Death Valley – Spielkritik

Auf der Reise durchs Death Valley sammelt man Eindrücke und dokumentiert sie fürs Fotoalbum. Doch welche Bilder sollen erhalten bleiben? Das minimalistische Kartenspiel funktioniert nur zu zweit oder solo.

Death Valley

Kleine Schachtel, nur 18 Karten, zusätzlich noch 6 Karten für eine Erweiterung – Death Valley bringt es ziemlich auf den Punkt. Simuliert wird eine Reise durch die Wüstenregion, auf der man das Risiko selber bestimmt. Zudem legt man fest, welche Eindrücke man permanent festhalten möchte. Findet man einen guten Mix mit den eigenen Karten, sammelt man am Ende viele Punkte ein.
Während der Partie arbeitet man mit zwei Kartenreihen vor sich. Während sich in der oberen Reihe die Reise ständig verändert, legt man in der unteren Reihe im Album seine Erinnerungen ab.
Ein Nachziehstapel mit einer offen ausliegenden Karte liegt gut erreichbar bereit – die Wüste. Damit startet die Reise durchs Death Valley.

Gespielt wird abwechselnd, der Aktionsradius beschränkt sich auf zwei Möglichkeiten, von denen man eine nutzt. Entweder man setzt seine Reise fort und legt eine Karte an seine Reise-Reihe an. Zur Wahl stehen die offen ausliegende Karte in der Auslage oder die oberste, verdeckte Karte des Nachziehstapels.
Oder man entscheidet sich fürs Ausruhen. Dann verschiebt man eine Karte der Reise ins Album und sichert sie ab. In diesem Moment kann man weitere Reise-Karten unter die Karte legen, die man gerade verschiebt. So ist die Karte verborgen und hat keinen Effekt mehr. Möchte man andere Reisekarten entfernen, erledigt man auch das in diesem Schritt. Man mischt die entfernten Karten wieder in den Nachziehstapel.

Death Valley

Wenden wir uns kurz den Karten zu. Jede gehört einem Gefahrentyp an (Tier, Flut, Hitze, Gelände), den man an einem Symbol in der linken, oberen Ecke erkennt. Zudem können Karten einen permanenten Effekt besitzen, der mehrfach genutzt werden kann, oder sie besitzen einen Punktewert für das Spielende.
Ausliegende Karten, ob auf der Reise oder im Album, können eine Aktion ersetzen oder ergänzen. Die Kartentexte erklären das jeweils kurz und knapp. Als Beispiel: Punktekarten generieren Punkte, wenn am Ende gewisse Gefahrenkarten benachbart liegen. Oder mit einer Effektkarte darf man sich die oberste Karte des Nachziehstapels ansehen und entweder selber einordnen oder sie seinem Gegenüber in die Reise legen.

Was ganz unscheinbar beginnt, nimmt mit jeder zusätzlichen Karte Fahrt auf. Hat man seinen Spielzug beendet, überprüft man, ob die Reise abgebrochen werden muss. Liegen 3 gleiche Gefahrensymbole in der eigenen Auslage (Reise und Album) folgt sofort ein Reiseabbruch. Die ganz rechts ausliegende Reisekarte mit dem entsprechenden Symbol kommt ganz aus dem Spiel. Sämtliche Reisekarten mischt man zurück in den Nachziehstapel. Nun macht auch das Verbergen oder Entfernen von Karten plötzlich Sinn. Alles ist bei Death Valley besser als ein Reiseabbruch.

Death Valley

Liegt nur noch eine Karte in der Wüste, egal ob verdeckt oder offen, endet die Partie. Bei Death Valley zählen die Punktewerte auf den Reisekarten und die Punkte aus den Effekten der Karten. Wer die meisten Punkte besitzt, gewinnt das Reisepiel.

Death Valley liefert gleich 6 zusätzliche Karten mit, die man ins Spiel mischen kann. Sie bringen neue Aufgaben und neue Punkte.
Beim Solospiel ersetzt ein fiktiver Entdecker den Gegenspieler. Er besitzt nur eine Reise-Ablage. Ist der Entdecker am Zug, legt er seine Karte je nach Gefahrentyp bei sich selber oder beim Solospieler in die Reise-Reihe – möglicher Reise-Abbruch inklusive.


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Fazit

So wenig Karten, so wenige Aktionsmöglichkeiten – und mit jeder Karte regt man die Gehirnzellen mehr an. Man sucht die besten Kombinationen auf der Reise durchs Death Valley, man geht Kompromisse ein, versteckt Karten, mischt andere zurück in den Stapel. Alles, um einen möglichen Reiseabbruch zu verhindern. Das eigentliche Ziel aber bleibt: Sind die Karten aus der Wüste weggespielt, muss man eine möglichst perfekte Auslage besitzen. Die Mischung aus Reise und Album muss bis zu diesem Zeitpunkt auf den Punkt gebracht werden, um noch mehr Punkte zu erringen. Die Gefahrentypen sind nicht alle gleich oft vertreten. Hitzesymbole gibt es bedeutend mehr als Tiersymbole. Also versucht man, das Risiko abzuwägen, fixiert einige Karten frühzeitig und lässt andere wieder verschwinden. Punkte erhält man für unterschiedlichste Zielerfüllungen: Nachbarkarten, verborgene Karten, gesammelte Symbole. Die eigene Spielausrichtung kann mit jeder Karte ändern – am Ende sollte sie top ausgerichtet sein. Ganz einfach! Das Solospiel besitzt deutlich mehr Glücksmomente, da die zufällig gezogene Karte entscheidet, wohin sie gelegt werden soll. Das funktioniert, aber diese künstliche Intelligenz ist doch sehr einfach gestrickt. Zu zweit ist Death Valley ein schlankes und knackiges Kartenspiel und zaubert mit ganz wenigen Karten Spieltiefe auf den Tisch, gepaart mit einer eigenen Risikoabwägung.

Alles über Death Valley

Death Valley | Autor: Kevin Ellenburg | Illustrationen: Fachri Maulana | Verlag: Kosmos

Spielerzahl: Kartenspiel für 1 – 2 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Karten auf Reisen und im Album
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 Personen
Richtet sich an: Familie

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