Cascadia – Spielkritik

In der Region des Pazifischen Nordwestens startet ein grosses, tierisches Ansiedlungsprojekt. Cascadia ist ein Legespiel, das den Ansprüchen der Tiere gerecht werden will. Und die sind manchmal ganz schön wechselhaft.

Cascadia

Für Bär, Hirsch, Lachs, Bussard und Fuchs sollen neue Lebensräume in Cascadia erschaffen werden. Dabei entwickelt sich spielerisch Runde für Runde die Landschaft, Doch auch die Tiere stellen ihre Ansprüche. Während der Bussard ein grösseres Gebiet alleine bevorzugt, sucht der Fuchs doch lieber die Nähe anderer Tiere, während Bären gerne paarweise durchs Leben gehen. Nur wer allen Ansprüchen möglichst gerecht wird, holt sich den Sieg bei Cascadia. Mit einer unterschiedlichen Startlandschaft geht es los. Die Wertungskarten zeigen die Wünsche der 5 Tierarten an. Da es für jede Tierart vier Wertungskarten gibt, stellt man die Kombination für die aktuelle Partie beliebig zusammen. Das sorgt für Varianz und bestimmt die Spielausrichtung. In die allgemeine Auslage kommen zufällig 4 Wildnisplättchen, denen man ebenso zufällig vier Tiere zuordnet. Dort bedienen sich die Spieler Runde für Runde, im Sinne der Landschaft und natürlich der Tiere.

Die Wildnisplättchen zeigen Landschaftstypen an und sind mit kleinen Symbolen der Tiere bedruckt, die dort gerne leben würden. Nur eines der aufgedruckten Tiere lässt sich ansiedeln. Der Spielablauf lässt sich schnell erklären. Cascadia wird danach vielmehr zu einer Puzzle-Aufgabe, bei der man Tiere und Landschaften möglichst passend kombiniert.
Im eigenen Spielzug wählt man ein Wildnisplättchen mit dem nebenan ausliegenden Tier und legt beides in seiner Landschaft an. Das Wildnisplättchen muss seitlich anliegend platziert werden. Das Tier darf auf ein beliebiges Gebiet, wo es mit einem Symbol erwünscht ist. Im schlechtesten Fall siedelt man kein Tier an. Zu empfehlen ist das allerdings nicht, da es meist Auswirkungen auf die Wertung am Ende des Spiels hat.

Cascadia

Einige Plättchen bieten nur für ein bestimmtes Tier Platz. Kann man es dort ansiedeln, erhält man einen Zapfen, den man in den folgenden Spielzügen als Joker einsetzen kann. Gegen Abgabe eines Zapfens darf man sich seine Kombination Tier/Wildnis auch kreuz und quer aussuchen, oder man tauscht alle Tierplättchen einmal aus. Einen Tiertausch DARF man übrigens auch vornehmen, wenn drei gleiche Tiere ausliegen und man MUSS ihn vornehmen bei vier gleichen Tieren.

Am Ende verdient man sich viele Punkte: Die Wünsche der einzelnen Tierarten zählen ebenso, wie die grössten Flächen aller Gebiete. Dort holt man sich unter Umständen sogar einen Bonus im Vergleich mit den Mitspielern. Auch übriggebliebene Zapfen werden zu Punkten. Wer in allen Bereichen glänzt, gewinnt die Partie.

Cascadia

Eine grosse Stärke von Cascadia ist seine Varianz. Neben einem Solo-Modus gibt es zahlreiche Herausforderungen, auf die man spielen kann. Für Einsteiger ist eine Partie mit nur einem Ziel möglich. Und Fortgeschrittene mischen die unterschiedlichen Tierziele wild durcheinander. Damit kann man sich immer wieder mit Cascadia beschäftigen.


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Fazit

Cascadia ist ein faszinierendes Spiel, in erster Linie durch seine Varianz, die es mitbringt. Die Wertungskarten, Szenarien, Herausforderungen – da lässt sich nicht nur landschaftlich ganz viel entdecken, man passt auch die Spielausrichtung dementsprechend an. In zweiter Linie sorgt der einfache Spielablauf für einen schnellen Einstieg. Man legt sich die Gebiete und Tiere in der eigenen Landschaft zurecht, startet erst ganz gemütlich und merkt mit jedem Plättchen, dass die Ausgangslage immer verzwickter wird. Setzt man auf die Tiere oder schafft man möglichst grosse, zusammenhängende Gebiete? Der kluge Mix ist es wohl, der am Ende viele Punkte liefert. Die Partien enden meist sehr knapp und bleiben spannend bis am Schluss. Das Kombinieren der Landschaft ist und bleibt die zentrale und wichtigste Aufgabe in diesem Spiel. Die Auswahl an Plättchen ist nicht unbedingt klein, aber doch ein klein wenig glücksabhängig. Es bleibt die ständige Herausforderung, aus seinen Möglichkeiten das Beste zu machen. Das gelingt Cascadia sehr gut. Noch einmal und noch einmal und noch einmal…

Alles über Cascadia

Cascadia | Autor: Randy Flynn | Illustrationen: Beth Sobel | Verlag: Kosmos

Spielerzahl: Legespiel für 1 – 4 Personen
Spieldauer: 30 – 60 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Den Ausgleich zwischen Tier und Landschaft
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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