Brügge – Spielkritik

Um Macht und Einfluss in der aufblühenden Hansestadt Brügge geht es in diesem Brettspiel. 165 unterschiedliche Karten beleben diesen Spielspass. Doch nur wer sich auch von seinen Karten trennen kann, wird erfolgreich sein in Brügge. Nützlich sind sie alle, doch wo werden sie gerade am dringendsten benötigt?

Brügge 1Der Spielplan zeigt das Zentrum des historischen Brügge. Im Rathaus sammelt man Einfluss, die Kanäle können ausgebaut werden und auf der Würfelleiste liest man den aktuellen Farbkurs ab. Doch wirklich zentral sind die Karten. Auf ihnen sind Bürger der Stadt abgebildet. Sie kommen aus allen Schichten und bringen besondere Fähigkeiten mit. Die Karten sind in einer der 5 Spielfarben, auf jeder Rückseite ist ein Haus abgebildet.
Nützlich sind auch Handlanger (ebenfalls in den 5 Spielfarben) und bezahlt wird in Brügge mit Gulden.

Jeder Spieler erhält zu Beginn einer Runde immer 5 Handkarten, die er vom Stapel zieht. Lediglich die Farbe wählt man, die Bürger erscheinen zufällig in der Hand. Doch erst wird gewürfelt. Die 5 Farbwürfel geben den Tarif an, der in dieser Runde gilt. Bevor es an die Karten geht, kann man im Rathaus mit seiner Spielfigur im Einfluss aufsteigen. Dazu bezahlt man die Summe aller 1er- und 2er-Würfel in dieser Runde.

Brügge 2Und schon ist man im zentralen Teil von Brügge angekommen: Die Karten werden gespielt. Hier hat man wirklich die Qual der Wahl. Jede Bürgerkarte kann (und muss) auch als Aktionskarte ausgespielt werden. Für die Aktionen ist die Farbe der Karte von Bedeutung. Mit einer gelben Karte kann man beispielsweise 2 gelbe Handlanger nehmen, darf Gulden vom Vorrat beziehen (der gelbe Würfel zeigt den Tageskurs), kann ein gelbes Kanalplättchen legen oder ein Haus bauen. Für gewisse Aktionen benötigt man wieder Handlanger oder Geld. Eine exakte Planung ist also notwendig, um die Karten möglichst gewinnbringend einzusetzen.

Brügge 3Hat man bereits ein Haus gebaut, kann man eine Person auslegen. Jeder Bürger hat jedoch seinen Preis, den man erst bezahlen muss. Dafür erhält man zusätzliche Aktionen. Sie können einmalig, mehrmals oder erst in der Schlusswertung genutzt werden. Um Bürger zu aktivieren, benötigt man oft Handlanger. Die Möglichkeiten sind, bei 165 Karten, recht vielfältig. Doch welche Karte verschafft nun die entscheidenden Vorteile?

4 von 5 Karten werden von allen Spieler eingesetzt, danach werden Mehrheiten überprüft, bevor es in die nächste Spielrunde geht. Wer sich irgendwann im Spiel eine alleinige Mehrheit sichern kann im Rathaus, bei den Personen oder beim Kanalbau, der erhält zusätzliche Punkte für die Endwertung.
Und auch Gefahren lauern in Brügge. Sie werden in der Würfelphase ausgeschüttet. Jeder 5er- oder 6er-Würfel bringt den Spieler dann einen Bedrohungsmarker. Hat man 3 einer Farbe gesammelt, trifft einen die Strafe sofort: Das Geld abgeben, ein Haus entsorgen oder eine Person entfernen. Das Leben in Brügge ist nicht immer leicht. Bedrohungsmarker können aber in der Kartenphase nach Wahl entfernt werden.

Ist einer von zwei ausliegenden Kartenstapel durchgespielt, endet die Partie. Es werden Punkte für den Einfluss, Personen, den Kanalbau, Häuser und Mehrheiten verteilt. Nun steht der Sieger fest.

Fazit:
Es dauert seine Zeit, bis man alle Einwohner von Brügge einigermassen kennt. Das muss man aber nicht. Einfach mal anspielen. Brügge lebt vom gezielten Einsatz der Karten, aber auch vom Verzicht. In jeder Runde hat man die Qual der Wahl: Welche Karte nutzt man als Person und welche zur Beschaffung nützlicher Hilfsmittel? Ein wenig Glück gehört auch zu Brügge. Die Kartenfarben ermöglichen die Aktionen. Erwischt man auch immer die Karten, die man gerade benötigt? Und auch die Würfel können günstig oder teuer fallen. Diese gewisse Unberechenbarkeit macht Brügge aber spannend. Man muss flexibel planen und sich auch von Karten trennen. Abschied tut weh. Dafür erhält man ein spannendes Spiel, das sich durch die Kartenvielfalt immer wieder anders spielt und am Ende meist knapp endet. Sehr empfehlenswert.

Brügge | Autor: Stefan Feld | Verlag: Hans im Glück
Spiel für 2-4 Personen | Spieldauer: ca. 60 Minuten | Benötigt: Gulden, Handlanger und passende Karten | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Carletto und Hans im Glück für ein Rezensionsexemplar von Brügge!

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