7 Seas – Spielkritik

Die Reisen über die 7 Weltmeere waren lang, aber am Ende erfolgreich. Die Schatzinsel offenbart zahlreiche Schätze: Gold, Rum, Kristalle und einige Flüche. Doch nun werden die Piraten ungemütlich und streiten sich um die Schätze von 7 Seas.

7 Seas

Das kleine Kartenspiel 7 Seas ist kein Spiel, bei dem man sich Freunde macht. Wie die Piraten schnappt man sich die besten Schätze aus der Auslage – ohne Rücksicht auf Verluste. Um 40 Beutekarten spielt man in diesem Kartensammelspiel. Am Ende einer Runde bewegt man sein Schiff auf der Seekarte vorwärts. Je perfekter die eigene Sammlung ist, desto weiter fährt das Schiff voran. Es gibt vier Arten von Beutekarten im Spiel. Sämtliche Karten besitzen einen Kartenwert, der zwischen 1 und 10 liegt. Der Beutewert fällt allerdings unterschiedlicher aus. Die höchste Karte besitzt nicht den höchsten Beutewert. Zu Beginn legt man vier Karten zufällig in die Auslage und verteilt allen Spielenden eine vorgegebene Anzahl von Handkarten. Im Hafen bleiben die wenigen Restkarten verdeckt liegen.

Reihum ist jeder Pirat nun einmal am Zug. Man spielt eine Beutekarte aus. Im besten Fall holt man sich mit dieser Karte Beute aus der Auslage vom Tisch. Im schlechtesten Fall legt man die Karte einfach zur Auslage dazu. Das Nehmen von Karten erfolgt nach einer klaren Reihenfolge.
– Wenn möglich, muss man sich immer eine Karte mit demselben Wert nehmen.
– Liegt kein gleicher Wert aus, muss man mehrere Karten mit derselben Summe nehmen.
Diese beiden Möglichkeiten sind zwingend, wenn die Werte passen.

7 Seas

Eine Beutekarte mit Stärke 10 darf mit einer 1 eingesammelt werden. Und dann gibt es da noch den Kraken. Auch er trägt den Wert 1. Mit dem Kraken darf man sämtliche Beutekarten aus der Auslage fischen. Das muss man sich allerdings gut überlegen, denn der Krake bringt am Ende unwiderrufliche 7 Minuspunkte – dafür eben jede Menge Beutekarten, wenn man ihn zum richtigen Zeitpunkt einsetzt.

Holt man sich Karten, legt man sie mit der eben ausgespielten Handkarte verdeckt unter die eigene Schatzkiste. Die eigene Beute darf während des Spiels nicht angeschaut werden. Gelingt es einem Piraten, die Auslage bei 7 Seas komplett abzuräumen (der Krake zahlt nicht) klaut man aus der Schatzkiste eines Mitspielenden oder vom Hafen eine zusätzliche Karte.

7 Seas

Sind alle Handkarten weggespielt, rechnet man ab. Es gibt je einen Navigationspunkt für den Piraten mit den meisten Karten, den meisten Goldmünzen, die Karte der Piratenbraut und des Piratenkönigs. Zudem bestimmt man für 2 Navigationspunkte den Gesamtbeutewert, indem man die jeweils beste Beutekarte ihrer Art addiert. Die Fluchkarten bringen allenfalls Minuspunkte, der Krake sowieso. Nun fährt man mit den Schiffen die eigenen Punkte ein. Wer es zuerst bis zur 7 schafft, gewinnt 7 Seas.


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Fazit

Ja, 7 Seas ist ein Spiel für beutegierige Piraten, die kein Mitleid kennen und eine gewisse Frustrationstoleranz besitzen müssen. Wer andere schont, wird hier kaum Land sehen. Das Sammeln der Beutekarten besitzt natürlich einen gewissen Glücksfaktor. Gerade zu zweit fällt das besonders auf. Räumt jemand die Auslage ab, liefert das Gegenüber unter Umständen mehrmals beste Vorlagen und wird ein ums andere Mal beklaut. Das muss nicht unbedingt sein. Zu dritt und zu viert verteilen sich die Karten besser, auch die Sammlung der Piraten besitzt dann unterschiedliche Stärken und Schwächen. Man sucht sich die Schatzkisten der Piraten gezielt aus für einen Überfall. Es ist so oder so schwierig, in allen Kategorien zu punkten. Da locken auf der einen Seite die schnellen Punkte mit der PIratenbraut und dem Piratenkönig. Mit der Anzahl der Beutekarten und den Goldmünzen muss man deutlich gezielter sammeln. Oder sucht man sich besser hohe Beutewerte in den unterschiedlichen Kategorien? Das kleine Spiel verlagert seinen Schwerpunkt schon mit der ersten Auslage. Es ist nicht alles dem Zufall überlassen. Etwas schwer tun sich die Spielenden in den ersten Partien mit den Sammelregeln. Es lohnt sich, das MUSS oder DARF gut einzuführen. Dann kann man den Mitspielenden auch die eine oder andere Karte in die Auslage legen, die sie eben später kassieren müssen. Wer das italienische Kartenspiel Scopa kennt, dem wird 7 Seas bekannt vorkommen. Das Piratenspiel ist allerdings deutlich konfrontativer als das italienische Urgestein.

Alles über 7 Seas

7 Seas | Autor: Arve D. Fühler | Illustrationen: Johannes Hench | Verlag: ABACUSSPIELE

Spielerzahl: Kartensammelspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 7 Jahren
Benötigt: Ein zielgerichtetes Beuteschema
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: es geht so
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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