MONSTER COMBAT – Kickstarter aus der Schweiz

Der noch junge Verlag Tabletop Heroes möchte mit einer Kickstarter-Kampagne sein Kartenspiel MONSTER COMBAT auf den Markt bringen. brettspielblog.ch stand bereits ein Probeexemplar zur Verfügung – denn die Kampagne kommt aus der Schweiz.

Das Besondere am Spiel MONSTER COMBAT: Es lässt sich in zwei Versionen spielen! In der etwas fieseren Variante spielt man gegeneinander, bis nur noch ein Held übrig bleibt. Wer es mal vermeintlich ein wenig ruhiger mag, spielt in der kooperativen Variante gemeinsam gegen die Monster. Mit den über 100 Spielkarten wechselt man schnell zwischen den beiden Möglichkeiten und kämpft gegen die lustigen Monster.

Variante 1: Alle gegen alle!

Mit fünf Karten starten alle Spieler in den Verdrängungskampf. Erst zieht man eine Karte vom Nachziehstapel. Doch bevor ein Schritt unternommen werden kann, überprüft man im eigenen Spielzug, ob die Monster angreifen. Das kann man mit den mitgelieferten Karten lösen, die zufällig auf Angriff oder Frieden entscheiden. Als letzte Option darf man eine seiner Handkarten spielen. Die bieten einige Möglichkeiten. Mit dem Schwert greift man den nächsten Spieler an. Schildkarten dienen der Verteidigung. Mit einer Schlafkarte zwingt man den nächsten Spieler auszusetzen. Eine Blitzkarte trifft gleich alle Mitspieler – oder wird zum Bumerang, wenn sich alle verteidigen. Und die Magnetkarte klaut dem nachfolgenden Spieler eine oder zwei Karten. Die Möglichkeiten sind überschaubar.
Über den Verbleib eines Spielers in der Spielrunde entscheiden die Lebenskarten. Die darauf abgebildeten Herzen erinnern an Computerspiele. Je nach Situation dreht man die Karten um. Man kann die eigene Lebenskraft mit Karten auch wieder erhöhen. Sind alle Herzen erloschen, scheidet der Spieler aus.
Unter den Karten des Nachziehstapels befinden sich auch Ereigniskarten. Sie sind zwar an der Rückseite zu erkennen, trotzdem kann man ihnen nicht ausweichen. Die Auswirkungen der Ereignisse müssen natürlich vollzogen werden.
Der letzte Held, der übrig bleibt, gewinnt.

Variante 2: Gemeinsam gegen die Monster

In der kooperativen Variante kommen die Monsterkarten ins Spiel. Die 10 witzig illustrierten Monster werden von Karte zu Karte stärker. Gemeinsam versucht man, die Herzen der Monster der Reihe nach zu vernichten. Die Spiel-Karten behalten ihre Fähigkeiten, man setzt sie jedoch nur noch gegen die Monster und nicht mehr gegen die Mitspieler ein. Sämtliche Spieler dürfen einander helfen. Ausgeschiedene Spieler können wieder zum Leben erweckt, Herzkarten dürfen den Mitspielern zugeteilt werden. Auch in Variante 2 können die Monster in jeder Runde angreifen. Ab Spielhälfte sogar mit doppelter Schlagkraft. Das Ziel ist klar: Alle Monster sollen besiegt werden, bevor sie sämtliche Spieler erledigen.

Fazit

MONSTER COMBAT überzeugt durch eine einfache, aber klare Grafik. Die vielen Karten und ihre Symbole weisen eindeutig auf ihre Aktionen hin. Das Spiel wird schnell verstanden, es eignet sich gut als Familienspiel. Der Spieleinstieg fällt nicht schwer. Bei beiden Varianten spielt aber immer das Kartenglück mit. Der eigene Handlungsspielraum ist etwas eingeschränkt, oft reagiert man erst einmal auf Monsterangriffe oder Ereigniskarten. Beide Elemente meinen es nicht immer gut mit den Spielern. Die Schildkarten bieten zwar eine Abwehrfunktion, doch immer sollte man sich nicht darauf verlassen.
Die Grundidee mit den beiden Spielvarianten gefällt mir sehr gut. Variante 1 hat bei mir die Nase vorn, denn für ein kooperatives Spiel, hängt mir der Spielverlauf zu sehr vom Kartenglück ab. MONSTER COMBAT ist aus meiner Sicht gut geeignet für Gelegenheitsspieler, die ein kurzes Kartenspiel suchen, das ein wenig Abwechslung bietet.

MONSTER COMBAT | Autor: Silvio Berger | Verlag Tabletop Heroes
Kartenspiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 30-45 Minuten | Ab 7 Jahren | Benötigt: Schlagkräftige Karten gegen schlagkräftige Monster

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SPIEL 17 in Essen – Messebericht

Den Erfolg einer Messe erkennt man an den Zahlen. Da sind die internationalen Spieltage, kurz SPIEL 17 genannt, unerreicht. Von Jahr zu Jahr steigert sich die SPIEL von einer Bestmarke zur nächsten. Brett- und Kartenspiele boomen, das zelebriert die Masse der Spielbegeisterten Jahr für Jahr im Ruhrpott in Essen.

182’000 Besucher begutachteten an den vier Messetagen über 1200 Neuheiten, die von 1100 Ausstellern präsentiert wurden – alles Rekorde. Die Organisatoren des Friedhelm Merz Verlages leisteten eine hervorragende Arbeit. Die Anpassungen an der gesamten Infrastruktur sind spürbar und ermöglichen den Messebesuchern ein spielerisches Jahreshighlight, an dem man gerne immer wieder teilnimmt. Hier sind meine Messeeindrücke in Wort und Bild. Weiterlesen →

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Caramba – Spielkritik

Caramba – so klingt es wirklich häufig am Spieltisch, nur kurz unterbrochen vom Klappern der Würfel. Beim hektischen Spiel geht es heiss zu und her, bis die letzte Figur vom Tisch ist.

Jeder Spieler erhält 5 Würfel mit seinem Symbol. Das Ziel: Mit seinen 5 Würfeln die gleiche Farbe zu würfeln. Alle Spieler versuchen ihr Glück gleichzeitig. Es darf so lange gewürfelt werden, bis ein Teilziel erreicht ist. Sind alle Würfel rot, schnappt man sich die rote Spielfigur aus der Tischmitte. Insgesamt drei Figuren stehen dort: Rot, blau und schwarz. Sie unterscheiden sich in der Grösse, die am Ende auch gleich die Punktzahl vorgibt (3-2-1).

Der Besitz einer einzelnen Spielfigur beendet Caramba allerdings noch nicht. Man darf sich noch weitere Farben ergattern, indem man seine Würfel weiter tanzen lässt. Und das Fiese an Caramba: Die Spielfiguren können den Mitspielern wieder abgenommen werden. Wer zuletzt eine komplette Farbe würfelt, schnappt sich die Figur, egal wo sie steht.

Die Runde endet erst, wenn die letzte Spielfigur aus der Tischmitte genommen wurde. Die Punkte werden auf dem Tableau gutgeschrieben, alles geht zurück auf die Ausgangsposition und bei „Caramba“ startet man erneut durch. Erreicht ein Spieler 20 Punkte, endet das Spiel und der Gewinner nach Punkten steht fest.

Fazit

Caramba ist ein sehr einfaches, aber hektisches Würfelspiel. Würfeln, schnappen, punkten. Damit ist es kein abendfüllendes Spiel, eignet sich aber immer wieder für zwischendurch. Mit kleinen Elementen schafft es Caramba, dass die Spannung nicht verloren geht. Da wären einmal die Würfel: Sämtliche Farben erscheinen im selben Verhältnis, wie die zu erreichenden Punkte. Rot ist also nur ein Mal auf dem Würfel vertreten, während schwarz ganze drei Mal zu finden ist. Wer sich auch nur wenig mit der Wahrscheinlichkeit auskennt, weiss, welche Gedanken er sich zu machen hat. Das Wegschnappen der Spielfiguren sorgt natürlich für Aufregung am Spieltisch. Dazu sollte man aber in der ganzen Hektik mit einem Auge das Geschehen am Spieltisch mitverfolgen. Lohnt sich ein Angriff auf rot noch oder sichert man sich doch besser die letzte schwarze Figur aus der Mitte? Zu viele Gedanken sollte man sich dann aber doch nicht machen, denn die Runden fliegen nur gerade so an den Spielern vorbei. Ein lustiges, sehr flottes Spiel mit einfachsten Regeln. Caramba!

Caramba | Autor: Haim Shafir | Verlag: AMIGO
Würfelspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 7 Jahren | Benötigt: Geschicktes Würfelglück | Wiederspielreiz: gross

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Vierviertel – Spielkritik

Vierviertel heisst das neue Spiel des Schweizer Künstlers Stefan Giger, das wie sein erstes Werk (Bienenspiel) in einer Kartonhülse erscheint. Die Spielregeln kurz und schlicht, die Aufgabe klar – also ein leichtes Spiel?

Nach dem Studium der kürzesten Spielregeln, die ich je in der Hand hielt, dachte ich mir tatsächlich: „Reicht das für ein Spiel? Kommt da Spannung auf?“ Die Antwort folgt im Fazit. So funktioniert Vierviertel: Es sollen Ringe gebildet werden. Die Puzzelteile bestehen aus Viertelkreisen und liegen verdeckt auf dem Spieltisch aus. Der Reihe nach ziehen die Spieler ein Puzzlestück und versuchen es, an ein bereits gezogenes anzulegen. Je mehr Stücke man schafft, desto mehr Punkte erhält man am Ende. Ein kompletter Ring bringt sogar noch Bonuspunkte.
Klingt bis jetzt einfach, doch die Puzzleteile besitzen zwei Farben (blau, rot oder gelb) und unterschiedliche Enden (Ausbuchtung oder Loch). Jedes Teilstück ist im Spiel einzigartig. Wer schnell alle Möglichkeiten durchgerechnet hat, weiss: 36 Puzzleteile sind möglich. Dieses Wissen sollte man unbedingt in den eigenen Spielablauf einfliessen lassen, um beim Ziehen des nächsten Puzzleteils nicht im Trüben zu fischen. Denn es darf nur passend in Farbe und Verbindung angelegt werden.

Jedes gezogene Kreisstück legt man offen vor sich ab. An Einzelteile darf man jederzeit anbauen oder sie auch mit einem geeigneten Mittelstück verbinden. Mehrteilige Kreisstücke können nur noch mit Einzelstücken ergänzt werden.

Wer am Ende mit seinen Ringen am meisten Punkte holt, gewinnt Vierviertel.

Fazit

Wie ich schon sagte: Ich hatte noch nie ein Spiel mit so knappen Spielregeln vorliegen. Doch Vierviertel funktioniert, und das sogar erstaunlich gut. Natürlich gehört beim Ziehen der Teile ein wenig Glück dazu. Doch schnell merkt man: Das Glück kann man stark minimieren. Wer auf Farben und Endungen der Puzzleteile achtet, der weiss, was er ziehen muss. Wer die Teile bei den Mitspielern betrachtet, der weiss, was sicher nicht mehr im Spiel erscheint. Stefan Giger hat mit Vierviertel ein sehr minimalistisches Spiel erfunden, das aber in seiner Schlichtheit viel Spass macht und mit der kurzen Spieldauer sofort nach einer Revanche schreit. Eine wirklich schöne Spielidee!

Vierviertel | Autor: Stefan Giger | Verlag: Eigenverlag
Spiel für 1-4 Personen | Spieldauer: 10 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Komplette, farblich passende Ringe | Wiederspielreiz: gross

» Zur Webseite von Stefan Giger

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Yam Yam – Spielkritik

Yam Yam glänzt erst einmal mit den wunderschön illustrierten Karten von Doris Matthäus. Die kleinen Igel locken die Kinder direkt an den Spieltisch – bevor der Winter beginnt. Ein wirklich süsses Spiel für die Kleinen.

Gleich vorweg: Yam Yam ist ein Kartenspiel, das sich an die Kleinsten richtet oder sich gut als gemeinsames Familienspiel eignet. Jeder kümmert sich dabei um 4 Igel, die er wohlgenährt, aber rechtzeitig vor Wintereinbruch in den Schlaf schicken soll. Dazu bedient man sich der Reihe nach mit einer Karte des Nachziehstapels
Deckt man eine Futterkarte auf, kontrolliert man, ob noch genügend eigene Igel wach sind, um das Futter zu verzehren. Bei zwei Raupen sollten also mindestens zwei Igel noch wach sein. Ist das der Fall, nimmt man die Futterkarte zu sich. Wäre nur noch ein Igel wach, ginge die Karte aus dem Spiel. Futterkarten zu sammeln, ist aber nicht das oberste Ziel bei Yam Yam. Das schönste Futter nützt nichts, wenn die Igel bei Winterbeginn noch wach sind. Daher kann man nach jedem Kartenzug entscheiden, ob man einen seiner Igel in den Winterschlaf bringen will. Dazu dreht man eine Igelkarte um, der Igel schläft. In der Tierwelt soll das ja ganz einfach sein.

Im grossen Nachziehstapel befinden sich irgendwo auch vier Winterkarten. Zieht man eine, puzzelt man sie in der Tischmitte zusammen. Bei der 4. Winterkarte endet das Spiel sofort. Wer zu diesem Zeitpunkt noch wache Igel besitzt, hat verloren. Wenn alle eigenen Igel zu diesem Zeitpunkt schlafen, gewinnt man das Spiel. Schaffen das mehrere Spieler, entscheiden die Futterkarten. Wer die meisten sammeln konnte, ist Sieger. Und das ist ziemlich häufig der Fall. Es lohnt sich also, möglichst lange Futter zu sammeln.

Fazit

Yam Yam ist wirklich sehr hübsch gestaltet. Die niedlichen Igel ziehen die Kinder an, selbst wenn sie sich nicht mehr ganz in der Zielgruppe dieses Spiels befinden. Doch im Grunde genommen ist das Spielprinzip äusserst simpel: Karte ziehen, kontrollieren, Igel eventuell schlafen legen. Neben ein wenig zählen, muss man abschätzen können, wie lange noch Zeit bleibt, bis das Spiel endet. Bei zwei Spielern bleibt noch eher Zeit, da man schneller wieder an der Reihe ist. Zu viert sollte man vorsichtiger spielen und seine Igel früher in den Schlaf schicken. Wer mit dem Futter sammeln rechtzeitig aufhört und an die Schlafenszeit denkt, kann dem Winter gelassen entgegen sehen. Einfach. Simpel. Einfach schön.

Yam Yam | Autor: Klaus Zoch | Verlag: Zoch 
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 10 Minuten | Ab 4 Jahren | Benötigt: Futtersuche unter Zeitdruck | Wiederspielreiz: gross

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