Die Crew – Spielkritik

Eine Reise ans andere Ende des Weltalls bringt allerlei Probleme. Beim kooperativen Kartenspiel Die Crew kämpft man mit den Tücken des Weltalls und des Raumschiffs, bei dem man hin und wieder das Gefühl erhält, ein Montagsmodell erwischt zu haben. Doch eine gute Crew trotzt allen Widerständen.

Die Crew

Die Crew ist ein Stichspiel, des Schweizers Jassherz schlägt höher bei einer solchen Ankündigung. Und vieles erinnert dann auch an die Schweizer Nationalsportart Nummer 1 – das Jassen. Die Spieler reisen bei diesem Spiel durchs Weltall, auf der Suche nach dem 9. Planeten. Das Abenteuer ist beschwerlich, über 50 Missionen lernt man die Raumfahrt und ihre Tücken von Grund auf kennen. Ein Glück, dass man nicht alleine unterwegs ist, denn Die Crew ist ein Gemeinschaftswerk, ein kooperatives Stichspiel.

Das Grundprinzip ähnelt so vielen Stichspielen. Da gibt es Zahlenkarten von 1 bis 9 in 4 Farben. Der Reihe nach spielen alle Crewmitglieder Karten von ihrer Hand. Der höchste Wert sticht, passende Farben muss man spielen, bevor man auf andere ausweicht. Auch 4 Trumpfkarten gibt es. Wer den höchsten Trumpf besitzt, wird automatisch zum Kommandant einer Mission. Bis zu diesem Punkt für erfahrene Kartenspieler nichts Neues.

Das Besondere an Die Crew ist der kooperative Aspekt. Bei jeder Mission gibt es eine Aufgabe zu erfüllen. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich, je weiter man ins Weltall vordringt. Häufig erscheinen Auftragskarten. Sie zeigen bestimmte Karten an, die die Crewmitglieder reihum auswählen. Das Prinzip: Am Ende muss die gewählte Karte im Stichstapel des jeweiligen Spielers sein. Es beginnt ein Kartenspiel, bei dem man auf Stärken und Schwächen der Kartenhand der Spieler achtet und einander gesuchte Karten zuspielt.

Die Crew

Die Kommunikation ist eingeschränkt im Weltall. Natürlich sind Informationen über Karten und Werte verboten, zumindest beinahe. EIN Funkspruch pro Spieler ist erlaubt. Dazu legt man eine der Handkarten offen aus und teilt mit dem Legen des Funkchips auf der Karte mit, ob es der höchste oder der tiefste Wert dieser Farbe ist, oder eventuell gar die einzige Karte? Diese Hinweise sind wichtig und steuern auch das Spiel der Mitspieler.

Hat man eine Aufgabe erfüllt, nimmt man sich sofort der nächsten Mission an. Das Logbuch führt die Spieler mit einer kleinen Story durch das All. Gelingt eine Mission nicht, mischt man die Karten und startet neu.
Die Crew hat einige Aufgabenstellungen für die Spieler bereit: Die Anzahl der Auftragskarten variiert, die Reihenfolge der Stiche wird zentral oder auch Funklöcher treten auf. Man darf sich auf spannende und herausfordernde Missionen freuen.

Die Crew

Die Crew ist eigentlich ein Spiel ab 3 Personen. In einer 2 Spieler-Variante spielt man mit einer künstlichen Intelligenz. Der Kommandant übernimmt die Führung von JARVIS. Das funktioniert, bringt aber eine Portion Zufall ins Spiel.


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Fazit

Die Crew ist ein Stichspiel mit Aufgabenstellungen. Damit holt das Kartenspiel seinen Reiz aus einfachen Elementen, die man aber ganz schön komplex ausbauen kann. Spielerisch kommt man in einen Flow, hängt schnell noch eine weitere Mission dran, lernt von Runde zu Runde dazu. Und selbst in vermeintlich einfachen Missionen tragen die Auftragskarten und die Verteilung der Handkarten viel zum Gelingen bei. Der Grat zwischen schwierig und einfach ist schmal. Und schliesslich spielt jede Crew anders miteinander. Damit spielen viele Faktoren mit und verändern das Spielgeschehen auch bei mehrmaligem Spielen. Die Kommunikation, auf drei Möglichkeiten heruntergebrochen, übernimmt eine entscheidende Rolle, wenn man sie passend einsetzt. Aus Schweizer Sicht erinnert Die Crew stark an den Jass, insbesondere den Differenzler. Dort spielt man ebenfalls auf Ansagen hin. Die Crew löst das aber viel eleganter und das Zuspielen einzelner Karten fordert die Spieler Runde für Runde heraus. So unterhält die Reise durchs Weltall auch mal einen ganzen Abend, denn der Erfolg macht süchtig und die nächste Mission lockt. Ein klare Empfehlung!

Alles über Die Crew

Die Crew | Autor: Thomas Sing | Illustration: Marco Armbruster | Verlag: Kosmos

Spielerzahl: Kartenspiel für 3 – 5 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Raffinessen beim Stichspiel
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: geht, aber zufälliger
Beste Spielerzahl: 3 – 5 Personen
Richtet sich an: Familie, Kenner

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