Die Villa des Paten – Spielkritik

Der Pate hat sich in seiner Villa verschanzt. Seine Leibwächter bilden eine beinahe undurchdringliche Mauer. Doch der Polizeieinsatz ist gut geplant. Mit etwas Geschick und ein wenig Glück schaffen es die Spieler gemeinsam, den Paten endlich dingfest zu machen.

Die Villa des Paten ist ein kooperatives Kartenspiel. Es lässt sehr viele Optionen offen. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich leicht variieren. Widmen wir uns doch einfach mal dem Grundspiel:
Auf dem Tisch baut man zuerst die Villa des Paten mit all seinen Leibwächtern auf. Dazu legt man sämtliche Personen verdeckt, aber systematisch, übereinander. Insgesamt hat das Ermittlerteam 13 Leibwächter und einen Paten zu bezwingen, damit die Operation erfolgreich verläuft.
Nun erhalten alle Spieler Polizei-Karten. Auf ihnen sind nützliche Dinge für den Polizeialltag abgebildet: Pistole, Handschellen, Dienstmarke und der Dienstwagen. Meist ist nur ein Gegenstand zu sehen, bei Joker-Karten können es auch mehrere sein. Die Polizei-Karten legt jeder Spieler als verdeckten Stapel vor sich, jeweils vier Karten liegen offen.

Der Einsatz darf jetzt geplant werden. Man wählt einen Leibwächter, den man festnehmen will. Das kann nur einer sein, der sich von zwei Seiten angreifen lässt. Da die Karten übereinander liegen, arbeitet man sich schön von aussen nach innen vor. Die Leibwächter bieten ein paar Informationen. Durch deren Stärke (2,3 oder 4) weiss man, wie viele Polizei-Karten man für die Festnahme benötigt. Zudem erhält man noch eine ziemlich genaue Info. Als Beispiel: Die Handschellen werden an zweiter Stelle eingesetzt. Eine erfolgreiche Festnahme findet nur statt, wenn die Reihenfolge der geforderten Gegenstände korrekt eingehalten wird.
Die Spieler legen einen Einsatzleiter fest. Bei ihm startet der Einsatz. Der Leibwächter wird umgedreht, der Reihe nach müssen die Spieler die geforderten Polizei-Karten abliefern. Natürlich gibt es Auswegmöglichkeiten. Hat man keine passende Karte, spielt man stattdessen zwei gleiche Karten. Oder man wirft eine Karte ab und zieht die nächste vom eigenen Stapel. Wichtig: Spielt man eine Karte, zieht man eine neue nach. Auch wenn man zwei gleiche Karten spielen muss.
Schafft man die eingeforderte Reihenfolge, ist der Leibwächter aus dem Spiel. Es gibt in jedem Fall einen Bonus in Form einer Karte, die man wieder an die Polizisten verteilen kann. Oft nutzt man sie zum Auffüllen einer kleinen Auslage, wenn man den Ausweg mit zwei gleichen Karten nutzen musste.

So geht der Sturm auf die Villa weiter: Leibwächter wählen, Einsatzleiter bestimmen, Angriff. Der Einsatz dauert so lange, bis man sich zum Paten durchgespielt hat. Hat man dann noch genügend passende Karten für den Boss, hat man Die Villa des Paten eingenommen. Sind die Polizei-Karten vorher aufgebraucht, ist der Pate entwischt.

Die Villa des Paten bietet ganz viele Einstellungsmöglichkeiten: Verändert man die Stärke der Leibwächter, manipuliert man die Abwehr des Paten. Mit dem Einsatz von mehr oder weniger Polizei-Karten erschwert man die Ermittlungsarbeit.
In der Experten-Version fordern die Leibwächter bei der Festnahme an gewissen Stellen noch den Besitz einer weiteren Karte in der richtigen Farbe. Das macht die Aufgabe nicht leicht.

Fazit

Die Villa des Paten ist ein sehr stimmungsvolles Kartenspiel. Bis zu den Namen der Leibwächter (Dirty Diana, Hans der Albino) ist alles sehr durchdacht und ermittlungstechnisch gut umgesetzt. Das Spiel eignet sich vom Anfänger bis zum Experten. Durch die vielen Anpassungsmöglichkeiten findet jeder seine Herausforderung. Einiges lässt sich planen, anderes bleibt im Dunkeln. Das Glück spielt bei den Festnahmen mit. Ziehe ich die richtigen Karten nach? Soll ich den Joker schon einsetzen? Nur wer mit den Polizei-Karten haushälterisch umgehen kann, wird am Ende erfolgreich sein. Der Spielablauf ist eingängig, er verändert sich aber grundsätzlich nicht. So schraubt man zwar ständig an den Rahmenbedingungen, durch den sich immer wiederholenden und gleichbleibenden Ablauf verliert Die Villa des Paten nach mehreren Partien aber ein wenig ihren Reiz.

Die Villa des Paten | Autor: Jörg Domberger | Verlag: Gmeiner
Kooperatives Krimi-Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Passende Utensilien im Einsatz | Wiederspielreiz: ok

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