49 shades of grey – Das Kartenspiel auf Kickstarter

Die Spiele von Stefan Giger fallen auf, denn sie sind schlicht und versprühen immer auch einen Hauch von Kunst. Nun will er sich sein neuestes Kartenspiel via Kickstarter finanzieren lassen. Ein heisses Eisen, besonders wenn es den Titel trägt 49 shades of grey.

Kenner der Materie werden sofort aufschreien und melden: Da fehlt doch einer! Aber ich kann alle beruhigen. Da ist alles korrekt. Beim neuen Kartenspiel für 2 Personen geht es den Spielern gut und keiner wird irgendwie hart angefasst. Vielmehr geht es um die Grautöne, exakt 49 davon sind im Spiel. Wer die Farbnuancen richtig einordnen und eine möglichst lange Reihenfolge bilden kann, gewinnt das Spiel.

49 shades of grey

49 shades of grey ist ein minimalistisches Spiel, mausgrau im Ansatz, aber mit dem gewohnten Kniff von Stefan Giger dahinter. Wer sich das Kartenspiel sichern will, bietet bei Kickstarter mit. Für einmal bei einer Kampagne, die in der Schweiz keine zusätzlichen Lieferkosten hat.

» Zur Kickstarter-Kampagne von 49 shades of Grey

» Zur Spielkritik von Vierviertel
» Zur Spielkritik vom Bienenspiel

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Speed Colors – Spielkritik

Erst merken, dann malen. Speed Colors setzt auf bunte Geschwindigkeit, aber auch auf Genauigkeit. Eine Mischung, die bei Kindern sehr gut ankommt. Und mit einem Wisch ist alles wieder weg.

Speed ColorsGerade die Filzstifte mit dem Putzschwamm haben es den Kindern sehr angetan. Etwas ausmalen, um es danach kinderleicht wieder verschwinden zu lassen, macht grossen Spass. Nun ist das Ganze noch mit einer spielerischen Merkleistung verbunden – umso besser. Die Bildkarten sind doppelseitig bedruckt, einmal in Farbe, einmal nur mit schwarz-weissen Rändern. Die Spieler sollen sich die Farben einprägen, damit sie das Bild auf der Rückseite der Karte farbig kopieren können. Damit kann es eigentlich schon losgehen mit dem Farbenrausch.

Speed Colors

Für das Einprägen kann man sich beliebig viel Zeit lassen. Ist die Karte einmal umgedreht, muss gemalt werden. Immer nur einen Stift darf man sich nehmen. Putzen ist vor dem Ende der Runde nicht erlaubt. Jeder Filzstift darf nur einmal benutzt werden. Hat man bereits eine Fläche mit einer Farbe angemalt, ist kein Wechsel mehr möglich.
Wer zuerst sein gesamtes Bild bunt bemalt hat, stoppt die aktuelle Spielrunde. Es kommt zur grossen Kontrolle und der Punktewertung. 2 Punkte erhält man für eine korrekt ausgemalte Fläche, 1 Punkt für eine Fläche in der falschen Farbe. Keinen Punkt gibt es für unbemalte oder nicht komplette Flächen. Schnellmaler, die über den Rand gekritzelt haben, gehen ebenfalls leer aus. Die Punkte trägt man auf der eigenen Punktekarte ein. Wer in der Wertung hinten liegt, erschwert den Mitspielern die Aufgabe für die nächste Runde: Er vertauscht die Kappe zweier Stifte und löst damit einen kleinen Hirnverzwirbler für das nächste Bild aus. Mit einem neuen Werk geht Speed Colors in die zweite von vier Runden.
Der Gewinner wird nach Punkten bestimmt.

Speed Colors

Mit Kindern kann auf das Tauschen der Kappen verzichtet werden. Das macht beim Kennenlernen des Spiels durchaus Sinn. Nach einigen Runden lässt sich das Tauschen aber problemlos einbauen.
Experten finden auf der Rückseite der einfachen Schlangenwertung eine schwierigere Punktewertung. Am eigentlichen Spiel ändert sich nichts, die Wertung zieht ein wenig an.

Fazit

Speed Colors ist ein schnelles Farbenspiel und besonders mit Kindern gut geeignet. Es fördert die Merkfähigkeit, die hier wunderbar mit dem Malspass verbunden ist. Was taugen denn die Stifte? Das Spiel habe ich nun schon einige Zeit im Einsatz, in der Schule wird es oft gebraucht und – der Stift hält. Kein Problem bisher, auch das Abwischen der plastifizierten Karten funktioniert nach mehrmaligem Gebrauch einwandfrei. Die Ansätze der Kinder sind höchst unterschiedlich. Während sich einige Zeit nehmen für das Farbstudium, lassen sich andere vom Zeitdruck verleiten und preschen mutig drauflos. Doch Tempo allein ist nicht alles, es muss schliesslich auch exakt gemalt werden. Nur farblich schöne Flächen bringen am Ende Punkte. Speed Colors ist ein buntes Tempospiel. Die Mischung aus Malen und Spielen kommt bei den Kindern gut an. Die kurze Spieldauer verleitet zu einem weiteren Malwettbewerb.

Speed Colors | Autor: Erwan Morin | Verlag: Game Factory
Spiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 5 Jahren | Benötigt: Hirn, Tempo und Farbe | Wiederspielreiz: gross

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Chickwood Forest – Spielkritik

Im Chickwood Forest geht es manchmal zu und her wie im Hühnerstall. Robin Hahn und seine Gesellen treiben ihr Unwesen, holen sich Beute von den Adligen und Reichen und verteilen es an die Armen im Dorf. Die Legende lebt – wenn auch der eine oder andere Mitstreiter ein wenig Federn lassen muss.

Chickwood ForestRobin Hahn, Lady Marihenn und ihren Schergen gehört der Chickwood Forest. Das Spiel ist eine witzige Mischung aus „Zocken um die Beute“ und „geschicktes Verteilen im Dorf“. Wer in beiden Phasen klug agiert, bringt es am Ende zu Ruhm und Ehre. Der Spielaufbau ist in der Anleitung gut beschrieben. Je nach Spielerzahl benötigt man mehr oder weniger Karten im Spiel. Der Ablauf bleibt hingegen gleich.
Erst schwärmen die Hühner aus und spähen die Schlösser in der Region aus. Dazu legt man an die Schlosskarten in der Auslage jeweils eine der eigenen Beute-Handkarten an. Die Anzahl der anzulegenden Karten ist mancherorts limitiert. Dazu kommt noch, dass einige Karten offen, andere verdeckt gelegt werden müssen. Sämtliche Informationen sind auf den Schlosskarten sichtbar. Die Beutekarten erhält man zufällig, jeder Spieler legt sie der Reihe nach an die Schlösser an.

Chickwood Forest

Danach schnappt man sich die Beute. Jeder Spieler wählt eines der Schlösser aus, von dem er sämtliche Karten nimmt – offene und verdeckte. Überraschungen sind natürlich vorprogrammiert. Jedes überfallene Schloss bringt selber Punkte ein und bestimmt die Spielerreihenfolge in der nächsten Runde. Doch kleine Kompromisse sind nötig: Wer eher an der Reihe sein will, erbeutet weniger Karten. Nicht jedes Huhn findet eben die grössten Körner.
Nach dem Überfall arbeitet man die eigene Beute ab. Die meisten Karten sammelt man bis zum Spielende. Mit den Wohltäter-Karten bringt man aber Almosen ins Dorf und schreitet schnurstracks zu Phase zwei. Das Dorf ist eine Kartenauslage aus 9 unterschiedlichen Dorfkarten. Die Holzklötzchen-Almosen verteilt man auf die Dorfkarten. Jeweils ein Klötzchen pro Karte und in einem durchgehenden Weg ohne Verzweigung. Das ist nicht ganz einfach, denn zwei Waldkarten liegen ebenfalls aus und dürfen nicht durchquert werden. Die Almosen bringen am Ende zusätzliche Punkte. Bei ihnen zählt die Mehrheit.

Chickwood Forest

Am Ende einer Runde entfernt man die Karten, die bei den Schlössern nicht geraubt wurden. Mit neuen Handkarten startet man die nächste Runde. Das Spiel endet, wenn alle Handkarten verbraucht sind. In der Schlusswertung gibt es drei Möglichketen, um an Punkte zu gelangen. Unter den erbeuteten Karten gibt es einige einträgliche Punktelieferanten: Schatztruhen, Gewänder, Schmuck sind lukrativ, wenn man sie in der richtigen Kombination sammeln konnte. Schmuck multipliziert sich beispielsweise, während man ein Gewand nur einzeln besitzen sollte. Maid Marihenn bringt zusätzliche Punkte pro Schatzsorte, Schergen liefern dagegen Minuspunkte. Also Vorsicht beim Sammeln der Karten, gerade weil man nicht alle sieht. Schlosskarten bringen direkte Punkte und in der Dorfabrechnung zählen nur Mehrheiten.

Noch nicht genug wilde Hühner? Mit den „legendären Karten“ mischt man die Hühner noch einmal richtig auf. Schätze tauschen, verdeckte Karten anschauen, Almosen wechseln, einen Schlossraub verhindern oder einen Schergen in der Schlusswertung abtreten – für Stimmung im Chickwood Forest ist gesorgt.

Fazit

Chickwood Forest hat mich richtig überrascht. Das Hennengerangel im Wald spielt sich leicht, schnell und macht wirklich Spass. Erst ein wenig um die besten Karten pokern, danach auf die beste Sammlung spekulieren. Und nicht zu vergessen: Die Almosen passend setzen. Natürlich kann man sich die Handkarten nicht aussuchen, doch man kann den Mitspielern Anreize bieten und Nieten verstecken. Oder legt man sich selber einen geheimen Schatz bereit, den man gleich wieder einsammeln will? Chickwood Forest ist eine gelungene Familienmischung aus Bluff, Glück und Sammlerei. Auf allen Hochzeiten kann man nie tanzen, aber jeder pickt sich seine passenden Körner aus den Schlosskellern und erlebt hin und wieder eine Überraschung. Die Altersangabe von 12 Jahren kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das Spiel ist nicht derart komplex und die Hühner ganz ungefährlich. Der unterhaltsame Wettstreit um die Hackordnung im Chickwood Forest ist auf jeden Fall wirklich zu empfehlen.

Chickwood Forest | Autor: Matt Loomis | Verlag: Zoch-Verlag
Kartenspiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 45 Minuten | Ab 12 (10) Jahren | Benötigt: Schlösser, Almosen und Ruhm im Wald | Wiederspielreiz: sehr gross

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Keine Suisse Toy Classic im Jahr 2018 – das HeroFest übernimmt

Eine wohl etwas grösse Veränderung steht der Suisse Toy 2018 bevor, der grössten Spielmesse der Schweiz. Wie aus einer Pressemitteilung zu erfahren ist, findet aktuell ein grösserer Umbau in der Ausrichtung der Messe statt.

So heisst es in der Mitteilung:

Die BERNEXPO GROUPE stärkt ihre Live-Plattformen im Bereich Freizeit & Unterhaltung. In der Folge wird die Suisse Toy Digital vom 12. bis 14. Oktober 2018 ausgebaut und soll unter dem neuen Namen «HeroFest» zum wichtigsten Festival der Gaming- und Geek-Szene avancieren. Auch die Suisse Toy Classic erfährt eine Neukonzeption und wird im Jahr 2019 neu lanciert… Das «HeroFest» wird die Bereiche SwitzerLAN, Gaming-Expo, Comic-, Anime- und Cosplay-Convention, E-Sports-Turniere, Stars, Mittelaltermarkt, Drohnenrennen sowie Brett-, Tabletop- und Kartenspiele beinhalten.

 

Wie der Bereich der Brett- und Kartenspiele 2018 aussieht, ist derzeit noch nicht ganz klar. Ende Mai sieht man wohl in diesem Bereich klarer. Bleibt die Frage nach dem klassischen Teil der Messe, der Suisse Toy Classic:

Wie «HeroFest» erfährt auch die Suisse Toy Classic eine umfassende Neukonzeption. Als Folge davon sowie basierend auf dem diesjährigen Fernbleiben einiger grosser, multinationaler Aussteller und dem damit verbundenen Rückzug des Spielwaren Verband Schweiz SVS wird die Suisse Toy Classic im Herbst 2018 pausieren. «Im Jahr 2019 wird die grösste nationale Spielwarenmesse mit einem innovativen Eventkonzept und noch mehr Unterhaltung und Freizeitattraktionen für Familien und Kinder zurückkehren», erklärt Messeleiterin Anne Schneider weiter. Am «HeroFest» wird es den Bereich «Family Area» geben, an dem auch Fans von analogen Spielen und Spielwaren sowie Sport- und Fun-Spielzeug auf ihre Kosten kommen.

 

Damit erhält man auch eine Begründung, weshalb es 2018 nicht zu einer weiteren Ausgabe der Suisse Toy Classic reicht. Grössere Aussteller (z.B. Ravensburger oder Lego) haben in den letzten Jahren immer mal wieder eine Pause eingelegt. In diesem Jahr haben sich noch weitere Verlage zurückgezogen, dass auch der Spielwaren Verband Schweiz nicht mehr an der grössten Spielmesse der Schweiz teilnimmt, erstaunt ein wenig.

Der Verein Spiel des Jahres hat an der Suisse Toy immer eine wichtige Position eingenommen, mit vielen Spielen im Angebot, die sonst nicht vor Ort hätten ausprobiert werden können. Geschäftsführer Guido Heinecke hat in seinem Spielraum, einer Art Kolumne auf der Spiel des Jahres-Webseite, bereits Probleme angesprochen (Zum Artikel – Kein Wunder von Bern). So erstaunt denn nicht: Auch der Verein Spiel des Jahres ist 2018 NICHT in Bern dabei. Guido Heinecke erklärt aber gegenüber brettspielblog.ch, dass für 2019 noch alles offen sei. Sie wären gerne wieder auf einer grossen Spieleveranstaltung in der Schweiz vertreten.

Suisse Toy ClassicDie Suisse Toy hat in den letzten Jahren einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Sicher hat das Fehlen einiger Anbieter dazu beigetragen, zwischenzeitlich war die Aufteilung aller Veranstaltungen in den Messehallen von Bern sehr unglücklich gewählt. Sie hat sich trotzdem entwickelt. Die Ausgabe 2017 empfand ich viel harmonischer als vorher. Viel mehr Spieltische, ein kompakter Brett- und Kartenspielbereich und eine ansprechende Besucherzahl. Nur das Manko der fehlenden Verlage konnte nicht behoben werden. Die Vielfalt muss nicht derart gross sein wie in Essen, doch die Chance, das Schweizer Publikum an die Brettspiele heranzuführen, ist nie grösser als in Bern. Das sollten sich die Verlage nicht entgehen lassen. Ich denke auch, dass in der Schweiz ganz gut eine grosse Spielveranstaltung existieren kann. Gerade in einer Zeit, in der das Spielen wieder boomt.

Daher bin ich gespannt, wie die Messeleitung ihre Neukonzeptionierung ausrichtet. Die Ausgangslage hat sich ganz plötzlich stark verändert. Ob sich das mit einer Pause wieder einrenken lässt? Ob sich die vielen, gewichtigen Absenzen wieder so schnell an die Messe locken lassen? Die Spannung steigt, und verbindet sich mit Skepsis, wenn man sich die Entwicklung der letzten Jahre betrachtet. Doch das Ziel bleibt: Die Schweiz braucht eine grosse Spielveranstaltung im Bereich der Brett- und Kartenspiele.

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

High Tide – Spielkritik

Sommer, Meer, Strand, Liegen und der Kampf um die ersten Badetücher bei den besten Plätzen. Ein ganz heisses Eisen wird bei High Tide spielerisch verwertet. Ein unverbrauchtes Thema mit witziger Umsetzung.

High TideMit ihren Liegen starten die Spieler an den Strandbars in Richtung Meer. Dabei gilt: Nahe am Meer ist gut, im Meer ist schlecht. Da Wasser ja eine äusserst bewegliche Masse ist, nähern sich die Wellen im Laufe einer Partie immer mehr den Liegen. Nun muss man nur noch aufs richtige Pferd setzen, oder den richtigen Strandabschnitt wählen. Die Abschnitte sind farblich markiert, genau wie die Würfel, die sich im Beutel befinden.
Der Spielzug eines Spieler ist ganz einfach: Zwei Würfel aus dem Beutel ziehen, würfeln und entscheiden, ob man den Wurf akzeptiert. Ist man mit dem Wurf einverstanden, zieht man die eigenen Liegen im farblich entsprechenden Strandabschnitt die gewürfelten Punkte Richtung Meer.
Will man den Wurf nicht nehmen, legt man die Würfel auf die Liegewiese und zieht neue Würfel nach. Das kann man nicht beliebig oft machen. Auf der Liegewiese stoppt der Liegestuhlverleih das bunte Treiben. Spätestens dann muss man sich entschieden haben. Ein nächster Spieler kann nun auch auf ausgelegte Würfel zugreifen. Er muss sie so übernehmen, auf den ersten Positionen erhält er dafür sogar einen Bonuswurf.

High Tide

Auf der Liegewiese legt der aktive Spieler das Handtuch seiner Farbe auf den Platz, von dem er die Würfel entfernt hat. Mit dieser Aktion bestimmt man bereits die Spielerreihenfolge der nächsten Runde – eine lustige Aktion. Am Ende bleiben exakt 2 Würfel übrig. Sie sind für den Wellengang verantwortlich. Ein grosses und ein kleines Wellenplättchen bringt das Meer im farblich entsprechenden Strandabschnitt ein ganzes Stück näher an die Stühle.

So spielt man Runde für Runde, zieht Würfel, wählt aus und verschiebt die Liegen, am Ende noch ein Wellengang. High Tide endet entweder nach der 6 Spielrunde oder wenn der erste Liegestuhl im Wasser steht. Es folgt die Punktevergabe. Wer am nächsten und am zweitnächsten am Meer steht, holt sich Punkte. Ab 5 Spielern profitiert auch der Drittplatzierte. Wer seinen Liegestuhl an der Strandbar halten konnte, holt sich ebenfalls einen Punkt. Der Sieger nach Punkten steht fest.

High Tide

Zur Grundvariante bietet High Tide noch vier Erweiterungen an, die man beliebig kombinieren kann. Mit den Münzen sammeln die Spieler in jedem Strandabschnitt unterschiedliche Münzwerte, die am Ende zusätzliche Punkte einbringen. Bei einem Haialarm zieht sich der vorderste Liegestuhl unter Umständen wieder vom Strand zurück. Mit dem Surfer spielt man eine Umkehrvariante. Um Zusatzpunkte zu bekommen muss der Spieler am zufällig zugeteilten Abschnitt mit der Liege ins Wasser. Der Surfer sucht schliesslich seine Welle. Die Baywatch-Plättchen bringen Sonderaktionen. Ein Plättchen erhält man nur, wenn man in einem Durchgang die kleinste Würfelsumme gewählt hat.

Es lohnt sich, mit den Varianten zu spielen und sie zu kombinieren.

Fazit

High Tide ist ein Familienspiel mit einem aussergewöhnlichen und witzigen Thema. Die Illustrationen unterstützen das ausgezeichnet. Badelatschen als Punktezähler und eierlegende Schildkröten als Platzhalter – das Auge spielt mit. In der Grundvariante erlebt man keine grossen Überraschungen. Man entscheidet über den Spatz in der Hand oder die Taube auf dem Dach: Noch einmal Würfel ziehen oder einfach zufrieden sein. Ein simples Liegen-Wettrennen am Strand. Hier lohnt es sich mit den Erweiterungen zu experimentieren. Sie bringen die Würze ins Spiel. Ob einfach nur Münzen sammeln, mit dem Hai das Glück herausfordern oder sich zusätzliche Aktionen sichern – für Abwechslung ist gesorgt. Sehr schön gefällt mir der Surfer. Mit ihm kann man sich entscheiden, mal gegen den Strom zu schwimmen. Das geht am besten mit verdeckten Surfern, unbedingt ausprobieren. Die Erweiterungen kann man auch zusammen einsetzen, selbst alle vier Module sind möglich. Obwohl man dann auf ziemlich viele Dinge im Ablauf achten muss. High Tide ist ein thematisch frisches Brettspiel, bei dem es um den geschickten Würfeleinsatz, etwas Glück und auch ein wenig strategisches Vorgehen geht. Die Erweiterungen sind da eine willkommene Abwechslung.

High Tide | Autor: Dirk Henn | Verlag: Queen Games
Brettspiel für 3-6 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Geschicktes Vorpreschen mit den Liegen am Strand | Wiederspielreiz: gross

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!