Atlantica – Spielkritik

Vor vielen Jahre ist das Inselreich Atlantica im Meer versunken. Doch nach und nach lüftet sich der Schleier und die Taucher befördern immer weitere Gegenstände der Inseln an die Oberfläche. Ein Tausch- und Sammelspiel für die ganze Familie beginnt.

Atlantica

Die Illustrationen sind total auf Familie ausgerichtet, der Ablauf klar, die Spielregeln kurz. Trotzdem bleiben den Spielern kleine Entscheidungen, wie sie vorgehen möchten, um am Ende mit den meisten Siegpunkten dazustehen. Atlantica ist ein Familienspiel, wie man es sich eben vorstellt. Gespielt wird auf dem Brett, geleitet wird das Spiel von vielen Karten, die es in unterschiedlichen Gruppen gibt. Zentral sind die Taucherkarten. Mit ihnen steuert man die eigenen Pläne und holt sich die gerade gewünschten Karten aller restlichen Bereiche ab. Ohne Taucher geht nix. Im äussersten Notfall setzt man eine Runde aus, um Luft zu holen, dafür erhält man neue Taucher für die nächste Spielrunde.

Auf dem Spielbrett gibt es verschiedene Anlaufstellen für die eigenen Taucher. Taucher gibt es mit sechs Farbsymbolen. Welche Taucher für eine Aktion benötigt werden, liest man problemlos auf dem Spielbrett ab. Wichtig sind sicher die Schatzkarten. Die muss man in den passenden Farben sammeln, dafür erhält man am Ende Siegpunkte. Ohne Schiffskarten sind die Schatzkarten allerdings sinnlos. Jeder Schatz muss in einer Kiste auf dem Schiff transportiert werden. Also schön die passende Anzahl an Frachtern eintauschen. Und mit den Forschungskarten holt man locker noch einmal zig Punkte. Diese Zielerfüllungskarten gibt es ebenfalls gegen Taucher. Die unterschiedlichen Forschungskarten und ihre Möglichkeiten sind übrigens gut in der Regel erklärt und in einer überschaubaren Dimension. Punktemässig sind sie ganz klar das Salz im Meerwasser.

Atlantica
Die Forschungsstätte von Atlantica

Es beginnt also eine schöne Tauscherei. Je mehr Taucher man abgeben kann, desto mehr Karten erhält man, desto grösser ist die Auswahl. Für drei Taucher in der richtigen Farbe kann ich mir beispielsweise gleich drei Schatzkarten sichern. Nun kommt aber der Kniff an den Tauschaktionen: In jeder Spielrunde darf man höchstens drei Taucherkarten einsetzen. Welche Option ist gerade am dringendsten? Was darf man sich auf keinen Fall entgehen lassen?

Atlantica

Die Sammlerei kann ziemlich schnell zu Ende sein. Wenn die Hurrikan-Karte unter den Schatzkarten auftaucht, darf jeder Spieler noch ein Mal seine Aktionen durchführen. Am Ende muss ein wenig gerechnet werden. Die unterschiedlichen Schatzkarten-Kombinationen und die Forschungskarten sind eine kleine Kopfrechnungsaufgabe, bevor der beste Forscher bestimmt ist.


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Fazit

Atlantica ist ein richtig schönes Familienspiel: Angemessene Spieldauer, gute Spielanleitung, direkte Aktionen, die doch ein wenig Kartenmanagement erfordern. Es ist ein Kartensammelspiel im klassischen Sinn mit vielseitigen Tauschmöglichkeiten. Wirklich neu ist die Spielidee insgesamt nicht, aber sie funktioniert gut und läuft rund. Natürlich gehört Glück dazu, ob man die richtigen Taucher gerade auf der Hand hält, oder die passenden Schätze ausliegen. Insgesamt treibt aber jeder Spieler seine Forschungen permanent voran und entdeckt Stück für Stück von Atlantica. Vieles ist eine Frage des Timings. Man möchte seine Sammlung komplett und verpackt haben, bevor der Hurrikan kommt. Ein wenig unbefriedigend ist das Spielende. Durch das zufällige Auftauchen der Hurrikankarte kommt es vor, dass einzelne Spieler mehr Aktionen erhalten als andere, da alle noch einmal eine Runde spielen dürfen. Damit wird man auch um entscheidende Punkte betrogen, wie sich in den Testpartien gezeigt hat. Die Lösung liegt auf der Hand: Taucht die Hurrikankarte auf, spielt man bis zum Startspieler. Damit bleibt die Anzahl der Spielrunden bei allen Spielern gleich und Atlantica wird zu einem Wettstreit auf Augenhöhe. Insgesamt ein gutes und solides Spiel im Familienbereich.

Alle über Atlantica

Atlantica| Autoren: Christian Fiore und Knut Happel | Illustration: Fiore GmbH | Verlag: Piatnik

Spielerzahl: Kartensammelspiel für 2 bis 5 Personen
Spieldauer: ab 30-45 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Taucher für jede Situation
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut geeignet
Beste Spielerzahl: 3 oder 4 Spieler
Richtet sich an: Familien

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