3 sind eine zu viel! – Spielkritik

3 sind eine zu viel! Wer Kinder hat, kennt das Problem. Zu zweit ist alles in Ordnung, zu dritt ist schnell Rambazamba angesagt. Ob das die thematische Grundlage des Kartenspiels war, weiss ich nicht. Auf jeden Fall funktioniert das mit den Karten natürlich ebenfalls.

3 sind eine zu vielEs gibt 90 Zahlenkarten im Spiel (0-89), die in einer von sieben Farben erscheinen. Auf dem Tisch müssen die Karten in drei vorgegebenen Gruppen angelegt werden. Diese Vorgabe ist in jedem Spiel gleich (1-29/31-59/60-89), bei Spielbeginn liegen zudem noch drei zufällig gezogene Karten aus. 20 Karten erhält jeder Spieler, von denen man aber nur 8 in die Hand nimmt. Mit ihnen startet man ins Abenteuer.

Der Reihe nach legt jeder eine Karte in die Zahlenreihen auf den Tisch. Die Karten müssen aufsteigend und passend gelegt werden, sie können auch zwischen ausliegende Zahlen geschoben werden. Dann verschiebt sich die restliche Reihe einfach um eine Position. Damit ist die erste Aktion des Spiels bereits erledigt. Nun folgt die Kontrolle: Ist die eben gelegte Karte die fünfte einer Reihe (inklusive der immer ausliegenden Startkarte), muss man Karten zu sich nehmen. 3 sind eine zu viel! ist nämlich eine Mischung aus Lege- und Sammelspiel.
Hat man ein gutes Kartensortiment, kann man auch ein wenig steuern, welche Karten man denn nehmen will:
– Legt man die höchste Karte einer Reihe als fünfte, erhält man lediglich eine Karte: Diejenige rechts neben der Startkarte.
– Hat man mittendrin eine fünfte Karte eingefügt, erhält man alle höheren Zahlenwerte der Reihe, also bis zu drei Karten.

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Was nun gut oder schlecht ist, hängt vom Spielverlauf, oder besser noch vom Sammelverhalten, des einzelnen Spielers ab. Beim Sammeln sind die Kartenwerte nämlich egal, auf die Farben kommt es an. Jeder Spieler sortiert seine Karten offen nach Farben vor sich. Eine Karte einer Farbe ist schön, zwei Karten bringen viele Punkte, mit der dritten Karte der gleichen Farbe sammelt man am Ende Minuspunkte – sie werden umgedreht.

Man ahnt, worauf es hinausläuft. Während man am Anfang noch gemütlich seine Karten legt, herrscht gegen Ende Zugzwang – und damit auch Spannung. Niemand will drei Karten einer Farbe sammeln.
Hat man nur noch zwei Karten auf der Hand, füllt man vom eigenen Nachziehstapel wieder auf 8 Karten auf. Das geschieht genau zwei Mal in einem Spiel, danach ist Schluss.

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Der Gewinner wird nach Punkten ermittelt: Einzelkarten bringen einen Punkt, ein Duo gleich 5 Punkte und jede umgedrehte Karte einen Minuspunkt. Als Bonus kann man während des Spiels auch noch einen Bonus sammeln. Wer alle 7 Farben offen vor sich ausliegen hat, erhält Bonuspunkte. Je schneller man das Zwischenziel erreicht, desto mehr Punkte gibt es. Und auch am Ende kann man zusätzlich Punkte abgreifen, wenn man 6 oder 7 offen Farben vor sich ausliegen hat. Diese Punkte sind absolut nicht zu unterschätzen.

Fazit:
3 sind eine zu viel! ist ein spannendes Kartenspiel, bei dem man zwar Zahlen legt, aber schlussendlich Farben sammelt. Entfernt erinnert das Spiel an 6 nimmt!. Die Spielregeln sind einfach, das Spiel steigert sich mit dem Zugzwang gegen Ende. Freude und Ärger wechseln sich in schöner Regelmässigkeit ab. Seine Karten kann man sich natürlich nicht aussuchen, geschickt legen kann man sie trotzdem. Der Bonus ist nicht zu verachten. Hier lohnt es sich auch, die Mitspieler zu beobachten. Da die Karten offen liegen, hat man jederzeit den Überblick, welche Farben die anderen Spieler noch suchen. Und man legt ihnen selbstverständlich auch solche, die sie nicht möchten. Einziges Manko des Spiels: Die Farben der Karten sind ein wenig matt geraten. Bei künstlichem Licht fällt die Unterscheidung mitunter schwer. 3 sind eine zu viel! ist ein knackiges Spiel, bei dem es selten bei einer Partie bleibt. Jeder möchte es im 2. Anlauf noch besser machen.

3 sind eine zu viel! | Autoren: Christoph Behre & Reinhard Staupe | Verlag: AMIGO
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Zahlen, um an Farben zu gelangen | Wiederspielreiz: gross

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