Die Abenteuer des Robin Hood – Spielkritik

Ob in der Version mit Errol Flynn, der Disney-Animation oder mit Kevin Costner – kaum eine Geschichte hat mehr fasziniert, als die von Robin Hood. Ganz überraschend hat Michael Menzel nach der Andor-Trilogie ein zweites grosses Werk veröffentlicht. Die Abenteuer des Robin Hood lässt uns auch am Spieltisch sofort tief in die Story eintauchen.

Die Abenteuer des Robin Hood

Im Interview mit brettspielblog.ch hat Autor Michael Menzel bereits einiges über sein Spiel verraten. Die Abenteuer des Robin Hood bietet viele Überraschungen. Das Spielmaterial – eine grosse Spielfläche ohne Raster, jedoch mit vielen nummerierten Orten, die sich wenden lassen und während des Spiels ein zweites Gesicht zeigen. Ein Buch, das die Abenteurer begleitet, ihnen Hilfe anbietet, neue Regeln einbaut und mit der begleitenden Story für das Ambiente neben dem Spielbrett sorgt. Auch der Einstieg in Robins Welt ist unkompliziert anders und führt die Spieler in wenigen Minuten in den Sherwood Forest, wo sie sich den ersten Problemen widmen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Die Herausforderungen des Spiels müssen kooperativ bewältigt werden. Dazu wählt jeder eine Spielfigur aus Robins Gruppe. Mit einem Einführungsspiel lernt man die wichtigsten Funktionen schnell kennen.

Zentral ist der Bewegungsmechanismus. Es gibt keine fixe Reihenfolge im Spiel. Aus einem Stoffbeutel zieht man Holzscheiben, deren Farbe die Bewegung der nächsten Figur ankündigt. Jeder Spieler besitzt 5 Spielfiguren. Neben 2 Standfiguren gibt es noch 2 mittlere Figuren und eine lange Figur. Für eine Bewegung reiht man die Figuren beliebig aneinander und legt am Ende mit einer Standfigur die neue Position fest. Trifft man dabei auf ein Fragezeichen auf dem Spielplan, liest man im Buch nach, was geschieht.

Die Abenteuer des Robin Hood

Es beginnt damit, Little John aus der Gefangenschaft in der Burg zu befreien. Der Galgen steht bereit, doch seine Freunde sind auf dem Weg zu ihm. Im Stoffbeutel befinden sich jedoch nicht nur gute Farben. Der Sheriff von Nottingham oder Guy von Gisborne versuchen den Abenteurern das Leben möglichst schwer zu machen oder sie zu erwischen. Dazu nutzen sie Wachen, die auf dem Spielfeld auftauchen können oder sie bewegen sich selber durch den Wald.

Robins Leute kennen sich natürlich besser aus im Sherwood Forest, daher sind sie im Schatten sicher und können von den Wachen nicht entdeckt werden. Zudem können sie Wachen auch überwältigen. Dazu ziehen sie beim Erreichen einer Wache bis zu drei Holzwürfel aus dem Stoffbeutel. Ist ein weisser Würfel dabei, gewinnen sie den Kampf. Leider muss man sich die weissen Würfel erst erarbeiten, indem man zum Beispiel nicht die ganzen Bewegungen seiner Figur nutzt.

Die Abenteuer des Robin Hood

In jeder Geschichte erforscht man auch den Wald, die Umgebung und die Menschen. Hilfe kann überall zu finden sein. Mit ein wenig logischem Denken, weiss man oft, wohin man sich wenden muss, um im Abenteuer voran zu schreiten. Gegenstände erleichtern den Abenteurern das Erreichen der Ziele. Und selbst wenn einmal etwas schief geht, nimmt man einen zweiten Anlauf unter erleichterten Bedingungen.

Die Abenteuer des Robin Hood liefert verschiedene Szenarien, in denen man stets dazu lernt. Durch das Wenden der Plättchen auf dem Spielplan stellt man immer neue Situationen her. Druck erhält man über die sinkende Hoffnung im Volk und die Sanduhren, die in jedem Abenteuer ständig schwinden. Daher muss man sich beeilen, die Lösung der Probleme rechtzeitig zu finden.


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Fazit

Hier wartet tatsächlich ein grosses Abenteuer auf die Spieler. Der grandiose Spielplan, das Buch, die Bewegungen der Spielfiguren, eingebunden in die Story – am Spieltisch wird diskutiert und nach Lösungen gesucht. Der Einstieg ist leicht, erst nach und nach kommen neuen Elemente dazu, die man dann aber spielerisch verarbeitet. Die Ziele der einzelnen Szenarien können nur miteinander erreicht werden. Oft teilt man einzelne Aufgaben auf, um Robin und seinen Kumpanen den Rücken freizuhalten. Das Buch führt die Abenteurer durch die Geschichte. Besucht man gleiche Plätze, kann das in den Szenarien unterschiedliche Auswirkungen haben. Hier taucht man voll in die Story ein und lebt als Teil von Robins Sippe mit. Gewisse Glückselemente sind im Spiel vorhanden. So kann die Reihenfolge der Bewegungen entscheidend sein, das Überwältigen der Wachen ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung mit ungewissem Ausgang. In einem echten Abenteuer muss man aber mit Überraschungen leben. So können sie genau so gut für die Abenteurer ausfallen. Die Abenteuer des Robin Hood ist ein echt tolles Abenteuerspiel für die ganze Familie, das die Story und den Spielspass perfekt verbindet. Für mich ein Highlight des Jahres.

Alles über Die Abenteuer des Robin Hood

Die Abenteuer des Robin Hood | Autor: Michael Menzel | Illustrationen: Michael Menzel | Verlag: Kosmos

Spielerzahl: Abenteuerspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 60 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Bewegungsfreiheit für Robin und seine Leute
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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