Dorfromantik – Das Brettspiel – Spielkritik

Ganz harmonisch klingt der Name Dorfromantik und kooperativ bewältigt man auch die Aufgaben im Spiel. Die Grundlage liefert ein Computerspiel mit demselben Namen, das nun für den Spieltisch angepasst wurde. Die gemeinsame Landschaft ist das Ziel, inklusive das Erfüllen der dazugehörigen Aufgaben.

Dorfromantik

Dorfromantik ist modulartig aufgebaut. Das Grundlagenspiel liegt offen in der Spieleschachtel. In 5 Schachteln verbergen sich aber weitere Plättchen, Figuren und Aufträge, die erst nach und nach ins Spiel kommen. Den Zeitpunkt bestimmt die Spielrunde selber, indem sie gewisse Ziele erreicht und dadurch Zusatzmaterial freischaltet. Und ganz grundsätzlich ist die Jagd nach dem neuen Punkte-Highscore ins Spiel integriert, wie man es eben von Computerspielen kennt. Den spielerischen Anfang macht man mit einem Stapel Landschaftsplättchen und einem Stapel Auftragsplättchen. Sämtliche sechseckigen Plättchen mischt man gut durch und legt sie verdeckt aus. Damit ist der Startschuss zur Landschaftsplanung gegeben.

Wie erwähnt, ist Dorfromantik ein kooperatives Spiel. Das Legen der Plättchen darf miteinander besprochen werden. Das letzte Wort besitzt die aktive Person am Spieltisch. Die Landschaft gestaltet sich in jeder Partie ganz unterschiedlich, da die Reihenfolge der Plättchen zufällig ist.
Die Landschaftsplättchen zeigen Teile von Wald, Getreidefeldern oder Dörfern, zudem gibt es Plättchen mit Gleisen und Flüssen.

Dorfromantik

Reihum ziehen die Spielenden ein beliebiges Plättchen und legen es an. Ob Auftragsplättchen oder Landschaftsplättchen ist klar vorgegeben. Liegen weniger als drei Aufträge aus, muss ein Auftragsplättchen gezogen werden.
Auf ein Auftragsplättchen kommt immer ein Auftragsmarker der entsprechenden Landschaft. Ist es ein Waldauftrag, zieht man einen Wald-Auftragsmarker und legt ihn auf das Plättchen. Der Marker zeigt eine Zahl mit dem Wert 4, 5 oder 6. Der Auftrag lautet nun eventuell: Bildet eine Waldlandschaft aus 5 Plättchen!

Insgesamt liegen bei Dorfromantik also immer drei Aufträge aus, an denen man arbeiten kann. Die Legeregeln sind einfach gehalten. Die Plättchen muss man an bereits ausliegende Plättchen anlegen, doch nur Kanten mit Gleisen und Flüssen müssen passend anliegen.

Punkte holt man sich mit erfüllten Aufträgen. Ist die geforderte Plättchenzahl erfüllt, nimmt man sich den Marker. Mit dem nächsten Auftragsplättchen erhält man sofort den nächsten Auftrag.
Zu Beginn liegen unter den Landschaftsplättchen drei Gebiete mit Fahnen. Sind Fahnengebiete am Spielende in der Landschaft abgeschlossen, erhält man Punkte pro Gebietsplättchen. Der längste Fluss und die längste Schiene sorgen ebenfalls für Punkte. Kann man keine Landschaftsplättchen mehr anlegen, weil keines mehr im Vorrat ist, endet die Partie.

Dorfromantik

Für die Abrechnung zählt man die Punkte zusammen und notiert sie auf einem Kampagnenblatt. Für die erreichte Punktzahl erhält man Schritte, die man auf der Wanderroute ankreuzen kann. Erreicht man auf dem Weg ein grosses Feld, erhält man neue Plättchen, Aufträge oder Spielsteine aus einer der beiliegenden Boxen. Da man die Wege immer frei wählen kann, erscheinen die Aufträge in unterschiedlicher Reihenfolge, wenn man das Spiel mehrmals spielt.

Es ist gut möglich, das Spiel in mehreren Spielgruppen zu spielen. Die Fortschritte sind auf den Kampagnenblättern notiert und das Spiel lässt sich schnell auf die jeweilige Spielgruppe einstellen mit dem passenden Material.
Die Anforderungen steigen mit jeder Partie. Dorfromantik beginnt sehr gemächlich, aber bald liegen mehrere Ziele aus, die man erreichen muss. Die Ziele betreffen dabei Punktevorgaben oder auch Einschränkungen beim Legen der Plättchen. Es sind dann doch einige Partien zu spielen, bis man sämtliche Schachteln freigespielt hat und alle Erfolge feiern kann. Daraus holt Dorfromantik auch seinen Wiederspielreiz.


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Fazit zu Dorfromantik

Dorfromantik befindet sich im Finale zum Spiel des Jahres 2023. Mal sehen, wohin die Reise noch führt. Gerade in der ersten Partie fühlt sich das Spiel doch sehr romantisch an. Das Plättchenlegen wirkt eher belanglos, grosse Fehlentscheidungen kann man nicht treffen, da die Reihenfolge der Plättchen die Möglichkeiten vorgibt. Eine erste Partie kann man aber getrost unter „Tutorial“ abhaken, denn schon bald öffnet man die erste Schachtel und spielt sich neue Ziele frei, die dann doch ein exakteres Vorgehen benötigen oder spielerische Prioritäten einfordern, um sie zu erreichen. Nebenbei wird die Romantik punktemässig unterstützt, da das Spiel doch sehr belohnend ist. Man erhält immer neue Schritte für seine Wanderschaft, sie sind einfach mal grösser oder kleiner. Mit den gefeierten Erfolgen verändert man den Zeitraum beim Spielen, hat aber nie das Gefühl, dass man bestraft wird. Ein Vorwärtskommen ist garantiert. Das sorgt für ein wohliges Spielgefühl beim Legen der Plättchen. Die Neugier auf kommende Aufgaben treibt die Spielenden zudem voran. Das macht Dorfromantik zu einem schönen Kampagnen-Legespiel.

Fakten zu Dorfromantik

Autoren: Lukas Zach, Michael Palm | Illustrationen: Paul Riebe | Verlag: Pegasus Spiele

Spielerzahl: 1 – 6 Personen
Spieldauer: 30 – 60 Minuten pro Runde
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Erfüllte Aufträge in Landschaften
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

2 Kommentare

  1. Also, ich lese überall Hymnen auf dieses Spiel (Dorfromantik). Wir haben es zu Weihnachten verschenkt, ohne es selbst vorher probiert zu haben. Wir und zwei weitere Paare, die sich an den mitgeführten Spielregeln versucht haben, sind allesamt gescheitert. Wie kann das sein?
    Kann uns jemand das Spiel erklären?

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