50 Clues – Das Pendel der Toten – Spielkritik

Maria ist in einer Forensischen Psychiatrie eingesperrt und will dort raus. Allein der erste Satz der Geschichte lässt nichts Gutes erahnen. 50 Clues – Das Pendel der Toten ist auch keine Story für zarte Gemüter, liefert aber guten Stoff für ein spannendes Escape Room Adventure.

50 Clues - Das Pendel der Toten

Über den exakten Inhalt des Spiels werde ich hier nicht zu viel verraten. Doch checken wir erst einmal die Rahmenbedingungen ab. Die 50 Clues-Reihe ist eine Mischung aus Adventure und Escape-Spiel. Die Hinweise auf den Spielkarten lassen sich mal kombinieren, mal in einen Ablauf bringen, mal mit dem Knacken von Rätselaufgaben entschlüsseln. Die Führung übernimmt die Webseite des Spiels. Dort startet man mit einem Zahlencode eine neue Partie. Insgesamt 30 Mal lässt sich so ein Code aktivieren. Doch wie bei anderen Escape-Abenteuern gilt auch bei diesem: Hat man es gelöst, kennt man es. Trotzdem lässt sich das Kartenspiel weitergeben und weitere 29 Mal aktivieren.

Auf der 50 Clues-Webseite kann man Zahlenkombinationen eingeben, mit Codes neue Karten erhalten oder nur reine Hinweise anfordern. Das funktioniert sehr gut und ohne überflüssigen Schnickschnack. Besonders auffällig: Das Programm denkt mit. Es weiss jederzeit, wo man spielerisch steht und welches der nächste Schritt ist.

50 Clues - Das Pendel der Toten

Die Story wirkt sehr düster. In der Rolle von Maria flieht man aus der Forensischen Psychiatrie und sucht den eigenen Sohn. Es beginnt ein Verwirrspiel, bei dem man die Verwirrtheit von Maria ebenfalls spürt. Die Handlungen sind trotzdem irgendwie nachvollziehbar, wenn auch mitunter sehr makaber und blutrünstig. Manchmal staunt man selbst, auf welche Ideen man während des Spiels kommt. Das lässt doch tief blicken und die eigene, dunkle Seite erahnen.

50 Clues - Das Pendel der Toten

Die Rätsel sind insgesamt knackig, daher darf man hin und wieder auf einen Hinweis zurückgreifen. Bis zu 3 Tipps kann man bei jedem Rätsel anfordern. Das schlägt aber auf die Leistung. Am Ende erhält man einen Prozentwert, der die eigene Stärke in eine Zahlenrelation rückt.

Das Pendel der Toten ist der erste Teil einer Trilogie. Die Geschichte erfährt eine Fortsetzung mit Teil 2: Weisser Schlaf.


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Fazit

50 Clues – Das Pendel der Toten ist ein Escape Room Adventure ab 16 Jahren. Damit ist auch eindeutig festgehalten, dass die Story hin und wieder ziemlich düster wird und man, sagen wir mal, ziemlich unpopuläre Entscheidungen treffen muss. Die Karten sind in unterschiedlichen Grautönen gehalten, das Blut bleibt rot. Der Ablauf der Story hat einen klar erkennbaren roten Faden. Wenige Wendungen wären nicht unbedingt nötig, sind aber irgendwie nachvollziehbar. Nur ein Rätsel hängt ziemlich an der sprachlichen Übersetzung fest. Das ist auf den ersten Blick schwer erkennbar und man meint, in eine Sackgasse geraten zu sein. Die Webseite mit den Lösungen ist perfekt, drängt sich nicht in den Vordergrund und funktioniert einwandfrei. Die Geschichte von Maria steht eindeutig im Zentrum. Man nähert sich ihrem Wesen, ihren Gedanken und versucht sich in ihre Reaktionen hinein zu fühlen. Regelmässigen Krimi-Guckern wird das gelingen. Eine spannende Geschichte mit mächtigen Abgründen. Am Ende bleibt das Gefühl, den tatsächlichen Grund noch nicht erreicht zu haben. Und es bleibt die Neugierde auf Teil 2.

Alles über 50 Clues – Das Pendel der Toten

50 Clues – Das Pendel der Toten| Autor: Jeppe Norsker| Illustration: Jeppe Norsker | Verlag: Game Factory

Spielerzahl: Escape-Adventure für 1 – 5 Personen
Spieldauer: 90 Minuten
Altersangabe: ab 16 Jahren
Benötigt: Spürsinn und ein dickes Fell
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2-4 Personen
Richtet sich an: Kenner

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