Agent Undercover – Spielkritik

Agent Undercover ist ein richtig unterhaltsames Spiel. Da wird miteinander geredet, es wird gefragt, es wird gemeinsam nach dem Geheimagenten gesucht. Da passt es natürlich ganz schlecht, dass der Agent überhaupt keinen Plan hat, wo er sich denn aktuell gerade befindet – und trotzdem sitzt er sich mitten in der Spielrunde. Wer fragt, der findet!

Agent UndercoverAgent Undercover ist ein Spiel, das sich vor allem für grössere Spielrunden eignet. Mindestens 4 Spieler sollten aber auf jeden Fall mitmachen, damit das Spiel seinen ganzen Reiz entwickelt. Das Spielprinzip ist simpel. Ganz geheim erhalten alle Spieler eine Karte, auf der ein Ort abgebildet ist, an dem sie sich gerade befinden. Alle Spieler? Nein, ein Spieler zieht die Karte „Geheimagent“. Und damit steckt er schon mitten im Dilemma. Er weiss nicht, wo er steckt. Die Aufgaben der Spieler beissen sich nun so ziemlich. Die grosse Gruppe will herausfinden, wer unter ihnen als Geheimagent fungiert. Der Agent selber möchte nicht auffliegen, will aber herausfinden, an welchen Ort es ihn verschlagen hat. Erreicht eine der Parteien ihr Ziel, ist die Runde gewonnen.

Bei Agent Undercover darf fleissig gefragt werden. Der Startspieler befragt einen anderen Spieler, der ihm auch eine Antwort geben muss. Dabei müssen Frage und Antwort wohl überlegt sein, denn niemand will zu viele Informationen preisgeben. Wenn der Geheimagent rausfindet, wo er sich befindet, zeigt er seine Identität und nennt den vermuteten Ort. Doch bis dahin ist es meist ein langer Weg, wenn sich die Mitspieler nicht zu leichtsinnigen Fragen verleiten lassen. So nimmt die Fragerunde gemütlich, aber spannungsgeladen, ihren Lauf.
Auch die anderen Akteure können eine Runde vorzeitig beenden. Jeder Spieler darf ein Mal eine Vermutung äussern. Sind sich alle Spieler einig und verdächtigen den selben Spieler, endet das Spiel. Doch Vorsicht: Ein mehrheitlich falscher Verdacht bringt dem Geheimagenten den Sieg.

Agent Undercover 2

Plätschert das Spiel ohne erkennbare Strategie vor sich hin, endet eine Runde nach einer vorher abgemachten Zeit. Ein letzter Verdacht darf noch geäussert werden. Enttarnt die Mehrheit den Geheimagenten, erwischt es ihn in letzter Sekunde doch noch.

Rückfragen unter den Spielern sind übrigens nicht erlaubt und es darf auch nicht nachgehakt werden. In Agentenkreisen bewegt man sich nach strengen Regeln. Wer es noch ein wenig komplizierter mag, spielt mit den zugeteilten Rollen, die auf den Karten aufgedruckt sind. Das erweitert das Spektrum der Fragen und Antworten besonders erschwerend.
Für die Wertung gibt es Punkte zu verteilen, aber mal ehrlich: Das interessiert in den meisten Fällen nicht. Hier macht ganz klar die Unterhaltung die Musik, äh das Spiel.

Fazit:
Agent Undercover ist ein sehr unterhaltsames und lustiges Gruppenspiel. Weder Geheimagent noch Akteure dürfen zu viel verraten und trotzdem will man so langsam voran kommen mit den Ermittlungen. Ganz wichtig: Die Spieler sollten die möglichen Orte vor dem Spiel ein wenig kennen oder studieren. Für einen Geheimagenten macht es sich äusserst schlecht, wenn er dauernd die Übersichtskarte durchforstet. Die Fragesteller müssen geschickt fragen. Zu viel Information befördern den Geheimagenten ins Glück. Agent Undercover eignet sich für kommunikative, wortgewandte Gruppen. Die einzelnen Spielrunden können von ganz unterschiedlicher Dauer sein – Spass und Schadenfreude sind aber garantiert. Mit Einbezug der vorgegebenen Rollen werden Fragen und Antworten breiter aufgestellt, der Schwierigkeitsgrad erhöht sich. Agent Undercover ist ein super Partyspiel, bei dem einzig die mitgelieferten Plastikhüllen qualitativ enttäuschen.

Agent Undercover | Autor: Alexander Ushan | Verlag: Piatnik
Spiel für 3-8 Personen | Spieldauer: 30-60 Minuten | Ab 12 Jahren | Benötigt: Konzentration, Scharfsinn und Hinterlist | Wiederspielreiz: sehr gross 

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