Der Baum – Geister des Waldes – Spielkritik

Es ist in der Tat ein ungewöhnliches Thema. Der Baum – Geister des Waldes entführt die Spieler in den Wald, lässt sie das Wachstum des Baumes miterleben. Und wirklich, so nach und nach wächst in der Mitte des Spielfeldes ein grosser Baum, an dem Spieler wie Waldgeister ihren Beitrag geleistet haben.

Der Baum - Geister des WaldesDer Baum thront gross über dem Fluss. Doch zu Beginn des Spiels wirkt er noch leer, der Stamm weitestgehend kahl. Das ändert sich bald, denn die Spieler versuchen, ihre Äste, Blätter, Knospen, Früchte und Blüten loszuwerden. Das machen sie, indem sie den Baum Runde für Runde weiter schmücken, ihn wachsen lassen. Unterstützung erhalten sie von vier Waldgeistern mit unaussprechlichen Namen, aber umso mehr Nutzen für den Baum. Jeweils zwei Waldgeister bieten ihre Dienste an. Nachdem sie ihre Fähigkeiten eingesetzt haben, wenden sich die Karten und ein anderer Geist erscheint.
Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn wer zuerst sämtliche Baumteile vergeben hat, gewinnt das Spiel. Der Baum – Geister des Waldes ist ein kartengesteuertes Spiel. Durch das Sammeln und geschickte Einsetzen von Karten setzt man möglichst viele Baumteile ein. Die Spielmöglichkeiten sind schnell erklärt: Im Fluss liegen immer vier Karten offen aus. Ein Spieler nimmt sich zwei Karten, das Handkartenlimit von sechs Karten darf nie überschritten werden. Durch das Ausspielen von Kartensets (gleiche Karten) legt man passende Teile an den Baum an. Will man Blätter legen, spielt man Blätterkarten aus, addiert sie mit den aktuellen Blätterkarten im Fluss und legt so viele Blätter an die Äste des Baumes. Die Anlegeregeln sind klar definiert und folgen der logischen Reihenfolge des Wachstums. Optional nutzt man die Fähigkeiten eines offenen Waldgeistes, wenn sein Bild auf einer der gerade gespielten Karten zu sehen ist.

Der Baum - Geister des Waldes

Die Geister unterstützen ganz unterschiedlich. Mal einen Gegenstand mehr legen, eine Karten auswählen oder auch einem Mitspieler einen zusätzlichen Ast unterjubeln. Letzteres ist die einzige Möglichkeit, um seine Mitspieler ein wenig zu ärgern. Mit der dritten Spielmöglichkeit lässt man den Baum um ein Stück in die Höhe wachsen. Das bringt neue Äste und zusätzliche Chancen, um seine Baumteile anzulegen.
Mit Jokerkarten und der Geisterflöte gibt es noch kleine Überraschungselemente im Spiel. Aber grundsätzlich beobachtet man den Baum im Wachstum bis ein Spieler sein letztes Element an den Baum gebracht hat. Das ist der Lauf der Natur.


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Fazit

Der Baum – Geister des Waldes besitzt einen geradlinigen, einfachen Ablauf. Das Spiel mit dem ungewöhnlichen Thema ist absolut familientauglich. Hier wächst etwas auf dem Spieltisch, das auf den ersten Blick vom Kartenglück abhängig ist. Gerade gegen Ende des Spiels geht ohne die passenden Karten nichts mehr. Doch es gibt davor schon einiges zu beachten. Die Früchte – sie lassen sich nur an eigene oder neutrale Äste anlegen. Da ist kluge Vorarbeit gefragt. Wer beobachtet, welche Karten die Mitspieler ziehen, liefert ihnen keine Steilvorlagen zur Ablage ihrer Elemente. Denn es gilt unbedingt zu verhindern, dass zu viele Elemente auf einmal gelegt werden. Mit den Blüten pfuscht man den Mitspielern auch einmal ins Handwerk. Sie können auf beliebige Äste gesetzt werden und blockieren wichtige Legeplätze. Der Baum – Geister des Waldes ist ein Kartensammelspiel in einem ungewöhnlich, schönen Gewand. Der Baum als Endprodukt ist immer wieder beeindruckend und so überzeugt das Spiel in der B-Note fast mehr, als im ganz gewöhnlichen Spielablauf.

Der Baum – Geister des Waldes | Autor: Simon Harvard | Verlag: 2Geeks
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 45 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Das biologische Auge für kahle Stellen | Wiederspielreiz: gross

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