Spieleerfinder-Wettbewerb: Spiel mit Story gesucht

Bei meiner brettspielblog-Arbeit erreichen mich einige Mails. Viele möchten ihr Spiel bewerben, andere einfach ihre Links unterbringen und einige verfolgen ihren Traum vom eigenen Spiel und möchten ihn veröffentlichen. Das ist nicht so einfach, denn die Verlage haben in der Regel genug zu tun und selbst die beste Idee hat meist noch nicht die ganze Reife erlangt. Nun veranstalten der Kosmos-Verlag und das Spielwerk in Hamburg einen Spieleerfinder-Wettbewerb, der unter Umständen einen Traum Wirklichkeit werden lässt.

Spieleerfinder-Wettbewerb

Gesucht werden besonders thematische Spiele, bei denen eine spannende Story im Vordergrund steht. Aufgerufen werden die Spieleerfinder in Deutschland und den Nachbarländern. Eine grosse Chance also für Nachwuchsautoren mit einer tollen Idee für ein Spiel. Der Gewinner des Wettbewerbs hat die Chance, dass das Spiel bei Kosmos veröffentlicht wird.

Die Anforderungen sind klar: Das Spiel soll eine spannende Geschichte erzählen, in fremde Welten entführen und kreative Ideen umsetzen. Bis am 1. Oktober 2018 können die Spieleerfinder ihre Idee einreichen. Die genauen Teilnahmebedingungen findet man beim Spielwerk Hamburg.

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Brändi Triangolini – Spielkritik

Keine neue, dafür eine ganz hochwertig umgesetzte Spielidee kommt aus dem Hause Brändi. Triangolini ist eine Umsetzung des bekannten Legespiels Triominos und hat seinen Ursprung bereits in den 60er-Jahren. Damit gehört es zu den Klassikern, die sich gefühlt ewig auf dem Spielemarkt halten.

Brändi TriangoliniDie Spielidee ist simpel: Dreieckige Spielsteine legt man passend an die Figur auf dem Spieltisch an und sammelt so Punkte. Passend ist exakt das Stichwort, denn in jeder Ecke der Spielsteine befindet sich eine Zahl. Stimmen die Zahlen überein, kassiert man Punkte – ganz einfach.
Je nach Spielerzahl zieht man sich eine gewisse Anzahl Triangolini-Spielsteine aus dem Beutel. Das Spiel lässt sich mit einer offenen und einer verdeckten Variante spielen. So platziert man seine Steine dementsprechend vor sich und startet. Der Reihe nach legen die Spieler einen ihrer Steine passend an: Immer Seite an Seite, mit den übereinstimmenden Zahlen. Für einen korrekten Stein erhält der Spieler die Summe des gelegten Dreiecks gutgeschrieben.
Kann oder will ein Spieler in einer Runde keinen Spielstein anlegen, darf er bis zu drei Mal einen Stein aus dem Beutel nachziehen. Jeder dieser Steine bringt ihm aber 5 Strafpunkte ein – und gleich noch einmal 10, wenn auch nach dem dritten Stein gar nichts geht.

Brändi Triangolini

Eindeutig am kompliziertesten kann das Startprozedere werden. Grundsätzlich eröffnet der Spieler mit der Triple 0 das Spiel und erhält dafür gleich mal 40 Punkte gutgeschrieben: Startgeld, denn sonst verdient man mit dem Stein ja nichts. Hat niemand die Triple 0, sucht man den höchsten Triplestein (10 Punkte plus die Summe), danach den mit der höchsten Summe. Bei Gleichstand mit der nächsthöheren Summe – na, DIE Suche kann sich ziehen.
Nachher geht’s aber fix: Stein anlegen oder nachziehen, Punkte notieren. Spezialpunkte gibt es für eine Brücke (wenn ein Loch entsteht, 30 P.) und ein Sechseck (40 P.). Schliesst man gleich 2 Sechsecke ab (50 P.) oder sogar 3 (60 P.), liegt noch mehr drin.
Die Punktejagd endet, sobald ein Spieler alle Steine gelegt hat (Bonus 25 P.) oder sich kein Spielstein mehr im Beutel befindet. Der beste Punktesammler gewinnt.

Brändi Triangolini

Fazit

Brändi Triangolini ist eine wunderschöne Neuauflage von Triominos. Das Legespiel ist ein Klassiker und hat bereits viele Anhänger. Spielerisch ist Triangolini einfache Kost: Anlegen, zählen, notieren. Doch wer schon einmal einem erfahrenen Triangolini-Spieler gegenübersass, der weiss, dass man voll bei der Sache sein muss. Natürlich kann man das Spiel frei aus dem Bauch spielen. Man kann sich die Spielsteine aber auch merken. So weiss man, was noch kommt, lässt Lücken offen, umgeht einzelne Baustellen und macht fette Punkte, während die Mitspieler nur staunen. Es gibt tatsächlich eine Lernkurve in diesem einfachen Spiel, die es eben immer weiterleben lässt.
Brändi Triangolini ist mit Zahlen und Farben schön und schlicht gestaltet, hilft aber damit Kindern beim Kopfrechnen und macht es zu einem geeigneten Legespiel für die Schule. Wer es einfach, schlicht und unkompliziert mag, legt sich seine Steine bei Triangolini.

Brändi Triangolini | Autor: keine Angabe | Verlag: Stiftung Brändi
Legespiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 20-40 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Das besondere Zahlen-Merk-Lege-Gefühl | Wiederspielreiz: gross

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Topspin – Spielkritik

Ein Kreiselspiel ist ja grundsätzlich keine neue Erfindung. Schon lange gibt es wunderschöne Holzspiele auf dem Markt, in denen der Kreisel wirbelt und die Marmorkugeln fliegen. Topspin ist eine Schachtelversion eines solchen Kreiselspiels: Einfach, schnell und mit zwei Spielvarianten.

TopspinBei beiden mitgelieferten Spielideen gelten dieselben Regeln, was den Kreisel betrifft: Die Kugeln dürfen zusammen oder einzeln in die Spielfläche gelegt werden. Der Kreisel darf sich dabei schon drehen oder man beginnt erst mit der Drehung. Kugeln kann man auch nach und nach dazu geben, wenn sie zuerst den Boden berühren. Dreht sich der Kreisel nicht mehr, rechnet man ab. Die 12 Löcher in der Spielfläche sind das Ziel der Kugeln.
Bleibt noch die Frage: Battle oder Challenge?

Battle

Im Battle-Modus spielt man nur mit drei Kugeln. Der erste Spieler macht eine Vorgabe und lässt den Kreisel tanzen. Fallen die Kugeln in die Löcher, bringt das Punkte. Die Summe, die von den drei Kugeln erspielt wird, gilt es nun zu schlagen. Der nächste Spieler muss gleich viele oder noch mehr Punkte erreichen. Schafft er das, wandert der Kreisel weiter. Gespielt wird so lange, bis es einen Spieler erwischt und er nicht mehr überbieten kann. Er verliert ein Leben. Auf dem beigelegten Block streicht man ein Herz durch und beginnt gleich mit der nächsten Vorgabe. Jeder Spieler besitzt drei Leben. Wer zuletzt übrig bleibt, gewinnt.

Topspin

Challenge

Bei der Challenge sind alle 12 Kugeln im Einsatz. Auf der Spielfläche befinden sich 12 Löcher mit den Werten von 1-12. Alle Zahlen sollen einmal besetzt werden – je eher, desto besser. Auch hier hilft der Block weiter. Jede erreichte Zahl streicht man durch. Hat man sie alle, gewinnt man. Hier dürfen die Spieler die begonnene Runde noch fertig spielen. Bei Unentschieden geht es in ein Tie-Break: Wer mit drei Kugeln die meisten Punkte erzielt, gewinnt.

Fazit

Topspin baut auf der bekannten Idee des Kreiselspiels auf. Mit den beiden Spielvarianten hat man zwei schnelle Spiele zur Hand, bei denen man den Dreh raus haben muss. Das Kreiseln ist die erste Bewährungsprobe, die man aber bald im Griff hat. Der Kreisel ist aus Holz. Öffnet man den Schachteldeckel, startet man sofort in der Schachtel mit dem Spiel. Während es beim Battle mit nur drei Kugeln auf die Zielgenauigkeit ankommt, so ist man bei der Challenge mit 12 Kugeln ganz schön beschäftigt. Schafft man es wirklich, alle in Bewegung zu bringen? Topspin ist ein kurzes Geschicklichkeitsspiel, bei dem man auch ein wenig Glück benötigt. Die Kugeln verfehlen oft nur um Millimeter das Ziel. Die Drehzahl des Kreisels ist zwar gegenüber einem reinen Holzmodell deutlich kleiner. Mit der Helvetiq-Variante erhält man aber ein günstiges Kreiselspiel, das überall hineinpasst. Kurze Wartezeiten, verbunden mit grossem Kreiselspass.

Topspin | Autor: Martin Nedergaard Andersen | Verlag: Helvetiq
Kreiselspiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Den Dreh mit Zielgenauigkeit | Wiederspielreiz: gross

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Würfelkönig – Spielkritik

Der König braucht neue Bürger und Land für sein Reich. Der König würfelt es sich. Würfelkönig ist ein glückslastiges Würfelspiel in bester Kniffel-Manier – einfach viel bunter.

WürfelkönigMit 6 Farb-Zahlen-Würfeln will jeder König neue Bürger gewinnen. Mit gelungenen Kombination holt man sich eine der 5 offen ausliegenden Bürgerkarten aus der Tischmitte. Dazu hat man genau 3 Würfe Zeit, dann muss es passen. Die Kombinationen kennt man aus ähnlichen Kniffel-/Yatzy-Spielen: 5 gleiche Zahlen, 4 gleiche Farben, eine Strasse, ein Full House usw. Schafft man eine solche Kombination nicht mit 3 Würfen, muss man sich eine Dorftrottel-Karte nehmen, die am Ende Minuspunkte einbringt.
Besser sind daher gelungene Würfe. Jeder Bürger ist zudem einem bestimmten Ort zugeteilt. Bürger und Orte sind farbig markiert. Stimmt die Farbe der beiden überein, kann man sich unter Umständen gleich beide Karten sichern und neben einem neuen Einwohner noch eine Gebietserweiterung machen.

Würfelkönig

Kleine Kniffe bringen ein wenig zusätzlichen Schwung in den Würfelkönig. Die Karten rutschen nach rechts durch, die Ausgangslage ändert sich also ständig. Einige Bürger besitzen spezielle Fähigkeiten: Hypnose, ein zusätzlicher Wurf, ein weiterer Spielzug. Besonders schön ist der Drache. Er ist gefährlich, bringt viele Minuspunkte und… darf verschenkt werden.
Um die Möglichkeiten zu nutzen, braucht es immer dasselbe: Den perfekten Wurf, um eine Karte zu erobern. Bei einem Drachen ist der logischerweise schwieriger zu bewältigen als bei einem einfachen Bürger.

Würfelkönig

Würfelkönig endet, wenn eine der Ortskarten, die Dorftrottel oder die Bürger ausgehen. Alle Spieler zählen ihre Punkte und der neue Würfelkönig steht fest.

Fazit

Bei Würfelkönig spielt man im Prinzip nichts Neues. Es ist eine Kniffel-Variante, bei der man mit 6 Würfeln gewisse Vorgaben erfüllen muss. Das Spiel ist bunt illustriert, sieht dadurch frisch aus und sorgt mit den wenigen Aktionen für Abwechslung. Das Würfeln ist natürlich eine glücklastige Angelegenheit. Die Auslage kann einmal für, einmal gegen die Spieler sprechen. Bei einer guten Ausgangslage wechselt man die Zielkarte im eigenen Versuch und erreicht doch noch eine Karte. Mit einer schlechten Ausgangslage liegen derart komplexe Vorgaben aus, dass es ziemlich schwierig ist, einen perfekten Wurf zu liefern. Im Laufe einer Partie stehen aber meist alle einmal vor der Frage, wie gross das Würfelrisiko sein soll. Würfelkönig ist ein astreines Würfel-Kombinationsspiel und kommt vor allem bei Kindern gut. Das Aussehen trägt wohl einen grossen Teil dazu bei. Als schnelles Würfelspiel für zwischendurch ist es immer willkommen.

Würfelkönig | Autor: Nils Nilsson | Verlag: HABA
Würfelspiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Würfelkombinationen in Farbe und Zahl | Wiederspielreiz: gross

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Gotown – Spielkritik

Die kleine Kartenspielreihe von Helvetiq hat Nachwuchs bekommen. Gotown ist ein kleines Ärgerspiel, bei dem die Hochhäuser doch nicht so schnell aus dem Boden schiessen, wie man es gerne hätte.

GotownEin Hochhaus soll also entstehen, mit insgesamt 5 Stockwerken. Ein Stockwerk besteht immer aus 2 Karten, die in der Summe den Wert 9 ergeben. Damit hat man den Grundsatz des Spiels bereits verstanden. Die kleinen Helvetiq-Kartenspiel verzaubern schliesslich immer mit einfachen Regeln und einem schnellen Spieleinstieg. Gotown ist allerdings ein wenig anders. Es ist das erste Spiel der Reihe, bei dem man so richtig gegeneinander spielen kann. Der Bauboom ist nichts für schwache Nerven.
5 Handkarten besitzt man beim Start. Eine Spielrunde verläuft immer gleich: Eine neue Karte ziehen, beliebig viele Karten ausspielen und noch einmal Karten nachziehen, wenn es am Ende weniger als drei sind.

Gotown

Die Karten bauen bei Gotown das Hochhaus – oder zerstören es auch wieder. Mit zwei Zahlenkarten und dem Gesamtwert 9 legt man ein neues Stockwerk seines Hauses. Das oberste Stockwerk jedes Hochhauses kann von den Spielern aber geklaut werden. Spieler A hat mit einer 6 und einer 3 ein Stockwerk gebildet. Mit einer weiteren 6 holt sich Spieler B die drei von Spieler A ab, baut sein eigenes Stockwerk und Spieler A hat seinen ersten Rückbau hinter sich. Wie gewonnen, so zerronnen.
Das Kartenmanagement ist mit entscheidend bei Gotown. Höchstens 8 Karten darf man in der Hand halten, am Ende seines Spielzuges darf auf 3 Karten aufgerüstet werden. Unter den Karten befinden sich, neben den normalen Stockwerkkarten, bestimmte Aktionen: Eine Jokerkarte, die flexibel einsetzbar ist. Eine Hundekarte, die das oberste Stockwerk bewacht und dadurch schützt. Eine Knochenkarte, die den Hund weglockt und das Stockwerk wieder angreifbar macht. Ein Presslufthammer, der das oberste Stockwerk zerstört. Die Abrissbirne hat den gleichen Zweck, wirkt aber auch bei Hunden. Ein Dieb klaut Karten. Mit Milchshake und Donut setzt man aus. Man ahnt bereits: Friedlich geht es hier nicht zu!

Gotown

Wer als Erster ein fünfstöckiges Gebäude erstellt, gewinnt.

Fazit

Gotown kann ich nur Spielern empfehlen, die ein dickes Fell haben. Die Chance, dass man hier auf der eigenen Baustelle eingeht, ist gross. Was eben noch wunderbar zusammenpasste, ist mit den Spielzügen der Mitspieler gleich wieder weg. Was ein wenig frustriert: Es gibt keine Abwehrmöglichkeiten. Ein Hund kann kurzfristig das oberste Stockwerk schützen, ist aber mit Knochen oder Abrissbirne gleich wieder weg. Gegen Diebe und den normalen Zahlenklau kann man nichts machen. Es bleibt die Hoffnung, die passenden Karten zu ziehen, um vorwärts zu kommen – reines Kartenglück! Eine Partie kann ganz unterschiedliche Ausmasse annehmen. Lange Auf- und Abbau-Projekte sind ebenso möglich, wie kurze Spielrunden, bei denen die Karten für einen einzelnen Spieler sprechen. Gotown ist nicht wirklich berechenbar. Man besitzt wenig Einfluss auf das Spiel, kann allenfalls noch entscheiden, wen man ärgern will. Ohne die passenden Zahlenkarten kommt der Bau nicht voran. Auch hier bestimmt der Zufall, ob man die richtigen Karten zieht und von den Gebäuden der Mitspieler profitieren kann. Ich muss es relativ hart ausdrücken: In der Reihe der coolen, kleinen Helvetiq-Kartenspiele ist es für mich das schwächste. Nur ärgern trägt eben nicht über mehrere Partien. Da wechsle ich wieder zu Bandido.

Gotown | Autoren: Morten & Alexander Bonavent | Verlag: Helvetiq
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: ca. 20 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Ein dickes Fell im Baugeschäft | Wiederspielreiz: geht so

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