Blöder Sack – Spielkritik

Der grinsende, gelbe Sack in der Spielschachtel lässt ja schon einiges vermuten. Ein blöder Sack ist es. Oft sogar ein richtig blöder Sack beim gleichnamigen Würfelspiel. Denn nicht selten durchkreuzen die Mitspieler die geplanten Sackgewinne.

Blöder SackBlöder Sack ist ein Würfelspiel mit einfachen Regeln. 10 Würfel erhält jeder Spieler, mit denen er die Vorgaben von 5 Sack-Karten auf dem Spieltisch zu erfüllen versucht. Gewürfelt wird in jeder Runde allerdings nur mit 2 Würfeln. Im Normalfall verläuft ein Spielzug ziemlich schnell: Würfeln, Würfel auf die gewünschte Aufgabenkarte legen, fertig. Die Aufgabenstellungen sind dabei klar definiert. Wer hat die meisten 4er? Wer schafft die grösste, gerade Summe? Oder wer legt die letzte 1? Wer bei einer Wertung die jeweilige Aufgabe am besten erfüllt, kriegt die Sack-Karte und erhält am Spielende Sack-Punkte dafür.
Bis hierhin müsste das Spiel aber noch nicht Blöder Sack heissen. Die Sack-Karte verdient man sich nämlich nur, wenn man die Würfel-Mehrheit auf einer Aufgabenkarte hat. Oder die höchste Summe. Oder die letzte 1. Man ahnt es schon: Die Karten sind hart umkämpft und man muss hoffen, dass eine Wertung zum richtigen Zeitpunkt ausgelöst wird. Und erneut wird die Sache unberechenbar. Aufgabenkarten haben genau 9 Würfelplätze. Sind alle besetzt, wird die Karte gewertet. Hat ein Spieler keine Würfel mehr übrig, wertet er ebenfalls frühzeitig eine Aufgabenkarte, um wieder an Würfel zu kommen. Und dann gilt noch: Hüte dich vor dem Pasch! Bei zwei gleichen Wurfzahlen wird die entsprechende Aufgabenkarte sofort gewertet. Das kann manchmal ziemlich unverhofft kommen.
Noch grösserer Ärgerfaktor gefällig? Ein Spieler kann auch einen gegnerischen Würfel durch einen eigenen mit gleichem Wert ersetzen. Mit diesem Spielzug verzichtet man allerdings auf das Setzen seines zweiten Würfels.

Blöder Sack 2

Das Spiel funktioniert einwandfrei. Einzige Ausnahme: Eine Partie, in der ganz häufig ein Pasch gewürfelt wird, verliert stark an Spannung und driftet in die Langeweile. Das geschieht jedoch nur sehr, sehr selten.

Hat ein Spieler seine vierte Sack-Karte gewonnen, spielt man die angefangene Runde noch zu Ende und wertet danach alle ausliegenden Sack-Karten. Wer die meisten Sack-Punkte hat, gewinnt.

Fazit:
Blöder Sack ist ein schnelles Würfelspiel mit leichtem Einstieg. Der Ärger kann manchmal gross werden: Keine passenden Würfelzahlen, störende Mitspieler, ein Pasch zur falschen Zeit. Ja, der Spieltitel ist nicht aus der Luft gegriffen. Aber: Hier erhält man, was man erwartet – ein reines Würfelspiel mit allem, was dazu gehört. Blöder Sack lebt vom Glück der Zocker. Pläne gehen kaum so auf, wie gedacht. Dafür spielt man eine Partie zügig durch und startet schnell die nächste. Das gesamte Spiel passt in den gelben Sack und kann überall hin mitgenommen werden. In voller Besetzung macht es am meisten Spass, der Grat zwischen Freude und Ärger ist oft schmal. Blöder Sack sorgt für Stimmung.

Blöder Sack | Autor: Ralf zur Linde | Verlag: Kosmos
Würfelspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Kein Pasch, gute Zahlen, kein Pasch | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Kosmos für ein Rezensionsexemplar von Blöder Sack!

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