Carnival of Monsters – Spielkritik

Das Brettspiel Carnival of Monsters hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach einer abgebrochenen Kickstarter-Kampagne ist es schliesslich bei AMIGO gelandet. Zum Glück! Denn nun dürfen alle in den abenteuerlichsten Ländern auf Monsterjagd gehen.

Die Königliche Monstrologische Gesellschaft ist das grosse Ziel der Abenteurer, denn der Zutritt ist exklusiv und jedes Jahr nur einem grossen Monster-Experten gegönnt. Der Weg führt über vier Jahreszeiten, in denen jeweils ein monstermässiger Schwerpunkt gesetzt wird. Gleich 7 Illustratoren haben bei den Monstern und ihren Ländern ihre Kreativität bewiesen. So liegt ein sehr atmosphärisches Spiel auf dem Tisch mit zahlreichen Details in den monströsen Karten. Jeder Abenteurer erhält ein eigenes Spielertableau und 4 Kronen als Startkapital, dazu zwei Länderkarten und 8 zufällige Carnivalkarten. Damit startet die Jagd nach den Monstern.

Jede Saison besitzt vier Spielphasen. Damit wiederholt sich das Spielgeschehen regelmässig, erhält durch die vielen, vielen Carnivalkarten aber trotzdem eine grosse Portion Abwechslung. In der ersten Phase legt man mit der Saisonkarte den Schwerpunkt auf ein Land und seine Monster fest. Wer im Laufe dieser Jahreszeit dort ein Monster einfängt, erhält 2 Kronen. Am Ende der Saison sichert man sich mit den gefährlichsten Monstern im jeweiligen Land sogar Bonuspunkte.

In Phase 2 dreht sich alles um die Carnivalkarten. Carnival of Monsters ist ein Drafting-Spiel. Man wählt eine Karte und reicht die übrig gebliebenen Handkarten weiter. Runde für Runde erbeutet man eine der acht Karten und entscheidet, in welcher Form man sie ausspielt. Und Karten gibt es tatsächlich genug in diesem Spiel. Länderkarten vergrössern den Einfluss auf die Jagd. Es gibt 6 unterschiedliche Ländereien in denen man Monster suchen kann. Monster gibt es für jedes Land in unterschiedlicher Stärke. Hat man in einem Land genügend Landpunkte gesammelt, ist auch die Monsterjagd erfolgreicher, wenn man sie dort ablegt. Denn nur Monster bringen am Ende Punkte, je stärker sie sind, desto mehr Punkte liegen drin.

Carnival of Monsters

Neben Ländern und Monstern kann man auch Mitarbeiter engagieren oder über Eventkarten zu neuem Geld gelangen. Denn Geld ist rar bei Carnival of Monsters und es drohen Kredite, die man am Ende mit Minuspunkten bezahlt. Um das Punktekonto zusätzlich aufzustocken, wählt man Karten mit geheimen Zielen. Sie bringen Siegpunkte für diverse Sammelaktionen. Man muss nur noch die richtigen Karten holen.

Bei Carnival of Monsters wirft man keine Karten ab. Sind die Bedingungen für die eigene Auslage (noch) nicht gegeben, lagert man sie. Das kostet für jede Karte eine Krone und birgt eine hohe Kreditgefahr. Aus dem Lager setzt man die Karten zu einem beliebigen Zeitpunkt ein. So sichert man sich auch frühzeitig gute Monster und überlässt sie nicht den Mitspielern. Ist ein Land später genügend ausgebaut, spielt man sein Monster ganz nebenbei.

Carnival of Monsters

Sind alle Karten gespielt oder gelagert, findet bei Phase 3 die Gefahrenprobe statt. Einige Monster benötigen extra Betreuung. Sie sind mit Gefahrensymbolen ausgestattet. Die kann man mit unterschiedlichen Mitteln wegspielen. Der König schickt seine Jäger zur Hilfe, die mit einem Würfelwurf zufällig bestimmt wird. Jeder Jäger vertreibt eine monströse Gefahr. Mit geeigneten Mitarbeitern oder Käfigen sorgt man während des Spiels schon vor und erstellt eine permanente Hilfe. Reicht das immer noch nicht, so bezahlt man eine Strafe von 3 Kronen pro Gefahrensymbol.

Mit neuen Karten und einem neuen Saisonziel startet man in die nächste Jahreszeit. Nach der letzten Saison ist Schluss. Die Punkte ergeben sich aus der Summe der Monster, der geheimen Karten, des Geldes, der Käfige und der Saisonbestleistungen. Negativ beeinflussen die Kredite die Rechnung. Der beste Monsterjäger schafft die Aufnahme in die Königliche Monstrologische Gesellschaft.


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Fazit

Carnival of Monsters überzeugt mit tollem Spielmaterial und einem flüssigen, lockeren Spielablauf. Wenn sich 7 Illustratoren beteiligen, so erzeugt das detailreiche Monster und Landschaften in unterschiedlichen Stilen – ein Augenschmaus. Doch auch Spielertableaus und Spielbrett sind hilfreich gezeichnet und symbolisch derart gut umgesetzt, dass man eine Unterstützung erhält. Spielerisch liefert Carnival of Monsters keine absolute Neuheit. Dennoch ist das Spiel echt gut umgesetzt, mit einem Drafting-System als Motor und einigen Feinheiten, die sich nahtlos ins Spiel verzahnen. Schon während der ersten Partie fühlt man sich wie zu Hause und weiss bereits, worauf es ankommt. Das ist nicht selbstverständlich, denn Carnival of Monsters besitzt derart viele Karten, dass man jederzeit abwägen muss, was gerade wichtig und von Nutzen ist. Ein gewisser Glücksfaktor spielt immer mit. Es kann vorkommen, dass man Landschaften aufbaut, dann aber kaum Monster für dieses Land erscheinen. Es lohnt sich, das Verhalten der Mitspieler zu beobachten, ihnen Karten vorzuenthalten oder unbeliebte Karten weiter zu geben. Eine Partie geht meist ganz fix, die Spieler sind oft gleichzeitig beschäftigt. Am Ende steigt die Spannung noch einmal, da die geheimen Ziele zusätzliche Punkte bringen können. Insgesamt ein sehr gelungenes Spiel im oberen Familienbereich.

Alles über Carnival of Monsters

Carnival of Monsters | Autor: Richard Garfield | Illustrationen: Michael Menzel, Loic Billiau, Martin Hoffmann, Dennis Lohausen, Oliver Schlemmer, Claus Stephan, Franz Vohwinkel | Verlag: AMIGO

Spielerzahl: Brettspiel für 2 – 5 Personen
Spieldauer: ca. 45 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Länder, Monster, Punkte
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 5 Personen
Richtet sich an: Kenner

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