Bienenspiel – Spielkritik

Ist es ein künstlerisches Spiel oder spielerische Kunst? Oder einfach das Spiel eines Künstlers? Stefan Giger hat sein Konzept „32 Tiere“ in ein Bienenspiel eingebettet. 32 Tiere findet man dort zwar nicht, aber zumindest die Biene erscheint reichlich in seinem Legespiel.

Bienenspiel 1Auf den ersten Blick wird man an ein Domino erinnert, allerdings bestehen die Legekarten aus jeweils zwei Waben. Mit einigen Karten (je nach Spielerzahl) startet man ins Spiel. In den Waben findet man Bienen – mal mehr, mal weniger, jedoch immer nur eine Hälfte. Die Spielregeln sind ziemlich einfach: Wer am Zug ist, soll eine Karte passend an eine andere anlegen und die Bienen komplett machen. Entscheidend ist die Anzahl der Wabenseiten beim Anlegen, mindestens zwei müssen es nämlich sein. Mit dem absoluten Minimum muss man danach aber ein neues Kärtchen nachziehen. Drei angelegte Seiten sind neutral, es geht ohne zusätzliche Aktion weiter. Bei vier, fünf oder sechs angelegten Seiten wird der tolle Spielzug durch das Ablegen eigener Karten belohnt. Das macht man gerne, denn Ziel ist es, seine Karten loszuwerden.

Als weitere taktische Möglichkeit darf man auch die Spielzüge der Mitspieler verbessern. Vielleicht entdeckt man einen noch besseren Legeplatz? Kein Problem, durch das Umlegen eines bereits gelegten Kärtchens streicht man die Belohnung ebenfalls ein. Aber Vorsicht: Der nächste Spieler kann durch ein erneutes Umlegen ebenfalls profitieren.

Bienenspiel 2

Wer zuerst seine Kärtchen abgelegt hat und das Bienenkunstwerk vollendet, gewinnt das Spiel.

Fazit:
Die Spielregeln des Bienenspiels sind einfach, sozusagen ein Domino PLUS. Dieses Plus bringt eindeutig Schwung in das Legespiel. Auch grafisch ist die Handschrift des Künstlers klar zu erkennen. Das Spiel erscheint originell in einer Kartonhülse. Nun ist das Bienenspiel aber gar nicht so einfach zu lösen. Es gibt zahlreiche Anlegemöglichkeiten, doch nur wenige sind passend. Und um die beste Stelle zu erwischen, checkt man immer wieder das Spielfeld neu ab. Schliesslich möchte man nichts übersehen und wenn möglich als Bonus sogar noch eine Karte ablegen. Das benötigt Zeit. Die Spielregel empfiehlt für Grübler eine Minutenregel, dadurch verändert sich aber der Charakter des Spiels von Übersicht auf Tempo. Auch das Glück spielt eine entscheidende Rolle. Nicht alle Karten kann man gleich gut ablegen. Schön, wenn man immer passende Karten nachzieht.
Das Bienenspiel ist ein schönes Legespiel, die Zusatzaktionen sind das Salz in der Honigwabe. Für das Spiel benötigt man jedoch einige Übersicht, das hemmt immer wieder den Spielfluss. Beim Test mit Kindern, es wird ab 6 Jahren angepriesen, endete so manche Partie auch mit einem abschliessenden grossen Bienenpuzzle.

Bienenspiel | Autor: Stefan Giger | Verlag: Eigenverlag
Legespiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Überblick im Bienenstock | Wiederspielreiz: ok

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