Canvas – Spielkritik

Schon das Cover sieht aus wie ein Gemälde. Auf der Rückseite der Spieleschachtel befindet sich sogar ein Loch, damit man das Bild an die Wand hängen kann. Bei Canvas entstehen kleine Kunstwerke im Spiel, das durch tolles Material auffällt.

Canvas

Die Spieleschachtel ist ein Gemälde, kein Schriftzug trübt das Bild, sämtliche Angaben zum Spiel findet man auf den dünnen Seiten der Box. Schiebt man die Schachtel auseinander, geht es im Innenleben mit Überraschungen weiter. Ein Stofftuch als Spielbrett, Kunstkarten, die man zu einem Gemälde aufeinander legt und zahlreiche Abzeichen. Auf der stoffigen Spielmatte von Canvas findet alles seinen Platz. Die Positionen der Karten sind eingezeichnet. An einem Kunstfestival kreieren die Künstler ihre Werke nach genauen Vorgaben. Es geht um den Titel des Meistermalers, ohne sich dabei die Finger schmutzig zu machen. Also erhalten die Maler drei Hintergrundkarten in einer Hülle. Die Ziele für die abschliessende Wertung liegen bereits aus. Man muss ja wissen, in welche Richtung man sich künstlerisch orientieren soll. In einer kleinen Box liegen die Kunstkarten, 5 von ihnen liegen offen aus.

Gespielt wird bei Canvas der Reihe nach, ein Spielzug ist überschaubar. Entweder man nimmt sich eine Kunstkarte für sein Werk oder man vervollständigt ein Gemälde und sammelt die Abzeichen dafür ein. Nimmt man eine Kunstkarte, so ist die erste Karte in der Reihe kostenlos. Je näher man sich an der Box bedienen will, desto mehr bezahlt man für die Karte. Man legt einen Inspirationsmarker (in Form einer Farbpallette) auf jede Karte, die man überspringt. Danach rutschen die Kunstkarten nach. So werden teure Karten langsam günstiger und mit einigen Karten erhält man später Inspirationsmarker zurück, um wieder einkaufen zu können. Höchstens 5 Kunstkarten darf man in der Hand halten, sonst…

Canvas

… muss zwingend die zweite Aktion gewählt werden: Man veröffentlicht ein Gemälde. Dazu legt man drei der Plastik-Kunstkarten übereinander. Dadurch vereinen sich die Illustrationen zu einem Ganzen und die Kunstwerke erhalten aussagekräftige Namen. Das ist gut für den Verkauf und bei Canvas vor allem gut für die Abzeichen des Kunstfestivals. Im unteren Teil der Kunstkarten gibt es Farben, Formen, Texturen oder Tönungen. Auf jeder Karte zwei, legt man sie geschickt übereinander erhält man eine künstlerische Vielfalt, mit der man die Ziele der Wertung erfüllt.

Die Wertungen verändern sich in jeder Partie: Gleiche Formen, genau ein Farbklecks, eine Kombination, eine Spiegelung, usw. Man muss ziemlich kreativ sein, vor allem beim Sammeln der Kunstkarten. Bonussymbole findet man ebenfalls hin und wieder. Damit erhält man Bonusmarker, wenn die Bedingungen darauf erfüllt sind.

Canvas

Der Wettbewerb läuft. Drei Gemälde muss man erstellen und mit jedem einzelnen Abzeichen sammeln. Haben alle Künstler ihre Werke vollendet, schreitet man zur Wertung. Die gesammelten Abzeichen macht man zu Punkten.

Canvas lässt sich auch alleine spielen. Dann tritt man gegen Vincent (du weisst schon wer) an, der nie ein Werk vollendet, oder erledigt ein Solopuzzle. Bei beiden Varianten spielt man gegen einen Highscore.
Für Gruppen gibt es verschiedene Vorschläge für Szenarien, in denen man mit den Wertungskarten variiert – einfacher oder komplexer.


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Fazit

Canvas ist auf den ersten Blick ein wunderschönes Spiel. Von den Illustrationen und dem Spielmaterial her bewegt man sich ständig mitten in einem Gemälde. Manchmal traut man sich gar nicht, Hand anzulegen, man möchte nichts zerstören. Die Spielmechanik ist einfach: Man wählt eine Karte oder kombiniert durch passendes Aufeinanderlegen sein Gemälde. Nicht immer erfüllt man dabei alle Vorgaben. Ein gewisser Glücksfaktor spielt natürlich mit, wenn die letzte Farbe, oder das gewünschte Symbol gerade nicht erscheint. Völlig unbedeutend für das Spiel, aber herrlich anzuhören, sind die Namen, die beim Kombinieren der Kunstkarten entstehen. Auch das ein Detail, das Atmosphäre zaubert bei Canvas. Das Spiel variiert durch die unterschiedlichen Wertungen und das zufällige Erscheinen der Kunstkarten. In einer grösseren Spielgruppe kommt die Durchmischung der Karten mehr zum Tragen, als wenn man zu zweit spielt. Canvas ist ein wunderschönes Familieneinsteigerspiel, ein Sammelspiel mit einfachen Regeln und vielen künstlerischen Kombinationsmöglichkeiten. Es spielt sich flott und man freut sich über gelungene Werke, viele Auszeichnungen und passende Bildernamen.

Alles über Canvas

Canvas | Autoren: Jeffrey Chin, Andrew Nerger | Illustrationen: Luan Huynh | Verlag: Asmodee

Spielerzahl: Kartenspiel für 1 – 5 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Gemälde nach Wünschen
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 5 Personen
Richtet sich an: Familie

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