Akropolis – Spielkritik

Als Baumeister verhelfen wir bei Akropolis einer unscheinbaren, griechischen Stadt im Mittelmeer zu Ruhm. Runde für Runde legen wir neue Gebäude und sorgen für die entscheidenden Veränderungen. Ein Spiel mit mehreren Ebenen.

Akropolis

Sechsecke – einmal mehr erhält man ein wenig das Catan-Feeling, wenn man sich das Spielmaterial von Akropolis ansieht. Doch bei diesem Legespiel gibt es immer gleich drei Sechsecke gemeinsam, die man für die Stadterweiterung verwendet. Das Startplättchen aller Spielenden besitzt sogar vier Sechsecke und sieht bei allen gleich aus. Aus über 60 Stadtplättchen macht man kleine Stapel, die man Runde für Runde für das Nachziehen bereit legt. Akropolis lässt sich ganz schnell der Spielerzahl anpassen, indem man nur die Legeplättchen mit der aktuellen Spielerzahl auf der Rückseite mischt. In einer offenen Auslage liegen erste Plättchen in einer Reihe aus, jeweils 2 mehr, als Baumeister am Spiel teilnehmen. Als Startkapital erhalten alle noch ein paar Steinblöcke. Damit ist das Legespiel spielbereit.

Gebaut wir im Uhrzeigersinn nach einfachsten Regeln. Will man am Ende viele Punkte holen, muss man seine Plättchen allerdings geschickt einplanen. Zuerst nimmt man sich ein Plättchen aus der offenen Auslage. Das erste Plättchen ist immer kostenlos. Für jedes Plättchen weiter hinten in der Reihenfolge bezahlt man einen Steinblock. Will man beispielsweise das dritte Plättchen holen, kostet das 2 Steinblöcke. Als Startspieler kommt man am Ende einer Runde noch ein zweites Mal zum Zug.

Akropolis

Gleich darauf baut man das gewählte Plättchen in seine Stadt. Ein neues Plättchen muss angrenzend gelegt werden. Plättchen dürfen auch übereinander platziert werden, dann müssen sie aber auf mindestens 2 anderen Plättchen aufliegen. Damit kennt man die Legeregeln von Akropolis. Noch interessanter sind natürlich die Punkteregeln des Spiels. Damit fängt der Legespass erst an.

Schauen wir uns zuerst die unterschiedlichen Gebäude an. Ganz wichtig: Alles, was am Ende ganz oben liegt und von oben zu sehen ist, kommt für Punkte in Frage. Verdeckte Gebäude bringen nichts ein. Steinbrüche sorgen für neue Steinblöcke, wenn man sie mit einem Plättchen verdeckt. Agoras sind Festplätze. Sie sorgen mit ihren Sternen für Multiplikatoren in der Abschlusswertung. Was im Umkehrschluss bedeutet: Keine farblich passende Agora = keine Wertung in diesem Bereich, denn 0 mal irgendwas bleibt eben 0.

Blaue Wohnviertel bringen als grösstes, zusammenhängendes Gebiet Punkte. Gelbe Marktviertel zählen nur, wenn sie nicht an andere Märkte grenzen. Rote Kasernen punkten nur am Rande der Stadt. Violette Tempel sorgen für Punkte, wenn sie total umschlossen sind. Am unkompliziertesten sind grüne Gärten, denn sie punkten immer – wenn auch mindestens eine grüne Agora anwesend ist.
Der Clou kommt allerdings erst noch. Je höher ein Plättchen liegt, desto mehr Punkte ist es wert. Gezählt wird pro Ebene. Ein Markt auf der dritten Ebene ist 3 Punkte wert, auf der ersten Ebene nur 1 Punkt.

Akropolis

Damit ist das Spielziel klar: Hoch UND korrekt bauen lohnt sich am meisten bei Akropolis. Gespielt wird über mehrere Runden und so lange, bis nur noch ein Gebäudeplättchen in der Auslage liegt. Die Wertung ergibt sich aus mehreren Multiplikationen: Agorasterne in der passenden Farbe mal korrekt gesetzte Gebäude. So kann man für jeden Gebäudetyp Punkte holen, wenn man seine Stadt geschickt gebaut hat. Jeder übriggebliebene Steinblock bringt einen zusätzlichen Punkt. Wer die meisten Punkte hat, ist der grösster Baumeister des Mittelmeers.

Als Varianten kann man bei Akropolis die Wertungsbedingungen jedes einzelnen Gebäudetyps verändern. Dadurch muss man noch exakter bauen, holt sich aber unter Umständen eine grössere Punktezahl ab.


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Fazit

Das Legespiel Akropolis bringt eine ganz tolle Mischung mit. Das Grundprinzip des Legens ist sehr simpel, will man viele Punkte erreichen, wird es sehr knifflig. Wie so oft muss man sich ein wenig einschränken beim Bau. Viele Agora-Sterne mit einer starken Gebäudekombi sind lukrativer, als bei jeder Wertung unbedingt mithalten zu wollen. Um die entsprechenden Plättchen zu erhalten, greift man hin und wieder tief in die Steinblock-Tasche. Lohnt sich das? Bei flexiblen Baumeistern geht die Rechnung auf. Wer an seinen fixen Plänen festhält, muss punktemässig Einbussen mitnehmen. Auch das Bauen mit den Ebenen fordert seine Opfer. Welche Plättchen will man abdecken, um an die höhere Punktzahl auf der nächsten Ebenen zu gelangen? Akropolis fordert die Spielenden, überfordert sie aber nicht. Man kann bei diesem Legespiel ganz gut einfach mitspielen. Um ganz vorne dabei zu sein, muss man sich aber ein wenig mehr ausrechnen beim Gebäudebau. Das macht Akropolis spannend, wenn man die farbigen Stärken bei den Mitspielenden erkennt, aber erst bei der Abrechnung sieht, wer die Nase vorne hat. Ein sehr empfehlenswertes Familienspiel.

Alles über Akropolis

Akropolis | Autor: Jules Messaud | Illustrationen: Pauline Détraz | Verlag: Kobold Spieleverlag, Gigamic

Spielerzahl: Legespiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 25 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Gebäude auf allen Ebenen
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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