Adventure Tours – Spielkritik

Adventure Tours klingt ein wenig nach einem Anbieter für günstige Ferienreisen. Der Name soll zum Programm werden. Das Ziel der Spieler ist es denn auch, lukrative Abenteurer für die eigene Tour zu gewinnen. Doch das Business ist hart, die Konkurrenz schläft nicht – und wehrt sich!

Adventure ToursJeder Expeditionsleiter startet mit sechs Handkarten und einem Expeditionstableau. Auf den Handkarten befinden sich Abenteurer mit unterschiedlicher Ausrüstung, Fähigkeiten und Kapital. Als Veranstalter abenteuerlicher Expeditionen zählt am Ende natürlich nur, was in der Kasse ist. Daher sollte man sich seine Teilnehmer gut aussuchen, um erfolgreich zu sein.
Der Spielablauf ist in den Grundzügen sehr einfach: Man legt eine Handkarte an und nutzt entweder die Ausrüstung oder das Geld seines Abenteurers. Um ans grosse Geld zu gelangen, muss man zuerst zwingend seine Expedition ausbauen. Denn zahlungskräftige Abenteurer nehmen nur an genügend ausgerüsteten Adventure Touren teil.

So hat man in jedem Spielzug die Wahl. Legt man einen Abenteurer rechts neben sein Tableau und verbessert mit ihm den Wert der eigenen Ausrüstung? Oder legt man die Karte oben an sein Tableau und lässt den Abenteurer an seiner Tour teilnehmen? Für die Verbesserung der Ausrüstung muss man eine Handkarte nachziehen. Für verpflichtete Reise-Teilnehmer zieht man keine neue Abenteurerkarte. Damit nehmen die Handkarten mit der Dauer des Spiels stetig ab, die Auswahl wird kleiner.

Adventure Tours 2

Expeditionsteilnehmer bringen zusätzliche Würze ins Spiel. Beim Auslegen darf man gleichzeitig ihre Fähigkeiten nutzen. Und die können ganz schön hart sein: Fremde Spieler müssen Handkarten nachziehen, man streicht fremde Expeditionsteilnehmer oder entwendet fremde Ausrüstungsgegenstände. Bei Adventure Tours perfektioniert man nicht nur seine eigene Expedition, man ärgert auch immer wieder die Konkurrenz.
Hat ein Spieler keine Handkarten mehr, endet die Expedition. Die Teilnehmer bezahlen für ihre Reise, übriggebliebene Handkarten zieht man allerdings von der Rechnung ab.

Gespielt werden insgesamt drei Expeditionen. Danach steht der beste Reiseveranstalter fest.

Fazit:
Adventure Tours überzeugt auf den ersten Blick mit schön illustrierten Karten und einfachen Spielregeln. Der Einsatz der Abenteurer und ihre speziellen Fähigkeiten bringen erst die Spieltiefe in die Reiseveranstaltung. Und diese Fähigkeiten hinterlassen manchmal ganz schöne Wunden. Adventure Tours ist kein Spiel für Zartbesaitete. Hier wird man geärgert, da werden erfolgreiche Unternehmen ausgebremst. Das muss man eindeutig ertragen können. Ob man nun auf den schnellen Geldgewinn spielt oder reiche Abenteurer an Bord holen möchte, hängt immer ein wenig vom Spielablauf ab. Auf jeden Fall sollte man nicht zu früh auffallen und damit die Konkurrenz wecken. Kann man mit gelegentlichen Rückschlägen umgehen, ist Adventure Tours ein spannendes Spiel, das sich gegen Ende mit abnehmender Kartenzahl immer mehr zuspitzt. In der passenden Spielrunde bringt Adventure Tours aufregende Unterhaltung.

Adventure Tours | Autor: Seiji Kanai | Verlag: Schmidt Spiele
Spiel für 3-6 Personen | Spieldauer: ca. 40 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Dickes Fell in der Reisebranche | Wiederspielreiz: gross

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