzsucher, Bonuspunkte oder Verstärkung in den Verliesen eintauschen. So kann man auch während des Spiels noch kleine Korrekturen vornehmen.

Sobald ein Verlies mit Edelsteinen gefüllt ist, findet eine Wertungsrunde statt. Die Spieler können in jedem Verlies Schatzplättchen eintauschen. Wer am meisten Schatzsucher vor Ort hat, darf als Erster wählen und kann gleichfarbige Taschen gegen die gleiche Anzahl Edelsteine hergeben.
Die so gefundenen Edelsteinwerte werden mit dem aktuellen Marktwert multipliziert und als Punkte gefahren. Wenn ein Spieler mehr als 40 Punkte erreicht, endet das Spiel.

Fazit:
Das Geheimnis von Monte Cristo ist ein unterhaltsames Schatzsucherspiel. Der Action Slide zur Bestimmung der Zugreihenfolge erfordert eine weise Vorausplanung. Verbunden mit dem Schatzsucher-Mechanismus in den Verliesen und den farbigen Taschenkarten funktioniert der Spielablauf gut. In grösseren Spielrunden können aber trotzdem Wartezeiten entstehen und der Spielfluss wird stark gebremst. Gerade taktische Grübler finden bei diesem Spiel ein grosses Spielfeld der Entscheidungen vor. Das Spielmaterial und der Action Slide beim Geheimnis von Monte Cristo sind aber immer mal wieder eine Partie wert.

Das Geheimnis von Monte Cristo | Autoren: Arnaud Urbon & Charles Chevallier | Verlag: eggertspiele
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: ca. 60 Minuten | Benötigt: Gute Vorausplanung beim Kugelspiel | Wiederspielreiz: ok

Besten Dank an Carletto und eggertspiele für ein Rezensionsexemplar von Das Geheimnis von Monte Cristo!

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Tipps zum Spiel des Jahres 2011

Der Countdown läuft. Noch rund 2 Wochen bis zur Entscheidung. Welches Spiel gewinnt den Titel Spiel des Jahres 2011? Welches Spiel erhält zum ersten Mal den Preis für das Kennerspiel des Jahres 2011?

Spiel des Jahres 2011
Asara, Die verbotene Insel oder Qwirkle

Kennerspiel des Jahres 2011
7 Wonders, Lancaster oder Strasbourg

Und da Rätselraten ja bekanntlich auch ein tolles Spiel ist, würde es mich interessieren:
Welches sind eure Favoriten? Welche Spiele holen sich die Titel 2011?
Der Kommentar bleibt exakt bis zur Wahl geöffnet.

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Das Spiel des Lebens Abenteuer – Spielkritik

Das Spiel des Lebens war in den 80er-Jahren ein Bestseller und gehörte in jeden guten Haushalt. Da wurde Familie zelebriert – von der Schule zur Hochzeit bis zur Pensionierung. Und Kinder schlugen sich erfolgreich mit Alltagswörtern wie Status Symbol und Lebensversicherung herum. Kein Problem, denn das wurde mit der Ausstattung des Spiels mit seinem Glücksrad und den tollen Autos damals längst wieder wettgemacht. Nun erinnert das Kartenspiel Das Spiel des Lebens Abenteuer wieder an alte Zeiten.

Gleich vorweg: Das Spiel des Lebens Abenteuer ist ein Familienspiel. 4 Zugstapel bilden das Zentrum des Spiels. Aus den Bereichen Familie, Beruf, Abenteuer und Vermögen werden zu Beginn 5 Handkarten gezogen. Ist ein Spieler an der Reihe, legt er eine Karte vor sich aus und erzählt eine kleine, passende Geschichte dazu. Dann zieht er eine neue Karte nach.
Die Karten sind mit Punkten ausgestattet, die am Ende das Spiel entscheiden. Daher sollte man immer punktereiche Karten legen. Nun sind die Karten in der eigenen Lebensgeschichte allerdings nicht immer passend. Manchmal muss eine Reihenfolge eingehalten werden. So kann man erst auf Reisen gehen, wenn man auch einen Reisepass besitzt. Oder ein Beruf kann erst erlernt werden, wenn man ein Diplom in der Tasche hat. Auch Interaktionskarten gehören zum Spiel: Ich kann einem Spieler Karten wegnehmen, tauschen oder ihn gar verklagen. So ist das eben manchmal im Leben.
Kann man keine passende Karte legen, so darf man eine Karte ablegen und eine neue ziehen.


Das Spiel des Lebens Abenteuer
endet, wenn 60 Jahre vorbei sind. Diese +10-Karten sind in die Zugstapel eingemischt. Nach 6 gezogenen Karten endet die Partie und die Punkte der eigenen Lebensgeschichte werden gezählt.

Fazit:
Das Spiel des Lebens Abenteuer ist ein kurzes, einfaches Kartenspiel für die ganze Familie. Es spielt sich vor allem mit Kartenglück, kleine taktische Schikanen sind eingebaut. Nur thematisch erinnert es an das grosse Spiel der 80er-Jahre. Den Charme und Witz des damaligen Spiels bringt es aber mit: So muss zuerst geheiratet werden, bevor man Kinder kriegt. Dafür kann zwischen einer Starhochzeit oder einer Fallschirmhochzeit ausgewählt werden. Punktemässig wird der Sprung ins Ungewisse gleich belohnt. Gewöhnungsbedürftig ist die etwas eigenartige Grafik der Karten. Die Figuren ohne Augen und Mimik animieren nicht alle Kinder gleich. Gewisse Begriffe müssen erklärt werden, das war aber schon in den 80ern so und hat dem Spiel nicht geschadet.
Wer also ein schnelles, einfaches Kartenspiel für die Familie sucht, liegt mit Spiel des Lebens Abenteuer richtig. Schmunzeln inklusive!

Das Spiel des Lebens Abenteuer | Autor: Hasbro | Verlag: Hasbro
Familienspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Benötigt: Einen klaren Lebensplan mit Kartenglück | Wiederspielreiz: ok

Besten Dank an Hasbro für ein Rezensionsexemplar von Das Spiel des Lebens Abenteuer!

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Coco Schnipp – Spielkritik

Beim Brettspiel Coco Schnipp sind im Urwald die Affen los. Aus Langeweile werfen sie Kokosnüsse in Wasserlöcher. Beim lustigen Kokosnussschnippen gewinnt der geschickteste Affe die grössten Bananen. Wenn das kein Anreiz ist.

Coco Schnipp ist eigentlich ein Kinderspiel. Doch auch bei Erwachsenen werden feinmotorische Mängel schonungslos aufgedeckt. Gespielt wird im Urwald. Buschreihen werden ins Spielbrett gesteckt und bilden die Wege für die Kokosnüsse. In der Mitte des Spielbretts klafft ein grosses Loch. Nein, keine Produktionsfehler, ins Wasserloch sollen die Kokosnüsse mit den Fingern geschnippt werden. Wer am nächsten dran ist, bekommt Punkte. Jeder Spieler hat drei Kokosnüsse am Start: Blau, gelb und rot. Ein Farbkreisel bestimmt, welche Kokosnuss geschnippt werden soll. Blitzschnell versucht dann jeder Spieler die richtige Kokosnuss ins Wasserloch zu schnippen. Die gewonnenen Punkte werden am Spielbrettrand mit Affen gefahren. Kopfüber liegende Kokosnüsse werden nicht gewertet. Geschnippte Kokosnüsse mit falschen Farben werden mit 3 Minuspunkten bestraft.
Der Farbkreisel kann aber auch einen Affenkopf anzeigen. Das ermöglicht sozusagen einen Kokosnuss-Penalty. Der Spieler darf alleine eine Kokosnuss schnippen. Trifft er ins Loch, kriegt er 5 Punkte.


Bleibt nur noch das Krokodil. Wenn ein Spieler seinen Affen verschieben durfte, kann er auch noch das Krokodil verschieben. Es steht ebenfalls am Spielfeldrand. Zieht ein Affe auf das Krokodilfeld, so muss er 5 Felder zurück.

Der Affe, der zuerst auf das Bananenfeld ziehen kann, gewinnt die Kokosnussmeisterschaft.

Fazit:
Coco Schnipp ist ein lustiges Geschicklichkeitspiel – nicht nur für die Kleinen. Wenn die Kokosnüsse durch den Urwald fliegen, ist der Spass gross und die Schadenfreude nicht weit. Oft schnippen Kinder mit den kleinen Kokosnüssen besser als die Erwachsenen. Coco Schnipp ist toll gestaltet und kommt bei Kindern gut an. Die Regeln sind einfach und können bei Bedarf sogar noch um das Krokodil reduziert werden. Coco Schnipp ist eine lustige Spielidee, die super umgesetzt wurde und Kindern viel Spass macht!

Coco Schnipp | Autoren: Manfred Ludwig & Wolfgang Ludwig | Verlag: AMIGO
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Benötigt: Den richtigen Schnipp bei der richtigen Kokosnuss | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carletto und AMIGO für ein Rezensionsexemplar von Coco Schnipp!

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Gold! – Spielkritik

Gold! ist ein einfaches Kartenspiel für 2 oder 3 Spieler. Gold sollte man daher auch sammeln, oft führt der Weg zum Gold aber nur über den Esel. Wer am Schluss des Spiels zu wenig Gold besitzt, ist der Esel. Alles klar?

Bei Gold! gibt es nur 2 Arten von Karten: Goldkarten und Eselskarten. Die Goldkarten sind mit Münzen im Wert von 3 bis 8 beschriftet. Die Eselskarten haben alle den Wert -2. Sämtliche Karten gibt es in 6 verschiedenen Farben. Gold! wird immer mit offenen Karten gespielt. So haben alle immer Einblick in die Karten der anderen. Zu Beginn erhält jeder Spieler eine Eselskarte in einer anderen Farbe als Startkapital. Zwei Karten werden verdeckt weggelegt, die restlichen Karten gemischt. 5 Karten bilden nun die Auslage in der Tischmitte, der Nachziehstapel wird bereit gelegt. Nun geht das Spiel reihum.

Ein Spieler hat in seinem Zug immer 2 Möglichkeiten. Er kann von der Auslage die Karte mit dem niedrigsten Wert nehmen und zu seinen Karten legen. Oder er tauscht sich eine Karte: Er legt eine hohe Goldkarte in die Mitte und nimmt stattdessen eine tiefere. Mit einer Eselskarte kann er eine beliebige Goldkarte eintauschen. Das verleiht den Eselskarten eine Hauptrolle in diesem Spiel.

Und nun kommen die Farben ins Spiel. Sobald ein Spieler drei Karten einer Farbe hat, muss er ein Set werten. Das heisst er legt sie verdeckt auf seinen Wertungsstapel. Im schlimmsten Fall wertet ein Spieler drei Eselskarten und fährt -6 Punkte ein. Wer ein Set wertet, darf bei einem seiner Gegenspieler eine Karte nehmen. Sie muss jedoch eine Farbe haben, die man selber noch nicht besitzt und darf auch nicht gleich sein, wie das gewertete Set.

Ist die Auslage in der Mitte leer, wird nachgezogen und weiter gespielt bis der ganze Kartenstapel weg ist. Am Ende kommt es noch zur Farbwertung. Der Spieler mit den jeweils meisten offenen Farbpunkten darf seine höchste Farbkarte zum Wertungsstapel legen. Hier können noch einmal kräftig Punkte gesammelt werden.
Nun werden die Wertungsstapel durchgezählt. Wer am meisten Gold besitzt, gewinnt das Spiel.

Fazit:
Im Gleichschritt mit Mondo hat Autor Michael Schacht ein kurzes, spannendes Kartenspiel veröffentlicht. Gold! ist eines dieser tollen Absackerspiele, die man gerne spielt. Schnell erklärt, schnell gespielt und trotzdem ist eine gewisse Spieltiefe drin. Nur wer manchmal verzichtet, kann auch wieder viele Goldpunkte sammeln. Mit einem schlechten Set kann ich bei meinem Mitspieler trotzdem eine gute Karte holen. Das bringt Ärger, aber auch Punkte. Mit klugem Tauschen kann ich meine Gegner zu schlechteren Karten zwingen. Kurz gesagt: Gold! ist ein schnelles, kurzweiliges Kartenspiel für 2-3 Spieler. Eine klare Empfehlung!

Gold! | Autor: Michael Schacht | Verlag: Abacusspiele
Kartenspiel für 2-3 Spieler | Spieldauer: 20 Minuten | Benötigt: Ein wenig Gold, ein wenig Esel – zum finalen Goldesel | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carletto und Abacusspiele für ein Rezensionsexemplar von Gold!

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