Crime Zoom – Vögel des Unheils – Spielkritik

Die Ermittler sind wieder gefragt. Nach Sein letztes Blatt und Ein tödlicher Autor ist Crime Zoom – Vögel des Unheils der dritte Fall der Reihe. Wir ermitteln in Paris in einem neuzeitlichen Fall. In einer Wohnung wird eine tote Frau entdeckt.

Crime Zoom - Vögel des Unheils

Der Krimi im Taschenformat läuft im selben Stil ab wie seine Vorgänger. Mit Karten baut man entweder mit Bildausschnitten ganze Orte oder Szenarien auf, oder man erhält Aktennotizen, Auswertungen und Protokollausschnitte. Das funktioniert auf eine ganz einfache Art und Weise. Durch das Umdrehen einer ausliegenden Bildkarte erhält man über einen kleinen Text neue Informationen. Oft gibt es durch kleine Zahlenfelder die Möglichkeit zum Einbezug neuer Karten für die Ermittler. In welche Richtung man die Ermittlungsarbeit steuert und ob man überhaupt irgendwelche Karten nutzen will, das steht den Ermittlern frei. Ziel ist es, so viel zu wissen, um beim Ermittlungsbericht am Ende des Spiels sämtliche relevante Fragen beantworten zu können. Leider kennt man die Fragen nicht vorgängig, da man nie weiss, in welche Richtung sich die Story entwickelt. Das ist die spielerische Arbeit der Ermittler.

Zu Beginn werden wir an den Tatort gerufen. Eine Wohnung mitten in Paris, eigentlich ein Büro. Dort liegt eine tote Frau, die allein ihrer Arbeit nachgeht, irgendwas mit Internet. Wir untersuchen die Wohnung. Mit dem Umdrehen der ersten Karten erhalten wir zusätzliche Hinweise. Was ist auffällig? Wo lohnt sich ein genauerer Blick? Es erscheinen laufend neue Karten, wir besuchen fremde Wohnungen, Büros und lernen neue Menschen kennen. Haben sie etwas mit der Tat zu tun? Gibt es einen Zusammenhang zum Opfer?

Die Ermittler sind gefordert, denn es gibt nicht nur einen Geschichtsstrang, den man verfolgen kann. Es ist eine sehr neuzeitliche Story bei Crime Zoom – Vögel des Unheils. Man bewegt sich im Firmenmilieu, zwischen Medien und wirtschaftlichen Erfolgen, aber auch im sozialen Bereich des Zusammenlebens. Verschiedene Themen werden angeschnitten. Nur auf das Bauchgefühl sollte man sich bei der Geschichte nicht verlassen, Beweise sind gefragt. Manchmal trügt der Schein.

Crime Zoom - Vögel des Unheils

Diskussionen gehören ebenfalls zu Crime Zoom – Vögel des Unheils. Mit mehr als einem Ermittler sucht man eine passende Story, einen Tathergang, kreist die Tatverdächtigen ein und findet hoffentlich einen roten Faden in den Nachforschungen.
Hat man genug Hinweise gesammelt, stellt man sich dem Ermittlungsbericht. Das sind Fragen zum Mord und Fragen zu den Nebengeschichten, mit denen man Verdächtige ausschliessen konnte. Für richtige Antworten erhält man Punkte, für je 5 übriggebliebene Karten ebenfalls. Die Punktesammlerei ist allerdings nebensächlich. Vielmehr geht es darum, den Fall zu lösen und das Motiv zu erkennen. Mit einem Epilog erhält man am Ende noch einen geschichtlichen Abschluss der Geschichte in Paris.


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Fazit

Es ist eine moderne Geschichte in diesem Fall von Crime Zoom – Vögel des Unheils thematisch bewegen wir uns im Hier und Jetzt. Die Ermittlungen schreiten stetig voran. Das System mit den Karten, den Bildern, den vielen kleinen Hinweisen hat sich bewährt und funktioniert auch in diesem Fall wieder bestens. Die Ermittler müssen zuerst einen roten Faden finden, Hinweise verfolgen oder gewisse Themen ausschliessen. Die Erfahrungen der letzte Fälle haben gezeigt: Es lohnt sich nicht, Karten zu sparen. Wo man ermitteln will, soll man das auch machen. Lieber eine Situation doppelt absichern, als eine wichtige Info zu verpassen. Am Ende muss man Täter und Motiv kennen, den Hergang beschreiben können und Gründe für Ausschlüsse nennen. Das geht bei Crime Zoom – Vögel des Unheils ganz gut. Es ist nicht so, dass man nach wenigen Minuten schon Bescheid wüsste. Man muss die wichtigen Hinweise an den unterschiedlichen Orten erst einmal sammeln und zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Crime Zoom, das ist ein Krimi im Taschenformat. Das beschreibt die Reihe sehr gut. Sie ist unterhaltsam und fordernd, aber nicht überfordernd. Die Suche nach der Story steht eindeutig im Zentrum des Spiels.

Alles über Crime Zoom – Vögel des Unheils

Crime Zoom – Vögel des Unheils | Autor: Stéphane Anquetil | Illustrationen: Goliat Gashi | Verlag: Aurora / Asmodee

Spielerzahl: Rätselkrimi für 1 – 6 Personen
Spieldauer: 60 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Den Riecher für die korrekte Story
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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