Crime Story – Munich – Spielkritik

Eintracht München steht kurz vor dem entscheidenden Relegationsspiel und damit kurz vor dem Aufstieg in die 1. Bundesliga. Doch vor dem Rückspiel melden sich die Spieler gleich reihenweise ab. Unfall oder Verbrechen? Bei Crime Story – Munich ist gute und schnelle Ermittlungsarbeit gefragt. Die Zeit läuft.

Crime Story - Munich

Crime Story – Munich ist ein kartenbasiertes Detektivspiel. Man zerstört während des Spiels nichts, weil man den Fall aber danach kennt, macht es wenig Sinn, das Spiel noch einmal zu spielen. Ein Kartenstapel führt die Ermittler durch das Spiel. Im Zentrum steht eine Story, der man Karte für Karte auf den Zahn fühlt. Dazu gibt es auf jeder Karte ein wenig zu lesen und Entscheidungen zu treffen. Bei der Recherche stösst man auf unterschiedliche Informationen. Wichtig oder unwichtig?

Besonders geschickt gelöst ist das Zeitmanagement. Jede Art von Ermittlung (Befragung, Untersuchung, Verfolgung) benötigt Zeit. Mit einer Spielfigur rückt man auf der Zeitleiste entsprechend vorwärts. So drängt die Zeit nicht in echten Minuten, dafür in der Begrenzung der zur Verfügung stehenden Schritte. Oder ganz einfach ausgedrückt: Zwischen 15.00 Uhr und 23.00 Uhr agieren die Ermittler frei in 15 Minuten-Schritten auf dem Spielplan. Am Ende zählt das Resultat, der Fall will gelöst sein. Zur Überprüfung gibt es Hauptfragen und einige Nebenfragen. Wer die passenden Schlüsse zieht, kann sie beantworten.

Crime Story - Munich
Spielkarten und der Zeitplan von Crime Story – Munich

Ohne inhaltlich etwas Relevantes über die Geschichte zu verraten, kommen wir nun zur eigentlichen Story. Die Hauptpersonen werden auf dem Beiblatt kurz vorgestellt, ihre Funktionen erklärt. Da gibt es einzelne Fussballspieler der Eintracht München, die Pressesprecherin, den Trainer, aber auch die Präsidenten der beiden Vereine, die sich in der Relegation gegenüberstehen. Sämtliche Protagonisten erscheinen regelmässig in der Crime Story – Munich. Alles beginnt, als gleich einige Spieler der Eintracht München in der Nacht vor dem entscheidenden Relegationsspiel mit Verdacht auf Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Es starten die Untersuchungen in einem Umfeld, das mehr Baustellen offen hat, als erst vermutet.

Crime Story - Munich
Was darf es sein? Welche Ermittlungen sind wichtig?

So erlebt man eine Geschichte mit wichtigen und weniger wichtigen Begebenheiten, man trifft Trittbrettfahrer und Profiteure in einem äusserst kommerziellen Business, aber auch eher private Geschichten und äusserst menschliche Fälle. Gemeinsam entwickelt man ein Storyboard mit den Informationen, deutet sie und setzt Schwerpunkte.

Am Ende stellt man sich den entscheidenden Fragen des Spiels. Hat man die Ermittlungen zielstrebig vorangetrieben? Kann man die Vorkommnisse vor dem Spiel erklären? Gibt es Verantwortliche für die Ereignisse?


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Fazit

Gleich vorweg: Die Geschichte bei Crime Story – Munich ist richtig gut gestrickt. Neben dem Hauptstrang gibt es einzelne Nebenstränge, die mehr oder weniger wichtig sind zur Lösung des Falls. Richtig gut gefällt mir die Zeitleiste und das Eintauschen neuer Informationen gegen 15-Minuten-Schritte auf dieser Leiste. So wägt man ständig ab, ob dies oder jenes nun wirklich wichtig ist oder ob man sich die Zeit nicht für spätere Ermittlungen sparen will. Ein wenig Planung gehört dazu. Nicht jeder der Protagonisten hat unbegrenzt Zeit und kann jederzeit befragt werden. Das viele Lesen stört im Spiel überhaupt nicht. Mit dem Verwalten aller Karten, dem Zeitmanagement und dem Deuten der Aussagen gibt es am Spieltisch genug zu tun. Es herrscht Betrieb bei den Ermittlungen. Gegen Ende steigt die Spannung. Ist man den richtigen Spuren gefolgt? Weiss man alles über den Vorfall? In unserem Fall hat das bestens funktioniert. Nur in einer Nebenfrage konnten wir keine Antwort geben, das ist an uns vorbei gerauscht. Die Crime Story – Munich ist zwar knifflig, aber lösbar. Neben guter Ermittlungstechnik braucht man ein wenig Phantasie. Man sollte in unterschiedliche Richtungen denken, um später gewisse Dinge auszuklammern. In den 90 Spielminuten wurden wir damit bestens unterhalten.

Alles über Crime Story – Munich

Crime Story – Munich | Autor: Peter Prinz | Illustration: Andrea Hofbeck | Verlag: noris

Spielerzahl: Detektivspiel für 1 – 6 Personen
Spieldauer: 90 – 120 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Scharfsinn, Spürsinn, Geschichten im Sinn
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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