Bummelbahn – Spielkritik

Eine kleine Insel mit Lokomotive und vielen Aufträgen – das kennen wir doch schon. Aber anders als bei Jim Knopf oder Thomas & seinen Freunden geht es hier ziemlich strategisch zu und her. Bummelbahn ist ein grosses Spiel in der kleinen Schachtel und kostet mehr Denkleistung, als es den Anschein macht.

BummelbahnJeder Spieler startet mit einer einfachen Lokomotive ins Inselabenteuer. Mit Lieferaufträgen und einem top ausgerüsteten Zug soll der Konkurrenz auf der Insel der Dampf aus dem Kessel genommen werden. Dazu muss man aber geschickt vorgehen. Auffälligkeit Nummer 1 bei Bummelbahn: Die Karten können für verschiedene Funktionen verwendet werden. Sie sind Zahlungsmittel, Fracht oder eben (was den meisten Platz auf der Karte einnimmt) Wagen, Lok und Gebäude.
Der Reihe nach führen die Spieler immer 2 Aktionen aus, auch 2 Mal dieselbe. Zieht man eine Karte, füllt man die Kartenhand auf. Vorsicht: Das Kartenlimit am Ende des Spielzuges liegt bei 5 Karten. In alten Spielregeln fehlt dieser wichtige Satz leider. Ich habe unten deshalb den Link zur aktuellen Spielregel von Lookout Spiele angefügt.

Der Bau eines Wagens, einer Lok oder eines Gebäudes ist ein wichtiger Teil des Spiel. Die Baukosten sind auf jeder Karte aufgeführt und entspricht der Anzahl Karten, die man dafür abwerfen muss. Loks und Wagen kann man noch ausbauen, indem man die Differenz draufzahlt und dadurch Verbesserungen erhält. Jede Lok zieht beispielsweise nur ein bestimmtes Gewicht. Das hat Einfluss auf die Anzahl der angehängten Wagen. Oft kann man seine Wagen-Komposition erst weiter ausbauen, wenn man die Lok vorher verbessert. Ein einziges Gebäude darf man ebenfalls besitzen. Das bringt zusätzliche Siegpunkte am Ende des Spiels. Es gibt ganz unterschiedliche Gebäude, je nach Spielrichtung entscheidet man sich für ein möglichst lukratives. Durch den Bau spezieller Dienstwagen sichert man sich gewisse Spielvorteile, auch mal entgegen der Spielregeln. Wo soll man bloss investieren?

Bummelbahn

Das Beladen als Aktion liefert Auffälligkeit Nummer 2 bei Bummelbahn: Durch das Beladen fremder Wagen holt man sich äusserst tolle Bonis, die man beim Beladen der eigenen Wagen nicht erhält. Helfe ich also den Mitspielern, so helfe ich auch mir. Doch lohnt sich das wirklich? Durch das Beladen fremder Züge locken viele Zusatzkarten und weitere Aktionen. Jeder Wagen ist nur für bestimmte Güter gemacht und nimmt auch nur eine gewisse Anzahl an Gütern auf. Je besser der Wagen ausgebaut ist, desto mehr Ladung nimmt er auf.

Und irgendwie muss man ja auch zu Punkten kommen, also sollte man die Zulieferung nutzen. Man räumt seine Wagen leer und kann unterschiedlich davon profitieren. Für jede Fracht zieht man 2 neue Karten. Das macht Sinn vor einem teuren Ausbau. Auf der Insel gibt es aber auch 6 Lieferaufträge. Liefert man die komplette Anzahl der geforderten Fracht, schnappt man sich einen Auftrag und holt sich Punkte. Jeder Auftrag zieht einen Folgeauftrag nach. Auch ihn muss man erst erfüllen, bevor man sich später einem weiteren Auftrag widmet.

Bummelbahn

Das Spielende wird ausgelöst, wenn weder im Zieh- noch im Abwurfstapel Karten sind oder wenn eine gewisse Anzahl an Aufträgen erfüllt ist. Zugwert, erfüllte Aufträge, Fracht und Gebäudepunkte bestimmen den Sieger beim Insel-Eisenbahn-Wettstreit.

Fazit

Bummelbahn vermittelt durch die leicht kindliche Optik ein einfaches Spiel. Ist aber nicht so, da steckt ganz viel drin. So ein ähnliches Gefühl hatte ich zuletzt bei Oh my Goods. Der Schnitzer mit dem Handkartenlimit wiegt schwer. In neuen Auflagen sollte die Spielregel aber komplett sein. Denn bei Bummelbahn muss man ständig mit den Karten haushalten. Wozu soll man sie verwenden? Was baue ich zuerst, was werfe ich ab? Noch viel schöner ist das Dilemma mit dem Beladen fremder Wagen. Soll man Mitspieler mit Fracht füttern, nur um tolle Bonis zu kassieren? Die eigene Eisenbahn wächst ständig, erhält besseres Rollmaterial und holt sich erste Aufträge. Bummelbahn spielt sich nach kurzer Zeit sehr flüssig, die vielen Funktionen der Karten hat man schnell im Griff. Die zahlreichen Entscheidungen muss man selber treffen, Runde für Runde. Und das macht Spass. Ein kleines Kartenspiel für grosse Insel-Eisenbahner mit strategischen Spielkenntnissen.

Bummelbahn | Autoren: Dan Keltner, Seth Jaffee | Verlag: Lookout Spiele
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30-60 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Kleine Entscheidungen im Eisenbahnbusiness | Wiederspielreiz: gross

» Zu den Spielregeln von Bummelbahn

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