Council of 12 – Spielkritik

Die Aufgabe bei Council of 12 klingt ganz einfach. Gemeinsam versuchen wir in verschiedenen Aufgaben, den Würfel so zu beeinflussen, dass wir die Gunst des Volkes erhalten. Leider ist die Kommunikation ein wenig eingeschränkt, was die Sache nicht unbedingt leichter macht.

Council of 12

Ein Hauch von The Game liegt in der Luft nach dem Lesen der Spielregeln. Beim kooperativen Council of 12 ist Kommunikation erlaubt, jedoch in einem eingeschränkten Mass und ohne die Charaktere beim Namen zu nennen. Im Zentrum liegt ein Würfel, der von den Spielern Runde für Runde beeinflusst wird. Der Rundenablauf ist vorgegeben. Als Vorbereitung wählen wir 7 Hilfesuchende (offene und verdeckte) und 7 Herausforderungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Zu 5 Hilfesuchenden nehmen sich die Spieler die entsprechenden Charakterkarten in die Hand. Jeder Charakter besitzt unterschiedliche Fähigkeiten für die Partie. Da 2 Hilfesuchende verdeckt bleiben, kommen später in der Runde neue Charaktere dazu. Die Gunst des Volkes liegt zu Beginn bei 3 oder 4, je nach Spielerzahl. Sollte die Gunst einmal auf 0 fallen, ist die Partie vorzeitig beendet. Den Würfel würfelt man vor dem Spiel ein Mal für einen Startwert, danach wendet man ihn meist nur noch.

Während des Spiels dürfen sich die Spieler unterhalten. Es ist allerdings verboten, Angaben zu seinen Karten zu machen. Die Spielrunden laufen nach demselben Muster ab. Ein bestimmter Charakter kommt mit einem Problem zu euch. Das Problem ist zu lösen, indem man den Würfel in eine bestimmte Position bringt. Mal ist die Aufgabe ziemlich eng gesteckt und benötigt genau eine Zahl, mal ist sie offener mit mehreren Werten.

Council of 12

Nun diskutieren die Spieler und jeder entscheidet sich für eine Charakterkarte, die er ausspielt. Das darf nicht der Charakter sein, der gerade um Hilfe bittet und es sollte kein Charakter eines Mitspielers sein. Gleiche Karten heben sich und ihre Effekte nämlich auf bei Council of 12. Die gewählten Charaktere legt man verdeckt vor sich ab. Nun gibt es keine Reihenfolge. Die Runde bestimmt, wer seine Karte zuerst aufdeckt und den Effekt seines Charakters ausführt. Hat jemand dieselbe Karte, kommen die Karten auf den persönlichen Ablagestapel.

Nach der letzten Karte folgt die Auswertung. Ist der Zielwert erreicht, das Problem gelöst? Mit dem Wenden der Herausforderungskarte erhält man die Belohnung oder die Strafe, falls man das Ziel nicht erreicht hat. Man gewinnt oder verliert Gunstpunkte oder hebelt an der einen oder anderen Stelle die Regeln aus, um spielerische Vorteile zu erhalten.
Die letzte Handkarte darf niemals gespielt werden. Sie wird zum neuen Ablagestapel, dafür erhält man sämtliche Karten von dort wieder auf die Hand. Ein fairer Tausch.

Council of 12

Nach den Herausforderungen ist die Partie noch nicht beendet. Um den Thronfolger zu bestimmen, müssen alle am Ende dieselbe Karte ausspielen. Welche soll es sein? Dann herrscht wieder Ruhe beim Volk.
In der Chronik lassen sich die Punkte notieren, die man sich bei Council of 12 durch die Karten erspielt hat.

Council of 12 bietet noch einige Spielerweiterungen an, die den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Nach ein paar Probepartien kann man durchaus einen Schritt weiter gehen. Gegen Abgabe eines Gunstpunktes kann man eine Herausforderung an die grosse Glocke hängen. Dafür sieht man die nächste Herausforderung bereits und erhält am Ende mehr Punkte für die Chronik. Mit dem Stillen Rat bestreitet man eine Partie ohne Kommunikation, aber mit Grimassen. Oder es lassen sich bestimmte Szenarien spielen mit vorgegebenen Kartenkombinationen.


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Fazit

Die Stärke von Council of 12 ist zugleich seine Schwäche: Die Kommunikation. Das Spiel schlägt eine Art Kodex vor, den man verwenden kann, um sich Hinweise zu geben. In den Spielrunden ist das nicht immer gleich einfach. Während es bei The Game „nur“ um Zahlen geht, schweigt man hier über Charaktere und Effekte. Die Bandbreite ist ungleich grösser. Einige Spieler können sich sehr gut daran halten, andere scheitern absichtlich oder unabsichtlich und lösen dadurch die Spannung bei einzelnen Herausforderungen auf. Man muss sich so einiges merken bei Council of 12. Wer hat welche Karte schon gespielt? Wie lassen sich die Ziele erreichen? Auch das gegenseitige Auflösen eines Effekts kann ein geschickter Spielzug sein. Die Spannung ist natürlich beim Aufdecken der Karten am grössten, die Freude beim Erreichen des Ziels. Dass der Würfel für einmal als Ziel eingesetzt wird, ist ein schöner Zug. Council of 12 bietet eine Menge Variabilität, um über mehrere Partien spannend zu bleiben, obwohl der Grundmechanismus gleich bleibt. Auch Übersichts- und Tippkarten gibt es in diesem Spiel, bei dem man gemeinsam an einer gelungenen Kommunikation arbeiten kann.

Alles über Council of 12

Council of 12 | Autorin: Rita Modl | Illustrationen: Robin Lagofun | Verlag: Corax Games

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 20 -30 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Starke Charaktere
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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