Caylus 1303 – Spielkritik

Nach dem Krieg ist vor dem Wiederaufbau. So auch bei Caylus 1303. Das Schloss soll modernisiert und die Mauern verstärkt werden. Das benötigt viele Bauteile, die wir mit optimalen Lieferketten natürlich anbieten.

Caylus 1303

Bei Caylus 1303 handelt es sich um eine Neuauflage des Brettspiels von 2005. Das Spiel kommt optisch ganz anders daher, ist aber auch inhaltlich schlanker geworden. Trotzdem bleibt es ein Kennerspiel, das den optimalen Einsatz der Arbeiter erfordert und bei dem man sich Schritt für Schritt weiterentwickelt. Über 9 Spielrunden sammelt man so viele Prestigepunkte wie möglich, nur so entscheidet man die Partie für sich. Das Spielbrett zeigt die Strasse vom Stadttor bis zur Burg. Der Weg führt entlang vieler Gebäude, einige Bauplätze sind noch frei. Mit einer Anzahl an Arbeitern und einem Charakter, der besondere Fähigkeiten bringt, startet man in die Partie. Der Spielaufbau gleicht sich in groben Zügen, die Reihenfolge der Gebäude ändert sich allerdings von Partie zu Partie.

Das Spiel verläuft in 4 Phasen, die sich in jeder Runde wiederholen. Zu Beginn plant man die kommende Runde uns setzt abwechselnd seine Arbeiter auf die Gebäude der Stadt. Jedes Gebäude darf nur ein Mal besetzt werden. Einen Arbeiter kann man auch auf die Baustelle der Burg schicken. Dort kommt er ein wenig später zum Einsatz. Passt ein Spieler, dürfen alle anderen Spieler weitere Arbeiter setzen, verlieren jedoch zusätzlich einen Arbeiter ans Camp, den Spielvorrat.

Caylus 1303

In der zweiten Phase aktiviert man die Arbeiter der Strasse nach, beginnend beim Stadttor. Die Arbeiter auf den Gebäuden wandern dabei immer ins Camp. In dieser Phase geht es ans Eingemachte, denn es stehen viele kleine Aktionen zur Verfügung. Man erwirbt Gebäude oder baut neue, holt sich Ressourcen oder bewegt den Vogt. Der reitet zu Beginn der Runde ganz vorne auf der Strasse, dort wo die neuen Gebäude mit den guten Möglichkeiten stehen. Bewegt man ihn hinter ein Haus mit Arbeiter, kann man den Arbeiter in der aktuellen Runde nicht nutzen. Mit dem Vogt lässt sich also der Spielraum der Mitspieler eingrenzen, ein böses Spiel.

Neu gebaute Gebäude gehören sofort dem Erbauer. Mit einem Häuschen in der eigenen Spielfarbe markiert man es. Nutzt ein fremder Spieler später ein solches Gebäude, erhält man einen Prestigepunkt als Gegenleistung. Die 8 Startgebäude, die zu Beginn ausliegen, kann man beim Notar erwerben und zu einem späteren Zeitpunkt ausbauen. Bei einem Kauf markiert man sie ebenfalls mit einem eigenen Häuschen.

In der dritten Phase stellt man Bündel für die Baustelle zusammen. Eine gute Gelegenheit, um Punkte einzufahren. Jeweils drei bestimmte Ressourcen bringen 5 Punkte. Wer die meisten Bündel in einer Runde liefert, erhält zur Belohnung eine Gunst. Man darf ein Gebäude auf der Baustelle nutzen oder holt sich eine Charakterkarte zu sich. Die kann man auch einem Mitspieler klauen.
Die Charaktere sind stark. Es sind jedoch nie alle im Spiel. Mit ihnen holt man sich zusätzliche Arbeiter, steuert den Vogt, beschafft sich zusätzliche Punkte etc. Aber es sind eben keine Vorteile für immer, da sie mit der Gunst wieder verschwinden können.

Caylus 1303

Die letzte Phase erledigt den Verwaltungskram. Erworbene Startgebäude werden zu Residenzen. Denn nur die lassen sich mit Ressourcen zu punktereichen Monumenten verwandeln. Alle Monumente benötigen beim Bau Gold, das man sich erst in neuen Gebäuden ertauschen muss. In der letzten Phase erhält man bei Caylus 1303 auch neue Arbeiter. 3 Arbeiter auf jeden Fall, für jede Residenz oder über eine Charakterkarte einen weiteren. Wer bereits Monumente besitzt, holt sich eventuell Ressourcen ab. Danach setzt man den Vogt ganz nach vorne an die Strasse und startet in die neue Runde.

Nach der 9. Runde ist Schluss mit dem Burgbau bei Caylus 1303. Jedes Gold bringt noch 2 Punkte. Wer sich über den Gebäudebau, die Burg und die Monumente am meisten Prestige erspielt hat, gewinnt das Spiel.


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Fazit

Caylus 1303 ist ein astreines Arbeiter-Einsetz-Spiel, das von der Planung und der Optimierung der unterschiedlichen Vorgaben lebt. Jede Partie spielt sich anders. Das hat mit der wechselnden Reihenfolge der Gebäude zu tun – auf der Baustelle und dem Spielplan. Die im Spiel befindlichen Charaktere lassen ebenfalls verschiedene Spielausrichtungen zu. Und am Ende haushaltet man mit den Ressourcen und vor allem den Arbeitern. Es ist entscheidend, wie viele man von ihnen einsetzt und was man gerade verbessern möchte. Holt man sich Ressourcen, baut neue Gebäude, liefert man für die Burg? Gute Pläne haben bei Caylus 1303 einen Vorlauf. Die Möglichkeiten entwickeln sich parallel zum Ausbau des Spielplans. Und die Zeit kann knapp werden. Gold muss zuerst irgendwo produziert werden, bevor man zu Monumenten kommt. Je nach Lage der Dinge verschieben sich Pläne auch gegen Ende des Spiels. Das macht eine Partie Caylus 1303 spannend. Auf die unterschiedlichen Gegebenheiten passt man seine Spielweise an und hofft, den Mitspielern eine Nasenlänge voraus zu sein. Der Vogt ist ein Ärgerfaktor im Spiel, mit den Charakteren holt man sich Vorteile, die mal hier, mal dort liegen. Caylus 1303 besitzt viele Möglichkeiten, viele kleine Entscheidungen und Aktionen, die am Ende hoffentlich zu zahlreichen Prestigepunkten führen. Die 9 Runden spielen sich schon bald ziemlich flüssig und zielgerichtet entlang der Strasse. Ein sehr schönes Optimierspiel.

Alles über Caylus 1303

Caylus 1303 | Autor: William Attia | Illustrationen: Andrew Bosley | Verlag: HUCH!

Spielerzahl: Brettspiel für 2 – 5 Personen
Spieldauer: 60-90 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Produktionsketten für die Burg
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 3 Personen
Richtet sich an: Kenner

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