Crazy Pilot – Spielkritik

Es gibt Tage, an denen einfach alles schief läuft. Wir haben verschlafen, die Strassen der Stadt sind verstopft und nun gab es auch noch einen Vorfall mit Zombies. Wenn man denkt, es kommt nicht mehr schlimmer, steigen wir bei Crazy Pilot ins Auto und düsen durch die Stadt.

Crazy Pilot

Crazy Pilot ist ein Reaktionsspiel. Man handelt auf der verrückten Autofahrt Karte für Karte im Strassenverkehr ab, um noch irgendwie rechtzeitig ans Ziel zu kommen. Geschwindigkeit ist also ebenso gefragt, wie eine korrekte Rechts-Links-Koordination. Da haben wir doch schon einmal Tränen gelacht bei Crash Test Bunnies. Und so steigen wir mutig ins Auto und stellen uns den Gefahren. Insgesamt 94 Situationskarten gibt es im Spiel, die man gleichmässig verteilt. Alle erhalten einen offenen Kartenstapel mit einer neutralen Startkarte oben drauf. Je eine Autokarte liegt zentral vor allen Spielenden aus. Und ein Strafkartenstapel muss auch noch in der Tischmitte, gut erreichbar für alle, bereitliegen. Damit kann die etwas hektische Autofahrt beginnen.

Gefahren wird gleichzeitig. Mit dem Startsignal legen alle ihre Startkarte unter ihren Stapel. Es liegt die erste Karte offen, die möglichst schnell abgehandelt werden muss. Nach und nach erscheinen so neue Karten, bis der Stapel weg ist. Nun kommt es auf die passenden Reaktionen aller Autofahrenden an.

Die Situationen auf den Karten können ganz unterschiedlich sein. Da gibt es Fussgänger, Strassensperren, Ampeln oder eben Zombies. Ein erster, schneller Blick ist also nötig, um eine Einschätzung zu treffen.
Am einfachsten löst man die Probleme mit einem Ausweichmanöver. Schuldet es die Situation, dass man links abbiegt, so legt man die Karte auf die linke Seite seiner Autokarte. Kann man geradeaus fahren, so legt man die Karte über die Autokarte. Nach rechts ausweichen? Rechts an die Autokarte auslegen. Ist die Strasse ganz gesperrt? Mit einer Kehrtwende legt man die Karte unterhalb der Autokarte ab. Oder muss man gar anhalten, weil eine Ampel rot ist, legt man die Karte unter den Nachziehstapel.
Die blitzschnellen Reaktionen ziehen Fehler natürlich förmlich an, doch man gibt sein Bestes.

Crazy Pilot

Schon verwirrt genug? Na wartet, noch sind wir nicht bei den Zombies angelangt. Entdeckt jemand einen Zombie auf seiner Karte, ruft man laut „Zombiiies!“ und schlägt mit seiner Hand auf den Strafkartenstapel. Damit erhält Crazy Pilot eine kurze Ruhephase, wenn die Richtigkeit der Ansage überprüft wird. Gibt es tatsächlich einen Zombie auf der Karte, erhält man die Karte als Pluspunkt unter seine Autokarte. Die Person, die als Letzte reagiert hat, bekommt mit der Strafkarte einen Minuspunkt. Bei einer falschen Ansage, muss man sich den Minuspunkt selber nehmen. Auf ein neues Kommando geht die Fahrt bei allen weiter.

So rasen wir also durch die Stadt, unterbrochen von Zombie-Pausen, bis jemand seinen Kartenstapel weggespielt hat. Mit einem letzten Griff zur Zielkarte beendet man die verrückte Fahrt.

Crazy Pilot

Damit geht es zur Kontrolle. Das macht Crazy Pilot ganz geschickt. Nun muss man nicht jede Situation einzeln überprüfen. Man wendet ganz einfach einen der eben sortierten Kartenstapel. Auf der Rückseite zeigt ein Symbol an, ob die Karte richtig liegt oder nicht. Richtige Karten bringen einen Punkt, falsche einen Minuspunkt. Strafkarten und falsche Zombiekarten bedeuten ebenfalls einen Punktverlust. Wer die Zielkarte besitzt, erhält 2 Punkte gutgeschrieben.

Im Spiel zu zweit gibt man die Zombiekarten mit einem lauten Ruf seinem Gegenüber. Nun muss man diese Zombiekarten während der Partie auf ihre Richtigkeit überprüfen und entsprechend reagieren. Eine zusätzliche Aufgabe also. Durch diese Reaktionen gibt es am Ende Plus- oder Minuspunkte zu gewinnen. Eine besonders fiese Masche: Mit einem gewissen Risiko wirft man eine falsche Zombiekarte zu und hofft auf eine falsche Abhandlung seines Gegenübers.


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Fazit zu Crazy Pilot

Unter einer ruhigen Autofahrt stelle ich mir definitiv etwas anderes vor. Crazy Pilot arbeitet mit dem Temporausch der Mitspielenden, der eine eklatante Rechts-Links-Schwäche an den Tag befördert. Zudem wird das schnelle Erfassen einer Situation mit ständigen Zombie-Rufen unterbrochen, die wiederum eine Reaktion erfordern. Diese Art von Spielen bringen entweder eine totale Überforderung oder… sie machen ganz einfach eine Menge Spass. Während man beim Studieren der Situationen schon leicht stöhnt, herrscht spätestens beim Überprüfen der Karten ein lautes Durcheinander. Entweder man freut sich über eine fehlerfreie Fahrt oder man ärgert sich über seine eigene Fehlerquote als Crazy Pilot. Es ist wieder eines dieser Hirnverzwirbler-Spiele, das man in den ersten Partien ganz vorsichtig angeht. Danach erkennt man, dass man für Pluspunkte eben möglichst viele Karten richtig legen sollte und steigert das Tempo. Das Spielmaterial aus der mittleren Helvetiq-Schachtel ist toll. Besonders gut gefällt mir das geschickte Auflösungsverfahren mit den Kartenrückseiten. Wie so oft bei solchen Spielen spielt man auch gegen sich selbst und freut sich an persönlichen Fortschritten. Die gibt es alleine schon deshalb, weil man mit der Zeit die Karten ein wenig kennt und weiss, was einen als Crazy Pilot auf der Strasse erwartet. Ein schönes, unterhaltsames Reaktionsspiel.

Fakten zu Crazy Pilot

Autor: Matteo Cimenti, Carlo Rigon, Chiara Zanchetta | Illustrationen: Julien Bigot | Verlag: Helvetiq

Spielerzahl: 2 – 6 Personen
Spieldauer:  10 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Reaktion im monströsen Strassenverkehr
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 6 Personen
Richtet sich an: Familie

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