Chip it – Spielkritik

Es ist eine knifflige Sache. Nimmt man Punkte, passen die Karten. Doch mit Punkten gewinnt man nicht. Der Weg ist das Ziel, denn bei Chip it muss am Ende alles weg, um als Sieger aus der Partie zu gehen. Ein Kartenspiel um Zahlen und Werte, um Geben und Nehmen.

Chip it

60 Zahlenkarten in zwei Farben und jede Menge Punktechips gibt es bei Chip it. Je nach Spielerzahl startet man mit einer unterschiedlichen Anzahl an Handkarten in die Partie. Als kleines Startkapital erhält zudem noch jeder drei Punkte. Das Ziel ist simpel: Alles muss weg! Hat ein Spieler Punkte und Karten weggespielt, endet die Partie sofort. Doch bis dahin wird gezockt, oder besser gesagt: Überboten. Das funktioniert ganz einfach. In jedem Spielzug besteht die Wahl aus zwei Aktionen.

Man spielt eine Kartenkombination aus. Der Startspieler liefert mit seinem ersten Gebot die anzahlmässige Vorlage. Spielt er eine Karte, spielen die Mitspieler ebenfalls eine Karte. Spielt er drei Karten, spielen die anderen ebenfalls drei Karten. Wichtig ist: Es muss vom Wert her ständig überboten werden. Schafft man das mit den Handkarten allein nicht, kann man sie mit Punktechips aufwerten. Grüne Karten steigen um 1 pro Chip, den man auf die Karte legt. Lila Karten erhalten den eigenen Wert noch einmal für jeden Chip.

Chip it

Kommt man erneut an die Reihe, entfernt man das ausliegende Karten-Gebot. Punkte-Chips muss man leider zu sich nehmen. Sie wird man nur mit der zweiten Aktionsmöglichkeit los: Dem Passen.

Bei Chip it darf man passen und bis zu 2 Punkte abgeben. Es ist später jederzeit möglich, wieder in die Gebotsrunde einzusteigen. Das Passen ist strategisch wichtig. Nur wer zum richtigen Zeitpunkt passt, baut auch die Punkte rechtzeitig ab.

Chip it

Eine Spielrunde endet, wenn man wieder an die Reihe kommt und seine eigene Kartenkombination überbieten müsste. Dann macht man reinen Tisch und startet eine neue Runde mit einem neuen Startgebot. So bietet man sich von Runde zu Runde, bis ein Spieler sein Ziel erreicht hat.


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Fazit

Chip it besitzt zwar eine äusserst simple Spielmechanik, hat aber auch einen Hang zum Grübeln. Es ist mathematisch angehaucht, durch das Aufwerten der Karten überlegt man sich zahlreiche Varianten in den einzelnen Spielrunden. So ganz aus dem Bauch heraus spielt sich Chip it also nicht. Einseitige Spielstrategien sind nicht zu empfehlen. Das bedeutet, wer zuerst nur alle seine Karten wegspielen will, sitzt zwangsläufig am Ende auf einem Haufen Punktechips, die man nur mühsam mit Passen wieder abbaut. Die hohe Kunst von Chip it besteht also aus einem gleichmässigen Abwerfen von Karten und Punkten, um am Ende locker durchs Ziel zu laufen. Wer den elegantesten Weg aus „Karten wegspielen“ und „Punkte nehmen“ erwischt, der hat die Nase vorn. Gar nicht so einfach. Chip it ist ein ruhiges Spiel, man konzentriert sich auf sich selber und optimiert vor sich hin. Mir gefällt es, obwohl sich Krass kariert aus dem gleichen Verlag noch ein wenig fluffiger spielt – ebenfalls mit einem Überbieten-Motor.

Alles über Chip it

Chip it | Autor: Chikasuzu | Illustration: Fiore GmbH | Verlag: AMIGO

Spielerzahl: Kartenspiel für 3 – 6 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Angebot und Übergebot
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: spielbar, aber eher langweilig
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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