Break In – Alcatraz – Spielkritik

Escape-Spiele boomen zur Zeit. Es gibt kaum einen Verlag, der nicht ein solches Exit-Spiel anbietet. Warum also nicht einmal den Spiess umdrehen? Bei Break In – Alcatraz bricht man zuerst ein, bevor man die Flucht antritt. Doch gibt es ein Entkommen aus dem berüchtigtsten Gefängnis der Welt?

Break In - Alcatraz

Kollege Frank sitzt im Gefängnis Alcatraz vor San Francisco. Zahlreiche Fluchtversuche von dort sind bisher gescheitert. Daher hat sich Frank, in Zusammenarbeit mit uns Spielern, etwas besonderes einfallen lassen. Indem wir dort einbrechen, verhelfen wir ihm zur Flucht. Klingt überhaupt nicht logisch, ist aber systematisch vorbereitet. So machen wir uns auf den Weg mit dem Schiff Richtung Alcatraz, getarnt als Klempner mit einem fingierten Auftrag des Gefängnisdirektors, der sich geschickterweise gerade im Urlaub befindet. Der Star von Break In – Alcatraz ist die Spielschachtel: Sechseckig, gross und schälbar. Wie eine Zwiebel lässt sich Schicht für Schicht entfernen und offenbart immer neue Räume des Gefängnisses, sowie Spielmaterial. Gesteuert wird das Spiel über Karten mit Symbolen. Dort verfolgt man die Story, erhält knifflige Aufgaben und sucht die Lücken im System.

Es ist also wichtig, immer und überall auf allfällige Symbole zu achten. Dadurch zieht man neue Karten und erhält weitere Ziele, die uns zuerst in und später wieder aus dem Gefängnis bringen. Die Story ist sehr gut und erscheint ebenfalls Stück für Stück auf den Karten. Ein Hilfssystem ist gleich im doppelten Sinne eingebaut. Da gibt es die #-Karten, die bei Bedarf auf den ersten Schritten begleiten. Mit ihnen sollte man allerdings vorsichtig hantieren, denn sie sind schon sehr genau im Ablauf der einzelnen Aktionen. Es fällt dadurch viel Rätselspass weg. In der Not geben die Karten aber eine gute Reihenfolge vor, damit man nichts verpasst auf der wilden Flucht durch Alcatraz.

Break In - Alcatraz

Jedes Rätsel liefert zudem eine Hilfskarte mit. Mit einem Funkgerät und dem roten Decodierstreifen kann man die Schrift darauf lesen und erhält kleine Ermittlungshappen in der aktuellen Aufgabe. Durch diese Hilfsmittel bleibt man garantiert nirgendwo stecken.

Break In – Alcatraz stellt eine Reihe von Rätselaufgaben, bei denen man für die Lösung eine Farbe, ein Symbol und eine Zahl erhält. Mit diesen drei Angaben pickt man den passenden Lösungsstreifen und steckt ihn bis zur ermittelten Farbe in den passenden Lösungsschlitz mit der ermittelten Zahl. In einem Seitenfenster erscheint ein neues Kartensymbol und man startet das nächste Kapitel der Geschichte.

Break In - Alcatraz
Funkgerät und Werkzeugkasten gehören zur Grundausstattung.

Die Schachtel wird kleiner, liegt am Ende offen auf dem Tisch. Einige Fluchtüberraschungen liegen hinter den Spielern, die sich schliesslich für eines von drei Schlussszenarien entscheiden müssen. Wie endet wohl das spektakuläre Abenteuer von Break In – Alcatraz?


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Fazit

Break In – Alcatraz erfindet das Genre der Escape-Spiele nicht neu. Doch einige Elemente überzeugen durchaus: Die Schachtel mit dem Zwiebel-Prinzip ist ein Blickfang mit kleinen Überraschungen bei jeder weiteren Öffnung. Das Spiel lässt sich ohne Zeitdruck spielen. Der Weg ist das Ziel und der ist geebnet mit einer spannenden Story, die sich weiterentwickelt bis zum unsicheren Finale. So weit, so gut. Doch das Format muss auch einige Abstriche machen gegenüber einer starken Escape-Konkurrenz. Es hakelt an der einen oder anderen Stelle. Die Aufgaben sind nicht überall genau definiert (Wo ist die gegenüberliegende Seite des Blocks?). Das Rätselniveau liegt bei eher denklastigen Knobelaufgaben, die sich auf den Rätselkarten befinden. Das erschwert das Lösen enorm, besonders wenn man das Spiel in einer grösseren Gruppe spielt. Mit mehr als drei Spielern würde ich Break In – Alcatraz auf keinen Fall in Angriff nehmen. Es fehlt am Überblick, auch wenn man am 3D-Objekt ein Labyrinthrätsel lösen soll. Denn selbst eine Zwiebel wird gegen Ende immer kleiner und damit auch die Rätselfläche. Das System hat also noch Ecken und Kanten. Lösungstechnisch wird man allerdings bestens an die Hand genommen, daher kann man Break In – Alcatraz sehr gut als Escape-Einsteigermodul lösen. Die Aufgabe wird gelingen, hier bleibt keiner in Alcatraz zurück. Aber die tolle Spielschachtel hat noch Luft für knackigere Aufgaben.
Übrigens: Das Spielmaterial wird nicht zerstört, die Schachtel lässt sich wieder schliessen und erneut verwenden.

Alles über Break In – Alcatraz

Break In – Alcatraz| Autor: Rebecca Bleau, Nicholas Cravotta, David Yakos | Illustration: Steve Downer | Verlag: Schmidt Spiele

Spielerzahl: Escapespiel für 1 bis 6 Personen
Spieldauer: ca. 120 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Fluchtgedanken beim Einbruch
Wiederspielreiz: ok

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 – 3 Personen
Richtet sich an: Familie

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