Deja-Vu – Spielkritik

Auch wenn man meint, so etwas noch nie gesehen zu haben: Ein Spiel mit derart einfachen Regeln gab es noch nie. Oder doch? Wer glaubt, wird hier kein schönes Ende finden. Denn bei Deja-Vu sollte man sich sicher sein, gaaanz sicher!

Am ruhigsten verläuft immer die erste Spielrunde bei Deja-Vu. Das Gedächtnis ist rein und unbefleckt. Keine störenden Bildeindrücke. Richtig jungfräulich geht man die Aufgabe an. 36 Gegenstände liegen bildlich in der Tischmitte aus, für jeden Spieler erreichbar. Von einem Kartenstapel deckt man eine Karte nach der anderen auf. Auf den Karten sieht man eine, zwei oder drei Gegenstände. nun folgt eine gelungene Kombination aus Gedächtnis und Reaktion. Wer einen Gegenstand auf der Karte ein zweites Mal entdeckt, schnappt sich blitzschnell die ausliegende Kopie vom Tisch.
Jeder Gegenstand ist exakt zwei Mal auf den Karten abgebildet. Doch Vorsicht: Entdeckt man bei einem Spieler ein Motiv, das er fälschlicherweise genommen hat, scheidet er aus der aktuellen Spielrunde aus. Die Strafe ist hart, schützt aber vor Schnäppchenjägern, die auf alles zugreifen.

Sind alle Karten aufgedeckt, hat man das Ziel noch nicht erreicht. In jeder Spielrunde nimmt man drei Karten aus dem Spiel. In der Schlusskontrolle ist noch mal ein Ausscheiden möglich, wenn man einen Gegenstand von den aussortierten Karten besitzt.

Bis hierhin ist Deja-Vu eine gemütliche Angelegenheit. Leider spielt man es über drei Spielrunden. Also alle Gegenstände wieder in die Mitte, Karten neu gemischt – und man ahnt, was gleich geschieht. Wieder erscheinen die gleichen Dinge vor der Nase. Hat man sie jetzt in der letzten Runde schon einmal gesehen, oder sind sie aktuell schon erschienen. Der Spass nimmt seinen Lauf. Gemischt mit Vermutungen, Bluffversuchen, ruckartigen Bewegungen und riskanten Zugriffen wandelt man auf einem schmalen Grat zwischen Erfolg und Misserfolg. Gross ist die Freude, wenn ein Spieler einen Gegenstand ganz sicher zu sich nimmt und er drei Karten später doch noch auf einer Karte erscheint.

Wer bis zum Ende durchhält, bekommt die Anzahl der gewonnenen Gegenstände als Punkte gutgeschrieben. Nach drei Spielrunden ist Schluss. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Fazit

Deja-Vu überzeugt mit einfachsten Regeln und grossem Spielspass. Den holt sich das Spiel aus unterschiedlichen Bereichen. Der Risikofaktor und die drohende Strafe setzen die Spieler unter Druck. Schon gesehen oder doch nicht sicher? Zugreifen oder abwarten? Dieser Nervenkitzel trägt durch das gesamte Spiel. Dass dann auch noch über drei Runden gespielt wird, bringt das eigene Gedächtnis völlig an die Grenzen. Wann habe ich die Pizza zuletzt gesehen? In Runde 1 oder Runde 2? Möchte man Punkte machen, überschreitet man in der Hektik schnell mal die sichere Grenze und lässt sich zu einem leichtsinnigen Griff verleiten. Das Spielmaterial ist ausgezeichnet. Extra grosse Spielkarten und die Gegenstände aus dicker Pappe, was will man mehr? Deja-Vu ist ein äusserst kurzweiliger Spielplausch für die ganze Familie. Denn schon ab der zweiten Runde hat man alles schon gesehen – und schaut sich trotzdem noch einmal alles an!

Deja-Vu | Autor: Heinz Meister | Verlag: AMIGO
Spiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Den Blick für zweite Begegnungen | Wiederspielreiz: gross

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Ein Memory-Spiel? Nein Danke! Ist mir schon lange zu anstrengend!
    Zum Glück bin ich bei Toms Spiele-Gruppe gezwungenermassen an Déja-Vu geraten! Doch, Memory spielen kann richtig Spass machen! Die beiden Kniffe mit dem Risikofaktor und den drei Runden mit sich wiederholenden Gegenständen geben dem Memory spielen eine ganz andere Dimension!

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