Tummple! – Spielkritik

tummple! ist definitiv ein Spiel für ruhige Hände. Hölzchen für Hölzchen stapelt man auf den Turm. Die Mitspieler versuchen das zu verhindern, ohne die eigenen Möglichkeiten einzuschränken. Daher herrscht grosse Einsturzgefahr!

Die Schachtel von tummple! ist schwer. Über 50 Holzblöcke befinden sich drin, dazu noch gelbe und weisse Steine, die tumps. Der Spieleinstieg ist schnell möglich. Aus der Schachtel heraus startet man ins Bauabenteuer. Die Basisplättchen bilden die Grundlage, die Baufläche sozusagen. Man legt sie beliebig aneinander. Die Regel ist klar: Entweder man baut auf die Basis oder auf andere Holzblöcke. Die werden auch schon ziemlich bald auf die Baustelle gebracht. Der Würfel bestimmt, wie man den nächsten Holzblock legen muss: Lange Seite, kurze Seite, schmale Fläche, breite Fläche. Egal, stehen soll das Ding. Mit etwas Glück erwürfelt man sich freie Auswahl und setzt den nächsten Holzblock irgendwie auf eine passende Stelle.

Die Mitspieler versuchen, das Bauglück ein wenig zu trüben. Denn wer den Turm einstürzen lässt, der muss sämtliche heruntergefallenen Teile zu sich nehmen. Danach geht es nahtlos weiter. Das Ziel ist klar: Wer zu viel sammelt, verliert. Daher sollte man eine gute Mischung finden: Beim Bauen die Möglichkeiten einschränken, aber doch noch genügend Raum lassen für eigene Holzblöcke. Gar nicht so einfach!

Die Steine erschweren die Arbeit zusätzlich. Mit gelben und weissen tumps sperrt man Gebiete ab. Weisse tumps blockieren die Stelle, an der sie liegen. Das macht sich besonders gut an Plätzen, die für das Gleichgewicht des Turmes besonders wertvoll wären.
Gelbe tumps hingegen sperren eine ganze Fläche. Ab sofort darf auf einem Holzblock kein weiterer mehr gebaut werden.

Sind alle Holzblöcke aus der Schachtel verarbeitet, endet das Spiel. Wer am wenigsten Hölzchen zu sich nehmen musste, gewinnt das Spiel.

Fazit

Bei tummple! kann man es exakt so sagen: Mit diesem Spiel erhält man viel Holz! Die Regeln sind absolut familientauglich: Würfeln, bauen, Nächster! Ein ruhige Hand ist von Vorteil. Ein Blick für geeignete Bauplätze ebenfalls. Mit den tumps muss man ein gesundes Mass zwischen totaler Blockade und Notausstieg finden. Schliesslich kommt man in absehbarer Zeit wieder selber an Reihe und damit ziemlich sicher wieder auf die Baustelle. Die Schadenfreude ist gross, wenn der Turm kracht. Die Freude ist allerdings auch riesig, wenn man mal alle Holzblöcke im Turm verbaut hat. Das ist in seltenen Fällen sogar möglich. Dann gewinnen alle das Spiel. So kann das Ärgerspiel schnell zu einem kooperativen Bauboom führen. tummple! ist beste Unterhaltung für geschickte Familienhände. Und der Name erinnert nur ganz zufällig an den amerikanischen Präsidenten Donald Trummple. Obwohl es bei ihm auch öfters kracht!

tummple! | Autor: Bruce Shadorf | Verlag: Game Factory
Bauspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Ruhige Hände im hektischen Baugewerbe | Wiederspielreiz: gross 

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Lanzeloth – Spielkritik

Was trägt der Ritter von heute darunter? Das Kartenspiel Lanzeloth beantwortet die Frage ziemlich direkt. Um für ein Ritterturnier perfekt ausgerüstet zu sein, sollte man allerdings nicht auf Schutzkleidung verzichten. Schliesslich erstrahlt man mit Pokalen in noch grösserem Glanz.

Lanzeloth ist ein flottes Kartentausch-Spiel. Jeder Spieler startet mit seinem eigenen Ritter, bestehend aus Kopf, Körper, Lanze, Schild und Beinen, ins Turnier. Leider weiss man nie so genau, welche Grundausstattung der Ritter mitbringt, denn die Karten liegen verdeckt. Runde für Runde lässt sich der eigene Horizont allerdings erweitern. In einem Spielzug zieht man eine Karte vom Nachziehstapel. Auf der Rückseite erkennt man zwar, um welches Teil es sich handelt, den exakten Wert erkennt man erst beim Betrachten der Karte. Von 0 (keine Ausrüstung) bis 5 (Goldpolitur) lassen die Karten einen breiten Spielraum. Mit einer Karte vom Nachziehstapel kann man dieselbe Karte seines Ritters ersetzen. Ein kleines Risiko besteht, wenn man die verdeckte Ritterkarte noch nicht kennt. Ersetzte Karten kommen offen auf den Ablagestapel. Der nachfolgende Spieler könnte so von einer hohen, abgelegten Karte profitieren. Er darf sie zu sich nehmen und sie seinem eigenen Ritter einfügen.

Karten ersetzen muss allerdings nicht sein. Da sich auch viele schlechtere Karten im Stapel befinden, nutzt man alternativ besser die Aktionsmöglichkeit, die auf den meisten Karten zu finden ist. Diese Aktionen mischen das Ritterleben ganz schön auf: Karten tauschen, eigene oder fremde Karten ansehen, Rüstungskarten aufdecken oder gleich eine Kombination aus ansehen und tauschen. Runde für Runde weiss man mehr über die Karten im Spiel und verbessert seinen eigenen Ritter auf Turnierform.

Wer vermutet, dass der eigene Ritter stärker als alle anderen ist, legt seine Pferdekarte ins Spiel. Damit zeigt man an, dass man ins Turnier will. Jeder Spieler hat nun noch genau einen Zug übrig, danach deckt man alle Ritter auf. Wer den punktemässig besten Ritter besitzt, gewinnt das Turnier und erhält so viele Pokale, wie die Differenz zum Zweitplatzierten beträgt. Ganz nebenbei: Mit den Pferdekarten lässt sich auch noch einiges bewegen. Vor jeder Runde zieht man sich sein persönliches Ross und erhält mit ihm eine Bonusleistung aufgedrückt. Die kann auch mal negativ sein, aber keine Angst: Pferde kann man mit einer passenden Aktion tauschen.
Je nach Spieleranzahl muss man eine gewisse Anzahl an Pokalen erringen, um Turniersieger zu werden.

Fazit

Lanzeloth ist ein munteres Karten-Tausch- und Optimier-Spiel. Alle Spieler starten ohne Informationen über ihre eigenen Karten. Nach und nach lernt man seinen Ritter und die der Mitspieler kennen. Das Spiel erinnert an den Klassiker Biberbande. Doch bei Lanzeloth sind die Möglichkeiten bedeutend grösser. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Mitspieler zu ärgern oder sein Wissen zu erweitern. Wichtig ist der rechtzeitige Abschluss mit dem Einzug ins Turnier. Soll man den Schritt früh wagen oder noch eine Runde warten? Lanzeloth spielt sich mit einer gelungenen Mischung aus Glück und ein wenig Taktik. Sogar bluffen kann man in diesem Spiel sehr gut. Man sollte sich nie zu sicher sein. In jedem Ritter könnte eine kleine Überraschung stecken. Lanzeloth ist zwar mit bis zu 6 Personen spielbar, am meisten Spass macht es aber zu dritt oder zu viert. Vor allem die Spielzeit hält sich in diesen Konstellationen in Grenzen. Gerade für Familien ist Lanzeloth ein sehr lustiges, kleines Kartentausch-Spiel.

Lanzeloth | Autoren: Familie Loth | Verlag: Mogel-Verlag
Kartenspiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 20-30 Minuten | Ab 7 Jahren | Benötigt: Gute Einzelteile für ein goldiges Ganzes | Wiederspielreiz: sehr gross

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ICECOOL – Spielkritik

ICECOOL wurde 2017 zum Kinderspiel des Jahres gewählt. Als reines Kinderspiel würde ich es aber nicht einteilen. Die Schnipperei mit den Pinguinen macht auch Erwachsenen Spass und kann ziemlich verfeinert werden.

ICECOOL besteht aus einem Schachtel-in-Schachtel-in-Schachtel-System. Insgesamt 5 Räume bilden ein grosses Spielfeld – die Pinguinschule. Über einigen Zimmerverbindungen locken Fische zu einem kleinen Snack zwischendurch. Jeder Spieler wählt einen Pinguin und damit seine Spielfarbe. Ein Spieler übernimmt die Rolle des Hausmeisters, der die schwänzenden Pinguinschüler einfangen soll. Schon beginnt das grosse Fangen in der Schule. Während die Pinguine versuchen, durch die Türen mit den Fischen zu rutschen, möchte der Hausmeister alle Pinguine schnappen. Die Belohnung ist für beide dieselbe: Eine Fischkarte. Die Karten entscheiden am Ende mit ihren Siegpunkte, wer am besten geschnippt hat.

Das Schnippen bietet einige Möglichkeiten. Die Pinguine mit ihrem Schwerpunkt und den Drehmomenten können einige Tricks, wenn man sie mit dem Finger an der richtigen Stelle trifft. Sie schaffen Kurven, schlittern mit Tempo oder können sogar Wände überspringen. Wer sich da ein wenig reinsteigert, wird ein richtiger Schnippkünstler und schafft beinahe schon künstlerische Spielzüge.

Gespielt werden mehrere Durchgänge. Jeder Spieler muss einmal als Hausmeister agiert haben. Eine Runde endet, wenn der Hausmeister alle Spieler schnappt oder die Pinguine sämtliche Fische abräumen. Pinguine, die beim Schwänzen erwischt wurden, dürfen übrigens trotzdem noch weiterspielen.
Mit den gewonnen Fischkarten kann man sich im Spiel noch einen kleinen Bonus leisten. Zwei 1er-Karten ermöglichen ein doppeltes Schnippen. Die Karten gehen dadurch nicht verloren, der Pinguin kann sich dadurch vielleicht noch einen weiteren Fisch sichern.

Die Punkte auf den Fischkarten bestimmen den Sieger im Schnippwettkampf.

Fazit

ICECOOL überzeugt durch einen hohen Aufforderungscharakter. Wer das grosse Spielfeld sieht, möchte die Pinguine und ihre Laufwege testen. Der Spielablauf ist schnell erklärt. ICECOOL ist nichts anderes als ein Fangen mit Hindernissen in der Spielschachtel. Das Material ist hervorragend. Mit den Pinguinen lassen sich wahre Kunstschüsse produzieren. Die Geschicklichkeit beim Schnippen kann tatsächlich trainiert werden. Das ist auch das Einzige, was man dem Spiel anlasten kann. Gegen einen geübten ICECOOL-Spieler hat man keine Chance. Das Spiel macht aber Spass – nicht nur den Kindern. Es ist eine Mischung aus Geschicklichkeit und Glück. Die Punktevergabe durch die Fischkarten ist schliesslich rein zufällig. Mit den kleinsten Punktekarten sichert man sich dafür Bonus-Schnipp-Versuche. Also lasst die Pinguine tanzen.

ICECOOL | Autor: Brian Gomez | Verlag: AMIGO
Schnippspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Fingerspitzengefühl in der coolen Schule | Wiederspielreiz: gross

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Knister – Spielkritik

Einfacher geht es kaum: Zettel, Schreiber, zwei Würfel – los! Bei Knister lösen sämtliche Spieler gleichzeitig ihre Aufgabe. Doch trotz gleicher Voraussetzungen entstehen unterschiedliche Lösungen. Die Punktejagd kann beginnen. Nur einer gewinnt!

Knister war unter seinem alten Namen Würfel-Bingo schon einmal auf dem Markt. Nun hat es ein kleines Face-Lifting erfahren. Rein spielerisch ändert sich aber wenig, der Verlag hat einfach gewechselt. Knister ist ein Würfelspiel, das mit simplen Regeln sofort funktioniert.
Jeder Spieler erhält einen leeren Zettel mit einem Raster von 5×5. Mit zwei Würfeln geht es auch sofort los. Der Reihe nach würfeln die Spieler und tragen die Summen auf ihrem eigenen Zettel ein. Die Reihen auf dem Zettel sollen sich mit tollen Zahlenkombinationen füllen, ähnlich wie man es von Kniffel her kennt. Gesucht sind möglichst viele gleiche Zahlen, Full House oder Strassen. Füllt man eine Reihe, notiert man sich sofort die Punkte. Die Diagonalen erhalten ein besonderes Gewicht – sie zählen doppelt. Nun muss man nur noch die Zahlen richtig sortieren. Es gibt kein Zurück. Was geschrieben wurde, bleibt auf dem Zettel. Korrekturen dürfen auch bei späteren Würfen nicht angebracht werden.

Nach 25 Zahlen endet die Würfelei bereits. Wer aus seinen Kombinationen auf dem eigenen Zettel am meisten Punkte holt, gewinnt Knister.

Fazit

Knister ist an Regelreduktion kaum zu unterbieten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es kann sofort losgespielt werden. Die kurzen Erklärungen sind auch während der ersten Spielzüge möglich. Gleiche Bedingungen, gleiche Zahlen – macht was draus. Wie immer bei solchen Spielen ist es erstaunlich, wie gross die Bandbreite bei denselben Voraussetzungen sein kann. Natürlich verspricht man sich oft mehr von den eigenen Entscheidungen, die häufig durch das Würfelglück sofort zurecht gerückt werden. Doch das spielt keine Rolle. Die kurze Spieldauer macht vor allem bei den letzten Zahlen das Knistern spürbar. Geht der Plan noch auf oder nicht? Sogar im schlechtesten Fall geht das Knistern weiter: Dann, wenn die nächsten Zettel vom Block gerissen werden. Knister ist ein kurzes, knackiges Zahlen sortieren, das selbst in kürzesten Pausen seinen Platz findet. Der Verlag hat sich hier ein wunderbares Spiel in sein Portfolio geholt. Bei Knister bin ich immer dabei. Auch wenn die Spielerzahl auf der Schachtel begrenzt ist: Diese Spiel lässt sich sogar in grössten Gruppen spielen.

Knister | Autor: Heinz Wüppen | Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
Würfelspiel für 1-12 Personen | Spieldauer: 10 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Eine 7, nein eine 5, doch lieber eine 8 | Wiederspielreiz: sehr gross

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St.Galler SpieleNacht 2017 – Vorschau

Mittlerweile hat sie sich schon fest im Terminkalender festgesetzt – die St.Galler SpieleNacht. Im wunderschönen Pfalzkeller treffen sich auch dieses Jahr wieder die Spielbegeisterten, um ihrer Leidenschaft nachzugehen, neue Spiele kennenzulernen und sich Brett- und Kartenspiele erklären zu lassen. Am 11. November 2017 zwischen 15 und 24 Uhr stehen die Spieltische bereit.

Das Programm der SpieleNacht ist bunt und vielfältig. Gross und Klein stehen im Pfalzkeller zahlreiche Angebote zur Verfügung:

  • Mehr als 30 Spiele werden durch die Spielberaterinnen der Ludotheken St.Gallen und Wittenbach erklärt und vorgeführt.
  • Die aktuellen Spiele des Jahres ICECOOL, Kingdomino und die Exit-Spiele können vor Ort getestet werden.
  • Kapla und Cuboro lassen Kinderherzen höher schlagen und Türme wachsen.
  • Rulefactory zeigt die Erweiterung zu ihrem frechen Kartenspiel Frantic. Man darf gespannt sein auf noch fiesere Karten.
  • Arte Ludens präsentiert seine hochwertigen Denkspiele aus Holz.
  • Mit Tantrix lassen sich ganz viele Spiele spielen. Von einfach bis strategisch liegt alles drin.
  • Darf es eine Keilerei sein? Oder doch lieber Swissino? Bei carta.media testet man die beiden Kartenspiele.
  • Blogger-Kollege Spielejoker bringt Neuheiten direkt von der SPIEL in Essen. Brandheisse und ein wenig komplexere Spiele erklärt der Spielejoker persönlich.
  • Die Spielegilde Capricorns widmet sich den Kennerspielen. Terraforming Mars, Räuber der Nordsee oder Das Fundament der Ewigkeit – im Pfalzkeller kann man sie alle anspielen.
  • Mehr als 250 Spiele stehen individuell zur Ausleihe zur Verfügung.

Das Angebot ist breit und bietet vom Anfänger bis zum Kenner viel Abwechslung. Der Weg an die St.Galler SpieleNacht lohnt sich auf jeden Fall. Wir sehen uns am 11. November 2017 in St.Gallen!

» Zum Gratisticket der St.Galler SpieleNacht 2017
» Zur Homepage der St.Galler SpieleNacht

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