Century – Die Gewürzstrasse – Spielkritik

Das Spielmaterial lässt absolut keine Wünsche übrig: Dicke Spielkarten, Schälchen, Holzwürfel, Metallmünzen. Dazu noch einfachste Spielregeln, die im Nu erklärt sind. Da müsste für Century – Die Gewürzstrasse der Weg in den Orient doch ein Klacks sein.

Die Gewürze Kurkuma, Safran, Kardamom, Zimt gelten als Währung in diesem Spiel. Sie liegen in Schälchen bereit, in der genannten Reihenfolge: Kurkuma als günstigstes Gewürz. 5 Punktekarten liegen offen in einer Reihe auf dem Tisch. Über der Karte ganz links liegen Goldmünzen, über der zweiten Karte Silbermünzen. Von den Händlerkarten liegen 6 offen aus. Und mit einer Karawanenkarte für die gehandelten Gewürze startet man ins Spiel.

Der Spielablauf ist wirklich sehr simpel, am könnte auch sagen: Aufs Wesentliche reduziert. Mit zwei Handkarten, bei allen Spielern gleich, bewegt man sich zu Beginn über die Gewürzstrasse. Die Spielmöglichkeiten sind sehr überschaubar.
Eine Handkarte spielen und den entsprechenden Effekt ausführen. Es gibt drei unterschiedliche Kartentypen. Mit den Gewürzkarten nimmt man die aufgeführten Gewürze zu sich in die Karawane. Mit einer Tauschkarte tauscht man sich seine Gewürze schön (z.B. für zwei Kurkuma ein Safran). Oder mit einer Umwandlungskarte ein Gewürz der eigenen Karawane in ein nächsthöheres tauschen.
– Selbstverständlich kann man auch eine neue Händlerkarte erwerben. Die linke Karte der Händlerreihe ist immer umsonst. Wählt man Karte 2 bis 6, muss man auf alle davor liegenden Karten ein Gewürz aus seiner Karawane legen. Das erhöht den Wert, dafür erhält man eine dringend benötigte Karte früher. Die neu erworbene Karte nimmt man auf die Hand.
– Wozu das alles? Um Punktekarten zu erwerben. Wer sämtliche Gewürze einer Punktekarte sein Eigen nennt, tauscht die Gewürze seiner Karawane gegen eine Punktekarte. Nimmt man sich die erste oder zweite Karte der Reihe, erhält man noch eine Gold- oder Silbermünze dazu – und damit Bonuspunkte ganz am Ende des Spiels.
– Wer viel arbeitet, muss auch mal rasten. „Einfach nichts tun“ bedeutet aber bei Century: Alle gespielten Handkarten wieder zu sich auf die Hand nehmen und schon in der nächsten Spielrunde aus den vollen Möglichkeiten schöpfen.

So tauscht man Gewürze, Karten, bessert seine eigene Hand aus und holt sich Punktekarten. Nach der fünften Punktekarte endet das Spiel. Die Punkte aus den Karten, sowie Gold- und Silbermünzen bestimmen den Sieger.

Fazit

Karte legen, tauschen, neue Karten holen – der Mechanismus bei Century – Die Gewürzstrasse ist sehr einfach gehalten. Der Handel spielt sich monoton, jeder optimiert seine eigene Kartenhand vor sich hin. Alles ist reduziert, funktioniert aber einwandfrei. Der Schwierigkeitsgrad bei Century ist nicht enorm hoch. Der Familienspieler ist hier angesprochen, für erfahrene Spieler ist die Wiederholungsrate doch schnell zu hoch. Wer sich seine fünfte Punktekarte sichern will, benötigt ein funktionierendes Kartendeck, das von der Beschaffung bis zur Verbesserung der eigenen Gewürze reibungslos arbeitet. Das hat auch noch mit etwas Glück zu tun, ob die dringend gesuchte Karte gerade auf dem Tisch liegt, wenn man an der Reihe ist. So könnte ich hier abschliessend sagen: Century ist solide, reduzierte Spielkost, die man einsam runterspielt, aber da war doch noch was: Es ist der erste Teil einer Trilogie. In den nächsten Jahren erscheinen Teil 2 und 3. Jeder Teil für sich zwar einzeln spielbar, doch auch in Kombination. Ich habe die grosse Hoffnung, dass da noch was kommt, was wirklich gut zusammen passt. Der Grundstein ist gelegt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Century – Die Gewürzstrasse | Autor: Emerson Matsuuchi | Verlag: Plan B Games, ABACUSSPIELE
Kartenspiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Tauschrausch im Orient | Wiederspielreiz: ok

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Pflichtfelder sind mit * markiert.