Chariot Race – Spielkritik

Ein Wagenrennen im Antiken Rom. Die Streitwagen stehen bereit, die Arena ist gut gefüllt. Das Startzeichen ertönt, ab sofort wird mit allen Mitteln gekämpft. Chariot Race ist zwar ein Familienspiel, doch in erster Linie ein knallhartes Rennspiel, bei dem man erst einmal die Ziellinie erreichen muss.

Jeder Spieler erhält eine Streitwagentafel, auf der man den Überblick über seinen Streitwagen mit Klammern festhält. Geschwindigkeit, eine Schadensanzeige und Göttin Fortuna bewegen die Klammern immer wieder hoch und runter. Die Arena besitzt drei Spuren, auf denen die Streitwagen aller Teilnehmer sich austoben können. Natürlich sollte man die Kurven ein wenig langsamer anfahren, es gab tatsächlich schon früher Geschwindigkeitsbegrenzungen. Der eigene Wagen wird es danken.
Während die Startpositionen noch ausgelost werden, bestimmt die Position auf dem Spielplan immer die Spielerreihenfolge. Wer mit seinem Wagen vorne liegt, beginnt eine neue Spielrunde. Das Schema dazu bleibt stets gleich:
– Mit Punkten von Fortuna darf man seinen Wagen um höchstens drei Punkte verbessern.
– Danach passt man allenfalls seine Startgeschwindigkeit an. Der Wagen kann bestenfalls so schnell fahren, wie es seine Schadenswerte zulassen.
– Als zentrales Element wird gewürfelt. Die Geschwindigkeit bestimmt die Anzahl der Würfel im nächsten Spielzug. Der Wurf darf ein Mal nachgebessert werden. Mit Fortunas Punkten sogar noch weitere Male.
– Nur durch die Würfel erhält man neue Fortuna-Punkte, die man sich nun gutschreiben kann.
– Endlich bewegt man den eigenen Streitwagen.
– Und damit die Mitspieler auch aus der Renn-Lethargie aufwachen, greift man sie vielleicht noch ein wenig an.

Die Klammern auf der Streitwagentafel sollte man immer aktuell halten. Schnell verändern sich die Gegebenheiten in der Wagenarena. Am meisten geschieht nach der Würfelrunde. Die Würfel erhöhen oder verringern das Tempo des Streitwagens, sie ermöglichen einen Spurwechsel, steigern Fortunas Gunst oder lassen einen Angriff auf die Mitspieler zu. Dazu benötigt es lediglich die richtigen Würfelsymbole.
Ein Wagenrennen birgt aber einige Gefahren. Man bezahlt immer sofort mit Schadenpunkten auf seiner Tafel. Ziemlich fies dabei: Erreicht man im Laufe einer Partie die Null, bricht der eigene Streitwagen auseinander und das Spiel endet für den jeweiligen Wagenführer. Gefahr lauert überall: Einen Krähenfuss überfahren – 1 Schadenpunkt. Einen anderen Wagen rammen – 2 Schadenpunkte für jeden beteiligten Wagen. Vom Speer getroffen werden – 1 Schadenpunkt. Zu schnell durch die Kurve gebrettert – einen Schadenpunkt für jeden zu schnell gefahrenen Geschwindigkeitspunkt. Chariot Race ist definitiv kein Spiel für Sonntagsfahrer.

Wer nach zwei Runden durch die Arena die Nase vorn hat und seinen Wagen noch irgendwie heil über die Ziellinie bringt, gewinnt das Rennen.

Einige Varianten sind noch im Spiel mitgeliefert: Unterschiedliche Streitwagen, schwierigere Strecke. Doch am Spiel selber ändert sich nichts, die Rahmenbedingungen wechseln und man muss sein eigenes Spiel darauf ausrichten.

Fazit

Chariot Race ist ein typisches Wettrennen. Der Rundkurs lässt keine Fragen offen, die Aufgabe ist klar. Doch bei diesem Spiel braucht man ein dickes Fell. Ärger gehört zum Spiel und er kann in unterschiedlichen Formen auftreten. Meinen es die Mitspieler schlecht, liegen Steine im Weg und Speere fliegen um die Ohren. Meinen es die Würfel schlecht, kommt man kaum voran und streicht einige Verluste am Wagen ein. So sind die Reparaturen am eigenen Wagen oft mehr im Fokus als das eigentliche Rennen. Wenn es hingegen gut läuft, rollt der Streitwagen fast von alleine durch die Arena. Chariot Race spielt mit den Gefühlen, man weiss nie so genau, was einen erwartet. Mit vielen Spielern macht das Rennen deutlich mehr Spass, doch die Würfel und Berechnungen der besten Route hemmen ein wenig den Spielfluss. Und obwohl man bei Chariot Race knallhart ausscheiden kann und mit Höhen und Tiefen kämpft, gerade bei Kindern kommt das Spiel an. Es geht zur Sache und man darf auch mal andere ärgern. Die Spieldauer liegt im Rahmen, bei grossen Verlusten lässt sich schnell eine Revanche starten. Nur die Streitwagentafeln leiden durch das viele Klammern noch mehr als die Wettkämpfer in der Arena.

Chariot Race | Autor: Matt Leacock | Verlag : Pegasus Spiele
Rennspiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 30-40 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Würfelglück, Nerven und ein gutes Reparaturset | Wiederspielreiz: ok 

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