Neuheiten von Helvetiq im Frühjahr 2017

Innovativ und frisch tritt er auf, der Schweizer Verlag Helvetiq. Die Produkte haben in der Tat einen grossen Wiedererkennungswert. Allein von den Spielen in den grossen Zündholzschachteln gibt es bereits eine ganze Reihe. Und auch vor den grossen Autoren schreckt der Verlag nicht mehr zurück. Nach Reiner Knizia veröffentlicht nun Leo Colovini (Leo muss zum Friseur) gleich zwei Spiele bei Helvetiq.

Zur Erinnerung: Produkte von Helvetiq können im Helvetiq-Shop mit 10% Rabatt eingekauft werden, wenn man als Gutschein-Code „brettspielblog“ eingibt.

Forest

Nach Bandido folgt ein zweites Spiel in der Schachtel mit dem ungewöhnlich länglichen Format. Und genau so kurzweilig wie der Vorgänger spielt sich auch Forest. Die Karten sind nach bekannten Märchen-Motiven gestaltet, mit denen man einen Zauberwald legen muss. Mit jeweils sieben zauberhaften Figuren räumt man die Karten ab und sichert sich Punkte für die Endwertung. Kurze Regeln, schnelles Spiel, gute Unterhaltung.
Autoren: Leo Colovini und Fabio Visintin | Ab 6 Jahren | Für 2-5 Spieler | Spieldauer: 15 Minuten

Matterhorn

Ein weiteres Spiel mit Schweizer Thema. Wer hat nicht schon davon geträumt, das Matterhorn zu erklimmen. Dazu muss man erst einmal früh aufstehen, um sich dem Gipfel entgegen zu würfeln. Wer nicht rechtzeitig aufhört, muss sich zusätzlich beeilen. Ein Spiel, bei dem man auch mal fies sein kann.
Autor: Leo Colovini | Ab 8 Jahren | Für 2-4 Spieler | Spieldauer: 30 Minuten

 

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Exit – Das Spiel: Die Grabkammer des Pharao – Spielkritik

Die Exit-Reihe von Kosmos orientiert sich an den Escape-Spielen: Gemeinsam sucht man nach Möglichkeiten, um Probleme zu lösen und zu fliehen. Die Rätsel bearbeitet man unter Zeitdruck, schliesslich endet jeder gute Film auch nach exakt 90 Minuten. Die Grabkammer des Pharao kann nur ein Mal gespielt werden.

Nach dem ersten Abenteuer (Die verlassene Hütte) war schnell klar: Nachschub muss her! Die grossen Rätsel dieser Welt sollen nicht länger ungelöst bleiben. Grips sucht neue Knobeleien. Nachdem wir die Hütte mit Auszeichnung verlassen konnten, zählten wir die Tage, bis uns endlich wieder jemand einsperrte. Und das kam so:

Die Geschichte

Als Teil einer Reisegruppe mussten wir uns in Ägypten wirklich besonders ungeschickt anstellen. In der Grabkammer Tutanchamuns verlieren wir unsere Gruppe und befinden uns plötzlich in einer mysteriösen Grabstätte wieder. Die Steintür schliesst sich, das Abenteuer beginnt. Wie kommen wir aus dem Steingefängnis bloss wieder raus?

Der Spielablauf

Neugierig wie wir sind, entdecken wir ein verstaubtes Notizbuch und eine Drehscheibe mit Hieroglyphen. Das System kennen wir bereits und machen uns auf die Suche nach Hinweisen, Symbolen und Zahlen, die uns helfen, das Verlies wieder zu verlassen. Die Rätsel verlaufen schön geordnet, doch nicht alle Hinweise lassen sich sofort nutzen. Manche Rätsel-Karten bleiben ein wenig auf dem Tisch liegen, bevor wir sie in einen nützlichen Zusammenhang bringen können. Hin und wieder taucht ein Gegenstand auf, den wir zur Lösung einer Aufgabe brauchen. Die Lösungs-Karten leiten uns durch die Grabkammer. Insgesamt 9 Codes gibt es zu knacken. Auch diesmal ist nichts heilig. Es darf geschrieben, geschnitten, zerrissen werden – auch wenn es ein wenig schmerzt. Zur Not wären noch Hilfe-Karten beigelegt, die nach dem 1. und 2. Tipp sogar die Lösung preisgeben. Brauchen wir aber nicht. Wir bleiben hart, bis uns die Köpfe rauchen.

Am Ende entscheiden die Spielzeit und die Anzahl der benötigten Tipps über die Leistung der Pharao-Touristen. Mit der Kosmos-App rechnet man nicht lange. Sie liefert die passenden Hintergrundgeräusche zur Story, die Stoppuhr und zeigt das erspielte Resultat am Ende an. Praktisch!

Fazit

Gleich vorweg: Wir fühlten uns wieder über eine Stunde bestens unterhalten. Für die volle Punktzahl reichte es diesmal jedoch knapp nicht. In den Anfängen taten wir uns beim Pharao schwer und hätten beinahe zu einem Tipp gegriffen. Aber eben nur beinahe. Die Rätsel sind knackig, man darf sich nicht auf gewisse Ideen und Theorien versteifen. Und wieder wurden wir von den Ideen der Autoren überrascht und haben uns über gelöste Knobeleien gefreut. Dem Spielsystem bleibt die Exit-Reihe zwar treu, doch kein Rätsel glich einem aus dem vorangegangenen Abenteuer. Das Spiel hat noch mehr Fans gefunden, alle suchen nun nach neuen Einsperrmöglichkeiten. Eine verrückte Welt! Nur eins schmerzt das Spielerherz ein wenig: Die Vernichtung der Spielschachtel nach nur einem Abenteuer.

Exit – Das Spiel: Die Grabkammer des Pharao | Autoren: Inka und Markus Brand | Verlag: Kosmos
Escape-Spiel für 1-6 Personen | Spieldauer: 45-90 Minuten | Ab 12 Jahren | Benötigt: Freude an klaustrophobischen Rätseln | Wiederspielreiz: sehr gross, wenn auch leider nicht mehr im gleichen Abenteuer

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Neuheiten von Game Factory im Frühjahr 2017

Auch Schweizer Verlage waren in Nürnberg vertreten. Sie stellten ihr Frühjahrsprogramm vor. Den Start der Neuheiten-Serie macht Game Factory. Sämtliche Spiele waren in Nürnberg bereits vor Ort und konnten kurz angetestet werden. Ich würde auch alle wieder spielen. Tolle Sache! Hier sind meine Eindrücke:

Klask

Ein grosses Spielfeld aus Holz simuliert die Spielfläche. Mit den magnetischen Spielfiguren und einem Ball kickt man um die Wette. Tore schiessen ist angesagt, aber auch den Hindernissen auf dem Spielfeld ausweichen. Klask – das ist FIFA 17 auf dem Spieltisch. Doch Fingerfertigkeit allein genügt nicht, hier steht niemand still.
Ab 8 Jahren | Für 2 Spieler | Spieldauer: ab 10 Minuten

Tubyrinth

Tubyrinth ist ein Logikrätsel für den Spieltisch. Auf vielen Vorlagen legt man seine Wasserleitungen passend, damit das Wasser wieder sprudelt. Das Spielrätsel ist von der Idee her nicht ganz neu, für Knobelfreunde aber unbedingt einen Blick wert.
Autor: Martin Nedergaard Andersen | Ab 8 Jahren | Für 1-6 Spieler | Spieldauer: ca. 20 Minuten

tummple!

Da hat sich einer viel Mühe gegeben beim Namen. Wahrscheinlich klingt es so, wenn die Holzklötze vom Turm fallen. tummple! ist ein Geschicklichkeitsspiel mit Würfel. Klötze stapeln, Hindernisse legen, Stellen sperren. Ein hochwertiges Spiel – ein wenig Jenga und doch ganz anders.
Autor: Bruce Shadorf | Ab 8 Jahren | Für 2-4 Spieler | Spieldauer: 15 Minuten

Verfuxt!

Der Fuchs hat das goldene Ei aus dem Hühnerstall gestohlen. Doch wie sah er aus? Die Kerle sehen alle gleich aus – aber eben nur beinahe. Auf der Suche nach Hinweisen bestreitet man hier ein Abenteuer gegen die Zeit. Der Fuchs-Scanner liefert immer neue Hinweise. Kommt man dem Täter noch rechtzeitig auf die Spur? Ein detektivisches Würfelspiel für Gross und Klein!
Autoren: Department of Recreation | Ab 5 Jahren | Für 2-4 Spieler | Spieldauer: 20 Minuten

kwatro

Das Spiel ist in der kleinen, kleinen, kleinen Dose beinahe zu übersehen. Doch darin verbirgt sich ein Knaller, der sämtliche Hirnzellen benötigt. Kärtchen müssen in Farbe und Form passend angelegt werden – oder eben komplett verschieden sein. Und während man die Kartenreihen ständig nach den besten Möglichkeiten abklappert, raucht der Kopf immer mehr. Es spielt sich ein wenig wie Qwirkle – aber im Quadrat. Für Knobler und Formvollender.
Autor: Gene Mackles | Ab 8 Jahren | Für 2-4 Spieler | Spieldauer: 30 Minuten 

    

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Dodelido – Spielkritik

Dodelido! Was wie der neue Hit von Andreas Gabalier tönt, ist ein tierischer Kartenspiel-Spass in Farbe. Nur die Schildkröte hat mal wieder keinen Plan. Wenn das Auge nur immer das sehen würde, was das Hirn denkt.

Dodelido ist wieder so ein richtiger Hirnverzwirbler. Man könnte auch sagen: So wie das geniale Die fiesen 7, einfach ohne Gauner. Kunststück, das Spiel stammt auch aus der Feder von Jacques Zeimet und der ist für beide Spiele verantwortlich. Einiges ist gleich, vieles ist anders. Die Spieler erhalten einige Handkarten, die sie so schnell wie möglich loswerden möchten. Die Karten zeigen Tiere (Flamingo, Kamel, Pinguin, Zebra, Schildkröte und Krokodil) in fünf unterschiedlichen Farben. Doch den Kartenstapel hält man verdeckt, jeder Spieler legt der Reihe nach ein Tier in die Tischmitte und kommentiert die aktuelle Situation.

In der Mitte liegen drei Tierstapel aus, die abwechselnd mit neuen Tieren bedient werden. Nun liegt es an der schnellen Reaktion der Spieler, ob die Ablage erfolgreich ist. Es bleiben drei Sekunden, um die neue Auslage zu kommentieren:
Liegt eine Mehrheit von Tierart oder Farbe aus, ruft man beispielsweise „Flamingo“ oder „blau“. Diese Mehrheit kann auch ganz knapp und im Verhältnis 3:2 ausfallen.
Bei einem Gleichstand (2 Kamele, 2 grüne Tiere) lautet die Ansage: „Dodelido!“
Es kann auch mal gar keine Übereinstimmung vorkommen. In diesem Fall ruft man: „Nix!“
Und schon sind wir bei den Sonderfällen angekommen. Die Schildkröte beherrscht das Spiel durch ihre Langsamkeit. Jede ausliegende Schildkröte meldet sich vor einer Ansage mit einem „ÖH…“. Gestammelt wird aber nur mit ausliegender Schildkröte.
Das Krokodil muss auf jeden Fall schnell vertrieben werden. Die Spieler schlagen auf die Krokodil-Karte. Wer zuletzt schlägt, sammelt alle ausliegenden Karten ein. Strafe muss sein.

Natürlich werden auch alle anderen nur denkbaren Vergehen geahndet: Falsche Ansagen, falsche ÖH’s oder ein Überschreiten der drei Sekunden. Wer falsch reagiert, muss die Karten auf sämtliche Hand nehmen. Damit ist das Spielziel wieder ein wenig weiter entfernt. Wer zuerst keine Karten mehr besitzt, gewinnt. Dodelido!

Fazit

Autor Jacques Zeimet beherrscht solche Spiele einfach. Dazu muss man im gleichen Atemzug auch die Illustrationen von Rolf Vogt erwähnen. Er zeichnet die Tiere in seiner eigenen Art, das sieht einfach toll aus. Die Ähnlichkeit zu früheren Zeimet-Werken ist natürlich nicht zu übersehen. Spielerisch bewegen wir uns zwar im selben Segment, doch das lustige Durcheinander auf dem Spieltisch wird diesmal anders verursacht. Dodelido ist eine Mischung aus Reaktion, Konzentration und der Suche nach korrekten Gedankengängen. Das Spielen auf gleich drei Kartenstapeln vereinfacht die Übersicht nicht wirklich, erhöht aber den Spielspass. Das putzige kleine Spiel lebt von der Schadenfreude, die man aber nicht zu lange ausleben sollte. Schliesslich ist man schnell selber wieder an der Reihe – Konzentration aufrecht erhalten. Dodelido ist ein richtig gutes, kleines Partyspiel und eignet sich besonders auch für grössere Gruppen. ÖH… fertig!

Dodelido | Autor: Jacques Zeimet | Verlag: Drei Magier
Kartenspiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 10-20 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Konzentration und einen wachen Geist | Wiederspielreiz: sehr gross

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Swiss Facts – Spielkritik

Es wird Zeit für ein wenig Bildung. Hier geht es um Fakten, Fakten, Fakten! Ein Glück, dass die im Kartenspiel Swiss Facts spielerisch umgesetzt sind. Thematisch bewegen wir uns in der Schweiz und ihren Kantonen. Und nun sorgen wir für Ordnung.

Swiss Facts ist ein Schätzspiel. Anhand verschiedener Daten versucht man, seine Kantons-Spielkarten einzuordnen. Das geschieht natürlich ohne exakte Kenntnisse. Man weiss einzig und allein, welchen Kanton man besitzt. Die Daten liegen verdeckt und werden erst zu einem späteren Zeitpunkt offenbart. Der Startspieler zieht eine Kategorienkarte und nimmt zugleich eine Kantons-Karte als Startpunkt hinzu. In einer ersten Runde kann es beispielsweise um die Einwohnerzahl gehen, der Kanton Luzern liegt als Vorgabe aus. Nun muss der Spieler eine seiner Karten links oder rechts anlegen, wenn er meint, sein Kanton habe weniger oder mehr Einwohner als der bereits liegende Kanton Luzern.

Der nächste Spieler hat nun zwei Optionen offen. Entweder er akzeptiert die Auslage und legt eine seiner Karten passend dazu, oder er zweifelt die Auslage an. In diesem Fall dreht man die Karten um und überprüft anhand der Fakten, wie es um die Auslage steht. So oder so wechselt nun ein Wertungschip den Besitzer. Waren die Zweifel angebracht, muss der letzte Kartenleger für sämtliche Vorlagen büssen und dem Zweifler einen Wertungschip abgeben. Waren die Zweifel aber unberechtigt und die Auslage absolut korrekt, zahlt der Zweifler dem letzten Spieler eine Strafe.

Mit einer neuen Kategorie startet man in eine neue Spielrunde. Sind sämtliche Karten ausgespielt, kann noch ein letztes Mal angezweifelt werden. Danach gewinnt der Spieler mit den meisten Wertungspunkten.

Fazit

Das Spielprinzip von Swiss Facts ist nicht neu. Die Anno Domini-Reihe funktioniert nach dem ähnlichen Prinzip, bringt allerdings viel mehr Karten ins Spiel und ist daher auch abwechslungsreicher. Doch Swiss Facts beruft sich auch auf die Bildung. Es geht spielerisch um zählbare Fakten der Schweizer Kantone. Damit ist die Kartenzahl begrenzt und die Einschätzung mal leichter, mal schwieriger. Die Spielzeit ist sehr kurz, mit zunehmender Spielpraxis erhält man auch mehr Kenntnis der Zahlenmaterie. Auf dem Familienspieltisch wirkt das Thema doch reichlich trocken und spricht höchstens Zahlenakrobaten an. Im schulischen Bereich sieht das ein wenig anders aus: Kantonsgrösse, Gründungsjahr oder Einwohnerzahl rücken die Schweiz Spiel für Spiel ins richtige Licht. Dort ist es für mich richtig aufgehoben. Schliesslich zählen die Fakten.

Swiss Facts | Autor: Simon Haas | Verlag: Haas Games
Kartenspiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 12 Jahren | Benötigt: Schweiz-Kenntnisse in sämtlichen Grössenordnungen | Wiederspielreiz: ok 

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!