Arche Nova – Spielkritik

Der Traum vom eigenen Zoo wird mit Arche Nova wahr. Zwischen neuen Gehegen, vielen Tieren, unglaublichen Spezialisten und zahlreichen Artenschutzprojekten baut man an der besten Mischung zwischen Attraktivität und Artenschutz. Ein Spiel für Kenner.

Arche Nova

Arche Nova ist ein sehr thematisches Spiel, das Thema Zoo ist ansprechend und die Aufgaben vielseitig. Mit über 250 Karten gibt es viel zu entdecken. Der Start jedes Unternehmers erfolgt mit einer Zookarte für die Gehege der Tiere. In den ersten Spielen kann man mit vereinfachten Gebieten spielen und sich zu unterschiedlichen Vorgaben steigern. Jeder Zooplan bietet den Spielern später einen kleinen Spielvorteil. Arche Nova benötigt viel Platz auf dem Spieltisch. Die grosse Kartenauslage liegt prominent im Zentrum. Von dort holt man sich Handkarten und notiert die Punkte. Auf dem Verbandstableau regelt man die Verbandsarbeit, findet Partnerzoos, investiert in die Forschung und unterstützt Artenschutzprojekte. Für die einzelnen Spieler bleibt ein Satz von 5 Aktionskarten, mit denen man durch die gesamte Partie kommt. Mit vier ausgesuchten Handkarten, ein wenig Geld und zwei Endwertungskarten, von denen man eine während der Partie abwirft, startet man ins Zoo-Abenteuer.

Mit 5 Aktionskarten steuert man die eigenen Aktionen bei Arche Nova. In jeder Runde wählt man eine der Aktionen aus und führt sie durch. Das ist im Grunde genommen nicht komplex und schnell erlernt. Die einzelnen Aktionen führen aber zu einer Menge zusätzlicher Effekte. Zudem zählt die Stärke der Aktionen. Liegt eine Karte auf Position 5, so bewirkt sie mehr als auf Position 2. Das macht die Wahl der Aktionen knifflig, denn man möchte sie nicht ständig in der selben Reihenfolge spielen. Was hat Priorität und worauf kann man verzichten? Jede Aktionskarte lässt sich im Laufe der Partie aufpeppen und eröffnet schliesslich noch mehr Optionen.

Arche Nova

Mit der Aktion Karten holt man sich neue Karten auf die Hand. Eine zentrale Aktion. Karten gibt es vom Nachziehstapel oder aus der offenen Auslage. Tierkarten, Sponsorenkarten oder Artenschutzkarten sorgen für Nachschub bei den weiteren Aktionen. Beim Bauen erweitert man den Zoo mit neuen Gehegen. Jedes Tier fordert eine gewisse Gehegegrösse ein. Auf dem Zooplan puzzelt man sich seinen Zoo zusammen, Kioske bringen Geld, Pavillons bringenPunkte. Mit der Aktion Tiere spielt man neue Tiere in den Zoo. Das kostet Geld, doch fast jedes Tier bringt einen zusätzlichen Effekt, auch mal konfrontativ gegen die Mitspieler. Einige Tiere benötigen spezielle Voraussetzungen für die Ansiedlung (Partnerzoos, Forschung, ähnliche Tierarten etc.). Beim Verband sucht man sich Partnerzoos, investiert in die Forschung oder unterstützt Artenschutzprogramme. Und die Sponsoren ermöglichen die Anstellung von Spezialisten oder Spezialgehegen, die wiederum Soforteffekte haben oder am Ende zusätzliche Punkte bringen.

Spielerische Pausen erreicht man mit einem Kaffee-Marker, wenn man Karten nachzieht oder die Sponsorenkarte ohne Aktion zurückzieht. In solchen Pausen erfrischt man die Kartenauslage und erhält Geld entsprechend der Einkünfte der Attraktivitätsleiste oder Boni, die man sich erspielt. Geld ist wichtig, denn nur damit baut man neue Gehege oder platziert Tiere im Zoo. Arche Nova ist insgesamt ein sehr gut verzahntes Spiel. Viele Bereiche spielen ineinander. Im Laufe des Spiel sammeln sich die Einnahmen an allen Enden und Sponsoren ermöglichen regelmässig zusätzliche Vorteile. Auch durch das Erfüllen von Artenschutzprogrammen holt man sich zusätzliche Einkünfte oder Aktionen während der Pausen.

Arche Nova

Arche Nova besitzt gleich drei Wertungsleisten. Attraktivität erhält man mit dem Platzieren von Tieren. Es ist die Wertung mit den kleinsten Schritten. Die Artenschutzwertung ist in grösseren Schritten ausgelegt. So ein Zoo lebt nicht nur von der Attraktivität, sondern auch vom gelebten Artenschutz. Wildert man ein Tier aus, erfüllt man gewisse Partnerschaften oder pflegt man die Artenvielfalt, so bringt das Punkte auf der Artenschutzleiste. Die Rufleiste bringt im oberen Bereich ständig neue Effekte. Mit einem guten Ruf kommt man zudem besser an die Karten in der Auslage.

So optimiert man seinen Zoo Runde für Runde mit ausgewählten Aktionen. Die Aktionskarten können aufgebessert, neue Verbandsmitglieder angeworben, Gehege und Tiere platziert werden. Die Möglichkeiten sind gross und der Zoo entwickelt sich langsam weiter. Das Spiel endet, wenn sich bei einem Spieler die Wertungsmarker von Attraktivität und Artenschutz kreuzen. Das kennt man von Raja of the Ganges. Nach einem letzten Zug der Mitspieler ist Schluss. Dieser letzte Zug kann spielentscheidend sein, denn gutes Timing ist alles bei Arche Nova. Erst wenn die letzten Punkte aus den Endwertungskarten und den Sponsorenkarten notiert sind, steht der Gewinner mit dem besten Zoo fest.


Monatlich den brettspielblog.ch – Newsletter erhalten
Spielend auf dem Laufenden sein. Regelmässige Informationen erhalten. Nichts verpassen. Kurz, knackig und spielend einfach…
» Anmelden


Fazit

Es gibt kaum ein Spiel, das in den letzten Monaten derart fasziniert hat wie Arche Nova. Das ist einerseits dem perfekt umgesetzten Thema geschuldet, andererseits den zahlreichen Möglichkeiten der über 250 Karten, die so viele Optionen anbieten, dass man erst nach mehreren Partien die ganze Bandbreite kennt. Mit der Durchmischung erlebt man ständig neue Spielsituationen, denen man sich anpassen muss. Setzt man auf Vögel, kann das gut funktionieren. Erscheinen plötzlich keine Vögel mehr in der Auslage muss man umdenken. In der Anfangsphase denkt man klein und betreibt einen Aufbau in kurzen Schritten: Gehege, Tiere, Partnerschaften, Forschung und Sponsoren. Überall holt man sich Schritt für Schritt kleine Vorteile, bald verbessert man seine Aktionskarten und erweitert seine Optionen. Auf der Attraktivitätsleiste schreitet man meist schneller voran, das bringt mehr Einnahmen. Doch auch bei der Artenschutzwertung holt man sich Boni. Das Thema Artenschutz in Verbindung mit dem Zoo ist sehr gelungen miteinander verwoben. Das ganze Spiel mit seiner Symbolik ist eingängig. In einem Glossar findet man bei Unstimmigkeiten Erklärungen. In den ersten Partien wird man das brauchen, durch die Kartenvielfalt gibt es Situationen, die selbst in der dritten Partie noch neu sind. Arche Nova hat aber auch seine kritischen Momente. Durch das Ziehen der Karten kommt ein Glücksfaktor ins Spiel. Es gibt sehr starke Karten im Spiel, mit denen man sich grosse Vorteile erspielen kann. Besitzt man die frühzeitig, verleiht das einen Boost, der kaum aufzuholen ist. Auch unter den Endwertungskarten oder den Zooplänen gibt es einfachere und schwierigere. Die grandiosen Aufbaumomente des eigenen Zoos wiegen aber die spielerischen Frustmomente wieder auf. Spannung erzeugen geglückte Kombinationen, das Wegschnappen guter Karten oder eine schnelle Optimierung. So werkelt jeder gerne an seinem Zoo und die lange Spielzeit vergeht wie im Flug. Und da man nie weiss, wie sich der eigene Betrieb entwickelt, freut man sich bereits auf die nächste Partie und die nächste Aufbauphase.

Alles über Arche Nova

Arche Nova | Autor: Mathias Wigge | Illustrationen: Loic Billiau, Dennis Lohausen | Verlag: Feuerland Spiele

Spielerzahl: Brettspiel für 1 – 4 Personen
Spieldauer: 90 – 180 Minuten
Altersangabe: ab 14 Jahren
Benötigt: Artenschutz und Attraktivität
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Kenner

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.