Cartaventura: Vinland – Spielkritik

In der kleinen quadratischen Schachtel bei Kosmos erscheint die Reihe Cartaventura. In unterschiedlichen Epochen reisen wir durch die Geschichte und entscheiden mit, wohin sie sich bewegt. Bei Cartaventura: Vinland begleiten wir die Wikinger auf ihrer Reise.

Cartaventura Vinland

Cartaventura besteht lediglich aus einem Kartenstapel. Eine separate Spielanleitung gibt es nicht, auf den ersten Karten des Stapels erhält man eine kurze Erklärung der wichtigsten Elemente, dann startet man direkt ins Abenteuer. Bei Cartaventura: Vinland sind die Wikinger das zentrale Thema. Wir schlüpfen in die Rolle von Leif Eriksson, dem Sohn von „Erik dem Roten“. Kurz vor Island steigen wir ins Abenteuer ein. Dort soll Leif seinen Vater verteidigen, der zu Unrecht eines Mordes beschuldigt wird. Die Göttin der Stärke, der Gott der Gerechtigkeit und der Gott der List unterstützen uns auf dem Weg. 5 unterschiedliche Wendungen kann das Abenteuer nehmen, je nachdem, wie wir uns unterwegs entscheiden. Da wir bei den Wikingern sind, ist das Ganze nicht ungefährlich.

Wir denken uns also in das Leben der Wikinger ein. Ein wenig Grundwissen ist tatsächlich von Vorteil bei einzelnen Entscheidungen. Es gibt Fettnäpfchen, die man einfach nicht nimmt, wenn man weiss, in welcher Welt sich die Wikinger im Jahr 985 bewegten. Im Grundsatz liest man sich bei Cartaventura: Vinland mit den Karten nach und nach durch die Story, bis man auf speziellere Karten stösst.

Cartaventura Vinland
Die Götter beschützen Leif Eriksson

Die mit einem Blitz gekennzeichneten Sofort-Karten erfordern eine sofortige Entscheidung oder eine Kartenaktion. Man dreht eine Karte, wirft welche ab oder zieht neue. Die Entscheidung liegt bei den Spielern. Jede Entscheidung beeinflusst die Geschichte. Mit einer Hand gekennzeichnete Objekt-Karten behält man bei sich. Meist sind sie sehr nützlich im späteren Verlauf. Landkarten ebnen den Weg in neue Gebiete und zu neuen Karten. Alles natürlich mit einem gewissen Risiko verbunden. Mit ausliegenden Aktionskarten hat man die Wahl zwischen mehreren Karten in der Auslage. Welche Spur verfolgt man? Es kann gut sein, dass einige Optionen plötzlich verschwinden, wenn man sich falsch entscheidet.

Cartaventura Vinland

Die Geschichte nimmt ihren Lauf, die Götter helfen an einigen Stellen, doch sie müssen auf ihren Einsatz vorbereitet sein. Cartaventura: Vinland erlaubt den einen oder anderen Fehltritt. Auch hier leisten die Götter ihren Beitrag. Um Entscheidungen kommt man allerdings nicht herum. Irgendwann endet die Partie mit einem der fünf möglichen Enden. Dadurch ist das Kartenspiel aber noch nicht ausgespielt. Mit dem erworbenen Wissen kann man sich in einer nächsten Runde auf andere Abzweigungen konzentrieren und sehen, wie die Geschichte von Leif Eriksson und den Wikingern auch enden könnte.


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Fazit

Cartaventura: Vinland betreibt ein Storytelling, bei dem wir an vielen Stellen Einfluss nehmen. Wir stärken oder schwächen unseren Helden und so nimmt auch das Abenteuer überraschende Wendungen. Die Wikinger waren kein zartes Völkchen, doch sie waren mutige Seefahrer und wollten nach Vinland. Die Geschichte von Cartaventura: Vinland ist nicht direkt übertragbar, doch sie nimmt Anleihen von bekannten Elementen und Sagen der damaligen Zeit. Ein kleines Infoheft liefert die historischen Daten dazu. Das ist sehr gut gemacht und verbindet Spiel mit Geschichte. Das kleine Kartenspiel richtet sich an Spieler, die gerne einer Story folgen. Die Entscheidungen sind nicht auf Rätsel aufgebaut. Hier findet man also keine Knobeleien, wie zum Beispiel bei den Adventure-Geschichten des gleichen Verlags. Das Abenteuer steht im Zentrum, dessen Verlauf man selber ständig manipuliert. Solche Formate gab es früher schon in der Schule als Lesespur. Cartaventura: Vinland ist ein solches Abenteuer, gut ausgebaut und vielfältig. Es unterhält bestens für eine Stunde. Ich bin tatsächlich schon auf ein nächstes Thema dieser Reihe gespannt.

Alles über Cartaventura: Vinland

Cartaventura: Vinland | Autoren: Thomas Dupont, Arnaud Ladagnous | Illustrationen: Guillaume Bernon, Jeanne Landart | Verlag: Kosmos

Spielerzahl: Abenteuerspiel für 1 – 6 Personen
Spieldauer: 60 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Zahlreiche Entscheidungen
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 – 3 Personen
Richtet sich an: Familie

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