Chiffre – Spielkritik

Der Gmeiner-Verlag setzt ja sonst auf spannungsgeladene Bücher, hat in den letzten Jahren aber immer wieder kleine Krimispiele veröffentlicht. Mit Chiffre führt er die Reihe fort. Im direkten Duell knackt man den Code des Gegenübers, am besten noch bevor die Buchstaben knapp werden.

ChiffreKommissar Wolf soll das Geheimwort aus vier Buchstaben möglichst schnell entschlüsseln. Das erinnert mich doch an das Knacken meines alten Fahrradschlosses. Während es dort lediglich um drei Zahlen ging, sind hier bereits vier Buchstaben zu einem Wort zusammengefügt. Das Geheimwort bestimmen die Spieler gleich zu Beginn, ganz geheim. Dieses Codewort aus vier Buchstaben muss sich zudem noch an einer von drei zufällig gezogenen Themenkarten orientieren. Jeder Spieler legt also sein eben erdachtes Geheimwort verdeckt vor sich aus. Nur Vokale sind auf der Rückseite der Karten gekennzeichnet, als kleine Hilfe.

Chiffre

Der Wettlauf mit der Zeit kann beginnen. Abwechselnd tüfteln die Spieler am Codewort des Gegners. Dazu stehen vier Aktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Im freien Raten legt man eine eigene Buchstabenkarte zu einer verdeckten des Codes. Der Gegenspieler ordnet den Buchstaben nun ein. Kommt er alphabetisch VOR dem Buchstaben seines Codes, legt er ihn oberhalb der verdeckten Karte hin. Kommt er DANACH, legt er die Karte unter den Buchstaben seines Codes. So erhält man langsam Hinweise und nähert sich der Lösung. Mit ein wenig Glück trifft man auch mal den richtigen Buchstaben. Dann wird er aufgedeckt.
Natürlich darf man auch direkt raten und auf einen Buchstaben zeigen. Das Risiko ist so aber gross und man verliert einen Spielzug, wenn es nicht stimmt.
Will man die Buchstaben kurz ruhen lassen, widmet man sich den Themenkarten. Man zeigt auf ein vermutetes Thema. Falsche Themen kommen so aus dem Spiel. Besser wäre es, gleich das richtige Thema zu erahnen.
Besonders trickreiche Kommissare gehen volles Risiko und wollen gleich das ganze Geheimwort erraten. Mit dieser Möglichkeit gibt es nur richtig oder falsch. Spielerisch ausgedrückt: Glück gehabt oder Spielzug verloren.

Chiffre

Die Spieler erhalten bei Chiffre Hinweise auf ganz unterschiedliche Art. Direkte Rückmeldungen auf Rateversuche sind natürlich hilfreich, die Buchstabenkarten des Mitspielers liefern zudem indirekte Hinweise. Da jede Buchstabenkarte nur ein Mal im Besitz des Spielers ist, sind offen gespielte Buchstabenkarten sicher nicht verdeckt im Geheimwort zu finden. Es darf geknobelt werden!


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Fazit

Chiffre ist ein kurzes, knackiges „Wörter raten“, bei dem man sich Buchstabe für Buchstabe der Lösung nähert. Oberstes Gebot: Bloss keinen Spielzug verschwenden. So nimmt man jeden glücklichen Zufall entgegen, wenn man einen Buchstaben irgendwie einengen kann. Neben direktem Raten muss man bei Chiffre auch um die Ecke denken. Sichtbare Buchstaben kann man für das Codewort ausschliessen, daher sollte man mit seinen Vokalen ein wenig sparsam umgehen – der Gegenspieler denkt mit. Einen gewissen Wortschatz muss man für das Spiel mitbringen. Das Bilden von Codewörtern mit nur vier Buchstaben ist dann doch irgendwann limitiert. Das bringt einen gewissen Vorteil für erfahrene Kommissare. Sonst steht einem kurzen Duell nichts im Weg. Tüftler, Knobler und Wörterfüchse sind mit diesem Spiel besonders gut bedient. Chiffre ist ziemlich auf den Punkt, äh Buchstaben gebracht.

Chiffre | Autor: Peer Sylvester | Verlag: Gmeiner
Duell für 2 Personen | Spieldauer: 10 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Direkten und indirekten Wortschatz | Wiederspielreiz: gross 

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