Coyote – Spielkritik

Ein sehr kunstreich gestaltetes Kartenspiel liegt mit Coyote auf dem Tisch. Eigentlich könnte man stundenlang die detailreichen Werke auf den Karten betrachten. Ganz viel Symbolik befindet sich hinter dem Artwork. Und dann gibt es da den Kojoten, ein gerissener Charakter, clever und auch hinterhältig. Schon stecken wir mitten in diesem Bluffspiel.

Coyote

Jeder Spieler erhält einen Kartenständer und drei Augenkarten. Da die Augenkarten doppelseitig bedruckt sind, legt man zwei Augen offen vor sich aus. Nun zieht man sich noch eine Zahlenkarte vom verdeckten Stapel. Diese Karte steckt man in den Kartenständer. Nach dem Hanabi-Prinzip kennt man so die eigene Karte nicht, hat jedoch den Blick frei auf die Karten der Mitspieler. Um das Halbwissen noch auf die Spitze zu treiben, legt man eine verdeckte Karte in die Tischmitte. Den Wert dieser Karte kennt niemand.

Die Kartenwerte sind ein weiterer Schlüssel von Coyote. Sie variieren ziemlich stark und gehen von -10 bis 20, lassen mittendrin aber grössere Schritte aus. Gesucht wird der Gesamtwert aller Karten. Der Startspieler gibt ein Gebot ab. Das kann nahe an seiner Realität liegen, aber auch gut geblufft sein. Diese erste Einschätzung kann der nächste Spieler teilen oder daran zweifeln. Es bleiben ihm zwei Spielmöglichkeiten: Erhöhen oder anzweifeln!

Mit der Ansage einer höheren Zahl ist der nächste Spieler gefordert. So geht das reihum, bis jemand die Zahl aus seiner Sicht der Dinge anzweifelt.
Nun findet eine Kontrolle statt. Mindestens zwei Karten auf dem Tisch sind unbekannt – die eigene und die in der Tischmitte. Was steckt also dahinter? Der Verlierer beim Anzweifeln verliert eine Augenkarte. Sind sämtliche Augen weg, scheidet man aus. Der Gewinner verdient sich ein sehendes Auge und kann eine Karte wenden, sofern das noch möglich ist.

Coyote

Ein offenes Auge ermöglicht ein Spähen zu Beginn des Spielzuges. Dem Startspieler ist das allerdings im ersten Spielzug verboten. Durch das Spähen sieht man sich geheim die Karte in der Tischmitte an. Wissen ist Macht! Zwei Sonderkarten sorgen für zusätzliche Verwirrung im Bluffspiel. Die Fragezeichen-Karte wird durch die oberste Karte des Nachziehstapels ersetzt. Die Max 0 – Karte verändert den Wert der höchsten Karte im Spiel auf 0.

Coyote

Nach einigen Partien kann man sich an die Trickster-Variante wagen. Dadurch erhält Coyote noch mehr Pep, mit nur wenigen Veränderungen. Zu Beginn erhält man nur eine offene Augenkarte. Beim Anzweifeln raten alle Spieler mit, wer die Herausforderung gewinnt. Wer richtig tippt, erhält ein offenes Auge zur Belohnung. Der Verlierer einer Runde erhält die Coyotekarte. Damit erhält der Spieler in der nächsten Runde einen Bonus und kann eine zweite Karte in die Mitte legen, deren Wert nur er kennt. Diese Karte darf nicht ausgespäht werden. Die zusätzliche Karte addiert man zum Gesamtwert. Das Bluff-Spektrum verändert sich dadurch.

In beiden Spielvarianten gewinnt der letzte Spieler mit Augenkarten.


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Fazit

Coyote ist ein kleines Bluffspiel ohne grosse Kanten. Das eigene Halbwissen prägt die Spielweise. Die kann jedoch ganz stark beeinflusst werden durch die grosse Bandbreite der Kartenwerte. Die unbekannten Karten erhalten so viel Macht. Die beiden Sonderkarten sorgen für Spannung, insbesondere wenn man sie nicht sieht. Mit der Trickster-Variante sind die Spieler noch mehr eingebunden und raten bei jedem Anzweifeln ebenfalls mit. Es lohnt sich, bald darauf zu wechseln, denn die zusätzliche Karte in der Mitte erweitert das Bluff-Spektrum zusätzlich. Das astreine Bluffen macht Coyote zu einem schnellen, kurzweiligen Zockerspiel für zwischendurch. Besonders auffällig ist das Artwork, in diesem Fall tatsächlich eine Mischung aus Illustration und ganz viel Kunst. Schon allein deswegen gehört das auffällige Spiel in die eigene Sammlung.

Alles über Coyote

Coyote | Autor: Spartaco Albertarelli | Illustrationen: Zona Evon Shroyer | Verlag: Heidelbär Games

Spielerzahl: Bluff-Spiel für 3 – 6 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Coole, regungslose Ansagen
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: kein 2er-Spiel
Beste Spielerzahl: 3-6 Personen
Richtet sich an: Familie

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