Alle Neune – Spielkritik

Das Spielprinzip von Alle Neune ist sehr klassisch gehalten: Würfeln, laufen, punkten. Was auf den ersten Blick ganz einfach aussieht, fordert die Spieler heraus. Wie holt man sich bloss die passenden Zahlen vom Spielfeld?

Alle Neune

In jeder Partie legt man die Laufstrecke neu aus. Zufällig zieht man Zahlenfelder, die an achter Stelle von einem Kaktusfeld unterbrochen werden. Wie eine grosse Laufstrecke mit einzelnen Etappen zieht sich bald eine Spur über den Spieltisch. Jedes Feld besitzt einen eigenen Wert von 1 bis 6, nur die eingestreuten Tierfelder besitzen keine Zahlen. Je nach Anzahl der Spieler schnappt man sich 2 bis 4 Spielfiguren in der gewünschten Farbe, die man in den Startbereich vor den ersten Kaktus stellt. Jeder Spieler erhält ein zufälliges Zahlenfeld als Startkapital, danach würfelt man ganz klassisch der Reihe nach. Alle Neune ist kein Wettrennen, es ist ein Sammelspiel. Daher ist es nicht entscheidend, wer als Erster das Ziel erreicht. Auf die passende Sammlung kommt es an.

Alle Neune besitzt gewisse Anleihen von Verflixxt. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Autor Wolfgang Kramer ist an beiden Spielen beteiligt. Der Spielablauf ist einfach: Würfeln und mit einer seiner Spielfiguren die entsprechende Anzahl Felder laufen. Bei einer 1 entscheidet man, ob man tatsächlich nur ein Feld vorrücken möchte oder mit einer Spielfigur zur nächsten vor ihr stehenden aufrückt.

Alle Neune

Zieht man mit einer Figur über ein Kaktusfeld in einen neuen Streckenabschnitt, nimmt man sich ein beliebiges, unbesetztes Lauffeld aus dem letzten Abschnitt. Läuft die letzte Figur über ein Kaktusfeld, erhält man zusätzlich den Kaktus und seine Punkte geschenkt. Die gewonnenen Zahlenfelder legt man vor sich aus. Das Ziel ist die 9, daher der Name des Spiels. Mit zwei Zahlenfeldern DARF man eine 9 kombinieren, mit drei Zahlenfeldern MUSS man eine 9 erreichen. Gelingt eine 9er-Kombination, legt man die entsprechenden Felder als Pluspunkte zur Seite. Muss man mit drei Feldern eingestehen, dass keine 9 möglich ist, kommt ein Feld aus dem Spiel. Es zählt am Ende als Minuspunkte. Errungene Tierfelder legt man immer direkt zu den Pluspunkten.

Auf der Laufstrecke entstehen durch das Entfernen von Zahlenfelder während der Partie Lücken, die man sofort schliesst. So rückt die Strecke zusammen und wird kürzer. Gut möglich, dass man in einem Wurf schliesslich mehrere Abschnitte überspringt und dementsprechend mehrere Zahlenfelder der Reihe nach zu sich holt. Auch hier gilt: Alle Neune.

Alle Neune

Wer mit seinen Spielfiguren das Ziel erreicht, muss warten bis die letzte Spielfigur dort ist. Nun wertet man jedes Zahlenfeld einer gelungenen Kombination mit 5 Punkten, egal welchen Wert es besitzt. Jedes Tierfeld ist ebenfalls 5 Punkte wert. Von dieser Summe zieht man die Minuspunkte der weggelegten Zahlen ab. Wer die meisten Punkte besitzt, gewinnt und hat Alle Neune.


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Fazit

Alle Neune verbreitet tatsächlich einen Hauch von Nostalgie. Das einfache Würfeln und Laufen kennt man von zahlreichen Spielen von früher. Heute ist das eher ungewöhnlich… aber es funktioniert. Denn Alle Neune holt seine Kraft aus der Qual der Wahl. Welche Spielfigur soll es sein? Welche Zahl hole ich mir? Mit wenigen Spielern lässt es sich vorausschauender besser planen. Man kann auch auf ein bestimmtes Zahlenfeld abzielen. Mit mehreren Spielern kommt es zu richtigen Zahlenkämpfen um dringend gesuchte Werte. Mit dem Aufholmechanismus bei einer gewürfelten 1 schliesst man selbst grössere Lücken spielend. Alle Neune bietet verschiedene taktische Elemente an: Felder besetzen, schnelles Vorpreschen, sichere Tierfelder gewinnen. Trotzdem liegt die 9 im Fokus der Spieler, am besten mit drei Zahlenfelder für satte Punkte. Es bleibt spannend bis der letzte Spieler im Ziel ist.

Alles über Alle Neune

Alle Neune | Autoren: Wolfgang Kramer, Bernhard Lach, Uwe Rapp | Illustrationen: Kreativbunker | Verlag: moses.

Spielerzahl: Laufspiel für 2 – 5 Personen
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: 9
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: ab 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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