Dark Cases – Tiefer Fall – Spielkritik

Ein Unfall auf einer Klettertour, oder etwa doch nicht? Die Anzeichen verdichten sich, dass nicht alles so war, wie es scheint. Als Ermittler tauchen wir gemeinsam in die Akten und Dokumente ein. Dark Cases – Tiefer Fall ist ein Krimispiel für erfahrene Ermittler – erschienen beim krimierprobten Gmeiner-Verlag.

Dark Cases - Tiefer Fall

Der Fall liegt auf dem Tisch: Seit einem tragischen Unfall auf einer Klettertour liegt Thomas Borgmann, der örtliche Suppenfabrikant, lebensbedrohlich verletzt im Krankenhaus. Eine Angestellte wendet sich in einem Brief an uns. Wir sollen die Ermittlungen sofort aufnehmen und erhalten Unterstützung von der örtlichen Polizei und damit auch alle relevanten Dokumente. Thomas Borgmann kannte seinen Kletterfels in- und auswendig. War es kein Unfall, wie es die Firmenangestellte vermutet?

Damit ist der Startschuss zu den Ermittlungen gegeben. Schon nach wenigen Minuten liegen die Dokumente kreuz und quer auf dem Tisch verstreut. Erst einmal muss alles gesichtet und wichtige von unwichtigen Inhalten getrennt werden. Das ist nicht so einfach, wenn man ganz plötzlich mit einem Fall konfrontiert wird. Notizzettel, Zeugenaussagen, Karten, Werbeplakate, Fotos oder Zeitungsausschnitte – wo verbergen sich wichtige Informationen.

Dark Cases – Tiefer Fall ist ein richtiges Ermittlungsspiel. Man folgt keinem direkten roten Faden. Der Fall liegt im Zentrum, den Weg zum Ziel muss man, wie echte Ermittler, selber finden.
Das Aufteilen der Ermittlungsarbeit ist ein wichtiger Schritt, um den Fall nicht zu lange zu verschleppen. Diskussionen zu möglichen, relevanten Punkten sind Pflicht. Unbedingt notwendig ist ein Zugang zum Internet. Es gibt wichtige Informationen, die man nur dort erhält. Auf einer Webseite lassen sich zudem für den Notfall Tipps zu einigen wichtigen Punkten im Fall abrufen, Schritt für Schritt, so wie man das von anderen Ermittlungsfällen kennt.
Möchte man den Fall lösen, folgt man dem Lösungsbutton auf der Webseite, wo man einige Fragen zu den Ermittlungen beantworten muss.

Dark Cases - Tiefer Fall

Die Richtigkeit der Angaben, die Ermittlungszeit und die Anzahl der Tipps sind entscheidend für das spielerische Resultat der Ermittlungen.


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Fazit

Dark Cases – Tiefer Fall ist ein klassisches Ermittlungsspiel. Aus ganz vielen Informationen filtert man die wichtigen heraus und kombiniert sie zu einer Lösung. Es gibt zahlreiche Informationen auf Papier in der Spielschachtel, beinahe noch einmal so viele Infos findet man online an unterschiedlichen Stellen. Man muss sich also die genannten Webadressen abklappern und Accounts zu überprüfen. Es gibt nichts zu verlieren, aber wertvolle Informationen zu gewinnen. Dark Cases – Tiefer Fall ist als Spiel für Profi-Ermittler ausgeschrieben. Wie immer bei solchen Spielen ist der persönliche Hintergrund der Ermittler entscheidend. Wer schon Rätsel- oder Knobelspiele gelöst hat, besitzt sicher leichte Vorteile, ahnt oder erkennt einige Dinge besser im Spiel. Am entscheidendsten für mich ist es, die vielen Infos einzuordnen. Bei Dark Cases – Tiefer Fall muss man sich tief einlesen, an unterschiedlichen Stellen. Wer dann auf die ermittlerisch entscheidenden Kniffe aufmerksam wird, kommt bestimmt in die Nähe der richtigen Lösung des Falls. Ungefähr zwei bis drei Stunden muss man rechnen bei den Ermittlungen. Der fiktive Fall ist sehr gut aufbereitet. Wer sich nicht vor akribischen Ermittlungen mit Rätselfaktor scheut, kann sich hier gerne einlesen und wird gut unterhalten.

Alles über Dark Cases – Tiefer Fall

Dark Cases – Tiefer Fall | Autoren: Tobias Kühnlein, Mona Dengler | Illustration: Lutz Eberle | Verlag: Gmeiner-Verlag

Spielerzahl: Ermittlungspiel für 1 bis 6 Personen
Spieldauer: 90 – 180 Minuten
Altersangabe: ab 14 Jahren
Benötigt: Kluge Akteneinsicht
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 bis 3 Spieler
Richtet sich an: Familien

2 Kommentare

  1. „Wiederspielreiz: gross“ – bedeutet das, dass es mehrere Lösungen gibt?
    Anders könnte ich es mir eigentlich nicht erklären.

    1. Nein, der Fall lässt sich nur einmal durchspielen, danach weiss man Bescheid. Der Wiederspielreiz lässt sich bei einem Escape- oder Krimispiel natürlich nicht gleich anwenden, wie bei anderen Spielen. Ich würde aber in diesem Fall sofort wieder mit dem Ermitteln starten. Der Fall war abwechslungsreich, hatte ganz unterschiedliche Ansatzpunkte und braucht ein wenig kriminalistische Intelligenz, um voranzukommen. Daher: Grosser Wiederspielreiz, auch wenn’s nicht möglich ist. Aber vielleicht folgt ja irgendwann ein weiterer Dark Case.

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