Die vergessene Stadt – Spielkritik

Wenn sich Abenteurer in die Wüste verirren, abgestürzt mit dem Hubschrauber, dann suchen sie gemeinsam einen Ausweg. Die vergessene Stadt liegt unter viel Sand begraben und verbirgt eine Flugmaschine, mit der die Abenteurer aus der Wüste entkommen wollen. Das kooperative Spiel erinnert an den Vorgänger Die verbotene Insel und spielt sich doch anders.

Die vergessene Stadt 1Abenteurer mit unterschiedlichen Fähigkeiten sind in der Wüste gestrandet. Gemeinsam suchen sie unter den Sandmassen nach Maschinenteilen einer Flugmaschine. Dabei helfen die eigenen Fähigkeiten auch den Mitspielern. 25 Quadrate bilden das Spielfeld. Gerade mal 4 Aktionen stehen jedem Abenteurer in einem Zug zur Verfügung. In diesen kann er sich bewegen, Sand abtragen, Ausgrabungen vornehmen oder ein Maschinenteil bergen. Absprache unter den Mitspielern ist sehr wichtig, wenn man erfolgreich sein will. Nach jedem Spielzug bringt der Wind nämlich neuen Sand in die Wüste und schüttet einzelne Wüstenplättchen wieder zu. Doch es lauern noch weitere Gefahren: Die Sonne trocknet in mehr oder weniger regelmässigen Abständen die Kehlen aus. Mit den Wasservorräten sollte man daher gut haushalten oder sich rechtzeitig an der Wasserstelle eindecken. Steht man zu lange an der falschen Stelle, so wird man zugeschüttet und muss sich oder den Weg in seinem nächsten Spielzug erst wieder selber befreien. Das (Über-)Leben in der Wüste ist nicht einfach.
Doch all die wichtigen Kleinigkeiten machen Die vergessene Stadt spannend. Erst bei Ausgrabungen entdeckt man, was unter dem Sand steckt. Dort findet man Teile der Stadt, in der man wertvolle Ausrüstungsgegenstände mitnehmen darf. Es gibt ein Tunnelsystem, mit dem man die Wüste schneller überwindet. Im besten Fall entdeckt man Hinweise zu den gesuchten Maschinenteilen. Erst wenn man zwei Hinweise ausgegraben hat, weiss man, wo sich das entsprechende Teil befindet.

Die vergessene Stadt 2

Die vergessene Stadt 3Nun kommt es schlicht und einfach darauf an, was man mit all den Möglichkeiten macht. Absprache und Planung stehen unter einem zunehmenden Zeitdruck, denn der Wind nimmt stetig zu und der Durst und die Sanddünen vereinfachen das Voranschreiten der Mission auch nicht gerade. Hilfe bieten die besonderen Fähigkeiten der Abenteurer: Der Forscher bewegt sich freier durch die Wüste oder der Bergsteiger kann sämtliche Dünen überwinden. Auch die Ausrüstungskarten sind sehr hilfreich (Sandsauger, Raketenrucksack).

Das Spiel wird von den Abenteurern gewonnen, wenn sie alle Maschinenteile finden und mit der Flugmaschine von der Startrampe aus die Wüste verlassen können. Schafft einer der Abenteurer die Mission nicht, ist sie gescheitert.

Fazit:
Die vergessene Stadt ist in der Tat ein gespieltes Abenteuer. Die Rahmenbedingungen verändern sich in jeder Partie. Die Wüstenteile liegen jedes Mal anders und mit den wechselnden Abenteurern muss man sich auf andere Fähigkeiten einstellen. Der Wind verändert die Wüste zufällig und weht den Sand in alle Richtungen. Das Ziel ist nicht selbstverständlich erreichbar. Nur Abenteurer, die sich gut absprechen, werden erfolgreich sein. Wem das noch nicht genügt, setzt den Schwierigkeitsgrad mit stärkerem Startwind noch höher. Mit diesen unterschiedlichen Begebenheiten verlaufen die Spielrunden jedes Mal anders – abenteuerlich eben. Das Spielmaterial ist top, die Einstiegshürde nicht sehr gross, das Spiel schreitet flüssig voran. So kann man einen Ausflug in die Wüste wärmstens empfehlen.

Die vergessene Stadt | Autor: Matt Leacock | Verlag: Schmidt
Kooperatives Abenteuer für 2-5 Personen | Spieldauer: 45 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Flexible Strategien in der Wüste | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Carletto und Schmidt für ein Rezensionsexemplar von Die vergessene Stadt!

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