Crime Zoom – Sein letztes Blatt – Spielkritik

Das Cover des kleinen Kartenspiels ist düster. In einem kleinen Appartement finden wir einen Toten auf dem Sofa. Bei Crime Zoom – Sein letztes Blatt sind die Ermittler gefragt, um Beweise zu sichern und den Fall aufzuklären.

Crime Zoom - Sein letztes Blatt

Nur mit Karten erhalten die Spieler bei Crime Zoom – Sein letztes Blatt ihre Hinweise. Gestartet wird mit einem grossen Bild des Tatorts. Gleich 15 Karten bilden das grosse Start-Szenario, auf dem es bereits einiges zu entdecken gibt. Wir wurden in ein ärmliches Viertel von New York gerufen. Frank Bucco liegt tot auf dem Sofa in seiner Wohnung. Damit können die Ermittlungen beginnen. Der Kriminalfall benötigt keine lange Einführung. Die Ermittlungszeit bestimmen die Spieler selber. Haben sie genug Informationen gesammelt, können sie sich den Fragen für den Ermittlungsbericht stellen. Doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun.

In dieser Rezension wird natürlich nichts verraten, was für die Ermittlungen wichtig wäre. Der Fall muss selber gelöst werden.

Mit dem Blick in die Wohnung startet der Krimi wie im richtigen Leben. Was fällt auf? Wo untersucht man genauer? Crime Zoom – Sein letztes Blatt versucht das ganz einfach und nach bekannten Mustern (Crime Story – Munich): Was die Spieler interessiert, schaut man sich genauer an, man deckt die entsprechende Karte auf und erhält Hinweise. Das können weitere Gespräche mit bestimmten Personen sein, Fallakten, Untersuchungsberichte, Zeugenaussagen oder auch neue Räume, in denen man weitere Ermittlungen vornimmt. Oft lassen die einzelnen Karten ganz verschiedene Optionen offen. Dann entscheidet man sich, in welche Richtung man geht. Was offen ausliegt, kann auch zu einem späteren Zeitpunkt noch begutachtet werden. Mit dem Startbild besitzen die Ermittler also 15 Möglichkeiten zur ersten Spurensicherung.

Crime Zoom - Sein letztes Blatt
Die Ausgangslage des Falles: Ein Toter

Eines sollte man sich bewusst sein: Am Ende zählt jede Karte, die nicht betrachtet wurde. Das bedeutet, es gibt Hinweise, die keine sind oder auf eine falsche Fährte führen. Das Motto bei Crime Zoom – Sein letztes Blatt lautet als: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig! Das funktioniert ganz gut. Löst man den Krimi nicht alleine, spekuliert man schon bald wild in der Gegend herum. Um gewisse Dinge abzusichern, benötigt man zwingend ganz bestimmte Karten. Ohne Patrone lässt sich beispielsweise nicht feststellen, aus welche Waffe geschossen wurde. So sammelt man Beweise und Indizien, bis man sich seiner Theorie ganz sicher ist.

Crime Zoom - Sein letztes Blatt
Die Informationskarten

Nach dem Abschluss der Ermittlungen geht es an den Ermittlungsbericht. Dort gibt es eine ganze Reihe von Dingen zu beantworten. Direkte Fragen, aber auch Multiple Choice – Fragen. Sogar Nebenstränge der Story arbeitet man hier ab, denn: Es geht um Beweise, nicht um Vermutungen in diesem Krimi. Zu diesem Zeitpunkt gäbe es die Möglichkeit, die Notbremse zu ziehen und noch einmal in die Geschichte einzutauchen und zusätzliche Infos zu holen. Nur für den Fall, dass man noch zu wenig weiss…

Am Ende sieht man sich die Lösungen an und erhält Punkte für korrekte Antworten oder Karten im eigenen Besitz. Im Epilog erfährt man, wie sich der Fall tatsächlich zugetragen hat.


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Fazit

Crime Zoom – Sein letztes Blatt erfindet das Genre des Rätselkrimis in Kartenform nicht neu. Es ist eine Adaption bekannter Formen, die es bereits auf dem Markt gibt. Man wählt den Ort seiner Ermittlungen aus, folgt einer Spur oder wendet sich ab. Nach und nach ergibt sich ein klareres Bild der Handlung. In diesem Fall wühlt man im Leben von Frank Bucco, der scheinbar ganz oft in seinem Leben die falsche Abzweigung erwischt hat. Der Ablauf lässt keine Fragen offen, es gibt keine Sackgasse im Spiel, alles funktioniert reibungslos. Entscheidend ist die Frage, wann man der richtigen Spur folgt. Und selbst dann muss man einige Dinge erst absichern und die eigenen Vermutungen bestätigen. Das löst die Story aber sehr gut. Oft führen mehrere Wege zum Ermittlungsbericht, so dass man nie ein hoffnungsloses Gefühl hat. Crime Zoom – Sein letztes Blatt ist sehr solide Krimikunst für Rätselfreunde, die gerne über den Tathergang diskutieren und sich langsam der Lösung nähern.

Alles über Crime Zoom – Sein letztes Blatt

Crime Zoom – Sein letztes Blatt | Autor: Stéphane Anquetil | Illustrationen: Julien Long, Cecilart | Verlag: Asmodee, Aurora

Spielerzahl: Rätselkrimi für 1 – 6 Personen
Spieldauer: 60 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Den Riecher für die korrekte Story
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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