Der weisse Hai – Spielkritik

Der weisse Hai hat vor einigen Jahren auf der Kinoleinwand für Angst und Schrecken gesorgt. Diese Geschichte um den menschenfressenden Hai erlebt heute ein Revival auf dem Spieltisch. Das Brettspiel orientiert sich an der damaligen Story, an Orten und Menschen und am grossen Showdown: Alle gegen den Hai.

Der weisse Hai

Das Brettspiel findet in 2 Akten statt, die man nacheinander, aber auch getrennt voneinander spielen kann. In beiden Teilen bleibt das Duell Mensch gegen Hai zentral. Steigt man erst im zweiten Teil ein, startet man mit vorgegebenen Ressourcen. Spielt man beide Teile nacheinander kann man sich eine günstige Vorlage schaffen, mit der man weiterspielt. Das kann sich für beide Seiten auszahlen und die Situation im 2. Akt vereinfachen.

Der 1. Akt: Amity

Amity Island liegt ruhig und friedlich vor uns auf dem Spieltisch. Doch die Gefahr lauert bereits im Wasser. Ein Spieler übernimmt die Rolle des Hais, weitere Spieler übernehmen die Rollen von Quint, Brody und Hooper. Spielen weniger als 4 Personen mit, spielt man mit mehreren Personen. Das funktioniert gut. Jede Rolle erhält besondere Eigenschaften, mit denen man seine Figur auf dem Spielfeld bewegt. Natürlich sind auch die Ziele ganz unterschiedlich: Der Hai hat Hunger und möchte fressen, die Besatzungsmitglieder versuchen, den Hai möglichst schnell ausser Gefecht zu setzen. Es beginnt eine Jagd à la Scotland Yard.

Die Spielrunden verlaufen grundsätzlich gleich. Erst tritt ein Ereignis ein. Neue Schwimmer gehen ins Wasser und zusätzliche Aktionen sind möglich. Diesen Anweisungen hat man natürlich Folge zu leisten. Danach zieht der Hai seine Kreise. Das macht er geheim, notiert sich seine Züge auf einem Zettel und gibt den Mitspielern nur wenige Informationen preis. Der Hai hat grundsätzlich 3 Aktionen zur Verfügung. Er kann sich bewegen oder Schwimmer fressen, in beliebiger Kombination. Zudem besitzt er 4 Zusatzfähigkeiten, mit denen er seine Jäger täuschen kann: Turbo, Ausser Sicht, Ausweichmanöver und Fressrausch. Die Namen sprechen für sich. Nach dem Hai ziehen die Spieler ihre Figuren rund um Amity Island.

Der weisse Hai

Quint, Brody und Hooper besitzen ebenfalls unterschiedliche Fähigkeiten. In 4 Aktionen bewegen sie ihre Figuren an mögliche Hai-Fanggründe. Sie versuchen Fässer auf den Hai zu werfen. Mit 2 Fässern wäre Der weisse Hai besiegt. Doch dazu benötigt es einiges an Logistik: Fässer holen, Fässer laden, aufs Meer fahren, Fässer werfen. Die Hinweise des Hais sollen helfen, seine Position zu finden. Im Meer treibende Fässer lösen einen Bewegungsmelder aus. Der Hai muss mitteilen, welche Fässer er auf seinem Weg gestreift hat.

Entweder schafft es die Besatzung, zwei Fässer am Hai zu befestigen oder der Hai frisst 9 Schwimmer auf. Das Ende ist so oder so schrecklich.

Der 2. Akt: Die Orca

Der 2. Teil spielt auf Quints Boot. Der Hai versucht, das Boot zu zerstören oder die Besatzung zu eliminieren. Die möchte natürlich das Gegenteil bewirken und den Hai vernichten. Showdown! Der Hai besitzt in jeder Runde drei Auftauchoptionen, aus denen er geheim eine auswählt. Zudem kann er eine Spezialfähigkeit benutzen, die am Ende der aktuellen Runde wieder verfällt. Dann ist die Besatzung gefragt. Sie bewegt sich auf dem Boot und wählt eine Waffe. Alle platzieren einen Ziel-Chip, an der Stelle, an dem der Hai auftauchen soll. Mit Zubehörkarten verbessert die Besatzung ihre Erfolgschancen beim Haifang. Taucht der Hai in der Nachbarschaft auf, fügt der Nahkampf oder die Schusswaffe dem Tier eventuell Verletzungen zu. Die Trefferzahl wird ausgewürfelt und muss höher sein als der Ausweichwert des Hais.

Der weisse Hai

Das letzte Wort hat Der weisse Hai. Er kann nun ebenfalls angreifen. Ob Boot oder Besatzungsmitglieder, auch hier wird gewürfelt. Während das Bootsteil beschädigt wird oder ganz verschwindet, zehren die Wunden an den Kräften der Besatzungsmitgliedern. Die müssen sich allerdings zuerst im Wasser befinden, bevor sie zum Opfer werden. Wer hat über mehrere Runden den längeren Atem?


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Fazit

Wenn man den Film auch nicht gesehen hat: Spielt man die Story von Der weisse Hai einmal durch, weiss man, was rund um Amity Island damals geschehen ist. Das Brettspiel in 2 Akten ist ein Duell Hai gegen Besatzung. Nie weiss man ganz sicher, was der Hai macht und wo er sich bewegt. Doch immer wieder schlägt er zu. Während der 1. Akt ein logistisch aufgebautes Suchspiel ist, wird der 2. Akt zum würfelbetonten Abreibungskampf. Beide Kapitel arbeiten mit dem Motto „Ich weiss, was der Hai denkt, daher…“. Neben einem grundsätzlich gleichen Spielablauf mischen mehrere kleine Zusatzeffekte mit, die man durch Personen oder Karten generiert. Es ist nicht einfach, von Anfang an den Überblick zu behalten. Teil 2 ist deutlich glücksbetonter durch den Würfeleinsatz, daher gefällt mir Teil 1 besser. Das Spiel erzeugt seine Spannung, die Rolle des Hais ist aber irgendwie attraktiver zu spielen. Dafür lässt sich Der weisse Hai (erhältlich ab 14.99 Euro) auch sehr gut zu zweit spielen. Ob die Besatzung von einem oder mehreren Spielern bewegt wird, ist nicht wirklich entscheidend. Die vielen kleinen Optionen des Spiels machen den weissen Hai zu einem Kennerspiel, das den Überlebenskampf für beide Seiten gut simuliert. Und damit ist die Nähe zum Film ebenfalls gegeben.

Alles über Der weisse Hai

Der weisse Hai | Autor: Prospero Hall | Illustration: keine Angabe | Verlag: Ravensburger

Spielerzahl: Brettspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: ca. 90 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Gelassenheit rund um Amity Island
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Kenner

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